Kriegs- und Domänenkammer

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Kriegs- und Domänenkammern hießen die Provinzialbehörden im Preußischen Staat, die König Friedrich Wilhelm I. bei der Reorganisation der Verwaltung im Jahre 1723 geschaffen hatte. Sie waren die Vorgänger der 1815 eingerichteten preußischen Bezirksregierungen.

Entstehung und Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sie gingen hervor aus der Zusammenlegung der Kriegskommissariate mit den Amtskammern, die Karl Heinrich zu Waldburg zuerst in Königsberg (Preußen) für das Königreich Preußen vorbereitet hatte.

  • Kriegskommissariate waren Behörden, die die Steuern und Abgaben zu erheben hatten, welche für die Bedürfnisse der Armee, für das stehende Heer, bestimmt waren.
  • Amtskammern verwalteten die Domänen und zogen die Pachtgelder für diese staatlichen Güter ein.

Die Kriegs- und Domänenkammern standen unter der Leitung des General-Oberfinanz, Kriegs- und Domänendirektoriums (Generaldirektoriums) in Berlin, in dem Friedrich von Görne die maßgebliche Rolle spielte. Diese Ämter bestanden bis zu den großen Preußischen Reformen durch Heinrich Friedrich Karl Freiherr vom Stein und Karl August von Hardenberg im Jahre 1808, als sie die Bezeichnung „Regierungen“ erhielten.

Es bestanden unter anderem folgende Kriegs- und Domänenkammern:

  1. Ansbachische Kriegs- und Domänenkammer
  2. Baireuthische Kriegs- und Domänenkammer
  3. Eichsfeld-Erfurtische Kriegs- und Domänenkammer (1802-1806)
  4. Gumbinner Kriegs- und Domänenkammer
  5. Halberstädtische Kriegs- und Domänenkammer (1723-1808/1816)
  6. Königsberger Kriegs- und Domänenkammer
  7. Kurmärkische Kriegs- und Domänenkammer (1723–1809)
  8. Märkische Kriegs- und Domänenkammer (1788–1808)
  9. Marienwerder Kriegs- und Domänenkammer
  10. Meursische Kriegs- und Domänenkammer
  11. Kriegs- und Domänenkammer zu Minden (1723–1807)
  12. Neumärkische Kriegs- und Domänenkammer (1733–1809)
  13. Neu-Ostpreußische Kriegs- und Domänenkammer
  14. Pommersche Kriegs- und Domänenkammer (1723–1808)
  15. Preußisch-Litauische Kriegs- und Domänenkammer
  16. Schlesische Kriegs- und Domänenkammer
  17. Südpreußische Kriegs- und Domänenkammer
  18. Westpreußische Kriegs- und Domänenkammer

Regierung waren in jener Zeit die Provinzialgerichtshöfe, die ab 1808 Oberlandesgericht hießen.

Die leitenden Verwaltungsbeamten der einzelnen Kammern hießen entsprechen Kriegs- und Domänenrat bzw. Kriegs- und Domänendirektor.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Otto Hintze: Einleitende Darstellung der Behördenorganisation und allgemeinen Verwaltung in Preußen bei Regierungsantritt Friedrich II.. Parey, Berlin 1901 (erschienen als Teil der Acta Borussica, Reihe: Behördenorganisation und die allgemeine Staatsverwaltung Preußens im 18. Jahrhundert, Bd. 6, Teil 1), Nachdruck 1987.