Kreis Mettmann

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Mettmann Deutschlandkarte, Position des Kreises Mettmann hervorgehoben

Koordinaten: 51° 15′ N, 6° 58′ O

Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Landschaftsverband: Rheinland
Verwaltungssitz: Mettmann
Fläche: 407,22 km2
Einwohner: 485.570 (31. Dez. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 1192 Einwohner je km2
Kfz-Kennzeichen: ME
Kreisschlüssel: 05 1 58
Kreisgliederung: 10 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Düsseldorfer Straße 26
40822 Mettmann
Website: www.kreis-mettmann.de
Landrat: Thomas Hendele (CDU)
Lage des Kreises Mettmann in Nordrhein-Westfalen
NiederlandeBelgienNiedersachsenRheinland-PfalzHessenEssenWuppertalSolingenRemscheidHagenEnnepe-Ruhr-KreisBochumDortmundHerneGelsenkirchenBottropOberhausenMülheim an der RuhrDuisburgKreis MettmannDüsseldorfRhein-Kreis NeussKreis HeinsbergMönchengladbachKrefeldKreis ViersenKreis WeselKreis KleveRhein-Erft-KreisKreis DürenRheinisch-Bergischer KreisOberbergischer KreisKreis RecklinghausenKreis BorkenKreis UnnaMärkischer KreisKreis OlpeHammKreis SoestKreis CoesfeldKreis SteinfurtKreis WarendorfLeverkusenKölnStädteregion AachenBonnRhein-Sieg-KreisStädteregion AachenKreis EuskirchenMünsterKreis Siegen-WittgensteinHochsauerlandkreisKreis PaderbornKreis GüterslohKreis HöxterKreis LippeKreis HerfordKreis Minden-LübbeckeBielefeldKarte
Über dieses Bild

Der Kreis Mettmann ist ein Kreis im Westen Nordrhein-Westfalens und gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf. Geographisch macht der Kreis Mettmann den größten Teil des Niederbergischen Landes aus, im Südwesten grenzt der Kreis zudem bereits an den Rhein. Durch seine zentrale Lage zwischen den rheinischen Großstädten Düsseldorf und Köln sowie dem Ruhrgebiet und dem Bergischen Städtedreieck ist der Kreis Mettmann nicht nur ein beliebtes Naherholungsgebiet, sondern auch ein bedeutsamer Wirtschaftsstandort. Als Teil der Metropolregion Rhein-Ruhr gehört der Kreis zu einem Verdichtungsraum mit über zehn Millionen Einwohnern.[2] Kulturell wird der Kreis zur Kulturregion Bergisches Land gerechnet.[3][4]

Der Kreis ist nach Einwohnerzahl der achtgrößte in Deutschland und nach Fläche der siebtkleinste, die Bevölkerungsdichte ist die höchste aller Landkreise in Deutschland.[5] Der Kreis Mettmann existiert in seiner heutigen Form seit der kommunalen Gebietsreform von 1975. Damals wurde der heutige Kreis Mettmann aus Teilen des Kreises Düsseldorf-Mettmann und des Rhein-Wupper-Kreises gebildet.[6] Der einwohnerstärkste Ort des Kreises ist mit rund 92.000 Einwohnern die Stadt Ratingen, einwohnerschwächster Ort ist mit rund 21.000 Einwohnern die Stadt Wülfrath. Verwaltungssitz ist die Kreisstadt Mettmann.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Mettmann liegt am nordwestlichen Rand der deutschen Mittelgebirgsschwelle im Niederbergischen Land zwischen den Ballungsräumen des Rheinlandes, des Ruhrgebietes und des Bergischen Städtedreiecks. Das Kreisgebiet wird im Südwesten vom Rhein begrenzt, im Westen liegt die Landeshauptstadt Düsseldorf. Nördlich des Kreises Mettmann schließt sich direkt das Ruhrgebiet an, im Nordosten grenzt der Kreis im Deilbach bei Velbert-Langenberg bereits an Westfalen. Im Osten wird das Kreisgebiet vom Bergischen Städtedreieck und im Süden von der Stadt Leverkusen begrenzt.

Die Landschaftsformen sind divers. Während die südwestlichen Teile des Kreises, sowie ein Teil des Nordwestens, bereits zur Niederrheinischen Bucht und damit zur Norddeutschen Tiefebene gehören,[7] steigt das Gelände nach Nordosten hin terrassenförmig bis zum niederbergischen Hügelland im Osten an. Die höchste Erhebung im Kreisgebiet befindet sich mit 303 m ü. NHN am Großen Fettenberg in Velbert. Der tiefste Punkt befindet sich am Rheinufer in Monheim mit 32 m ü. NHN.[8]

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Mettmann liegt in der gemäßigten Klimazone. Das Klima ist durch die Nähe zur Nordsee ozeanisch geprägt. Westwinde tragen oft feuchte Luftmassen heran; die Sommer sind in der Regel feucht und mäßig warm, die Winter verhältnismäßig mild. Trotz der vergleichsweise geringen Fläche des Kreises bestehen klimatisch teilweise deutlich spürbare Unterschiede. So ist es in den höheren Lagen im Nordosten meist etwas kühler als im tiefer gelegenen Südteil des Kreises, auch fällt im Nordosten tendenziell mehr Niederschlag als im Süden.

Gewässer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben dem Rhein durchfließt auch die Düssel das Kreisgebiet. Sie entspringt in Wülfrath, fließt durch Wuppertal, Mettmann, Haan und Erkrath und mündet in Düsseldorf in den Rhein. Die Itter fließt von Solingen über Haan und Hilden nach Düsseldorf-Benrath, wo sie ebenfalls in den Rhein mündet. Von Velbert kommend fließt zudem die Anger durch Wülfrath, Heiligenhaus und Ratingen, ehe sie in Düsseldorf-Angermund in den Rhein mündet. Der Deilbach bildet bei Velbert-Langenberg die historische Grenze zwischen dem Rheinland und Westfalen. Im Nordwesten des Kreises, zwischen Heiligenhaus und Ratingen, reicht der Kreis bis auf wenige Hundert Meter an die Ruhr heran.

Größere natürliche Seen finden sich nicht im Kreis Mettmann. Zwischen Langenfeld und Monheim sowie in Ratingen und Erkrath finden sich einige Baggerseen, die heute überwiegend als Naherholungsgebiete dienen, wie etwa der Unterbacher See. Ferner finden sich in Ratingen, Wülfrath und Mettmann Seen in ehemaligen Kalksteinbrüchen.

Nachbarkreise und -städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Mettmann grenzt, im Nordwesten beginnend im Uhrzeigersinn, an die kreisfreien Städte Duisburg, Mülheim an der Ruhr und Essen, an den Ennepe-Ruhr-Kreis, an die kreisfreien Städte Wuppertal und Solingen, an den Rheinisch-Bergischen-Kreis, an die kreisfreien Städte Leverkusen und Köln und schließlich an den Rhein-Kreis Neuss und an die kreisfreie Stadt Düsseldorf.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der heutige Kreis Mettmann existiert seit der kommunalen Neugliederung 1975. Seine Ursprünge gehen bis auf den 1816 und wiederum 1860 eingerichteten preußischen Kreis Mettmann und davor auf das Amt Mettmann im Herzogtum Berg zurück.

Das heutige Kreisgebiet wurde im Laufe des 19. und 20. Jahrhunderts mehrfach neu gegliedert und war zeitweilig Bestandteil der Kreise Elberfeld, Essen, Düsseldorf, Rhein-Wupper und Düsseldorf-Mettmann. Letzterer umfasste auch Gebiete im heutigen Ruhrgebiet, so die heutigen südlichen Stadtteile von Mülheim an der Ruhr (Mintard, ehemaliger Stadtteil von Kettwig) und Essen (ehemalige Stadt Kettwig).

Die südlichen Städte des Kreises, Monheim am Rhein und Langenfeld (Rheinland), wurden von dem am 1. Januar 1975 aufgelösten Rhein-Wupper-Kreis übernommen, davon Monheim – nach einer zeitweiligen Eingemeindung nach Düsseldorf – erst am 1. Juni 1976.[9]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner[10]
1976 469.516
1980 482.974
1985 477.052
1990 499.372
1995 504.698
2000 507.699
2005 504.972
2010 495.155
2015 483.279

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BW

Kreistag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahl des Mettmanner Kreistags 2014
in Prozent
 %
50
40
30
20
10
0
42,5 %
27,7 %
11,8 %
4,9 %
3,8 %
3,5 %
2,5 %
2,2 %
1,1 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+1,0 %p
+4,4 %p
-1,6 %p
-5,7 %p
-0,5 %p
-1,9 %p
+2,5 %p
+2,2 %p
-0,3 %p
Sitzverteilung im
Mettmanner Kreistag 2014
         
Insgesamt 78 Sitze

Der Kreistag des Kreises Mettmann hat 78 Sitze und in der aktuellen Wahlperiode sechs Fraktionen und zwei Gruppen. Für die Wahlperiode 2014–2020 haben CDU, FDP, UWG-ME und „Velbert anders“ eine Koalition geschlossen. Die Kommunalwahl 2014 ergab die folgende Sitzverteilung im Kreistag:

Partei Sitze Vorsitzender
CDU 33 Klaus-Dieter Völker
SPD 21 Manfred Schulte
Grüne 09 Bernhard Ibold
FDP 04 Klaus Müller
UWG-ME 03 Brigitte Hagling
Die Linke 03 Ilona Küchler
Piraten 02 Thomas Küppers
AfD 02 Ulrich Schwierzke
fraktionslos 01 Gottfried Ottweiler

Der Kreistag setzte sich seit den Kommunalwahlen 1975 folgendermaßen zusammen:

Kreistag des Kreises Mettmann: Wähleranteil und Sitze
Wahlperiode

CDU

SPD

Bündnis 90/Die Grünen

FDP

Sonstige Sitze
Wähleranteil[11]
VIII: 1975–1976 46,8 % 44,6 % 08,6 % k. A.
VIII: 1976–1979 45,2 % 45,8 % 08,9 % k. A.
IX: 1979–1984 47,4 % +0,6 Green Arrow Up.svg 43,7 % −0,9 Red Arrow Down.svg 07,9 % −0,7 Red Arrow Down.svg 01,0 % +1,0 Green Arrow Up.svg k. A.
X: 1984–1989 44,3 % −3,1 Red Arrow Down.svg 38,8 % −4,9 Red Arrow Down.svg 09,9 % +9,9 Green Arrow Up.svg 06,3 % −1,6 Red Arrow Down.svg 00,7 % −0,3 Red Arrow Down.svg k. A.
XI: 1989–1994 40,1 % −4,2 Red Arrow Down.svg 40,0 % +1,2 Green Arrow Up.svg 08,9 % −1,0 Red Arrow Down.svg 08,4 % +2,1 Green Arrow Up.svg 02,6 % +1,9 Green Arrow Up.svg k. A.
Wähleranteil und Sitze[12]
XII: 1994–1999 42,9 % +2,8 Green Arrow Up.svg 30 38,8 % −1,2 Red Arrow Down.svg 27 10,6 % +1,7 Green Arrow Up.svg 07 05,3 % −3,1 Red Arrow Down.svg 3 02,4 % −0,2 Red Arrow Down.svg 00 67
XIII: 1999–2004 51,9 % +9,0 Green Arrow Up.svg 34 31,6 % −7,2 Red Arrow Down.svg 21 06,9 % −3,7 Red Arrow Down.svg 05 05,9 % +0,6 Green Arrow Up.svg 4 03,7 % +1,3 Green Arrow Up.svg 02 66
XIV: 2004–2009 46,3 % −5,6 Red Arrow Down.svg 33 29,3 % −2,3 Red Arrow Down.svg 21 10,1 % +3,2 Green Arrow Up.svg 07 07,8 % +1,9 Green Arrow Up.svg 6 06,3 % +2,6 Green Arrow Up.svg 05 72
XV: 2009–2014 41,5 % −4,8 Red Arrow Down.svg 33 23,3 % −6,0 Red Arrow Down.svg 19 13,4 % +3,3 Green Arrow Up.svg 11 10,6 % +2,8 Green Arrow Up.svg 9 11,1 % +4,8 Green Arrow Up.svg 08 80
XVI: 2014–2020 42,5 % +1,0 Green Arrow Up.svg 33 27,7 % +4,4 Green Arrow Up.svg 21 11,8 % −1,6 Red Arrow Down.svg 09 04,9 % −5,7 Red Arrow Down.svg 4 13,1 % +2,0 Green Arrow Up.svg 11 78

Landräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis 1999 nahm der ehrenamtliche Landrat nur repräsentative Aufgaben wahr, der Hauptverwaltungsbeamte des Kreises war der Oberkreisdirektor (OKD).

