Kreis Lyck

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Siegel des Kreises Lyck (1933)

Der Kreis Lyck war ein preußischer Landkreis in Ostpreußen, der von 1818 bis 1945 bestand.

Teile[Bearbeiten]

Der Kreis Lyck umfasste am 1. Januar 1945 die Stadt Lyck, 157 Gemeinden und einen Gutsbezirk (Forst). Nur der Grenzort Prostken hatte mehr als 2.000 Einwohner.

Verwaltungsgeschichte[Bearbeiten]

Königreich Preußen[Bearbeiten]

Nach der Neuorganisation der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongress entstand mit dem 1. Februar 1818 der Kreis Lyck im Regierungsbezirk Gumbinnen, Provinz Ostpreußen.

Dieser umfasste die Kirchspiele:

Das Landratsamt war in Lyck.

Seit dem 3. Dezember 1829 gehörte der Kreis – nach dem Zusammenschluss der bisherigen Provinzen Preußen und Westpreußen – zur neuen Provinz Preußen mit dem Sitz in Königsberg i. Pr.

Norddeutscher Bund und Deutsches Reich[Bearbeiten]

Kreisehrendenkmal bei Thalussen

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Nach der Teilung der Provinz Preußen in die neuen Provinzen Ostpreußen und Westpreußen wurde der Kreis Lyck am 1. April 1878 Bestandteil Ostpreußens. Mit dem 1. November 1905 trat der Kreis Lyck zum neugebildeten Regierungsbezirk Allenstein.

Am 1. Juli 1909 wurden die Landgemeinde Groß Czymochen und der Gutsbezirk Czymochen aus dem Kreis Lyck in den Kreis Oletzko eingegliedert. Zum 30. September 1929 fand im Kreis Lyck entsprechend der Entwicklung im übrigen Freistaat Preußen eine Gebietsreform statt, bei der alle bisher selbstständigen Gutsbezirke bis auf einen aufgelöst und benachbarten Landgemeinden zugeteilt wurden.

Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die Rote Armee besetzt und anschließend unter polnische Verwaltung gestellt. Am 6. April 1945 wurde die polnische Flagge auf dem Landratsamt in Lyck gehisst und das Kreisgebiet am 7. Juli 1945 der Woiwodschaft Białystok zugeschlagen, noch bevor das Potsdamer Abkommen vom 2. August 1945 die Gebiete östlich der Oder-Neiße-Grenze unter polnische Verwaltung stellte.

Kommunalverfassung[Bearbeiten]

Der Kreis Lyck gliederte sich zunächst in eine Stadtgemeinde, in Landgemeinden und – bis zu deren nahezu vollständigem Wegfall – in selbstständige Gutsbezirke.

Mit Einführung des Preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 gab es ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle Gemeinden. Die bisherige Stadtgemeinde Lyck führte jetzt die Bezeichnung Stadt. Die Preußische Staatsregierung verlieh dem Kreis 1933 ein Siegel. Gezeichnet wurde es von Otto Hupp.

Mit Einführung der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 trat zum 1. April 1935 die im Deutschen Reich gültige Kommunalverfassung in Kraft, wonach die bisherigen Landgemeinden nun als Gemeinden bezeichnet wurden. Diese waren in Amtsbezirken zusammengefasst.

Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Landräte[Bearbeiten]

Ortsnamen[Bearbeiten]

1938 änderten die Nationalsozialisten im Kreis Lyck zahlreiche Ortsnamen, die ihnen nicht deutsch genug erschienen. Die neuen Bezeichnungen waren lautliche Angleichungen, Übersetzungen oder freie Erfindungen, zum Beispiel:

  • Baitkowen: Baitenberg
  • Borszymmen: Borschimmen
  • Chelchen: Kelchendorf
  • Gollupken: Lübeckfelde
  • Gorlowken: Gorlau
  • Jucha: Fließdorf
  • Kallinowen: Dreimühlen
  • Makoscheyen, Ehrenwalde
  • Mrossen: Schönhorst (Ostpr.)
  • Ostrokollen: Scharfenrade
  • Pissanitzen: Ebenfelde
  • Schedlisken: Sonnau
  • Skomatzko: Dippelsee
  • Sypittken: Vierbrücken
  • Wiersbowen: Waldwerder
  • Wischniewen: Kölmersdorf

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Siegfried Lenz (1926–2014), Schriftsteller, geboren am 17. März 1926 in Lyck

Literatur[Bearbeiten]

  • Erich von Lojewski: Die evangelischen Kirchen im Kreise Lyck. 1923. DNB
  • Reinhold Weber: Bildband des Grenzkreises Lyck. Eigenverlag der Kreisgemeinschaft Lyck, Hagen 1985.
  • Reinhold Weber: Der Kreis Lyck. Kommissionsverlag Gerhard Rautenberg, Leer 1981
  • Reinhold Weber: Die Landgemeinden des Kreises Lyck. Verlag Dieter Broschat, Hohenwestedt 1988, ISBN 978-3-924256-30-2.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Corps Bremensia Göttingen