Krankenhaus Waldfriede

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Krankenhaus Waldfriede
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Trägerschaft Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Berlin, KdöR
Ort Berlin-Zehlendorf
Bundesland Berlin
Staat Deutschland
Koordinaten 52° 26′ 39,5″ N, 13° 14′ 25″ OKoordinaten: 52° 26′ 39,5″ N, 13° 14′ 25″ O
Ärztlicher Direktor Roland Scherer
Betten 170
Gründung 15. April 1920
Website www.krankenhaus-waldfriede.de

Das Krankenhaus Waldfriede ist ein freigemeinnütziges Akutkrankenhaus im Berliner Ortsteil Zehlendorf. Das 1920 gegründete Krankenhaus ist ein Akademisches Lehrkrankenhaus der Charité und Europäisches Ausbildungszentrum für Operationstechniken der Koloproktologie. Träger ist die evangelische Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten, die weltweit über 610 medizinische Einrichtungen unterhält.

Krankenhaus Waldfriede

Das Krankenhaus verfügt über 170 Betten.[1] Im Gesundheitsnetzwerk Waldfriede werden jährlich etwa 15.000 Patienten stationär und 60.000 Patienten ambulant behandelt. Dieser Verbund, zu dem u. a. eine Sozialstation und ein Seniorenheim gehören, beschäftigt rund 950 Mitarbeiter (Stand Ende 2016).[2]

Der historische Garten des Krankenhauses steht unter Denkmalschutz.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf dem 18.912 Quadratmeter großen Grundstück Argentinische Allee 40 Ecke Fischerhüttenstraße 99/109 (bis 1933: Alsenstraße 99/109) wurde zunächst 1904 ein Sanatorium errichtet und im Februar 1905 als Waldsanatorium Zehlendorf-West (auch Dr. Ziegelroth’s Sanatorium) von Peter und Valerie Ziegelroth eröffnet.[4] Im Herbst 1919 erwarb der Arzt L. E. Conradi das Grundstück für die Siebenten-Tags-Adventisten und begründete das dort am 15. April 1920 mit 39 Betten in 27 Krankenzimmern und einem Operationssaal eröffnete Krankenhaus Waldfriede mit. Trotz mehrerer Hundert Luftangriffe der Alliierten auf Berlin überstanden die Krankenhausgebäude den Zweiten Weltkrieg unbeschadet und wurden in den folgenden Jahrzehnten mehrmals durch Neubauten erweitert.[5]

Als erstes Krankenhaus in Deutschland hat das Krankenhaus Waldfriede im September 2000 eine Babyklappe eröffnet.[6][7] Die Babywiege ist sowohl vom Haupteingang als auch von einem Nebeneingang von der Argentinischen Allee aus erreichbar. Ferner bietet das Krankenhaus anonyme Geburten an. Bis zum Jahr 2013 wurden 20 Babys anonym in die Babyklappe gelegt und ca. 200 anonyme Geburten durchgeführt.[5]

Im Jahr 2008 wurde das Krankenhaus Europäische Ausbildungsstelle für Operationstechniken in der Koloproktologie und richtet seither alle zwei Jahre den Internationalen Koloproktologie-Kongress im Hause aus.[5]

Im September 2013 wurde unter der Schirmherrschaft von Waris Dirie das Desert Flower Center (kurz DFC; englisch für ‚Wüstenblumen-Zentrum‘) des Krankenhauses eröffnet, in dem Frauen mit Genitalverstümmelung (FGM) medizinische und psychosoziale Hilfe und Unterstützung erhalten. Es ist das weltweit erste und Stand Oktober 2016 einzige Zentrum, das FGM-Opfer ganzheitlich betreut und behandelt.[8] Geleitet wird es von Roland Scherer, dem Ärztlichen Direktor des Krankenhauses, Chefarzt des Zentrums für Darm- und Beckenbodenchirurgie sowie Präsidenten der Desert Flower Foundation (DFF) Deutschland; die ärztliche Koordination und Sprechstunde erfolgt durch die Oberärztin Cornelia Strunz, Fachärztin für Chirurgie und Gefäßchirurgie sowie Generalsekretärin der deutschen DFF.[9][10][11] 2016 wurde das DFC vom Land Berlin mit der Louise-Schroeder-Medaille ausgezeichnet.[12]

Im Juni 2015 erhielt das Krankenhaus für das Projekt Angstfreies Krankenhaus den mit 5000 Euro dotierten Sonderpreis der gemeinsam vom AOK-Bundesverband, der Ärztekammer Berlin und der AOK Nordost bundesweit verliehenen Auszeichnung Berliner Gesundheitspreis 2015.[13][14]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Krankenhaus Waldfriede – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Krankenhaus Waldfriede. Website der Siebenten-Tags-Adventisten in BMV, abgerufen am 1. März 2017.
  2. Gesundheitsnetzwerk Waldfriede. Website des Krankenhauses Waldfriede, abgerufen am 9. Juni 2017.
  3. Südwestlicher Teil der Gartenanlage des Krankenhauses Waldfrieden in der Denkmaldatenbank des Landes Berlin, abgerufen am 9. Juni 2017.
  4. Falk-Rüdiger Wünsch: Berlin-Zehlendorf. Alte Bilder erzählen. Sutton, Erfurt 2001, ISBN 978-3-89702-379-6, S. 4, 51–55, 80.
  5. a b c Geschichte des Krankenhauses. Website des Krankenhaus Waldfriede e. V., abgerufen am 9. Juni 2017.
  6. Sandra Dassler: „Ich werde an jedem Geburtstag auf Dich warten“. In: Der Tagesspiegel, 15. April 2013, abgerufen am 1. März 2017.
  7. Senator Czaja informiert sich über die Babyklappe im Krankenhaus Waldfriede. Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales von Berlin, 13. April 2012, abgerufen am 1. März 2017.
  8. Julia Beißwenger: Genitalverstümmelung – Hilfe in Deutschland. Südwestrundfunk, Manuskript zur Sendung vom 10. Oktober 2016 der Sendereihe SWR2 Wissen, abgerufen am 9. Juni 2017 (PDF).
  9. Das Team des DFC Waldfriede stellt sich vor. Website des DFC Waldfriede, abgerufen am 9. Juni 2017.
  10. Heidi Friedrich: Genitalverstümmelung: „Eine Operation behebt nicht die seelischen Verletzungen“. In: Zeit Online, 7. Februar 2017, abgerufen am 9. Juni 2017 (Interview mit Cornelia Strunz).
  11. Michaela Maria Müller: Cornleia Strunz: Die Heilerin. In: Emma, 6. Februar 2017, abgerufen am 9. Juni 2017.
  12. Louise-Schroeder-Medaille 2016. Abgeordnetenhaus von Berlin, 9. März 2016, abgerufen am 9. Juni 2017.
  13. Berliner Gesundheitspreis für angstfreies Krankenhaus „Waldfriede“. Adventistischer Pressedienst, Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten in Deutschland (Hrsg.), 18. Juni 2015, abgerufen am 9. Juni 2017.
  14. Mehr Miteinander im Krankenhaus: Berliner Gesundheitspreis prämiert Projekte zur interprofessionellen Zusammenarbeit. Pressemitteilung der Ärztekammer Berlin, 18. Juni 2015, abgerufen am 9. Juni 2017.