Oberkreisdirektoren (bis 1999)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Haushalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Haushaltsaufwand betrug 2012 435,1 Mio. Euro, denen 426,4 Mio. Euro aus Erträgen gegenüberstanden, sodass ein Fehlbedarf von 8,7 Mio. Euro entstand. 2012 mussten die 10 Städte über die Kreisumlage bei einem Hebesatz von 45,2 % 284,7 Millionen Euro an den Kreis Mettmann zahlen.[13] Davon entfielen auf Erkrath 22,6, auf Haan 18,4, auf Heiligenhaus 12,5, auf Hilden 35,2, auf Langenfeld 35,1, auf Mettmann 17,0, auf Monheim 24,1, auf Ratingen 67,7, auf Velbert 42,0 und auf Wülfrath 10,1 Mio. Euro.[14] 113,7 Mio. Euro mussten über die Landschaftsumlage mit dem Hebesatz von 16,7 % an den Landschaftsverband Rheinland gezahlt werden.[15]

Der Kreis Mettmann war zum Stichtag 31. Dezember 2012 mit 6,43 Millionen Euro verschuldet. Dies entspricht der zusammen mit dem Landkreis Lörrach niedrigsten Pro-Kopf-Verschuldung aller Landkreise in Deutschland.[16]

Wahlkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landtagswahlkreise Nordrhein-Westfalen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom 28. Mai 1975 bis 1980 (8. Wahlperiode) war der Kreis Mettmann in die drei Wahlkreise Düsseldorf-Mettmann I, II und III (Wahlkreise 060, 061, und 062) eingeteilt.

  • Direktmandate im Wahlkreis Düsseldorf-Mettmann I (Wahlkreis 060)
  • Direktmandate im Wahlkreis Düsseldorf-Mettmann II (Wahlkreis 061)
  • Direktmandate im Wahlkreis Düsseldorf-Mettmann III (Wahlkreis 062)

- Wilhelm Droste (CDU), (in der 9. Wahlperiode im Wahlkreis 042 Mettmann III)

Bundestagswahlkreise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis einschließlich der Bundestagswahl 1976 war der Kreis Mettmann in die Wahlkreise Düsseldorf-Mettmann I und II eingeteilt:

  • Wahlkreis 73, Düsseldorf-Mettmann I (mit Mettmann, Erkrath, Haan, Wülfrath, Hilden)
  • Wahlkreis 72, Düsseldorf-Mettmann II (mit Ratingen, Velbert, Heiligenhaus, Kettwig, Amt Angerland, Amt Hubbelrath)

Bei den Bundestagswahlen 1980 bis 1998 war der Kreis Mettmann in die Wahlkreise Mettmann I und II eingeteilt:

  • Wahlkreis 73, Mettmann I (mit Mettmann, Erkrath, Haan, Hilden, Langenfeld, Monheim)
  • Wahlkreis 72, Mettmann II (mit Ratingen, Velbert, Heiligenhaus, Wülfrath)

Bei den Bundestagswahlen seit 2002 ist der Kreis Mettmann in die Wahlkreise Mettmann I und II eingeteilt (keine Veränderungen der Gebiete):

Berufliche Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Mettmann ist Träger von vier Berufskollegs:

Zudem betreibt der Kreis Mettmann die staatlich anerkannte Bildungsakademie für Gesundheits- und Sozialberufe des Kreises Mettmann GmbH. Daneben gibt es diverse berufliche Bildungsmöglichkeiten einzelner Städte.

Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturprojekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Mettmann beteiligt sich in der überörtlichen Kulturförderung. Zu den Kulturprojekten zählen die in ungeraden Jahren stattfindende „neanderland BIENNALE“, ein Theaterfestival mit internationalen Partnern, sowie die Aktion „neanderland TATORTE – offene Ateliers“, die im jährlichen Wechsel mit der Biennale stattfindet. Bei der kreisweiten jurierten Ausstellung „neanderland ART“ präsentieren Künstler alle zwei Jahre ihre neuesten Arbeiten. Bis 2012 lief dieses Format unter dem Namen „Kreiskunstausstellung“, ab 2014 unter dem neuen Namen („neanderland ART 14“ für das Jahr 2014). Jährlich im September veranstaltet der Kreis zusammen mit Museen und Ausstellungshäusern der Region die „neanderland MUSEUMSNACHT“.

