Krasnoje Selo (Kaliningrad)

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Siedlung
Krasnoje Selo
Klapaten (Angerwiese), auch Kiauschälen (Kleinmark)

Красное Село
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Neman
Frühere Namen I. Kiauschelen (vor 1900),
Kiauschälen (bis 1938),
Kleinmark (1938–1946)

II. Klappathen (nach 1785),
Klappaten (nach 1815),
Klapathen (um 1908),
Klapaten (bis 1938),
Angerwiese (1938–1946)
Bevölkerung 116 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Höhe des Zentrums 33 m
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40162
Postleitzahl 238720
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 221 816 003
Geographische Lage
Koordinaten 54° 58′ N, 22° 4′ OKoordinaten: 54° 58′ 19″ N, 22° 4′ 1″ O
Krasnoje Selo (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
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Lage im Westteil Russlands
Krasnoje Selo (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
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Lage in der Oblast Kaliningrad‎

Krasnoje Selo (russisch Красное Село, deutsch Klapaten, 1938 bis 1945 Angerwiese, litauisch Klapatai) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Neman im Rajon Neman. Der Ort erstreckt sich auch auf den ehemaligen Ort Kiauschälen, 1938 bis 1945 Kleinmark.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krasnoje Selpo liegt acht Kilometer südöstlich der Kreisstadt Neman (Ragnit) an einer Nebenstraße (27K-378), die die Fernstraße A 198 (27A-040, ehemalige deutsche Reichsstraße 132) bei Podgornoje (Titschken, 1938 bis 1946 Tischken) mit der Straße 27K-073 von Neman nach Schilino (Szillen, 1936 bis 1946 Schillen) verbindet. Der Ort war einmal Bahnstation an der nicht mehr für Personenverkehr betriebenen Bahnstrecke Tilsit–Stallupönen (russisch: Sowetsk–Nesterow).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klapaten (Angerwiese)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das ehemals Klapaten genannte Dorf[2] bestand vor 1945 aus ein paar kleinen Höfen und Gehöften. Zwischen 1874 und 1945 war der Ort in den Amtsbezirk Pucknen[3] eingegliedert, der zum Kreis Ragnit, ab 1922 zum Landkreis Tilsit-Ragnit im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte.

Im Jahr 1910 waren 293 Einwohner in Klapaten gemeldet[4]. Im Jahre 1933 waren es nur noch 218 und 1939 noch 209[5].

Am 3. Juni 1938 wurde Klapaten offiziell in „Angerwiese“ umbenannt. 1945 wurde das Dorf in die Sowjetunion überführt.

Kiauschälen (Kleinmark)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kleine einst Kiauschälen genannte Dorf[6] wurde 1874 in den neu errichteten Amtsbezirk Pucknen[3] (russisch: Luganskoje, nicht mehr existent) eingegliedert. Er gehörte zum Kreis Ragnit, von 1922 bis 1945 zum Landkreis Tilsit-Ragnit im Regierungsbezirk Gumbinnen der preußischen Provinz Ostpreußen.

Im Jahre 1910 waren hier 97 Einwohner registriert[4]. Ihre Zahl verringerte sich bis 1933 auf 86 und belief sich 1939 noch auf 73[5].

Aus politisch-ideologischen Gründen der Vermeidung nicht deutsch klingender Ortsnamen wurde Kiauschälen am 3. Juni – amtlich bestätigt am 16. Juli – des Jahres 1938 in „Kleinmark“ umbenannt. Im Jahre 1945 wurde der Ort mit dem nördlichen Ostpreußen in Kriegsfolge der Sowjetunion zugeordnet.

Krasnoje Selo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1947 erhielt der Ort Klapaten die russische Bezeichnung „Krasnoje Selo“ und wurde gleichzeitig in den Dorfsowjet Bolschesselski im Rajon Sowetsk eingeordnet.[7] Später gelangte der Ort in den Dorfsowjet Rakitinski.[8] Von 2008 bis 2016 gehörte Krasnoje Selo zur städtischen Gemeinde Nemanskoje und seither zum Stadtkreis Neman.

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sowohl Kiauschälen resp. Kleinmark als auch Klapaten resp. Angerwiese waren vor 1945 mit ihrer meistenteils evangelischen Bevölkerung in das Kirchspiel der Evangelischen Kirche Ragnit eingepfarrt. Es war Teil der Diözese Ragnit im Kirchenkreis Tilsit-Ragnit innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Krasnoje Selo im weitgefächerten Einzugsgebiet der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgeangen), die zur Propstei Kaliningrad[9] (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland gehört.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. D. Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Angerwiese
  3. a b Rolf Jehke, Amtsbezirk Pucknen
  4. a b Uli Schubert, Gemeindeverzeichnis, Landkreis Ragnit
  5. a b Michael Rademacher: Deutsche Verwaltungsgeschichte von der Reichseinigung 1871 bis zur Wiedervereinigung 1990. Stadt Tilsit und Landkreis Tilsit–Ragnit/Pogegen. (Online-Material zur Dissertation, Osnabrück 2006).
  6. Kiauschälen/Kleinmark bei genealogy.net
  7. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947)
  8. Gemäß dem Ortsverzeichnis der Oblast Kaliningrad von 1976.
  9. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad