Kreuzdorn

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Kreuzdorn
Stechpalmen-Kreuzdorn (Rhamnus alaternus)

Stechpalmen-Kreuzdorn (Rhamnus alaternus)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Rosiden
Eurosiden I
Ordnung: Rosenartige (Rosales)
Familie: Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae)
Gattung: Kreuzdorn
Wissenschaftlicher Name
Rhamnus
L.

Kreuzdorn (Rhamnus), auch Wegedorn genannt, bildet eine Pflanzengattung innerhalb der Familie der Kreuzdorngewächse (Rhamnaceae). Die etwa 100 Arten sind bis auf einige wenige Regionen weltweit verbreitet.

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Illustration aus Köhler's Medizinal-Pflanzen in naturgetreuen Abbildungen mit kurz erläuterndem Texte, Tafel 63 des Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica)
Zweige mit Laubblättern des Alpen-Kreuzdorn (Rhamnus alpina)
Purgier-Kreuzdorn (Rhamnus cathartica)
Faulbaum (Rhamnus frangula)
Zwerg-Kreuzdorn (Rhamnus pumila)
Felsen-Kreuzdorn (Rhamnus saxatilis)

Vegetative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rhamnus-Arten sind meist sommergrüne, selten immergrüne Sträucher und kleine Bäume. Sie bilden häufig Dornen. Einige Arten bilden Knospenschuppen an den Winterknospen.[1][2]

Die gegenständigen oder wechselständigen, selten in Büscheln auf Kurztrieben angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreiten sind einfach und oft gesägt. Die Nebenblätter sind stark zugespitzt.[1][2]

Generative Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blüten stehen einzeln oder in zymösen, traubigen oder rispigen Blütenständen zusammen.[1][2]

Die unscheinbaren Blüten sind oft zwittrig und vier- oder fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die Blütenfarbe ist grünlich-weiß oder gelblich. Die vier oder fünf Kelchblätter sind glocken- bis becherförmig verwachsen, und der Kelch endet in eiförmig-dreieckigen Kelchzipfeln. Die vier bis fünf Kronblätter sind kürzer als die Kelchblätter, selten fehlen sie ganz. Die vier bis fünf Staubblätter besitzen dorsal fixierte Staubbeutel. Die kugelförmigen, freistehenden Fruchtknoten sind oberständig.[1][2]

Die ledrigen oder fleischigen, beerenähnlichen Steinfrüchte enthalten zwei bis vier Kerne, die von Vögeln ausgebreitet werden. Die Früchte der meisten Arten enthalten einen gelben Farbstoff, die Samen reichlich Protein und Öle.[1][2][3]

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Rhamnus-Arten kommen meist in gemäßigten bis tropischen Gebieten der Nordhalbkugel vor, hauptsächlich in Ostasien und Nordamerika, wenige in Europa und Afrika. Sie fehlen allein in Madagaskar, Australien und Polynesien.[2][1][4]

Der Umfang der Gattung Rhamnus wird kontrovers diskutiert. Die Faulbäume (Frangula) werden häufig als eigene Gattung gesehen. Es gibt verschiedene Gliederungen der Gattung Rhamnus. Manche Autoren teilt die Gattung Rhamnus s. l. in zwei Untergattungen Rhamnus und Frangula, die weiter in Sektionen gegliedert werden. Die folgende Einteilung folgt dem System nach Suessenguth 1953, also noch bevor molekulargenetische Daten zur Verfügung standen:[5]

  • Untergattung Frangula (Miller) S.F.Gray:
Die Blüten sind fünfzählig und zwittrig. Die sind Samen ungefurcht und die Kotyledonen sind dick. Die Knospen haben keine Knospenschuppen. Blätter und Zweige sind wechselständig. Das Hauptverbreitungsgebiet ist das pazifische Nordamerika, darüber hinaus Afrika, Ostasien, Mittel- und Südamerika.
  • Untergattung Rhamnus (Syn.: Eurhamnus Dippel):
Die Blüten sind immer eingeschlechtig und die Arten diözisch. Die Samen sind tief gefurcht. Die Keimung erfolgt epigäisch und die Keimblätter sind dünn. Die Blattstellung ist wechsel- oder gegenständig. Knospenschuppen sind vorhanden. Schwerpunkt der Verbreitung ist Ostasien.
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Auswahl an Arten:

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Öl der Samen wird zur Herstellung von Schmieröl, Druckerfarbe und Seife verwendet. Die Wurzeln und Blätter einiger Arten dienen als Heilmittel.[2] Die Früchte einiger Arten, Purgier-Kreuzdorn, Stechpalmen-Kreuzdorn, Felsen-Kreuzdorn, Färberdorn (Rhamnus infectorius), werden zum Färben verwendet.[7]

Nachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Thomas Gaskell Tutin: Rhamnus L. In: Th. G. Tutin et al.: Flora Europaea, Band 2, S. 244–245. Cambridge University Press 1968.
  • Schütt, Weisgerber, Schuck, Lang, Stimm, Roloff: Enzyklopädie der Sträucher. Nikol, Hamburg 2006, ISBN 3-937872-40-X, S. 237–239.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e f Schütt et al.: Enzyklopädie der Sträucher, S. 238.
  2. a b c d e f g Yilin Chen, Carsten Schirarend: Rhamnaceae.: Rhamnus, S. 139-148 - textgleich online wie gedrucktes Werk, In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven & Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 12 - Hippocastanaceae through Theaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2007, ISBN 978-1-930723-64-1.
  3. Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica Bäume & Sträucher. Tandem Verlag, 2006, ISBN 978-3-8331-2003-9, S. 718.
  4. D. Medan, C. Schirarend: Rhamnaceae. In: Klaus Kubitzki (Hrsg.): The Families and Genera of Vascular Plants – Volume VI – Flowering Plants – Dicotyledons – Celastrales, Oxalidales, Rosales, Cornales, Ericales, 2004, S. 327, ISBN 978-3-540-06512-8.
  5. K. Suessenguth: Rhamnaceae. In: A. Engler, K. Prantl (Hrsg.): Die natürlichen Pflanzenfamilien. 2. Auflage. Band 20d. Duncker und Humblot, Berlin 1953 (zitiert nach Schütt et al.: Enzyklopädie der Sträucher, S. 239).
  6. a b Rhamnus im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen im 29. April 2017.
  7. Saftgrün aus Kreuzdornbeeren auf materialarchiv.ch, abgerufen am 23. Januar 2017.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kreuzdorn (Rhamnus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien