Kreishauptmannschaft Leipzig

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Basisdaten[1]
Verwaltungssitz Leipzig
Fläche 3.562 km² (1939)
Einwohner 1.379.165 (1939)
Bevölkerungsdichte 387 Einw./km² (1939)
Königreich Sachsen 1895
Königreich Sachsen 1895.jpg

Die Kreishauptmannschaft Leipzig war ein Verwaltungsbezirk im Königreich Sachsen und im späteren Freistaat Sachsen. Die sächsischen Kreishauptmannschaften waren hinsichtlich ihrer Funktion und Größe vergleichbar mit einem Regierungsbezirk.

Vorgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits im Kurfürstentum Sachsen bestand ein Leipziger Kreis, der als Vorläufer der späteren Kreishauptmannschaft Leipzig angesehen werden kann. Im Rahmen der administrativen Neugliederung des Königreichs Sachsens wurden 1835 die vier Kreisdirektionen Dresden, Bautzen, Zwickau und Leipzig eingerichtet. Die Kreisdirektion Leipzig war seit 1838 in vier Amtshauptmannschaften untergliedert:

  • Amtshauptmannschaft I (Leipzig) mit den Amtsbezirken Leipzig, Pegau und Borna
  • Amtshauptmannschaft II (Rochlitz) mit den Amtsbezirken Rochlitz und Colditz
  • Amtshauptmannschaft III (Grimma) mit den Amtsbezirken Grimma, Mutzschen, Wurzen und Oschatz
  • Amtshauptmannschaft IV (Döbeln) mit den Amtsbezirken Nossen, Mügeln und Leisnig

Verwaltungsreform 1874[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte der Kreis- und Amtshauptmannschaften 1900 bis 1932

1874 wurden die Kreisdirektionen und die alten Amtshauptmannschaften als Teil der inneren Verwaltung aufgelöst. An Stelle der Kreisdirektion Leipzig trat die Kreishauptmannschaft Leipzig. Ihr nachgeordnet waren die neu gebildeten Amtshauptmannschaften (ab 1939 Landkreise)

sowie die bezirksfreie Stadt Leipzig.

Döbeln, Mittweida und Wurzen wurden 1924 als bezirksfreie Städte aus ihren Amtshauptmannschaften ausgegliedert.

Kreishauptmann Leipzig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • bis 1875: Carl Ludwig Gottlob von Burgsdorff (1812–1875)
  • Januar–Oktober 1876: Léonce Robert von Könneritz (1835–1890)
  • 1876–1887: Otto Georg Graf zu Münster (1825–1893)
  • 1887–1906: Georg Otto von Ehrenstein (1835–1907)
  • 1906–1910: Johann Georg Freiherr von Welck (1839–1912)
  • 1910–1919: Curt Ludwig Franz von Burgsdorff (1849–1922)
  • 1919–1925: Heinrich Wilhelm Lange (1861–1939)
  • 1924–1925: Dr. (?) Lempe (ernannt, aber nicht angetreten; * 1879)
  • 1925–1933: Richard Marcus (1883–1933)
  • März–September 1933: Curt Ludwig Ehrenreich von Burgsdorff I. Amtszeit (1886–1962)
  • 1933–1937: Kurt Walter Dönicke (1899–1945)
  • 1937–1938: Curt Ludwig Ehrenreich von Burgsdorff II.Amtszeit (1886–1962)[2]

Regierungsbezirk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1939 wurde die Kreishauptmannschaft in Regierungsbezirk Leipzig umbenannt. 1943 wurde diese Struktur aufgelöst.

  • 1939–1943 Erich Teichmann (* 1882), Regierungspräsident

Bezirk Leipzig[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Auflösung der Länder in der Deutschen Demokratischen Republik wurde der Bezirk Leipzig als einer von insgesamt 14 Bezirken eingerichtet.

Nach 1990 wurde der Bezirk Leipzig erneut zum Regierungsbezirk Leipzig. Räumlich deckt sich der Regierungsbezirk Leipzig mit dem Bezirk Leipzig bis auf die Altkreise Altenburg und Schmölln, die heute zu Thüringen (Altenburger Land) gehören.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1837 1849 1871 1900 1939
Einwohner[1] 367.753 428.532 589.377 1.060.632 1.379.165

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Andreas Oettel: Zur Verwaltungsgliederung Sachsens im 19. und 20. Jahrhundert. In: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen (Hrsg.): Statistik in Sachsen. 175 Jahre amtliche Statistik in Sachsen (Festschrift). 12. Jg., Nr. 1, 2006, ISSN 0949-4480, S. 69–98 (PDF (6,28 MB) [abgerufen am 23. Dezember 2012]).
  2. Landesdirektion Leipzig: Die Führungspersönlichkeiten der Leipziger Mittelbehörde. (Memento vom 5. März 2009 im Internet Archive) (Quelle: Staatsarchiv Leipzig)