Kresťanskodemokratické hnutie

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Kresťanskodemokratické hnutie
Christlich-demokratische Bewegung
Logo der KDH
Parteivorsitzender Ján Figeľ
Partei­vorsitzender seit 2009:
Ján Figeľ
2000–2009:
Pavol Hrušovský
1990–2000:
Ján Čarnogurský
Gründung 1990
Haupt­sitz Bajkalská 25
SK-82101 Bratislava
Aus­richtung Christdemokratie, Konservatismus
Farbe(n) Weiß, Blau, Rot (Slowakische Trikolore)
Parlamentsmandate 16 von 150 (Nationalrat, 2012)
Europapartei Europäische Volkspartei (EVP)
EP-Fraktion Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten)
Website www.kdh.sk

Die Christlich-demokratische Bewegung (slowak.: Kresťanskodemokratické hnutie, KDH) ist eine slowakische Partei.

Sie zählt zu den Rechtsparteien und tritt als solche insbesondere für konservative und christliche Werte ein. Bei den Wahlen 2006 bekam sie 8,31 % der Stimmen und konnte mit 14 Mandaten als eine Oppositionspartei in das Parlament einziehen. Sie hat bei den Parlamentswahlen 2010 8,54 % der Stimmen erreicht, das entspricht 15 Mandaten im neuen Parlament.[1]

Die KDH betont die Rolle der Kirche in der Geschichte der Slowakei und kritisiert die Werte des politischen Liberalismus. Sie stellt sich eindeutig gegen Abtreibungen und die Gleichberechtigung homosexueller Partnerschaften. Zugleich reagiert sie negativ auf die Vorschläge der Liberalen und Sozialdemokraten, die Kirche vom Staat zu trennen. Zu den Haupterfolgen der KDH-Politik in religiösen Fragen seit den Wahlen 1998 gehören die gleichberechtigte Finanzierung der Kirchenschulen gegenüber staatlichen Schulen, die Verabschiedung eines bilateralen Staatsgrundvertrags zwischen der Slowakei und dem Vatikan und die Gründung der Katholischen Universität in Ružomberok. 2004 wurde an allen Grundschulen beginnend mit der ersten Klasse der fakultative Religionsunterricht eingeführt.

In Fragen der Wirtschaftspolitik betont sie ihren liberalen Charakter, obwohl sie sich selbst als eine Partei mit sozialem Wirtschaftsprogramm bezeichnet. Sowohl die ehemaligen Minister als auch die Parlamentarier der KDH unterstützten alle wichtigen Wirtschaftsreformen der Regierung Dzurindas, u. a. die Steuerreform, die Gesundheitsreform und die Reform des Rentensystems.

Ján Čarnogurský von der KDH war vom April 1991 bis zum Juni 1992 Premierminister der Slowakei.

Ergebnisse der KDH bei den slowakischen Parlamentswahlen[Bearbeiten]

Wahl Wähleranteil Parlamentssitze Zeitraum Regierungsbeteiligung
Parlamentswahl 1990 19,21 % 31 27. Juni 1990 - 23. April 1991 In Koalitionsregierung bestehend aus VPN, KDH und DS unter Ministerpräsident Vladimír Mečiar (VPN)
23. April 1991 - 2. Juni. 1992 In Koalitionsregierung bestehend aus VPN, KDH und DS unter Ministerpräsident Ján Čarnogurský (KDH)
Parlamentswahl 1992 8,89 % 18 2. Juni. 1992 -12. Dezember 1994 In der Opposition
Parlamentswahl 1994 10,08 % 17 13. Dezember 1994 - 29. Oktober 1998 In der Opposition
Parlamentswahl 1998 (26,33 %) als Teil der Wählervereinigung SDK aus , KDH, DS, SDSS und SZS (42) 30. Oktober 1998 - 21. September 1998 In Koalitionsregierung (als Teil der SDK) bestehend aus SDK, SMK, SDĽ und SOP unter Ministerpräsident Mikuláš Dzurinda (SDK)
Parlamentswahl 2002 8,25 % 15 21. September 1998 - Februar 2006 In Koalitionsregierung bestehend aus SDKÚ-DS, SMK, KDH und ANO unter Ministerpräsident Mikuláš Dzurinda (SDKÚ-DS)
Februar 2006 - 4. Juli 2006 In der Opposition
Parlamentswahl 2006 8,31 % 14 4. Juli 2006 - 8. Juli 2010 In der Opposition
Parlamentswahl 2010 8,52 % 15 8. Juli 2010 - ? In Koalitionsregierung bestehend aus SDKÚ-DS, SaS, KDH und Most–Híd unter Ministerpräsidentin Iveta Radičová SDKÚ-DS
Parlamentswahl 2012 8,82 % 16 ? In der Opposition

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Pravica môže vládnuť, má o 8 kresiel viac (slowakisch), SME. Abgerufen am 13. Juni 2010. 

Literatur[Bearbeiten]

R. Štefančík: Christlich-demokratische Parteien in der Slowakei. UCM; Trnava 2008, ISBN 978-80-8105-016-9