Kranzberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kranzberg
Kranzberg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kranzberg hervorgehoben

Koordinaten: 48° 24′ N, 11° 37′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Freising
Höhe: 483 m ü. NHN
Fläche: 39,51 km2
Einwohner: 4214 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 107 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85402
Vorwahl: 08166
Kfz-Kennzeichen: FS
Gemeindeschlüssel: 09 1 78 137
Gemeindegliederung: 25 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Untere Dorfstraße 3
85402 Kranzberg
Website: www.kranzberg.de
Erster Bürgermeister: Hermann Hammerl (FWG)
Lage der Gemeinde Kranzberg im Landkreis Freising
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Über dieses Bild

Kranzberg ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Freising.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kranzberg liegt circa zehn Kilometer westlich von Freising im Ampertal und im Donau-Isar-Hügelland.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 25 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kupferstich von Michael Wening in Topographia Bavariae um 1700

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 1200 erbaute das Ministerialengeschlecht der "Chranichsberg" das Schloss. Die Burg Kranzberg war bis zu ihrer Zerstörung durch schwedische Truppen 1632 Amtssitz des herzoglich-bayerischen Landgerichts Kranzberg, die Burg wurde danach nicht wieder aufgebaut. Trotzdem war Kranzberg bis 1802 Sitz eines wittelsbachischen Landgerichtes. Durch die Säkularisation des benachbarten Hochstifts Freising und dessen Eingliederung ins Königreich Bayern im Jahr 1803 verlor Kranzberg an Bedeutung. Freising wurde Sitz des Landgerichts. Die 1666 wieder errichtete Burgkapelle St. Pantaleon wurde 1807 abgebrochen. Kranzberg wurde 1818 im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern eine selbstständige politische Gemeinde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen der Gemeindegebietsreform wurden am 1. Juli 1971 die Gemeinden Hohenbercha und Thalhausen eingegliedert. Gebietsteile von Tünzhausen und Wippenhausen kamen am 1. Januar 1972 hinzu. Am 1. Juli 1972 folgte Gremertshausen.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 3039 auf 4175 um 1136 Einwohner bzw. um 37,4 %.

Politik und Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister und Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht nach den Kommunalwahlen in Bayern 2020 aus 16 Mitgliedern (CSU 4 Sitze, SPD 2 Sitze, FWG Kranzberg 6 Sitze, KGL 4 Sitze) und dem Bürgermeister Hermann Hammerl (FWG), der sein Amt verteidigen konnte. Er siegte mit 65,9 Prozent der Stimmen deutlich vor Anton Hierhager (SPD), der 34,1 Prozent erhielt.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen Gde. Kranzberg
Blasonierung: „In Blau auf goldenem Dreiberg ein silberner Kranich.“[4]

Dieses Wappen wird seit 1973 geführt.

Wappenbegründung: Der Kranich ergibt eine für den Ortsnamen redende Figur, denn Kranzberg ist vom Namen der Burg Kranichsberg abgeleitet, die seit dem 13. Jahrhundert als Ministerialenburg und Mittelpunkt des herzoglich-bayerischen Landgerichts Kranzberg eine wichtige Rolle spielte. Die Burg war bis zu ihrer Zerstörung durch schwedische Truppen 1632 Amtssitz, danach wurde sie nicht wieder aufgebaut.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fischerwirt in Kranzberg, das alte Pfleghaus des Landgerichts
Katholische Pfarrkirche St. Quirinus
  • Fischerwirt, das alte Pfleghaus des Landgerichts. Barocker Bau mit markantem Eckerker.
  • Filialkirche St. Clemens in Oberberghausen
  • Altes Gefängnis; gegenüber dem alten Landgerichtsgebäude (Fischerwirt). Heute „Lebensmittelladen Rauschecker“. Dem alten Gebäude wurde später ein Vorbau mit leicht abgesetzter Dachneigung vorgesetzt, in dessen Erdgeschoss sich heute der Verkaufsraum des Ladens befindet.
  • Ehemaliges HJ-Heim auf dem Pantaleonsberg. Große, zeittypische Zwei-Flügel-Anlage an Stelle der alten Burg mit Fahnenheiligtum (heute zur Kapelle umgenutzt). Gebäuderenovierung im Jahr 2007 für öffentliche Nutzung.
  • Ehemalige Burg Kranzberg (keine sichtbaren oberirdischen Überreste). Auf dem Pantaleonsberg stand bis zur Zerstörung durch die Schweden 1632 eine große Burganlage, die die damalige Bedeutung Kranzbergs als Sitz eines Landgerichtes verdeutlicht. Die Steine der Ruine wurden später für landesherrliche Bauten (Turnierhaus) in München abgetragen.
  • Schloss Schönbichl
  • Kapelle, Sickenhausen

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prähistorische Siedlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 1998 wurden von den Hobbyarchäologen Manfred Moosauer und Traudl Bachmaier im Bereich einer befestigten bronzezeitlichen Siedlung bei Bernstorf ein Gold-Diadem sowie Bernsteinobjekte gefunden. Gravierte Bernsteinstücke zeigen Ritzungen in mykenischer Linear-B-Schrift und zeigen so historische Verbindungen zum Mittelmeerraum. Der Goldfund von Bernstorf befindet sich heute im Besitz der Archäologischen Staatssammlung München.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum katholischen Pfarrverband Kranzberg gehören die Pfarreien Kranzberg St. Quirin, Hohenbercha St. Margareta und Wippenhausen St. Nikolaus.

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine ÖPNV-Anbindung besteht mit den MVV-Buslinien 616 und 619 nach Freising und in Richtung Allershausen-Hohenkammer, sowie mit der MVV-Buslinie 695 in Richtung Garching-Hochbrück.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der Esri Deutschland GmbH hat der auf dem Markt für Geoinformationssysteme führende Softwarehersteller ESRI den Hauptsitz seines Deutschlandgeschäftes in Kranzberg.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kranzberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Kranzberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 11. September 2019.
  3. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 464.
  4. Eintrag zum Wappen von Kranzberg in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte