Kreis Kröben

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Verwaltungsgliederung der Provinz Posen
Schloss Rokosowo um 1860, Sammlung Duncker
Schloss Golejewko um 1860, Sammlung Duncker

Der Kreis Kröben im Süden der preußischen Provinz Posen bestand in der Zeit von 1815 bis 1887.

Vorgeschichte (1793 bis 1815)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet um die westpolnische Stadt Krobia (Kröben) gehörte nach der Dritten Teilung Polens von 1793 bis 1807 vorübergehend als eigener Kreis Krebe zur preußischen Provinz Südpreußen. Nach dem Frieden von Tilsit musste das Gebiet 1807 an das Herzogtum Warschau abgegeben werden.

Von 1807 bis 1815 gehörte der nun Krobin genannte Kreis zur Präfektur Posen, an seiner Spitze stand ein Unterpräfekt.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gebiet um die Städte Krobia (Kröben) und Rawicz (Rawitsch) fiel nach dem Wiener Kongress am 15. Mai 1815 erneut an das Königreich Preußen und wurde Teil des Großherzogtums Posen (Provinz Posen).

Im Zuge der preußischen Verwaltungsreformen wurde zum 1. Januar 1818 ein Kreis Kröben neu festgelegt. Sitz des Landratsamtes wurde die Kreisstadt Rawitsch. Im Kreisgebiet lagen neben Kröben und Rawitsch acht weitere Städte:[1] Bojanowo, Punitz, Gostyn, Sandberg, Jutroschin, Görchen, Dupin[2] und Sarne.

Als Teil der Provinz Posen wurde der Kreis Kröben am 18. Januar 1871 gleichzeitig Teil des neu gegründeten Deutschen Reichs, wogegen die polnischen Abgeordneten im neuen Reichstag am 1. April 1871 protestierten.

Am 1. Oktober 1887 wurde der Kreis Kröben aufgelöst.

Aus der Südhälfte wurde der neue Kreis Rawitsch gebildet. Aus der Nordhälfte wurde der neue Kreis Gostyn gebildet, der um folgende Teile des nördlich angrenzenden Kreises Schrimm vergrößert wurde: die Landgemeinden Jawory, Strumiany und Wycisłowo, die Landgemeinden und Gutsbezirke Daleszyn, Dusina, Koszkowo und Ostrowo sowie den Gutsbezirk Jeżewo.

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunale Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Schrimm gliederte sich in neun Stadtgemeinden, die Landgemeinden und selbstständigen Gutsbezirke waren anfangs in (kleineren) Woytbezirken (polnisch „wójt“ = deutsch „Vogt“) und später in größeren Polizeidistrikten zusammengefasst.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung des Kreises Kröben bestand zu etwa 75 % aus Polen und zu etwa 25 % aus Deutschen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kreis Kröben – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. A. Bäck: Die Provinz oder das Großherzogthum Posen in geographischer, statistischer und topographischer Beziehung. Nach den neuesten, meist amtlichen Nachrichten. Berlin, Posen und Bromberg 1847, S. 132.
  2. Heinrich Wuttke: Städtebuch des Landes Posen. Codex diplomaticus: Allgemeine Geschichte der Städte im Lande Posen. Geschichtliche Nachrichten von 149 einzelnen Städten. Leipzig 1864, S. 290.
  3. http://www.gminabojanowo.pl/
  4. Hans Booms, Marian Wojciechowski, Heinz Boberach (Hrsg.): Polacy i Niemcy w rewolucji 1848–1849, S. 689.
  5. Vgl. »www.territorial.de«