Kreta

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Coat of arms of Greece.svg
Region
Kreta
Περιφέρεια Κρήτης
Kreta Albanien Mazedonien Bulgarien Türkei Nördliche Ägäis Südliche Ägäis Ionische Inseln Peloponnes Attika Athos Westgriechenland Epirus |Thessalien Westmakedonien Zentralmakedonien Ostmakedonien und Thrakien MittelgriechenlandLage der Region Kreta innerhalb Griechenlands
Über dieses Bild
Basisdaten
Staat: Griechenland
Fläche: 8.336 km²
Einwohner: 623.065 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 72,04 Einwohner je km²
Hauptstadt: Iraklio
Regionslogo:
Regionslogo von Kreta
Regionalbezirke: 4
Gemeinden: 24
NUTS-2-Code: EL43
Website: www.crete.gov.gr

Kreta (griechisch Κρήτη Kriti (f. sg.)) ist die größte griechische Insel und mit 8.261,183 Quadratkilometern Fläche sowie 1.066 Kilometern Küstenlinie die fünftgrößte Insel im Mittelmeer (nach Sizilien, Sardinien, Zypern und Korsika).[2] Die Region Kreta umfasst 8.336 Quadratkilometer und schließt einige umliegende Inseln mit ein, von denen die vor der kretischen Südküste gelegene, bewohnte Insel Gavdos den südlichsten Punkt Europas markiert.

Die Insel hat insgesamt 625.000 Einwohner (Stand 2012). Die Hauptstadt Iraklio ist Verwaltungs- und Wirtschaftszentrum und mit etwa 174.000 Einwohnern die größte Stadt Kretas.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der altgriechische Name Κρήτη Krētē ist bis heute erhalten geblieben, nur der Vokal [ɛː] lautet im Neugriechischen [i]. Kreta ist die eingedeutschte Schreibweise der lateinischen Namensform Creta. Die türkische Namensform ist Girit. Während der Zeit als Kolonie der Republik Venedig wurde die Insel Candia genannt (zurückgehend auf arabisch Khandaq „Graben“); auch die Hauptstadt hieß damals Candia (heutiger Name Iraklio).

Die Etymologie ist unklar. In der Linearschrift B der mykenischen Kultur findet sich die Bezeichnung ke-re-si-jo, sie wird als *Krēsios Κρήσιος ‚Kreter‘ gedeutet und ist möglicherweise vorgriechischen Ursprungs.[3] In Homers Ilias (so im Schiffskatalog, Buch 2, Vers 645) sind die Kreter als die griechischsprachigen Bewohner der Insel in der Form mit t belegt; die vorgriechische Bevölkerung nennt Homer Eteokreter (Ἐτεόκρητες ‚wahre Kreter‘).[4]

Zur Herkunft des griechischen Namens Κρήτη gab es schon in der Antike unterschiedliche Auffassungen. Vier Versionen gehen auf weibliche Figuren namens Krete zurück: genannt werden eine Tochter Europas namens Krete; eine Geliebte des ägyptischen Königs Ammon, die mit ihm auf die Insel Idaia geflohen sei und die daraufhin in Krete umbenannt wurde; eine Krete der Hesperiden und eine Tochter Deukalions desselben Namens. Weitere Deutungen führen den Namen auf einen mythischen ersten König namens Kres zurück[5] oder auf die Kureten als mythische erste Einwohner der Insel.[6]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Topografische Karte von Kreta
Kretische Berglandschaft

Kreta liegt knapp 100 Kilometer südlich des griechischen Festlands. Sie ist die größte griechische Insel und nach Zypern die zweitgrößte des östlichen Mittelmeeres. Die Insel hat eine gestreckte Form, sie misst in Ost-West-Richtung 254 Kilometer bei einer größten Breite von 60,6 Kilometern. An ihrer schmalsten Stelle (bei Ierapetra) ist Kreta 12,1 Kilometer breit. Kreta liegt zwischen 34°55'31" und 35°41'32" nördlicher Breite und zwischen 23°31'21" und 26°18'50" östlicher Länge. Die Entfernung bis Afrika beträgt 294 Kilometer (Libyen), bis Asien 180 Kilometer (Türkei) und zum europäischen Festland Kap Maleas 96,6 Kilometer.

Die Insel bedeckt eine Fläche von 8.261,183 Quadratkilometern, ihre Küstenlinie ist 1.066 Kilometer lang.[2] Das Meer im Norden wird Kretisches Meer genannt (gr. Kritiko Pelagos Κρητικό Πέλαγος), das im Süden Libysches Meer (gr. Livyko Pelagos Λιβυκό Πέλαγος), Kretas Ostende erstreckt sich in das sogenannte Karpathische Meer.

Kreta ist sehr gebirgig und wird durch eine von West nach Ost reichende Gebirgskette bestimmt, die zumeist zur Südküste steiler, zum Norden flacher abfällt. Diese Kette ist ein überseeischer Teil des vom Peloponnes über Kreta, Karpathos und Rhodos bis zum anatolischen Festland reichenden Gebirgsmassivs, das die Südägäische Inselbrücke bildet.[7] Die vier höchsten Erhebungen auf Kreta sind:

Diesen Gebirgen verdankt Kreta die fruchtbaren Hochebenen Lasithi, Omalos und Nida, Höhlen wie die Diktäische Höhle und tiefe Schluchten wie die bekannte Samaria-Schlucht. Die Messara-Ebene im Süden ist mit etwa 140 km² die größte Ebene der Insel. Sie wird intensiv landwirtschaftlich genutzt.

Kreta bildet mit einigen kleineren bewohnten sowie unbewohnten Inseln eine Inselgruppe.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bergwelt und Bergdorf in Südkreta
Luftaufnahme der südöstlichen Küste zwischen Athenerilakkos und Xerokampos

Der steil aufsteigende Archipel von Kreta liegt auf der Ägäischen Platte[8], unweit der tiefsten Stellen des gesamten Mittelmeers und stellt somit den Akkretionskeil der Subduktionszone dar. Die gesamte Region ist tektonisch stark aktiv. So verläuft hier der sogenannte Griechische Bogen oder die Hellenische Subduktionszone, ein knapp 1.000 km langer tektonischer Graben, der sich zwischen der europäischen Platte in Südbewegung und der afrikanischen Platte in Nordbewegung befindet. Dadurch schiebt sich die afrikanische Platte unter die der europäische Platte. Diese Subduktionszone wird als dominierender Bereich für Erdbeben in der gesamten Kontinentalregion gesehen. Erdbeben können ständig auftreten, richten aber in der Regel kaum nennenswerte Schäden an. 70 bis 150 km nördlich hiervon schließt sich der magmatische aktive Bogen an.[9]

Zwischen 4200 ± 90 BP und 3930 ± 90 BP lag der Meeresspiegel am bisher tiefsten bekannten Punkt (−6,55 ± 0,55 m).[10] Für die Proto- oder Altpalastzeit (1900–1700 oder 1600 v. Chr.) und die Neupalastzeit der minoischen Kultur (1600–1450 v. Chr.) ließen sich zwei Stände feststellen, nämlich bei −3,95 ± 0,35 m und bei −2,70 ± 0,15 m. Ein weiterer Anstieg auf −1,25 ± 0,05 m fand zwischen 1450 und 400 v. Chr. statt. 1604 stieg der Meeresspiegel in kürzester Zeit um 0,70 m an. Seither stieg er um weitere 0,55 m an. Im 4. Jahrhundert wurde der westliche Teil der Insel um 9,15 ± 0,20 m gehoben, der östliche, der sich zudem nach Südosten neigte, um 2 m. Wahrscheinlich entstand mit dem schweren Beben des Jahres 365 der Graben von Spili, entlang dem die Insel auseinanderbrach. Um 1600 senkte sich der westliche Teil um 1,25 ± 0,05 m gleichzeitig mit der Absenkung des östlichen Teiles der Insel.

Historische, nachweisbare Erdbeben:

  • Zerstörung des Palasts von Phaistos ca. um 1900 v. Chr.[11]
  • Zerstörung der ersten großen Palastanlage von Knossos um ca. 1700 v. Chr.[12]
  • allem Anschein nach Erdbeben im Vorfeld des Vulkanausbruchs von Santorin (ca. 1500 v. Chr.; eher um ca. 1630 v. Chr.)
  • Zerstörung des neuen Palasts der Minoer ca. 1450 v. Chr.[12]
  • großes Erdbeben südlich von Kreta am 21. Juli 365 n. Chr., dabei unter anderem Zerstörung des Leuchtturms von Alexandria[13] (Bericht von Ammianus Marcellinus)
  • Zerstörung der Festung von Kastro (Koules) um 1500 n. Chr.[11]
  • mehrfache, sukzessive Zerstörung der Kirche Agios Titos aus dem 15. Jahrhundert[11] (Beben ohne Datierung)
  • Zerstörung der mittlerweile zur Moschee umgebauten Kirche Agios Titos im Jahr 1856[11]

Aktuelle Beispiele:

  • Magnitude 5,1 im Meer vor dem östlichen Inselteil[14]
  • Magnitude 6,1 im Meer, 40 Kilometer nordwestlich vor der Küste[15]
  • Magnitude 5,0 im Meer in 97 Kilometer Tiefe und 105 Kilometer nördlich[16]
  • Magnitude 4,5 im Meer südlich Ierapetra[17]
  • Magnitude 5,4 im Meer 175 Kilometer nordöstlich von Iraklio in 33 Kilometer Tiefe[18]
  • Magnitude 5,3 zwischen Kreta und Peloponnes in 73 Kilometer Tiefe[19]
  • Magnitude 6,7 im Meer in 66 Kilometer Tiefe rund 92 Kilometer nordwestlich der Insel[20]
  • Magnitude 6,9 im Meer in rund 70 Kilometer Tiefe nordwestlich[21]
  • Magnitude 4,5 im Meer ca. 90 Kilometer östlich von Kreta (lt. www.gfz-potsdam.de, am 31. März 2006)
  • Magnitude 6,5 im Meer westlich der Stadt Chania in 23 Kilometern Tiefe[22]

Siehe auch: Erdbeben erschütterte Griechenland

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf Kreta herrscht ein gleichmäßiges Mittelmeerklima. Kreta ist mit seinen zirka 300 Tagen Sonnenschein pro Jahr zusammen mit Zypern die sonnigste Insel im Mittelmeerraum. Der Sommer ist heiß und trocken, wobei insbesondere an der Südküste sehr hohe Temperaturen gemessen werden. Der Winter ist regenreich und mild, die Hochlagen der Gebirgszüge sind schneereich. Kreta ist durch mehrere Klimazonen geprägt. Die Spanne reicht von trocken-heißen bis zu feucht-alpinen Zonen.

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Kreta
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 15 15 16 20 23 27 29 29 27 24 20 16 Ø 21,8
Min. Temperatur (°C) 9 9 10 12 15 19 22 22 20 17 14 11 Ø 15
Temperatur (°C) 12,0 12,1 13,4 16,3 19,8 23,5 25,7 25,6 23,1 19,7 16,6 13,8 Ø 18,5
Niederschlag (mm) 59,8 48,0 46,2 21,5 8,2 1,1 0,4 1,0 6,1 26,5 55,9 72,6 Σ 347,3
Sonnenstunden (h/d) 3 5 6 8 10 12 13 12 10 6 6 4 Ø 7,9
Regentage (d) 14 9 10 6 4 1 1 1 2 6 11 14 Σ 79
Wassertemperatur (°C) 16 15 16 16 19 22 24 25 24 23 20 17 Ø 19,8
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
15
9
15
9
16
10
20
12
23
15
27
19
29
22
29
22
27
20
24
17
20
14
16
11
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
l
a
g
59,8
48,0
46,2
21,5
8,2
1,1
0,4
1,0
6,1
26,5
55,9
72,6
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez

In den Gebirgsregionen können die Werte von den in der Tabelle angegebenen Durchschnittswerten erheblich abweichen. An der südöstlichen Küste ist es in den Sommermonaten um einige Grade wärmer.

Flora[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vegetation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kretischer Aronstab (Arum creticum) im Frühling

Trotz jahrtausendelanger Besiedelung und sommerlicher Trockenheit ist die kretische Flora sehr artenreich, so gedeihen hier alleine etwa 170 endemische Pflanzenarten. Besonders im Frühling fällt die hohe Anzahl unterschiedlichster Blütenpflanzen ins Auge. Typisch für die Insel ist das Vorkommen zahlreicher Gewürz-Kräuter wie Kopfiger Thymian, Griechischer Salbei, Thymbra-Bergminze, Oregano oder Diptam-Dost, deren Verbreitung bis in die Hochlagen der Gebirgszüge reicht.

Zum typischen Bewuchs der von Ziegen und Schafen beweideten Flächen siehe Phrygana und Macchie.

Die Gebirgszüge der Weißen Berge (Lefka Ori) und des Ida-Gebirges sind teilweise noch mit Kalabrischen Kiefern (Pinus brutia), Restbeständen von Zypressen (Cypressus sempervirens) und Kermes-Eichen bewaldet. Der Osten Kretas hingegen zählt zu den kargsten und trockensten Regionen Europas. Dort wachsen neben wenigen kultivierten Ölbäumen nur noch die widerstandsfähigen und austrocknungsresistenten kugelbuschartigen Pflanzen der Phrygana.

Weitere häufig zu sehende Bäume sind der Johannisbrotbaum und laubwerfende Platanen entlang von Bachläufen. Eine Besonderheit ist die Kretische Dattelpalme (Phoenix theophrasti), die an einigen Standorten der Südküste und im äußersten Osten am Palmenstrand von Vai vorkommt.

Neophyten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nickender Sauerklee

Auf Kreta gibt es eine große Zahl Neophyten – Pflanzenarten, die erst durch beabsichtigten oder unbeabsichtigten menschlichen Eingriff auf der Insel heimisch wurden. Einige dieser Arten sind sogar landschaftsbildprägend geworden:

  • Im Winter und Frühling sind große Gebiete Kretas bedeckt von einem Teppich aus Nickendem Sauerklee (Oxalis pes-caprae). Zum ersten Mal wurde die kleeähnliche Pflanze 1883[23] auf der griechischen Insel gefunden, ursprünglich stammt sie aus Südafrika.
  • Die oft an Felshängen und Mauern in Meeresnähe zu sehende rot- oder gelbblühende Mittagsblume stammt ebenfalls aus Südafrika. Sie wurde zuerst als Bodenfestiger und Zierpflanze kultiviert.
  • Auch die überall auf Kreta anzutreffenden Amerikanische Agave wurden zuerst als Zierpflanze eingeführt. Die mittelamerikanische Pflanze fand hier für sie ideale Klimabedingungen vor und wilderte aus.
  • Die ebenfalls aus Mittelamerika stammende Opuntia ficus-indica konnte sich über das gesamte Mittelmeergebiet ausbreiten. Sie wurde als Zierpflanze und wegen ihrer genießbaren Früchte eingeführt.

Auch die Rizinuspflanze, der Götterbaum und der Blaugrüne Tabak waren ursprünglich nicht auf Kreta heimisch. Man schätzt, dass ungefähr ein Drittel aller Pflanzenarten der Insel erst seit der Erstbesiedelung durch den Menschen eingebürgert sind, darunter ca. 80 erst in jüngerer Zeit.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die kretische Fauna ist verglichen mit seiner Pflanzenwelt relativ artenarm. Typische und häufige Vertreter der Mittelmeerfauna sind Grillen, Zikaden, Eidechsen und Fledermäuse. Augenscheinlich wird die Tierwelt dominiert von verschiedensten Rassen domestizierter Ziegen und Schafe, die vom Meer bis in die Hochgebirgsregionen weiden.

Säugetiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prähistorie

In Prähistorischen Zeiten bis hinein in die Jungsteinzeit gab es auf Kreta deutlich mehr Arten von endemischen Großsäugern. Es wurden Knochen unter anderen vom Kreta-Zwergmammut, einer Flusspferdart und von verschiedenen Rehen gefunden. Auch die Reste eines sehr großen Insektenfressers sind unter den Fossilien. Es fehlen dagegen die Nachweise irgendeines großen Raubsäugers wie Bären, Großkatzen oder Hundeartige, so dass vermutlich der wichtigste Selektionsdruck für die Pflanzenfresser die begrenzt vorhandene Nahrung war.[24] Es gibt also Gründe anzunehmen, dass Kreta schon vor der Besiedelung durch Menschen mit ihren Haustieren ähnlich stark beweidet wurde wie danach. Manche Autoren ziehen daraus den Schluss, dass die Genese der heutigen kretischen Landschaft nicht so stark vom Menschen beeinflusst ist, wie es meist angenommen wird. Die ehemals fast vollständig bewaldete Insel, von der Platon berichtet, und die angeblich später durch menschlichen Raubbau zu einer „ruinierten Landschaft“ verkam, hat es nach dieser Theorie in historischer Zeit nie gegeben (siehe Literaturhinweis: Rackham and Moody).

