Kreisschneider

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Kreisschneider für den Trockenbau
Kreisschneider bestehend aus Messern an einer Messerscheibe, mit Zentrierbohrer

Ein Kreisschneider (engl. circle cutter) ist ein vom Hohlbohrer abgeleitetes Werkzeug mit verstellbaren Schneiden, so dass verschiedene Durchmesser ausgeschnitten werden können. Kreisschneider kommen bei allen möglichen Installationsarbeiten zum Einsatz, für Löcher mit einem Durchmesser über 50 mm, wie Steckdosenlöcher, Leitungsdurchbrüchen, Wasserabläufen usw. Mit einem Kreisschneider geschnittene Löcher sind im Vergleich zu herkömmlichen Lochsägen ausrissfrei.

Im Handel sind je nach Beschaffenheit der Schneiden (Messer) sogenannte HSS-Kreisschneider oder HM-Kreisschneider erhältlich: die HSS-Schneiden aus High Speed Steel (Schnellschnittstahl) sind für Kunststoffe und Acryl, während die Schneiden aus Hartmetall für Holz, Fliesen, Ziegel, Putz, Kunststoff sind. Die Längen der Schneidwerkzeuge sind unterschiedlich, so dass eine variable Bohrtiefe möglich ist.[1][2]

Betriebsarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manuelle Kreisschneider[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreisschneider für den Trockenbau (z. b. für Lochausschnitte in Rigipsplatten) werden manuell betrieben, ebenso Hand-Glaskreisschneider mit Saugnapf und Hartmetallrädchen.[1]

Maschinelle Kreisschneider[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Kreisschneider, die an Handbohrmaschinen und Ständerbohrmaschinen betrieben werden können, gibt es zwei Arten:

  • Ein Kreisschneider-Modell ist ein Werkzeug bestehend aus einem Mittelstück mit einem Querbalken und zwei Messerhaltern mit Messern. Die Messerhalter werden durch Verschieben und Klemmen eingestellt. Bei manchen Kreisschneider dieses Typs können beide Stahlhalter (Messerhalter) mit einer Spindel zentrisch verstellt werden.[3]
  • Andere Kreisschneider bestehen aus einer Kreisschneider-Welle, welche eine Messerscheibe aufnimmt, an der paarweise Messer (Schneiden) angebracht sind. Die Messerpaare bestehen aus je einer Vor- und einer Hauptschneide, die etwas zurückgesetzt ist. Die keilförmige Vorschneide schneidet den Rand der Bohrung, während die Hauptschneide das Material ausräumt. Ein Zentrierbohrer in der Welle fixiert das zu bearbeitende Material, bei Modellen für stationäre Bohrmaschinen kommt kein Zentrierbohrer zum Einsatz. Mittels Distanzscheiben wird der gewünschte Lochdurchmesser an der Messerscheibe eingestellt. Einige Ausführungen können an einer Span- und Staubabsaugung angeschlossen werden, eine Haube aus transparentem Kunststoff bietet Schutz gegen Staub beim Arbeiten im Decken-, Wand- und Bodenbereich.[3][4]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Walter Dawihl, Erich Dinglinger: Handbuch der Hartmetallwerkzeuge: Eine Anleitung für die Werkstatt und für Fachschulen Zweiter Band Rundlaufende Werkzeuge, spanlose Formgebung Bergbau- und Diamantwerkzeuge. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-92672-3, S. 68 ff. (google.de [abgerufen am 9. Juli 2019]).
  2. Kreisschneider Hartmetall, Lochdurchmesser von 40–125 mm | online bei HÄFELE. Abgerufen am 9. Juli 2019.
  3. a b Kreisschneider der Typen Super 100 und Super 200. Abgerufen am 10. Juli 2019.
  4. Kreisschneider / Zubehör für Kreisschneider. In: issuu. S. 62–63, abgerufen am 10. Juli 2019.