Kreis Marienberg

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Kreis Marienberg
Deutschlandkarte, Position des Landkreises Marienberg hervorgehoben
Koordinaten: 50° 38′ N, 13° 9′ O
Basisdaten (Stand 1994)
Bestandszeitraum: 1952–1994
Bundesland: Sachsen
Regierungsbezirk: Chemnitz
Verwaltungssitz: Marienberg
Fläche: 433,87 km2
Einwohner: 62.051 (3. Okt. 1990)
Bevölkerungsdichte: 143 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: MAB
Kreisschlüssel: 14 0 39
Kreisgliederung: 35 Gemeinden
Landrat: Albrecht Kohlsdorf (CDU)
Lage des Landkreises Marienberg in Sachsen
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Der Kreis Marienberg war ein Landkreis im Bezirk Karl-Marx-Stadt der DDR. Von 1990 bis 1994 bestand er als Landkreis Marienberg im Freistaat Sachsen fort. Sein Gebiet liegt heute im Erzgebirgskreis in Sachsen. Der Sitz der Kreisverwaltung befand sich in Marienberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Marienberg lag im mittleren Erzgebirge Sachsens und damit im südlichen Teil des ehemaligen Bezirks. Mit rund 60.000 Einwohnern hatte er die durchschnittliche Größe eines DDR-Kreises.

Nachbarkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Marienberg grenzte im Uhrzeigersinn im Südwesten beginnend an die Kreise Annaberg, Zschopau, Flöha und Brand-Erbisdorf. Im Osten und Süden grenzte er an die Tschechoslowakei.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Marienberg ging aus der seit 1878 bestehenden Amtshauptmannschaft Marienberg hervor, die ab 1939 aufgrund reichseinheitlicher Regelung als Landkreis Marienberg bezeichnet wurde. Mit der Kreisreform der DDR, die am 25. Juli 1952 in Kraft trat, wurden der nördliche Teil des Landkreises Marienberg dem neugebildeten Kreis Zschopau zugeschlagen.[1] Nach Kriegsende wurde die Kreisstruktur übernommen. Per Gesetz wurden 1952 in der DDR die fünf bestehenden Länder aufgelöst und in 14 Bezirke gegliedert. Auch die territorial untergeordneten Kreise erfuhren eine Verkleinerung, einige wurden neu geschaffen, andere aufgelöst. Der Kreis Marienberg gab am 25. Juli 12 seiner 40 Gemeinden an den neugeschaffenen Kreis Zschopau ab. Zu den 29 im Kreis verbliebenen Gemeinden Ansprung, Blumenau, Forchheim, Großrückerswalde, Hallbach, Haselbach, Kühnhaide, Lauta, Lauterbach, Lengefeld, Lippersdorf, Marienberg, Mauersberg, Neuhausen, Niederlauterstein, Niedersaida, Niederschmiedeberg, Pfaffroda, Pobershau, Pockau, Reifland, Reitzenhain, Rittersberg, Rothenthal, Rübenau, Seiffen, Sorgau, Wernsdorf und Wünschendorf kamen noch folgende 8 Gemeinden aus dem Altkreis Freiberg: Deutscheinsiedel, Deutschneudorf, Dittmannsdorf, Dörnthal, Heidersdorf, Olbernhau, Satzung und Zöblitz.

Am 17. Mai 1990 wurde der Kreis in Landkreis Marienberg umbenannt.[2] Er existierte bis zur sächsischen Landkreisreform 1994. Mit Wirkung zum 1. August 1994 wurde der Landkreis ohne Neuhausen Teil des neugebildeten Mittleren Erzgebirgskreises.[1] Die Stadt Marienberg behielt den Sitz des Landratsamts.

Durch Gemeindegebietsänderungen und Umgliederungen in Nachbarkreise sank die Zahl der Gemeinden von 1952 bis zu seiner Auflösung im Jahre 1994 von anfänglich 37 auf 21.

  • 1. Mai 1974 – Eingemeindung von Haselbach nach Dörnthal
  • 1. Mai 1974 – Eingemeindung von Sorgau nach Ansprung
  • 1. Januar 1994 – Eingemeindung von Blumenau und Rothenthal in die Stadt Olbernhau
  • 1. Januar 1994 – Eingemeindung von Dittmannsdorf b. Sayda nach Pfaffroda b. Sayda
  • 1. Januar 1994 – Zusammenschluss von Kühnhaide, Reitzenhain, Rübenau und Satzung zu Hirtstein
  • 1. Januar 1994 – Eingemeindung von Lauta in die Stadt Marienberg
  • 1. Januar 1994 – Zusammenschluss von Neuhausen mit der Gemeinde Cämmerswalde aus dem Landkreis Brand-Erbisdorf zur neuen Gemeinde Neuhausen im Landkreis Brand-Erbisdorf
  • 1. Januar 1994 – Eingemeindung von Niedersaida nach Großhartmannsdorf (Kreis Brand-Erbisdorf)
  • 1. Januar 1994 – Eingemeindung von Mauersberg und Niederschmiedeberg nach Großrückerswalde
  • 1. Januar 1994 – Eingemeindung von Rittersberg nach Pobershau
  • 1. März 1994 – Eingemeindung von Forchheim und Wernsdorf nach Pockau/Flöhatal

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Landrat wurde bis 1990 als Vorsitzender des Rates des Kreises bezeichnet.