Gegenwart

Kretische Wildziege (Capra aegagrus cretica)

Die sehr seltene endemische Kretische Bergziege (auch Agrimi oder Kri-Kri genannt) kommt nur noch an einem natürlichen Standort in den weißen Bergen (Lefka Ori) vor. Bereits seit 1928 wird versucht, ein Teil der Bestände auf unbewohnte Felseninseln umzusiedeln (z. B. nach Dia, gelegen direkt vor Iraklio). Vermutlich sind die Agrimi keine ursprünglich auf Kreta heimische Art, sondern Nachkommen von zu Zeiten frühester menschlicher Besiedelung ausgewilderten Tieren.

Häufig vorkommende Säugetiere auf Kreta sind die Kreta-Stachelmaus, die Etrusker-Spitzmaus und zwölf verschiedene Fledermaus-Arten. Durch Pestizid-Einsatz bedroht ist der Weißbrustigel, durch übermäßige Bejagung selten geworden der kretische Feldhase. Als wildlebende Landsäuger sind noch der Steinmarder, das Mauswiesel, der Siebenschläfer und der kretische Dachs vertreten.

Im Jahre 1996 wurde überraschenderweise noch ein Exemplar der kretischen Wildkatze gefangen, die bis dahin als ausgestorben galt. Ebenfalls stark in ihrer Existenz bedroht ist die Mittelmeer-Mönchsrobbe, von der letzte Exemplare u. a. noch bei den Paximadia-Inseln und an den Küsten Südostkretas leben sollen.

Vögel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den auf Kreta heimischen Vogelarten dient die Insel vielen Zugvögeln als Zwischenquartier auf ihrem Weg von Afrika nach Nordeuropa. Manche Arten orientieren sich in ihrer Flugroute am Verlauf bestimmter Schluchten auf Kreta.

Greifvögel

In abgeschiedenen Bergregionen und Schluchten der Lefka Ori brüten noch wenige Paare des heute sehr seltenen Bartgeiers, der früher wegen seines schlechten Image als Lämmer-Reißer (daher auch fälschlich „Lämmergeier“ genannt) gnadenlos gejagt wurde. So selten wie die Vögel sind auch die von ihnen angelegten „Knochenschmieden“ geworden. Noch wesentlich häufiger als die Bartgeier sind die ebenso großen Gänsegeier anzutreffen, die man häufig über Berghänge oder Schluchten kreisend beobachten kann. Sie ernähren sich hauptsächlich von an Steilhängen abgestürzten Schafen und Ziegen. Auf Kreta lebt fast die Hälfte der für ganz Griechenland geschätzten Population dieser Geierart. Eine andere nur noch selten auf Kreta anzutreffende Greifvogelart ist der Fischadler, vor allem an der Südküste um Lendas. Sehr verbreitet dagegen sind Mäusebussarde und Turmfalken, ebenfalls selten die Eleonorenfalken, Wanderfalken, Steinadler und Habichtsadler. Von den Nachtjägern ist vor allem die Zwergohreule verbreitet.

Reptilien und Amphibien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben verschiedenen Eidechsenarten und ungiftigen Schlangen (Leopardnatter, Würfelnatter, Balkan-Zornnatter) gibt es auch eine giftige Schlangenart auf Kreta. Es ist die Europäische Katzennatter (Telescopus fallax), allerdings ist sie für Menschen ungefährlich, da ihre Giftzähne so tief im Rachen liegen, dass sie nur gegen ihre Jagdbeute eingesetzt werden können. Die beiden häufigsten Eidechsenarten sind die Riesen-Smaragdeidechse und die viel kleinere Kykladen-Mauereidechse. Daneben gibt es einige Gecko-Arten (z. B. den Mauergecko), den Walzenskink und das erst in den 1930er Jahren entdeckte europäische Chamäleon. Landschildkröten gibt es auf Kreta nicht, aber einige der auch im Sommer Wasser führenden Bäche werden von der Kaspischen Bachschildkröte (Mauremys rivulata) bevölkert. Als marine Art muss die stark bedrohte Karettschildkröte erwähnt werden, welche einige kretische Strände (u. a. Matala, Komos) zur Eiablage nutzt.

Als Vertreter der Amphibien sind der Laubfrosch, der Seefrosch und die Wechselkröte in Gegenden mit stehenden oder fließenden Gewässern zu finden.

Gliederfüßer und Weichtiere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Süßwasserkrabbe (Potamon potamios) am Rand einer Landstraße

Einzig der Stamm der Gliederfüßer, vor allem Insekten, Spinnentiere und Hundertfüßer ist artenreich vertreten. Auch Skorpione (z. B. Euscorpius carpathicus, Mesobuthus gibbosus, Iurus dufoureius) sind relativ häufig zu finden, sowohl in Meeresnähe als auch im Landesinneren. Grillen und Zikaden sind so häufig, dass an manchen Orten ihr abendliches Zirpen eine Unterhaltung im Freien unmöglich machen kann.

In manchen ganzjährig fließenden Quellen oder Bächen leben noch Süßwasserkrebse, die bei ihren Wanderungen von Gewässer zu Gewässer auch im Trockenen gefunden werden können.

Besonders im Frühjahr ist die große Anzahl von Gehäuseschnecken auffällig, deren essbare Arten passend zur vorösterlichen Fastenzeit die Speisekarte der Einwohner bereichern.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hafen von Chania
Agios Nikolaos
Chora Sfakion, ein Dorf an der Südküste Kretas
Landschaft in Kreta

Die Einwohnerzahl Kretas beläuft sich auf knapp über 610.000 (Stand 2013).

Siedlungsstruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weit über die Hälfte der Kreter wohnt in den schnell wachsenden städtischen Ballungsräumen von Iraklio, Chania, Rethymno, Agios Nikolaos und Ierapetra. Der Rest lebt in Kleinstädten mit unter 10.000 Einwohnern, in Dörfern oder auf Einzelhöfen.

Sprache[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie in ganz Griechenland ist auf Kreta Neugriechisch die offizielle Sprache, die von Einheimischen allerdings in der Variante des kretischen Dialektes gesprochen wird, in ländlichen Gebieten auch noch von der jüngsten Generation. Noch gibt es ältere Menschen, die nur den Dialekt sprechen, wohingegen die meisten nach den 1950er Jahren geborenen auch Standardgriechisch sprechen können.

Da die neugriechische Sprache nicht so stark in verschiedene Dialekte gespalten ist wie zum Beispiel die englische, deutsche oder italienische, stellt dies in Griechenland eine Besonderheit dar, die von Festlandsgriechen gerne auch karikierend aufgegriffen wird, oft mit Bezug auf die Schrulligkeit, Rückständigkeit oder Sturheit der Kreter. Manche lokalen kretischen Radiosender wie zum Beispiel „Erotokritos“ strahlen ihr Programm fast komplett auf Kretisch aus, in der Wiedergabe von Erzählungen oder in Gedichtbänden und Liederbüchern bemüht man sich, auch die Schreibweise soweit möglich dem Dialekt anzupassen.

Auch Ausländern ohne Griechischkenntnisse fällt der Dialekt durch den Austausch des „k“ vor „i“ oder „e“ durch ein italienisch klingendes „tsch“ leicht auf. Örtlich ist auch der Tausch des griechischen „L“-Lautes durch einen dem englischen „r“ ähnlichen Laut auffallend (oli (όλοι, „alle“) → ouri). Im häufigen weiblichen Personalpronomen tis („ihr“) und Wörtern mit ähnlicher Silbenstruktur tritt ein Lautwechsel zu tsi auf, was vor allem mit der vorangestellten Präposition se („in, nach, zu“) zur schwierigen Konsonantenverbindung stsi führt. Daneben enthält das Kretische auch viele Wörter, die im Hochgriechischen gar nicht auftauchen (z. B. epa statt edo für „hier“). Stellenweise weicht der kretische Dialekt auch grammatisch vom Standardgriechischen ab, so wird wesentlich häufiger das Augment in unbetonter Stellung beim Verb in den Vergangenheits-Tempora bewahrt (epígena statt pígena).

Schrieb noch der englische Forscher Thomas Abel Brimage Spratt in seinem Buch Travels and Researches in Crete 1865 davon, dass vor allem die weibliche Bevölkerung nur Kretisch aber nicht Griechisch sprach, hat das Geschlechterverhältnis sich heute umgekehrt: Fast jede ältere Frau spricht aktiv Standardgriechisch, doch viele ältere Männer beherrschen es nur passiv.

Der kretische Dialekt ist stärker als das Standard-Neugriechische durch die archaische dorische Variante des Griechischen geprägt. Seine stärkste Ausprägung erfährt der Dialekt in der Sfakia, der ehemals abgeschiedenen Landschaft der Weißen Berge (Lefka Ori). Auch für griechische Muttersprachler ist der kretische Dialekt oft schwer bis gar nicht verständlich. Im Internet sind diverse griechische Webseiten mit Kretisch-Griechischen Wörterlisten zu finden, auch die oben erwähnte Reisebeschreibung von Spratt enthält im Anhang ein ausführliches Wörterbuch, welches den Sprachstand um die Mitte des 19. Jahrhunderts wiedergibt.

Illegaler Waffenbesitz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Waffenbesitz hat auf Kreta eine lange Tradition. Nach Schätzungen der griechischen Polizei gibt es in Griechenland 1,5 Millionen nicht angemeldete Schusswaffen, davon mehr als die Hälfte auf Kreta.[25][26][27][28] Sie stammen überwiegend aus der Zeit der deutschen Besatzung.[29] Die Sitte des Schießens in die Luft bei Hochzeiten und anderen Feierlichkeiten ist nach wie vor sehr verbreitet. Durch diese Freudenschüsse und Unfälle mit Schusswaffen gibt es auf Kreta Jahr für Jahr mehrere Todesopfer.[30] Nachdem im Sommer 2004 ein Neunjähriger während einer Hochzeit versehentlich getroffen und schwer verletzt worden war, wurde eine Anti-Waffen-Bewegung ins Leben gerufen, die auch von prominenten Kretern wie Mikis Theodorakis unterstützt wurde.[31] Weiterhin wird jedoch häufig von Schießereien und Waffenfunden berichtet.[32][33]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Karte von Kreta aus dem Jahr 1861

Kreta war nachweislich etwa ab 6000 v. Chr. durchgängig besiedelt, die ältesten Spuren menschlicher Bewohner reichen jedoch mindestens 130.000 Jahre zurück, wie archäologische Funde an neun Stätten im Süden der Insel belegen.[34]

Ab dem dritten vorchristlichen Jahrtausend entstand auf der Insel mit der Minoischen Kultur die erste Hochkultur auf europäischem Boden. Etwa um 1450 v. Chr. übernahm mit den Mykenern eine erste griechischsprachige Bevölkerung die Paläste ihrer Vorgänger. Durch den Zuzug weiterer griechischer Stämme, die in den folgenden Jahrhunderten auf Kreta siedelten, wurde die Sprache der Minoer allmählich verdrängt.

In klassischer Zeit lag Kreta am Rand des griechischen Kulturraums, es galt als „Insel der 100 Poleis“, war also in zahlreiche kleine Stadtstaaten zergliedert. Der in Stein gehauene Gesetzestext der damals mächtigen Polis Gortyn ist der einzige vollständig erhaltene Codex dieser Art der griechischen Antike. Zur Zeit des Hellenismus gewann Kreta wieder an strategischer Bedeutung. Die ab 67 v. Chr. herrschenden Römer verwalteten Kreta in der Provinz Creta et Cyrene von Gortyn aus zusammen mit der heute libyschen Küste der Kyrenaika.

Venezianischer Hafen von Rethymno

Die von 395 bis 1204 währende byzantinische Epoche wurde zwischen 824 und 961 von der Eroberung Kretas durch Muslime unterbrochen, die das Emirat von Kreta gründeten. Die Insel fiel jedoch im 10. Jahrhundert an die Byzantiner zurück. Nach dem Vierten Kreuzzug und der Eroberung Konstantinopels fiel Kreta an die Republik Venedig, die die Insel als Regno di Candia von Iraklio aus verwaltete. 1645 bis 1648 eroberten die Türken fast die gesamte Insel und verleibten sie als Girit (osmanisch گريد) dem Osmanischen Reich ein, nur Candia hielt einer Belagerung bis 1669 stand. Zahlreiche Aufstände der Bevölkerung im 19. Jahrhundert gegen die osmanische Oberhoheit wurden blutig niedergeschlagen. 1898 erzwang die Intervention Frankreichs, Russlands und des Vereinigten Königreichs eine fast vollständige Autonomie Kretas unter der Oberhoheit der Hohen Pforte. Durch den Vertrag von London von 1913 wurde Kreta schließlich Teil des griechischen Staates, im Vertrag von Lausanne 1923 wurde ein umfassender Bevölkerungsaustausch vereinbart. Rund 50.000 Türken mussten die Insel verlassen, viele Griechen aus Kleinasien siedelten auf Kreta.

Im Verlauf des Zweiten Weltkriegs wurde die an strategisch wichtiger Position gelegene Insel Kreta im Mai 1941 in der Luftlandeschlacht um Kreta von der deutschen Wehrmacht erobert und bis 1945 besetzt gehalten. Verschiedene Widerstandsbewegungen kämpften, unterstützt von britischen Agenten, gegen die deutsche Besatzungsherrschaft. Die Wehrmacht verübte in zahlreichen kretischen Orten Massaker und Geiselerschießungen.[35] Der Partisanenkrieg der politisch unterschiedlich positionierten Widerstandsbewegungen gegen die deutsche Besatzung ging ab 1946 fast nahtlos in den Griechischen Bürgerkrieg über.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Politische Gliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreta bildet zusammen mit den kleineren umliegenden Inseln eine der 13 Regionen (Ez. periféria περιφέρεια) Griechenlands. Die Region gliedert sich in vier Regionalbezirke, die den Gebieten der Präfekturen bis 2010 entsprechen. Proportional zu deren Einwohnerzahl entsenden sie eine bestimmte Anzahl Abgeordneter in den 51-köpfigen Regionalrat[36].

Regionalbezirk Einwohner[1] Sitze Gemeinden
Chania 156.585 13 Apokoronas, Chania, Gavdos, Kandanos-Selino, Kissamos, Platanias, Sfakia
Iraklio 305.490 25 Archanes-Asterousia, Chersonisos, Festos, Gortyna, Iraklio, Malevizi, Minoa Pediada, Viannos
Lasithi 75.381 6 Agios Nikolaos, Ierapetra, Lasithi-Hochebene, Sitia
Rethymno 85.609 7 Agios Vasilios, Amari, Anogia, Mylopotamos, Rethymno

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Psarandonis und seine Tochter

Auf Kreta hat sich eine eigene Richtung der griechischen Volksmusik ausgeprägt. Vorherrschende Instrumente sind die Lyra (eine Art Kniegeige), verschiedene Arten des Bouzouki und das Laouto (eine Form der Laute). Zeitgenössische Vertreter sind unter anderen der verstorbene Nikos Xylouris oder sein Bruder Antonis, der unter dem Künstlernamen Psarandonis bekannt geworden ist. Sirtaki, obwohl auf zahlreichen CDs vertreten und in vielen Tavernen gespielt, ist dagegen keine originär kretische Musik.

Mantinades[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mantinades (gr. Mandinades Μαντινάδες, Plural zu Mandinada) sind eine weit verbreitete traditionelle Lied- und Vortragsform auf Kreta. Die kretischen Mantinades sind 15-silbige Reimpaare im lokal vorherrschenden Dialekt und werden von wechselnden Sängern als Sprechgesang vorgetragen. Die Reimpaare enden meistens mit End- oder Kreuzreimformen oder werden benutzt, um auf einen zuvor vorgetragenen Reim zu antworten. Neben einer großen Anzahl feststehender und bekannter Strophen werden von den Sängern abgewandelte oder ganz improvisierte Strophen eingeschoben, was im Wechselspiel der verschiedenen Vortragenden zu einer Art Wettbewerb werden kann. Die Menge an notierten Reimen ist groß, die Themen Liebe, Hoffnung, Trauer, Exil, Krieg und Blutrache bilden dabei meistens die Schwerpunkte. Die traditionellen Mantinades werden zum größten Teil von dem kretischen Instrument, der Lyra begleitet.

Die Ursprünge der kretischen Mantinades liegen im 15. Jahrhundert, als Kreta von Venedig besetzt war. Die kretische Kultur war damals von europäischen Dichtern und Denkern stark beeinflusst. Der griechische Dichter Vitsentzos Kornaros und sein Werk Erotokritos waren maßgeblich an der Entstehung der Mantinades beteiligt. Aber auch schon in der Antike waren Reime und Lyrik Bestandteil der kretischen Kultur. So verkündete der kretische Philosoph und Seher Epimenides seine Prophezeiungen stets in gereimten Versen, genauso wie Iophon von Knossos, der seine seherischen Fähigkeiten im Orakel von Amphiaraos mit Hilfe von Reimen zum Ausdruck brachte.

Mantinades werden nicht ausschließlich auf Kreta vorgetragen. Auf den griechischen Inseln Kasos und Karpathos gibt es ähnliche Reimlieder, die auch Mantinades genannt werden. Auf verschiedenen der ionischen und ägäischen Inseln findet man ähnliche Formen des musikalischen Vortrags. Auch auf Zypern existieren sie unter dem Namen Tsatista. Da in früheren Jahrhunderten die wenigsten Mantinades schriftlich notiert wurden, wurde im kretischen Dorf Korfes ein Haus der Mantinades eröffnet, in dem alle Bestandteile dieser Musikkultur besichtigt werden können.

Historische Stätten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche des Klosters Arkadi
Palast von Knossos
Phaistos (Festos)

Zu den historischen Stätten Kretas zählen:

Im Zusammenhang mit der Luftlandeschlacht um Kreta im Zweiten Weltkrieg steht der Deutsche Soldatenfriedhof Maleme.

Naturschauplätze[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Askifou-Hochebene, Westkreta
Strand bei Elafonisi
Blick von der Gramvousa-Halbinsel im Nordwesten Kretas

Gewässer:

Hochebenen von:

Strände und Buchten:

Schluchten:

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ölbaum und Ziegen
Hafen von Sitia, Ostkreta

Hauptwirtschaftszweig ist der Fremdenverkehr. Im Vergleich mit dem BIP der EU ausgedrückt in Kaufkraftstandards erreicht Kreta einen Index von 81,5 (EU-25: 100) (2003).[37]

Landwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Landwirtschaftlich wird die Insel vor allem für Wein-, Oliven- und Obstanbau genutzt. Ein großer Teil des kretischen Weinbaus dient der Produktion von Rosinen. Die wenigen Ebenen Kretas im Südosten, die Lasithi-Hochebene sowie die Messara-Ebene sind von zahlreichen Treibhauskulturen geprägt, in denen Gemüse und Salate sowohl für den Eigenbedarf als auch für den Export angebaut werden.

Die Insel gehört zu den größten Olivenölexporteuren der Europäischen Union, Ende der 1990er Jahre wuchsen auf 44 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche rund 16 Millionen Ölbäume. Bei Kavousi in Nordostkreta steht einer der ältesten Olivenbäume der Welt. Aus seinen Ästen wurden die Olivenzweige geschnitten, die während der Olympischen Spiele 2004 in Athen den Sportlern aufgesetzt wurden.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreta besitzt drei Flughäfen in den Städten Iraklio (Heraklion), Chania und Sitia, von denen Sitia nur national angeflogen wird. Fährverbindungen gibt es vor allem nach Piräus (Athen), ganzjährig auch nach Thessaloniki, Santorin, Karpathos, Rhodos oder zur Saison auch von Kissamos nach Gythio auf dem Peloponnes.

Wichtigstes öffentliches Verkehrsmittel auf der Insel ist der Busverkehr der Genossenschaft KTEL. Eine Eisenbahnlinie gibt es auf Kreta nicht.

Die Europastraße 75 mit Brücken- und Tunnelbauwerk nahe Malia

Das Straßennetz ist seit den 1980er Jahren ausgebaut worden. Die Schnellstraße 70 (Europastraße 75) wird etappenweise zur Autobahn 70 ausgebaut. Fertiggestellt sind bisher die Umfahrungen von Chania, Rethymno und Iraklio. Nebenstraßen, die noch in aktuellen Reiseführern als Schotterpisten beschrieben sind, sind in der Zwischenzeit asphaltiert, so zum Beispiel die Ost-West-Verbindung durch die Asfendou-Ebene von Asi Gonia bis Imbros. Gerade der bis dahin benachteiligte Süden Kretas profitierte von dem Ausbau.

Hochschulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreta besitzt zwei Universitäten: die Universität Kreta und die Technische Universität Kreta sowie einige Hochschulen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kazantzakis’ Grab in Iraklio

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Theocharis E. Detorakis: Geschichte von Kreta. Heraklion 1997, ISBN 960-90199-4-3. Umfangreiche historische Darstellung bis zum Ende der kretischen Autonomie. Ein kleines Schlusskapitel reicht bis zur deutschen Besatzung.
  • J. Lesley Fitton: The Minoans. British Museum Press, London 2002, ISBN 978-0-7141-2140-6 (Peoples of the past). Deutsch: Die Minoer. Theiss, Stuttgart 2004, ISBN 3-8062-1862-5. Themen: Alltag, Landwirtschaft, Architektur, Religion, Wirtschaft und Gesellschaft Kretas im Zeitraum ca. 3000–1200 v. Chr.

Zur deutschen Besatzungszeit 1941–1945

  • Ulrich Kadelbach: Schatten ohne Mann. 2. Auflage. Balistier, Mähringen 2002, ISBN 3-9806168-5-1, (Sedones 5).
  • Karina Raeck: Αντάρτης. Μνημείο για την Ειρήνη. Andartis. Monument für den Frieden. 2. korrigierte Auflage. Βιβλιοεκδοτική, Athen 2005, ISBN 3-9804575-2-4 (griechisch und deutsch).
  • Marlen von Xylander: Die deutsche Besatzungsherrschaft auf Kreta 1941–1945. Rombach, Freiburg 1989, 153 S., ISBN 3-7930-0192-X

Historische Reiseberichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Reiseführer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eberhard Fohrer: Kreta. 19. Auflage. Michael Müller, Erlangen 2012, ISBN 978-3-89953-692-8
  • Dagmar Lange, Monika Wächter: Reiseführer Natur Kreta. BLV, München 1999, ISBN 3-405-15524-X.
  • Ulrich Kull, Stergos Diamantoglou: Kreta. Sammlung Geologischer Führer Band 107. Verlag Gebr. Borntraeger Stuttgart, 2012. ISBN 978-3-443-15095-2

