Heiliges Kreuz

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Konstantin und Helena mit dem Heiligen Kreuz, Ikone, 14. Jhd.
Jan van Eyck: Auffindung des Kreuzes Christi durch Kaiserin Helena, Turin-Mailänder Stundenbuch, um 1422

Heiliges Kreuz oder Wahres Kreuz Christi ist die Bezeichnung für das Kreuz, an dem Jesus Christus den Opfertod starb. Dieses Kreuz wurde angeblich im Jahr 325 gefunden. Es wurde in mehrere Teile geteilt und an verschiedene Orte gebracht. Im Mittelalter gab es eine große Anzahl von angeblichen Splittern des Wahren Kreuzes. Diese zählten zu den wichtigsten christlichen Reliquien überhaupt. Sie wurden in wertvollen Reliquiarien, den sogenannten Staurotheken, aufbewahrt. Um diese Reliquien entstanden viele Heilig-Kreuz-Kirchen in ganz Europa.

Festtage des Hl. Kreuzes sind das Fest der Kreuzerhöhung (14. September), die Kreuzprozession (1. August, orthodox), und ein paar andere bewegliche Feste sowie Karfreitag (Kreuzigung des Herrn). Festtag der Reliquien selbst ist das Fest der Kreuzauffindung (3. Mai, katholisch, 6. März oder 7. Mai, orthodox).

Geschichte[Bearbeiten]

Auffindung des Kreuzes
Hauptartikel: Kreuzauffindung

Drei Legenden berichteten in verschiedenen Versionen von der Auffindung des Heiligen Kreuzes durch den Rabbiner Judas Cyriacus oder durch Helena. Daneben sollen auch die Nägel und das Heilige Grab wiedergefunden worden sein.

„In Jerusalem wird ein vergoldetes Kästchen gezeigt, in dem sich ein Teil des Heiligen Kreuzes befindet; es wird geöffnet, das Kreuzholz herausgehoben und zusammen mit der Kreuzinschrift auf den Tisch gelegt.[1]

  • 614, 22. Mai: Der Sassanidengeneral Shahrbaraz eroberte Jerusalem und überführte die Reliquien nach Ktesiphon, wo sie von der christlichen „Königin der Königinnen“, Schirin, in Empfang genommen wurden.
  • 628: Der Sassanidenkönig Chosrau II. unterlag dem oströmischen Kaiser Herakleios. Durch seinen Tod entstanden Machtkämpfe um den Thron. Die Tochter Chosraus II., Boran, schloss mit Ostrom einen Friedensvertrag ab und veranlasste die Rückgabe der Reliquien.
  • 630, 21. März: feierliche Wiederausstellung des Teilstücks des „Heiligen Kreuzes“ in Jerusalem.
  • 638: Eroberung von Jerusalem durch die Muslime. Die byzantinischen Kreuzteile sind seit dieser Zeit verschollen – angebliche Splitter tauchen später in Kreuzfahrerkreisen auf. Anderen Versionen zufolge wurden sie vor den Muslimen nach Konstantinopel in Sicherheit gebracht oder verblieben in Jerusalem.
  • 1099: Jerusalem wurde erobert, und die Kreuzfahrer stießen bei ihrer Suche nach dem „wahren Kreuz“ auf einen syrischen Christen, dessen Familie das Kreuz hütete. Da er sich weigerte, es herauszugeben, trieb man ihm brennende Pinienspäne unter die Nägel und brach ihm Knochen, bis er das Versteck preisgab. Seither wurde das Kreuz bei allen wichtigen Feldzügen und Schlachten gegen die Sarazenen bis zur Schlacht bei Hattin 1187 mitgeführt.
  • 1187: nach Aussage mittelalterlicher Quellen geriet das Heilige Kreuz – also vermutlich jenes, das 628 nach Jerusalem zurückgebracht worden war – bei der Schlacht bei Hattin in die Hände der muslimischen Ayyubiden und ist seither verschollen.
  • 1204: Eroberung von Konstantinopel. Hunderte kleinste Holzteile, die vom dort angeblich zerteilten Kreuz stammen sollen, wurden von Kreuzrittern nach Europa gebracht. Die Kölner Königschronik, die Chronica regia Coloniensis, meldete zum Jahre 1204: Nach der Eroberung der Stadt wurden unschätzbare Reichtümer gefunden, unvergleichlich kostbare Edelsteine und auch ein Teil des Kreuzes des Herrn, das, von Helena aus Jerusalem überführt und mit Gold und kostbaren Edelsteinen geschmückt, dort höchste Verehrung erfuhr. Es wurde von den anwesenden Bischöfen zerteilt und mit anderen sehr kostbaren Reliquien unter den Rittern aufgeteilt; später, nach deren Rückkehr in die Heimat, wurde es Kirchen und Klöstern gestiftet.
Kreuzpartikel in der Wiener Schatzkammer, Teil der Reichskleinodien
Kreuzpartikelmonstranz aus dem Klosterschatz der ehemaligen Prämonstratenserabtei Rüti

Sakralbauten zum Heiligen Kreuz[Bearbeiten]

Hauptartikel: Heilig-Kreuz-Kirche

In vielen Kirchen und Klöstern werden Partikel des Heiligen Kreuzes aufbewahrt und verehrt. Im deutschsprachigen Raum

Ein bedeutendes Reliquiar ohne Bindung an einen Sakralbau stellt die Limburger Staurothek und das Reliquiar des Wahren Kreuzes (Louvre) dar.

Orte[Bearbeiten]

Zahlreiche Orte sind nach Heilig-Kreuz-Kirchen oder Heilig-Kreuz-Klöstern benannt:

Literatur[Bearbeiten]

  • Arnold Angenendt: Heilige und Reliquien. München 1997.
  • Barbara Baert: A Heritage Of Holy Wood: The Legend of the True Cross in Text and Image. Leiden 2004. (Wichtiges und aktuelles Überblickswerk)
  • Jean-Luc Deuffic (Hrsg.): Reliques et sainteté dans l'espace médiéval. Pecia 8/11, 2005 [1].
  • Anatole Frolow : La relique de la vraie Croix : recherches sur le développement d'un culte. Paris : Institut français d'études byzantines, 1961.
  • Michael Hesemann: Die stummen Zeugen von Golgatha. Die faszinierende Geschichte der Passionsreliquien Christi. Hugendubel, München 2000, ISBN 3-7205-2139-7.
  • Klaus Schippmann: Grundzüge der Geschichte des sasanidischen Reiches. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1990.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kreuz (Reliquie) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. 37,1: "… et affertur loculus argenteus deauratus, in quo est lignum sanctum crucis, aperitur et profertur, ponitur in mensa tam lignum crucis quam titulus."