  • 31. Mai 1990 bis 31. Juli 1994: Albrecht Kohlsdorf (CDU)

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wirtschaftliche Produktion des Kreises entwickelte sich vor allem in der DDR. In Marienberg wurde der VEB Federnwerk Marienberg, in Olbernhau der VEB Blechwalzwerk Olbernhau, in Lengefeld der VEB NARVA Leuchtenbau Lengefeld und in Pockau ein Betriebsteil des VEBs Robotron-Meßelektronik „Otto Schön“ Dresden neu gegründet bzw. eingerichtet. Überlebt hat bis heute das Zulieferwerk für die Automobilindustrie in Marienberg – die Federnwerk Marienberg GmbH.

Landwirtschaftlich betrieben wurden große Flächen des Kreises durch die Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften der einzelnen Orte.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Marienberg war durch drei Fernverkehrsstraßen, die heutigen Bundesstraßen 101, 171 und 174, straßenseitig erschlossen. Bahnseitig dienten die Bahnstrecke Reitzenhain–Flöha sowie deren Zweigstrecke Pockau-Lengefeld–Neuhausen für den Personen- und Güterverkehr.

Bevölkerungsdaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsübersicht aller 35 Gemeinden des Kreises, die 1990 in das wiedergegründete Land Sachsen kamen.[3]

AGS Gemeinde Einwohner Fläche (ha)
10. März 1990 31. Dezember 1990
14039010 Ansprung 1.165 1.162 1.528
14039020 Blumenau 694 690 459
14039030 Deutscheinsiedel 494 495 363
14039040 Deutschneudorf 1.007 999 440
14039050 Dittmannsdorf b. Sayda 271 264 580
14039060 Dörnthal 1.255 1.251 2.054
14039070 Forchheim 841 843 1.262
14039080 Großrückerswalde 2.429 2.491 1.708
14039090 Hallbach 687 684 794
14039110 Heidersdorf 1.061 1.053 949
14039120 Kühnhaide 736 732 228
14039130 Lauta 397 399 349
14039140 Lauterbach 1.341 1.333 1.217
14039150 Lengefeld, Stadt 3.325 3.214 2.374
14039160 Lippersdorf 857 860 1.099
14039170 Marienberg, Stadt 11.406 11.322 6.695
14039180 Mauersberg 799 785 590
14039190 Neuhausen/Erzgeb. 2.581 2.575 3.358
14039200 Niederlauterstein 573 574 305
14039210 Niedersaida 327 329 364
14039220 Niederschmiedeberg 437 431 114
14039230 Olbernhau, Stadt 11.703 11.657 6.664
14039240 Pfaffroda b. Sayda 1.201 1.198 2.085
14039250 Pobershau 1.718 1.713 486
14039260 Pockau/Flöhatal 3.541 3.535 1.897
14039270 Reifland 550 546 561
14039280 Reitzenhain 659 653 176
14039290 Rittersberg 253 249 54
14039300 Rothenthal 649 650 72
14039310 Rübenau 1.223 1.225 812
14039320 Satzung 741 737 661
14039330 Seiffen/Erzgeb., Kurort 3.256 3.267 1.237
14039350 Wernsdorf 637 636 446
14039360 Wünschendorf 746 743 721
14039370 Zöblitz, Stadt 2.491 2.478 686
14039000 Landkreis Marienberg 62.051 61.773 4.388

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Kraftfahrzeugen (mit Ausnahme der Motorräder) und Anhängern wurden von etwa 1974 bis Ende 1990 dreibuchstabige Unterscheidungszeichen, die mit den Buchstabenpaaren TO und XO begannen, zugewiesen.[4] Die letzte für Motorräder genutzte Kennzeichenserie war XT 70-01 bis XT 99-99.[5]

Anfang 1991 erhielt der Landkreis das Unterscheidungszeichen MAB. Es wurde bis zum 31. Dezember 1994 ausgegeben. Seit dem 9. November 2012 ist es im Erzgebirgskreis erhältlich.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 1. Januar 1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7.
  2. Gesetz über die Selbstverwaltung der Gemeinden und Landkreise in der DDR (Kommunalverfassung) vom 17. Mai 1990
  3. Regionalregister Sachsen
  4. Andreas Herzfeld: Die Geschichte der deutschen Kennzeichen. 4. Auflage. Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e. V., Berlin 2010, ISBN 978-3-935131-11-7, S. 303.
  5. Andreas Herzfeld: Die Geschichte der deutschen Kennzeichen. 4. Auflage. Deutsche Gesellschaft für Flaggenkunde e. V., Berlin 2010, ISBN 978-3-935131-11-7, S. 525.