Neben dem Regionalwettbewerb Jugend musiziert ruft der Kreis Mettmann jedes Jahr zu einem Jugend-Bandcontest auf.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kulturpreis Kreis Mettmann wird seit dem Jahr 2000 alle zwei Jahre in wechselnden Sparten ausgeschrieben und vergeben. Der Preisträger erhält 4000 Euro.[17][18][19]

Preisträger:

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jüdische Friedhöfe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Kreis Mettmann sind neun Jüdische Friedhöfe dokumentiert: in Heiligenhaus (1), in Ratingen (2), in Monheim (1), in Mettmann (1), in Langenfeld (1) und in Velbert (3).[24] Es sind schützenswerte Kulturdenkmäler – steinerne Zeugen für ehemals existierende jüdische Gemeinden und eines regen jüdischen Gemeindelebens bis in die 1930er Jahre.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zukunftsatlas 2016 belegte der Kreis Mettmann Platz 143 von 402 Landkreisen, Kommunalverbänden und kreisfreien Städten in Deutschland und zählt damit zu den Regionen mit „Zukunftschancen“.[25] In der Ausgabe von 2019 lag er auf Platz 111 von 401.[26]

Tourismus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Logo Neanderland

Der Kreis Mettmann vermarktet sich gemeinsam mit seinen kreisangehörigen Städten unter dem Label „neanderland“ als Tourismusziel und wirbt mit Sehenswürdigkeiten wie dem Neandertal und dem Neanderthalmuseum, einem Museumsangebot, historischen Stadtkernen und Landschaftsräumen – von der niederbergischen Hügellandschaft im Nordosten des Kreises bis zur rheinischen Ebene im südlicheren Kreisgebiet – sowie dem Rundwanderweg neanderland STEIG. Ein großer Teil der Naturflächen des Kreises steht unter Natur- und Landschaftsschutz.

Der Kreis Mettmann gehört zu den wenigen Regionen, die sich nicht unter ihrem geographischen Namen, sondern mit einem Kunstnamen touristisch vermarkten (siehe auch: Heidiland).[27] Mit der Wortneuschöpfung „Neanderland“ knüpft der Kreis an das Alleinstellungsmerkmal der Region – das weltbekannte Neandertal mit der Fundstelle des Neanderthalers – an. In Anlehnung an den Neanderthaler-Mythos soll das Motiv „neanderland“ der Region und ihren zehn Städten eine gemeinsame Identität geben und sie vom internationalen Bekanntheitsgrad des Neandertals profitieren lassen.[28]

Zunächst verwendete der Kreis Mettmann den Begriff „Neanderland“ vorwiegend in seinen Kulturprojekten. Durch das EU/Ziel2-Förderprojekt „Erlebnis.NRW“, das der Kreis Mettmann mit seinem eingereichten Förderprojekt „Expeditionen ins neanderland – Destinationsmarketingkonzept für den Kreis Mettmann“ 2010 gewonnen hatte, steht der Name seither schwerpunktmäßig in Verbindung mit dem Tourismusmarketing.[29]

Das vor allem aus den Mehrheitsfraktionen des Kreistags und der Stadträte der kreisangehörigen Städte getragene Marketingkonzept generierte anfangs ein gespaltenes Echo in der Bevölkerung und ist dort noch nicht vollständig verankert. Das überwiegend touristische Ziele verfolgende Projekt „Neanderland“ stößt in der traditionell eher durch Kleingewerbe und Kleinindustrie geprägten Region zwischen den Großstädten Düsseldorf und Wuppertal auch auf Ablehnung. Die Erzeugung einer gemeinschaftlichen Identität unter dem „Dach Neanderland“ erscheint schwierig. Es gibt kaum gemeinschaftliche Traditionen. Der Kreis ist erst 1975 im Rahmen einer kommunalen Neugliederung entstanden. Zudem handelt es sich bei einigen der kreisangehörigen Städte um sehr alte Gründungen, z. T. aus der Zeit vor dem Jahr 1000. Auf diese Weise haben sich lokale Traditionen und Dialekte entwickelt, die von Ort zu Ort sehr unterschiedlich sein können. Der Zuzug von Kriegsflüchtlingen nach dem Zweiten Weltkrieg und der bis heute erfolgende Zuzug von Migranten scheinen die Findung einer gemeinschaftlichen Identität im Kreis Mettmann zu erschweren.

Ein Jahr nach der Einführung der neuen Tourismusmarketingstrategie im März 2013 fand das Neanderland eine wachsende mediale Beachtung: So widmete unter anderem das WDR Fernsehen dem Neanderland in seiner Sendereihe Wunderschön! einen 90-minütigen Sendebeitrag unter dem Titel „Das neue Neanderland“.

Campingplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kreis Mettmann befinden sich drei Campingplätze:

  • Campingplatz Rheinblick in Monheim am Rhein
  • Gut Halfeshof in Mettmann
  • Wasserski Camping in Langenfeld

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Wettbewerb „Familienfreundlicher Betrieb im Kreis Mettmann“ wurde 2005 im Rahmen des bundesweiten Wettbewerbes „Erfolgsfaktor Familie 2005“ des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit durchgeführt, dessen Teilnehmer aus dem Kreis Mettmann automatisch am regionalen Wettbewerb beteiligt waren. Preisträger war Discher Sanitätstechnik, Haan, Schwarz Pharma und Spedition Dammasch, Monheim am Rhein, Argetra Verlag, Ratingen und die Stadtverwaltung Velbert[30]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schiene[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Schienenpersonennahverkehr verkehren die S-Bahnen S 1, S 6, S 8, S 9, S 28 und S 68 (zeitweise). Die RB 48 hält in Haan und Gruiten.

Heiligenhaus und Monheim sind nicht an den Schienen-Personen-Nahverkehr angeschlossen.

Im ÖPNV verkehren zahlreiche Buslinien zwischen den Städten sowie in Ratingen eine Stadtbahnlinie (U 72) der Düsseldorfer Stadtbahn. Die Buslinien werden von der Rheinbahn, KVGM sowie den Stadtwerken der einzelnen Städte betrieben. Die Stadtbahnlinie wird von der Rheinbahn betrieben.

In allen öffentlichen Verkehrsmitteln im Kreis Mettmann gelten die Preise des Verkehrsverbundes Rhein-Ruhr. In Langenfeld und Monheim gilt für Fahrten in das Gebiet des Verkehrsverbundes Rhein-Sieg der VRS-Tarif („kleiner Grenzverkehr“), von Erkrath, Haan und Hilden aus gilt der VRS-Tarif als Übergangstarif bis nach Köln („großer Grenzverkehr“).

Straße[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreis Mettmann liegt zwischen den Ballungsgebieten Ruhr, Düsseldorf und Köln.[31]

Er wird in Nord-Süd-Richtung von der A 3 und der A 59 durchzogen. In West-Ost-Richtung laufen im Norden des Kreises die A 52 und die A 44 sowie die A 535, die Velbert und Wülfrath mit der A 46 in Wuppertal verbindet. Das mittlere Kreisgebiet durchquert die A 46; sie verbindet die Autobahnen 1, 3, 59 und 57. Die A 542 verbindet südlich davon die A 59 mit der A 3.

Flugverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Flughafen Düsseldorf grenzt im Nordwesten direkt an die Stadt Ratingen und somit an den Kreis Mettmann. Der Flughafen Köln/Bonn ist ein weiterer Flughafen in der näheren Umgebung.

Kreisangehörige Städte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Kreis Mettmann gibt es zehn kreisangehörige Gemeinden, die alle den Titel „Stadt“ führen. Die Städte Erkrath, Haan, Heiligenhaus, Hilden, Langenfeld (Rhld.), Mettmann, Monheim am Rhein und Wülfrath sind mit 20.000 bis 60.000 Einwohnern Mittlere kreisangehörige Städte. Die zwei Städte Ratingen und Velbert sind mit mehr als 60.000 Einwohnern Große kreisangehörige Städte.

(In Klammer die Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2019[32])

  1. Erkrath (43.992)
  2. Haan (30.406)
  3. Heiligenhaus (26.345)
  4. Hilden (55.625)
  5. Langenfeld (Rheinland) (59.178)
  6. Mettmann (38.757)
  7. Monheim am Rhein (40.948)
  8. Ratingen (87.520)
  9. Velbert (81.842)
  10. Wülfrath (20.957)
DüsseldorfDuisburgEnnepe-Ruhr-KreisEssenKölnLeverkusenMülheim an der RuhrRemscheidRhein-Erft-KreisRhein-Kreis NeussRheinisch-Bergischer KreisSolingenWuppertalErkrathHaanHeiligenhausHildenLangenfeld (Rheinland)MettmannMonheim am RheinRatingenVelbertWülfrathMunicipalities in ME.svg
Über dieses Bild