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Kreta – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Kreta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Kreta – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Memento vom 27. Juni 2015 im Internet Archive) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2. a b Charles Arnold (Hrsg.): Die Inseln des Mittelmeers. Ein einzigartiger und vollständiger Überblick. 2. Auflage. marebuchverlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-86648-096-4.
  3. Fritz Gschnitzer: Elis-Eleia und Verwandtes. Zur Bildung griechischer Länder- und Völkernamen. In: Kleine Schriften zum griechischen und römischen Altertum, Stuttgart 2001, ISBN 3-515-07805-3, S. 90.
  4. Odyssee, Buch 19 Vers 176 (online)
  5. Wilhelm Vollmer: Dr. Vollmers Wörterbuch der Mythologie aller Völker, Dritte Edition, Stuttgart 1874, Reprint Leipzig 1990, ISBN 3-921695-13-9
  6. Harry Thurston Peck: Harpers Dictionary of Classical Antiquities. Harper and Brothers, New York 1898 (online).
  7. Die Geologie Griechenlands unter besonderer berücksichtigung de. In: www.amleto.de. Abgerufen am 24. September 2015.
  8. World Atlas of Resources and Environment, Verlag Ed. Hölzel 1998
  9. Griechenland – ein Geburtsland der Vulkanologie. In: volcanodiscovery.com. Abgerufen am 20. Januar 2015.
  10. Dies und das Folgende nach Nikos Mourtzas, Eleni Kolaiti, Marco Anzidei: Vertical land movements and sea level changes along the coast of Crete (Greece) since Late Holocene, in: Quaternary International, online seit 29. Oktober 2015.
  11. a b c d Griechenland (Teil A). In: www.boarding-time.de. Abgerufen am 7. Februar 2009.
  12. a b Wunderschönes Kreta. In: WDR Fernsehen. Archiviert vom Original am 25. Januar 2005, abgerufen am 7. Februar 2009.
  13. Naturkatastrophen Liste. Vulkanausbrüche, Naturkatastrophen, Überschwemmungen, Erdbeben, Sturmfluten auf der ganzen Welt. In: anabell.de. Abgerufen am 7. Februar 2009.
  14. Erdbeben erschüttert Ferieninsel Kreta. In: Wetterspiegel.de. 14. September 2001, abgerufen am 7. Februar 2009.
  15. Urlaubsschock: Kreta bebt. In: abendblatt.de. Hamburger Abendblatt, 23. Mai 2002, abgerufen am 7. Februar 2009.
  16. Mittleres Erdbeben erschüttert Kreta
  17. Erdbeben auf Kreta. In: abendblatt.de. Hamburger Abendblatt, 20. August 2002, abgerufen am 7. Februar 2009.
  18. Erdbeben erschüttert griechische Inselwelt. In: scinexx. 7. Februar 2004, abgerufen am 7. Februar 2009.
  19. Kreta von Erdbeben erschüttert. In: scinexx. 4. November 2004, abgerufen am 7. Februar 2009.
  20. Magnitude 6.7 SOUTHERN GREECE. USGS, 8. Januar 2006, abgerufen am 9. März 2010.
  21. Erdbeben: Griechen kommen mit Schrecken davon. In: stern.de. 8. Januar 2006, abgerufen am 7. Februar 2009.
  22. Erdbeben erschüttert Mittelmeerinsel Kreta. In: tagesspiegel.de. 12. Oktober 2013, abgerufen am Januar 2015.
  23. J. Hantz: Distribution of Oxalis pes-caprae L. in the East Mediterranean region. In: Annales Musei Goulandris Band 7, 1986, S. 49–56.
  24. Alexandra van der Geer, George Lyras, John de Vos und Michael Dermitzakis: Evolution of island mammals. Adaption and extinction of placental mammals on islands. Oxford 2010 (hier S. 43–61), ISBN 978-1-4051-9009-1, (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche)
  25. Kölner Stadtanzeiger vom 10. September 2005: „Das Teufelsdreieck von Kreta“
  26. Kreta-Umweltinfo Merkblatt Nr. 180-06 (2006) Naturwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft Obertshausen-Mosbach (PDF; 224 kB)
  27. Nach Peter Squires soll mindestens die Hälfte aller Haushalte in Kreta illegale Waffen besitzen: Gun Culture or Gun Control? Firearms and Violence: Safety and Society, London 2000, S. 137.
  28. Andere Beobachter schätzen, dass es mehr als eine Million Waffen auf der Insel gibt, vgl. Victoria Kyriakopoulos: Kreta, 2009, ISBN 3-8297-1607-9, S. 48.
  29. Waffen auf Kreta radio-kreta.de, 19. April 2012
  30. EKEO (Griechisches Zentrum für Waffenkontrolle: Waffen und Vendettas auf Kreta) (griechisch)
  31. Aufruf von Mikis Theodorakis vom 26. November 2004
  32. Die Presse vom 4. September 2008: „Traditionelle Schießerei – Festnahmen auf Kreta“
  33. inews.gr vom 29. März 2013: “Waffen und Munition für jeden Geschmack” (griechisch)
  34. Ancient Hominids Took to the Seas in: Discovery News, 11. Januar 2010.
  35. Marlen von Xylander: Die deutsche Besatzungsherrschaft auf Kreta 1941–1945. Freiburg 1989, ISBN 3-7930-0192-X, passim.
  36. Griechisches Innenministerium: Rundschreiben Nr. 19 zur Durchführung der Wahlen vom 7. November 2010 für die Regionalen Behörden (gr. Εγκύκλιος υπ’ αριθμ. 19 για τη διενέργεια των εκλογών της 7ης Νοεμβρίου 2010 για την ανάδειξη ΤΩΝ ΠΕΡΙΦΕΡΕΙΑΚΩΝ ΑΡΧΩΝ), Athen, August 2010 (PDF online (Memento vom 19. September 2011 im Internet Archive), 557 KB)
  37. (Eurostat News Release 63/2006: Regional GDP per inhabitant in the EU 25 (Memento vom 12. März 2007 im Internet Archive))

Koordinaten: 35° 10′ N, 24° 53′ O