Kreis Bomst

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Kreis Adelnau Kreis Birnbaum Kreis Bomst Landkreis Bromberg Kreis Czarnikau Kreis Filehne Kreis Fraustadt Kreis Gnesen Kreis Gostyn Kreis Grätz Kreis Hohensalza Kreis Jarotschin Kreis Kempen Kreis Kolmar in Posen Kreis Koschmin Kreis Kosten Kreis Krotoschin Kreis Lissa Kreis Meseritz Kreis Mogilno Kreis Neutomischel Kreis Obornik Kreis Ostrowo Kreis Pleschen Kreis Posen-Ost Kreis Posen-West Kreis Rawitsch Kreis Samter Kreis Schildberg Kreis Schmiegel Kreis Schrimm Kreis Schroda Kreis Schubin Kreis Strelno Kreis Schwerin an der Warthe Kreis Wirsitz Kreis Witkowo Kreis Wongrowitz Kreis Wreschen Kreis Znin Schneidemühl Bydgoszcz Posen
Verwaltungsgliederung der Provinz Posen (1815–1920)
Regierungsbezirk Bromberg, Provinz Posen, Preußen/ Dt. Reich
Regierungsbezirk Posen, Provinz Posen, Preußen/ Dt. Reich
Verwaltungsgliederung der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen
Regierungsbezirk Schneidemühl, Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen, Dt. Reich
Woiwodschaft Posen, Rep. Polen

Der Kreis Bomst am Westrand der preußischen Provinz Posen (bzw. nach 1922 in der Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen) bestand in der Zeit von 1815 bis 1938.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet um die Stadt Babimost (Bomst) gehörte von 1319 bis 1339 vorübergehend zur Mark Brandenburg bzw. zum schlesischen Herzogtum Glogau, um dann für rund 450 Jahre zum Königreich Polen zu gehören. Nach der Zweiten Teilung Polens kam es von 1793 bis 1807 vorübergehend zur preußischen Provinz Südpreußen und nach dem Frieden von Tilsit 1807 an das Herzogtum Warschau.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach dem Wiener Kongress fiel das Gebiet um Bomst am 15. Mai 1815, nunmehr im Großherzogtum Posen, erneut an Preußen.

Im Zuge der preußischen Verwaltungsreformen wurde zum 1. Januar 1818 ein Kreis Bomst neu festgelegt. Sitz des Landratsamtes wurde die Stadt Wollstein.

Mit der Provinz Posen, wie das Großherzogtum inzwischen genannt wurde, gehörte der Kreis Bomst ab 18. Januar 1871 zum neu gegründeten Deutschen Reich, wogegen die polnischen Abgeordneten im Reichstag am 1. April 1871 protestierten.

Am 27. Dezember 1918 begann in der Provinz Posen der Großpolnische Aufstand der polnischen Bevölkerungsmehrheit gegen die deutsche Herrschaft, und bereits Anfang Januar 1919 waren die östlichen zwei Drittel des Kreisgebietes unter polnischer Kontrolle (die Kreisstadt Wollstein ab dem 5. Januar 1919, Bomst war vom 25. Januar bis zum 12. Februar 1919 nur vorübergehend von polnischen Truppen besetzt).

Am 16. Februar 1919 beendete ein Waffenstillstand die polnisch-deutschen Kämpfe, und am 28. Juni 1919 trat die deutsche Regierung mit der Unterzeichnung des Versailler Vertrags die östlichen zwei Drittel des Kreises Bomst (740 km²) auch offiziell an das neu gegründete Polen ab, die zum neuen Powiat Wolsztyn wurden.

Der bei Deutschland verbliebene westliche Restteil des Kreises Bomst (297 km²) wurde ab dem 27. Februar 1919 zunächst vom brandenburgischen Kreis Züllichau-Schwiebus mitverwaltet.

Ab dem 20. November 1919 wurde der Kreis Bomst von Schneidemühl (Reg.Bez. Schneidemühl), aus verwaltet und gehörte in der Folge zur 1922 neugebildeten Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen des Freistaats Preußen.

Am 1. Oktober 1938 wurde der Kreis Bomst aufgelöst, der nördliche Teil mit Bomst und Unruhstadt kam zum brandenburgischen Kreis Züllichau-Schwiebus, der südliche Teil zum niederschlesischen Kreis Grünberg.

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1815–1824: Hans von Unruh
1824–1834: Graf von Pinto
1834–1837: Ernst Bitter (1809–1843)
1837–1846: Freiherr von Byern
1846–1851: Jérôme von Schlotheim (1809–1882)
1851–1853: ?
1853–1893: Hans Wilhelm von Unruhe-Bomst (1825–1894)
1894–1900: Kuno von Westarp (1864–1945)
1901–1908: Karl Hayessen
1909–1919: Artur von Lucke
1919–1933: Kurt Konrad von Monbar
1933–1935: Anton Hauk
1935–1937: Karl Schröder (vertretungsweise)
1937–1938: Franz Clemens Schiffer (1896–1940)

Kommunale Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1818 bis 1919[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Bomst gliederte sich in sechs Stadtgemeinden, die restlichen Ortschaften waren in Polizeidistrikten zusammengefasst.

Der Kreis Bomst bestand am 1. Januar 1908 aus:

  • sechs Stadtgemeinden (Bomst, Kopnitz, Rakwitz, Rothenburg an der Obra, Unruhstadt und Wollstein)
  • 105 Landgemeinden und
  • 37 Gutsbezirken.

1919 bis 1938[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der verkleinerte Kreis Bomst bestand ab 1919 aus zwei Stadtgemeinden (Bomst und Unruhstadt) und 26 Landgemeinden.

Größe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Bomst hatte bis 1919 eine Fläche von 1037 km², danach 297 km².

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Bomst hatte im Jahre 1905 58.714 Einwohner. Davon waren 51 % Deutsche und 49 % Polen. Im Jahr 1925 hatte der Kreis 13.179 Einwohner, darunter 6848 evangelischer Konfession, 6224 Katholiken und 34 Juden.[1]

Auch im bei Deutschland verbliebenen Rest des Kreises Bomst gab es eine polnische Minderheit, die Kreisstadt Bomst hatte im Jahr 1939 zu 30 % polnische Einwohner.

Ortschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liste der Ortschaften im Kreis Bomst mit mehr als 1000 Einwohnern (1910):

polnischer Name deutscher Name (1815–1945) *** ab 1919 polnisch
Babimost Bomst
Kargowa Unruhstadt
Kaszczor Altkloster ***
Kębłowo Kiebel ***
Mochy Mauche
1939–1943 Deutschendorf
***
Nowe Kramsko Neu Kramzig
1937–1945 Kleistdorf
Obra Obra
1939–1943 Klosterwiese
***
Rakoniewice Rakwitz ***
Rostarzewo Rostarzewo
1886–1898 Rostarschewo
1898–1919 Rothenburg an der Obra
***
Wolsztyn Wollstein ***

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Leopold von Zedlitz-Neukirch (Hrsg.): Der Preußische Staat in allen seinen Beziehungen. Band 3, Berlin 1837, S. 154–155.
  • A. C. A. Friedrich: Historisch-geographische Darstellung Alt- und Neu-Polens. Berlin 1839, S. 574–575
  • Martin Sprungala: Die Geschichte der Posener Kreise und kreisfreien Städte, Bad Bevensen 2007.
  • Martin Sprungala: Historisches Ortsverzeichnis der Provinz Posen und der Wojewodschaft Poznan (Posen), Bad Bevensen 2007.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kreis Bomst – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Der Große Brockhaus. 15. Auflage, Sechzehnter Band, Leipzig 1933, S. 745.