Kfz-Kennzeichen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei der Bildung des neuen Kreises wurde diesem mit Wirkung vom 1. Januar 1975 das Unterscheidungszeichen ME zugeteilt. Die Städte Monheim und Langenfeld führten bis zu ihrer Eingemeindung 1975 bzw. 1976 das Unterscheidungszeichen OP des Rhein-Wupper-Kreises.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kreis Mettmann: Der neanderland STEIG. Das offizielle Wanderbuch. Mit dem Wegepaten Manuel Andrack. Droste Verlag, 2014.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kreis Mettmann – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2019 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 17. Juni 2020. (Hilfe dazu)
  2. Gebiet und Bevölkerung. Abgerufen am 22. Mai 2020.
  3. Regionale Kulturpolitik: Kulturregion Bergisches Land und Rheinschiene, rbk-direkt.de, abgerufen am 15. Juni 2020.
  4. Regionale Kulturpolitik Bergisches Land, kreis-mettmann.de, abgerufen am 15. Juni 2020.
  5. Bevölkerungsdaten der Städte und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen. Abgerufen am 22. Mai 2020.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 293 f.
  7. Naturraumkarten für Düsseldorf. Abgerufen am 21. Mai 2020.
  8. Geologie des Kreises Mettmann. Abgerufen am 22. Mai 2020.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 293 f.
  10. Landesdatenbank Nordrhein-Westfalen
  11. Ergebnisse aller Wahlen zwischen 1975 und 2004 für den Kreis Mettmann (Nordrhein-Westfalen) (Memento des Originals vom 19. Mai 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.it.nrw.de (PDF; 71 kB)
  12. Ergebnisse der Kreistagswahlen 1994 und 1999 (Wähleranteile und Sitze)
  13. http://www.derwesten.de/staedte/velbert/kreisumlage-mettmann-hebesatz-soll-abermals-sinken-id5112947.html
  14. http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/mettmann/nachrichten/landrat-entlastet-staedte-1.2708185
  15. http://www.kreis-mettmann.de/media/custom/413_1022_1.PDF?1337615412 S. 2
  16. Schulden-Ranking der 295 Landkreise in Deutschland, Meldung vom 3. August 2014
  17. http://www.ratinger-news.de/betrifftratingen/weitsicht/5077-kreis-mettmann-lobt-kulturpreis-aus.html@1@2Vorlage:Toter Link/www.ratinger-news.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  18. http://www.kreis-mettmann.de/content/lang1/int_478.1794.1_0_.html@1@2Vorlage:Toter Link/www.kreis-mettmann.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  19. a b http://www.kulturpreise.de/web/preise_info.php?ptyp_id=100&preisd_id=7733&kpsid=cffee19d20137019698ad8224ac41f15
  20. https://www.rp-online.de/region-duesseldorf/hilden/nachrichten/kulturpreis-fuer-oehlert-1.2640183
  21. http://www.derwesten.de/staedte/velbert/Zeichnungen-sind-gefragt-id352723.html
  22. http://www.kunstaspekte.de/karin-dorre-kulturpreis-kreis-mettmann-2010-05/
  23. http://www.rp-online.de/region-duesseldorf/hilden/nachrichten/hildenerin-gewinnt-kulturpreis-1.914263
  24. Kreis Mettmann. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Nordrhein-Westfalen. Bearbeiterin: Claudia Pohl. Fassung: Dezember 2002; hier: Nordrhein – alphabetische Liste
  25. Zukunftsatlas 2016. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 2. Oktober 2017; abgerufen am 23. März 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.prognos.com
  26. PROGNOS Zukunftsatlas. Handelsblatt, abgerufen am 10. Dezember 2019.
  27. Tourismus im Kreis Mettmann. Abgerufen am 25. Juni 2014.
  28. Rheinische Post Online: Marke Neanderland – ein starkes Pfund. (Nicht mehr online verfügbar.) Ehemals im Original; abgerufen am 27. Mai 2014.@1@2Vorlage:Toter Link/www.rp-online.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  29. EU/Ziel2-Förderprojekt „Erlebnis.NRW“. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 23. September 2014; abgerufen am 24. Juni 2014.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.efre.nrw.de
  30. (Memento des Originals vom 25. April 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.kreis-mettmann.de
  31. Amtliche Kreiskarte (Memento des Originals vom 29. Mai 2011 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www3.kreis-mettmann.de
  32. Bevölkerung der Gemeinden Nordrhein-Westfalens am 31. Dezember 2019 – Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 17. Juni 2020. (Hilfe dazu)