Kreuzeckbahn (Garmisch-Partenkirchen)

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Kreuzeckbahn
Bergstation der Kreuzeckbahn
Lage: Garmisch-Partenkirchen BYBY BY DeutschlandDeutschland D
Gebirge: Wettersteingebirge, Alpen
Gesamtlänge: 2.304 m
Höhendifferenz: 875 m
760 m 1.638 m
Talstation: 47° 28′ 17,5″ N, 11° 3′ 49,2″ O
Bergstation: 47° 27′ 8,2″ N, 11° 4′ 1,5″ O
Technische Daten
Dauer: 7 Minuten
Geschwindigkeit: 5—6 m/s
Beförderungsleistung: 2.000 Personen/h
Seilbahnstützen: 3
Hintergrund
Besitzer: Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG,
Garmisch-Partenkirchen
Bayern, Deutschland
Eröffnung: 20. Dezember 2002
Kontakt: zugspitze.de

Die Kreuzeckbahn ist eine Luftseilbahn von Garmisch-Partenkirchen (760 m) auf das Kreuzeck (1651 m) und gehört der Bayerischen Zugspitzbahn Bergbahn AG. Die Bahn erschließt das gesamte Kreuzeckgebiet als alpinen Ausgangspunkt zur Alpspitze und in das Höllental, vor allem aber das "Classic"-Skigebiet mit den Skiabfahrten Kandahar und Olympia.

Alte Kreuzeckbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste touristische Erschließung des Kreuzeck erfolgte 1906 durch das Adolf-Zoeppritz-Haus. Bereits 1913 wurde eine Seilbahn auf das Kreuzeck geplant.[1] Im Juli 1925 wurde dem Architekten Franz Deininger schließlich die Bau- und Betriebskonzession erteilt.[2] Die Pendelbahn wurde von der Firma Adolf Bleichert & Co. nach dem System "Bleichert–Zuegg" errichtet. Die Tragseile wurde von der Westfälischen Drahtindustrie und die Zugseile von Felten & Guilleaume geliefert.[3] Ziel war es noch zur Weihnachtszeit 1925 die Seilbahn in Betrieb zu nehmen.[2] Die Inbetriebnahme verzögerte sich jedoch, worauf die Bahn am 28. Mai 1926 als die erste Schwebebahn zur Personenbeförderung in Bayern und damit im deutschen Alpenraum eröffnet wurde.[1][3][4]

Die Streckenlänge der Seilbahn betrug 2342 Meter, wobei sie eine Höhendifferenz von 880 Meter überwand. Die höchste Stelle über Grund betrug 75 Meter. Die Seilbahn stützte sich auf drei Stützen und wurde von einem Elektromotor mit 50 PS Leistung angetrieben. Bei einer Fahrtzeit von 8 Minuten und zwei Kabinen mit 24 Fahrgästen plus einem Führer wurde eine Beförderungskapazität von 150 Personen pro Stunde erreicht.[3][4]

Die beiden holzverkleideten Kabinen wurde 1938 durch neue Leichtmetallkabinen der Luftschiffbau Zeppelin und einem neuen Gehänge der Firma Bleichert ersetzt. Dadurch vergrößerte sich der Fahrgastraum auf 27 Personen plus einem Führer. Diese Kabinen wurde 1963 durch neue der Firma Zarges ersetzt. Die Seilbahn erhielt auch neue Trag- und Zugseile und einen neuen Antrieb mit einer Leistung von 110 kW.[5] Davon abgesehen blieb die Seilbahn bis zu ihrer Außerbetriebnahme im Wesentlichen technisch unverändert.[4]

Im Jahr 1999 fusionierte die Kreuzeckbahn GmbH & Co. KG mit der Bayerische Zugspitzbahn Bergbahn AG, wodurch die Kreuzeckbahn in den Besitz der Bayerischen Zugspitzbahn gelangte.

Neue Kreuzeckbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach 76 Betriebsjahren und 15 Millionen beförderten Passagieren wurde die alte Kreuzeckbahn am 7. April 2002 stillgelegt und durch eine kuppelbare Zweiseilumlaufbahn (2S-Bahn) vom österreichischen Hersteller Doppelmayr ersetzt. Die neue Seilbahn wurde am 20. Dezember 2002 an der gleichen Stelle, wie die alte Seilbahn, in Betrieb genommen.[4][6]

Mit den 34 Kabinen von CWA für je 15 Personen wird eine Förderleistung von 2000 Personen pro Stunde und Richtung erreicht.[Anm. 1] Die 58 mm starken Trag- und die 46 mm starken Zugseile laufen über drei Seilbahnstützen mit einer Höhe von 44, 24 und 30 Meter. Dabei erreicht die Seilbahn einen maximalen Bodenabstand von 90 Meter. Die Seilbahn wird von zwei Gleichstrommotoren, mit jeweils 430 kW, angetrieben. Zusätzlich ist ein Diesel-hydraulischer Notantrieb mit einer Leistung von 170 kW vorhanden. Die Garage für die Kabinen befindet sich in der Talstation.[6]

Die Kreuzeckbahn ist die erste von Doppelmayr erbaute 2S-Bahn.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ostler, Josef: Garmisch und Partenkirchen : 1870-1935 : der Olympia-Ort entsteht. Verein für Geschichte, Kunst- und Kulturgeschichte im Landkreis Garmisch-Partenkirchen, Garmisch-Partenkirchen 2000, ISBN 978-3-9803980-0-8, S. 43.
  2. a b Meldungen von überall/ München In: Vossische Zeitung, 11. Juli 1925, Morgen-Ausgabe, S. 3.
  3. a b c Blath, Peter: Gipfelstürmer im Werdenfelser Land. Sutton, Erfurt 2003, ISBN 3-89702-613-9, S. 33–44.
  4. a b c d Meilensteine. (PDF) In: zugspitze.de. 2. März 2012, archiviert vom Original am 2. März 2012; abgerufen am 1. Januar 2019.
  5. Preuß, Erich: Die Bayerische Zugspitzbahn und ihre Seilbahnen. 1. Aufl. Transpress, Stuttgart 1997, ISBN 3-613-71054-4, S. 106.
  6. a b Daten und Technik der Bayerischen Zugspitzbahn. (PDF) 2. März 2012, archiviert vom Original am 2. März 2012; abgerufen am 1. Januar 2019.

Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Andere Quellen sprechen von 25 Kabinen und einer Förderleistung von 1000 Personen pro Stunde und Richtung.