Kreis Viersen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen des Kreises Viersen Deutschlandkarte, Position des Kreises Viersen hervorgehoben51.25856.3918Koordinaten: 51° 16′ N, 6° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Landschaftsverband: Rheinland
Verwaltungssitz: Viersen
Fläche: 563,26 km²
Einwohner: 295.448 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 525 Einwohner je km²
Kfz-Kennzeichen: VIE
Kreisschlüssel: 05 1 66
Kreisgliederung: 9 Gemeinden
Adresse der
Kreisverwaltung:
Rathausmarkt 3
41747 Viersen
Webpräsenz: www.kreis-viersen.de
Landrat: Peter Ottmann (CDU)
Lage des Kreises Viersen in Nordrhein-Westfalen
Niederlande Belgien Niedersachsen Rheinland-Pfalz Hessen Essen Wuppertal Solingen Remscheid Hagen Ennepe-Ruhr-Kreis Bochum Dortmund Herne Gelsenkirchen Bottrop Oberhausen Mülheim an der Ruhr Duisburg Kreis Mettmann Düsseldorf Rhein-Kreis Neuss Kreis Heinsberg Mönchengladbach Krefeld Kreis Viersen Kreis Wesel Kreis Kleve Rhein-Erft-Kreis Kreis Düren Rheinisch-Bergischer Kreis Oberbergischer Kreis Kreis Recklinghausen Kreis Borken Kreis Unna Märkischer Kreis Kreis Olpe Hamm Kreis Soest Kreis Coesfeld Kreis Steinfurt Kreis Warendorf Leverkusen Köln Städteregion Aachen Bonn Rhein-Sieg-Kreis Städteregion Aachen Kreis Euskirchen Münster Kreis Siegen-Wittgenstein Hochsauerlandkreis Kreis Paderborn Kreis Gütersloh Kreis Höxter Kreis Lippe Kreis Herford Kreis Minden-Lübbecke BielefeldKarte
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Der Kreis Viersen liegt am Niederrhein im Westen des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen. Er gehört zum Regierungsbezirk Düsseldorf und ist Mitglied im Landschaftsverband Rheinland. Sitz des Kreises ist die Stadt Viersen.

Geographie[Bearbeiten]

Kreisgebiet[Bearbeiten]

Die Gesamtfläche des Kreisgebietes beträgt 563,29 km². Die maximale Ausdehnung misst in Nord-Süd-Richtung 28,7 km, in West-Ost-Richtung 39,0 Kilometer; die Kreisgrenze ist 148 Kilometer lang. Die höchste Erhebung im Kreisgebiet sind die Süchtelner Höhen mit 90,70 m.

Landschafts- und Naturschutzgebiete[Bearbeiten]

  • 18.190 ha (32,6 %) sind Landschaftsschutzgebiete und
  • 04.263 ha (07,6 %) sind Naturschutzgebiete.

Dazu gehören: die Krickenbecker Seen, das Elmpter Schwalmbruch, die Heidemoore, der Lüsekamp und Boschbeek, die Grasheide und Mülhausener Benden, die Süchtelner Höhen, das Salbruch und die Bockerter Heide sowie der Naturpark Schwalm-Nette als Teil des Deutsch/Niederländischen Naturparks Maas-Schwalm-Nette.

Gewässer[Bearbeiten]

Kreisangehörige Gemeinden[Bearbeiten]

Der Kreis Viersen gliedert sich in neun kreisangehörige Gemeinden, von denen vier Mittlere kreisangehörige Städte und eine Große kreisangehörige Stadt sind. Für ihre örtlichen Angelegenheiten sind die Gemeinden grundsätzlich selbst zuständig, während der Kreis für kleinere Kommunen örtliche und ansonsten überörtliche Aufgaben übernimmt.

Im Landesentwicklungsplan von NRW sind alle Städte des Kreises sowie Schwalmtal als Mittelzentren ausgewiesen, die übrigen Gemeinden sind Grundzentren.

(In Klammer die Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012[2])

Städte

  1. Kempen, Mittlere kreisangehörige Stadt (34.825)
  2. Nettetal, Mittlere kreisangehörige Stadt (41.438)
  3. Tönisvorst, Mittlere kreisangehörige Stadt (29.322)
  4. Viersen, Große kreisangehörige Stadt (74.952)
  5. Willich, Mittlere kreisangehörige Stadt (50.663)

Gemeinden

  1. Brüggen (15.482)
  2. Grefrath (14.863)
  3. Niederkrüchten (15.008)
  4. Schwalmtal (18.895)
Kreis Viersen Nordrhein-Westfalen Kreis Kleve Kreis Wesel Duisburg Krefeld Rhein-Kreis Neuss Mönchengladbach Kreis Heinsberg Niederlande Nettetal Tönisvorst Grefrath Niederkrüchten Brüggen Viersen Willich Kempen SchwalmtalMunicipalities in VIE.svg
Über dieses Bild

Nachbarkreise bzw. -städte[Bearbeiten]

Der Kreis Viersen grenzt im Norden an den Kreis Kleve, im Osten an die kreisfreie Stadt Krefeld und den Rhein-Kreis Neuss, im Süden an die kreisfreie Stadt Mönchengladbach und den Kreis Heinsberg sowie im Westen mit einer Länge von 37 km an die niederländische Provinz Limburg.

Geschichte[Bearbeiten]

1970 erfolgte eine umfassende kommunale Neugliederung des Kreises Kempen-Krefeld. Aus den vormals selbständigen Städten Dülken, Süchteln und Viersen sowie der Gemeinde Boisheim wurde die neue Stadt Viersen. Die vorher kreisfreie Stadt Viersen wurde in den Kreis eingegliedert, die dann zur Stadt Meerbusch gehörenden Gemeinden im Osten gelangten an den Kreis Neuss. Aus den übrigen 26 Gemeinden wurden acht neue Städte und Gemeinden gebildet.

Der Kreis Viersen entstand 1975 durch eine Umbenennung des Kreises Kempen-Krefeld, wobei der Kreissitz von Kempen nach Viersen verlegt wurde. Dabei wurde auch die Gemeinde Niederkrüchten aus dem Kreis Heinsberg eingegliedert und der zu Kempen gehörende Stadtteil Hüls zur Stadt Krefeld ausgegliedert. Vorübergehend bis zum Einzug in das neue Kreishaus 1984 blieb die Kreisverwaltung allerdings noch in der alten Kreisstadt Kempen.

Es gibt Schriftenreihen des Kreises Viersen (z.B. jährliches Heimatbuch) mit umfangreichen historischen Informationen.[3] Das Kreisarchiv ist in Kempen in der Burg Kempen.[4]

Politik[Bearbeiten]

Kreistagswahl 2009[5]
Wahlbeteiligung: 54,10 % (2004: 55,12 %)
 %
50
40
30
20
10
0
46,79 %
23,03 %
12,17 %
11,23 %
3,51 %
2,09 %
1,18 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2004
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-3,67 %p
-4,24 %p
+1,05 %p
+0,36 %p
+3,51 %p
+2,09 %p
+1,18 %p
-0,28 %p

Kreistag[Bearbeiten]

Die Kreistagswahl am 30. August 2009 führte zu untenstehender Verteilung der 64 Sitze (60) im Kreistag (in Klammern die Sitzverteilung nach der Kreistagswahl am 26. September 2004).[6] Nach Parteiaus- bzw. -übertritten verteilen sich die Sitze folgendermaßen auf die einzelnen Gruppierungen:[7]

Oberkreisdirektoren des Kreises Viersen[Bearbeiten]

  • 1975–1984: Rudolf H. Müller
  • 1984–1989: Heinz-Josef Vogt
  • 1989–1999: Hans-Christian Vollert

Landräte des Kreises Viersen[Bearbeiten]

Wappen, Dienstsiegel und Flagge[Bearbeiten]

Wappen

Dem damaligen Landkreis Kempen-Krefeld ist am 13. Mai 1932 durch Urkunde des Oberpräsidenten der Rheinprovinz die Genehmigung erteilt worden, das nachstehend beschriebene Wappen zu führen. Der heutige Kreis Viersen führt dieses Wappen seit der Umbenennung 1975 fort.

Der Kreis führt folgendes Wappen:
Unter silbernem Schildhaupt, worin ein durchgehendes schwarzes Kreuz (Kur-Köln) von Gold und Blau gespalten; vorn ein linksgewendeter schwarzer Löwe mit roter Zunge (Jülich), hinten ein nach rechts gewandter zwiegeschwänzter goldener Löwe, rot bewehrt (Geldern).“[8]

In dem Wappen ist das Kreuz als Hoheitszeichen des Kurfürsten von Köln mit dem schwarzen Löwen als Wappenbild des Herzogs von Jülich und dem goldenen Löwen als Wappenbild des Herzogs von Geldern vereinigt. Bis zum Ende des Alten Reiches unterstand das Gebiet des Kreises Viersen diesen Landesherren.

Dienstsiegel
„Der Kreis führt ein Dienstsiegel mit Kreiswappen.“[8]
Flagge

Dem Kreis Viersen ist am 16. Oktober 1980 durch Urkunde des Regierungspräsidenten in Düsseldorf die Genehmigung erteilt worden, die nachstehend beschriebene Flagge zu führen.

„Der Kreis führt folgende Flagge (Banner, Hissflagge):
als Banner: von Gold und Blau im Verhältnis 1:1 längsgestreift; darauf zur Stange hin verschoben der Wappenschild des Kreises,
als Hissflagge: von Gold und Blau im Verhältnis 1:1 längsgestreift; darauf zur Mitte der Wappenschild des Kreises.“ [8]

Partnerschaft[Bearbeiten]

Seit 1983 besteht eine Partnerschaft zwischen dem Kreis Viersen und der englischen Grafschaft Cambridge. Dem offiziellen Partnerschaftsabkommen gingen mehr als zehnjährige erfolgreiche Bemühungen um Kontakte zwischen Vereinen, Schulen und Gruppen voraus. Somit besiegelte die Partnerschaftsfeier zahlreiche langjährige Kontakte, für die die Verwaltungschefs Rudolf H. Müller (Kreis Kempen-Krefeld/Kreis Viersen) und John K. Barratt (Grafschaft Cambridgeshire) sich an vorderster Stelle eingesetzt haben.[9]

Sequoiafarm Kaldenkirchen im Grenzwald
New Star von Mark di Suvero (Skulpturensammlung Viersen)
Festhalle Viersen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Im Kreisgebiet befinden sich vereinzelt sichtbare Reste des ehemaligen Westwalls sowie Ruinen des Fliegerhorstes Venlo-Herongen aus dem Zweiten Weltkrieg. Auch Spuren und Reste von Napoleons Grand Canal du Nord sind noch erkennbar.

Das Schloss Neersen ist von einem großen Park umgeben.

In der Skulpturensammlung Viersen, die die Städtische Galerie im Park umgibt, befinden sich u. a. Objekte von Anthony Cragg, Erwin Heerich, Roberto Matta, Karl Horst Hödicke und der New Star von Mark di Suvero.

Die Festhalle Viersen ist ein weit über den Kreis hinaus bekanntes Aufführungsgebäude für Theater und Konzerte sowie der Austragungsort der Dreiband-Weltmeisterschaft für Nationalmannschaften (Billard) und Veranstaltungsort eines jährlich stattfindenden internationalen Jazz-Festivals.

Die Amateurtheaterszene ist vielfältig: Neben Volkstheater wird klassische Literatur, Kabarett und das „moderne Drama“ geboten. Beispielhaft seien hier das Nettetaler Theater unterm Dach sowie die Volksbühne Viersen und die Spielschar Brüggen genannt.

Im Kaldenkirchener Grenzwald bei Nettetal liegen das Naturschutzgebiet der Heidemoore, das Arboretum Sequoiafarm sowie der Geo-hydrologische Wassergarten. Im Naturpark Schwalm-Nette liegen zahlreiche ehemalige Wassermühlen, die heute öffentlich zugänglich (Restaurants/Hotels) sind.

Am Krickenbecker See liegen das Schloss Krickenbeck (nicht zugänglich), das Textilmuseum Die Scheune und ein Infozentrum.[10]

Im Kreis wohnen zahlreiche Kulturschaffende, u. a. der Künstler Georg Ettl, der Jazzmusiker Ali Haurand und die Autoren Paul Eßer, Herbert Sleegers und Peter Klusen sowie die Verlegerin und Autorin Iris Kater.

Jüdische Friedhöfe[Bearbeiten]

Für den Kreis Viersen sind 22 Jüdische Friedhöfe dokumentiert: in Brüggen (3), in Grefrath (1), in Kempen (1), in Nettetal (3), in Schwalmtal (3), in Tönisvorst (2), in Viersen (5) und in Willich (4).[11] Es sind schützenswerte Kulturdenkmäler – steinerne Zeugen für ehemals existierende jüdische Gemeinden und eines regen jüdischen Gemeindelebens bis in die 1930er Jahre.

Infrastruktur und Wirtschaft[Bearbeiten]

Schienen- und Busverkehr[Bearbeiten]

Im Schienenpersonennahverkehr verkehren

der Niers-Express (RE 10) von Kleve über Kempen, Krefeld nach Düsseldorf,
der Rhein-Hellweg-Express (RE 11) von Mönchengladbach über Viersen, Krefeld, Duisburg, Essen, Bochum und Dortmund nach Hamm,
der Maas-Wupper-Express (RE 13) von Venlo über Viersen, Mönchengladbach, Düsseldorf, Wuppertal, Hagen nach Hamm,
die Rhein-Niers-Bahn (RB 33) von Aachen über Mönchengladbach, Viersen, Krefeld, Duisburg nach Wesel.

Im Straßenpersonennahverkehr verkehrt die einzige Straßenbahnlinie im Kreis von Tönisvorst-St. Tönis in das benachbarte Krefeld. Bei den Busverbindungen ist werktags und samstags vormittags der Stundentakt vorherrschend. Anschließend, sowie sonn- und feiertags gibt es oftmals nur einen Zwei-Stunden-Takt.

Den Regionalbusverkehr im Kreis Viersen betreiben die SWK MOBIL sowie der Busverkehr Rheinland (BVR). Hauptbetreiber des Personennahverkehrs in der Stadt Viersen ist die niederrheinwerke viersen mobil GmbH, die aber kaum Verbindungen über die Stadtgrenzen hinaus betreibt. Einzelne Linien (in Waldniel, Elmpt, Willich, Viersen-Süchteln, Grefrath) betreibt auch die Niederrheinische Versorgung und Verkehr (MöBus) aus Mönchengladbach.

Für den gesamten ÖPNV gilt der Tarif des Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und tarifraumüberschreitend der NRW-Tarif.

Straßen[Bearbeiten]

Der Kreis Viersen ist an die Bundesautobahnen 40, 44, 52 und 61 angebunden. Außerdem wird das Kreisgebiet noch durch mehrere Bundesstraßen erschlossen, u. a. durch die B 7 und die B 9.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Die Wirtschaft im Kreis Viersen ist sehr vielseitig. Neben High-Tech-Industrie (u. a. in Viersen) und Dienstleistungen ist die Landwirtschaft im Kreis ein immer noch ein optisch sehr markanter Wirtschaftszweig, in dem jedoch nur ca. 1 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten arbeiten.

Einrichtungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Der Kreis Viersen. Hrsg.: Oberkreisdirektor Rudolf H. Müller, Stuttgart 1978, ISBN 3-8062-0184-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013. (Hilfe dazu)
  2. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 31. Juli 2013.
  3. www.kreis-viersen.de
  4. www.archive.nrw.de
  5. http://wahlarchiv.krzn.de/kw2009/wep200/
  6. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Stadtraete_kreistage/a166000kw0900.html
  7. http://www.kreis-viersen.de/C12574AC00312006/html/396E43722F114AFAC12574BE0046EBF1?opendocument&nid1=61506_43464
  8. a b c § 2 der Hauptsatzung des Kreises Viersen, abgedruckt im Amtsblatt Kreis Viersen Nr. 28, 59. Jahrgang, vom 23. Oktober 2003 (PDF; 1,4 MB)
  9. Entscheiden und gestalten. Ein Vierteljahrhundert Zeitgeschichte. Schriftenreihe des Kreises Viersen Bd. 34, 1984
  10. Biologische Station Krickenbecker Seen
  11. KREIS VIERSEN. In: Übersicht über alle Projekte zur Dokumentation jüdischer Grabinschriften auf dem Gebiet der Bundesrepublik Deutschland. Nordrhein-Westfalen. Bearbeiterin: Claudia Pohl.; Fassung: Dezember 2002; hier: Nordrhein - Liste nach der heutigen Verwaltungsgliederung - Regierungsbezirk Düsseldorf

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreis Viersen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien