Kriegsroman

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Ein Kriegsroman ist eine spezielle Literaturform, in deren Mittelpunkt die Darstellung von Kampfhandlungen steht, beziehungsweise der Krieg die Hintergrundkulisse bildet und als unheilvolles Ereignis, die Entwicklungsgeschichte des Protagonisten beeinflusst. Einige Werke dieses Genres können auch als Unterform des Abenteuerromans angesehen werden. Eine Sonderform des Kriegsromans ist der Antikriegsroman, bei dem die Sinnlosigkeit und die Grausamkeit des Krieges im Vordergrund stehen. Die meisten Kriegsromane sind historische Romane. Emer O’Sullivan definiert den Kriegsroman („war novel“) wie folgt:

„Not every text set in a time of war is a war story. The difference between a text having ’military war’ as one of it’s main themes only, and it’s being classified as a war story is one degree. If the war is used as a background setting to a story which is not centrally connected with it, then the story is not a war story. If the story is concerned with the doings of war, if it is set where some action connected with the war taking place, then it’s a war story .“

Emer O’Sullivan in Dorothea Flothow: Told in Gallant Stories: Erinnerungsbilder des Krieges in britischen Kinder- und Jugendromanen 1870–1939. S. 53. Königshausen u. Neumann, 2009, ISBN 978-3-8260-3497-8.

Die Handlung eines Kriegsromans kann entweder auf dem Schlachtfeld stattfinden oder aber auch an der rückwärtigen Heimatfront spielen.[1] Gemeinsames Merkmal ist jedoch, dass es sich in der Regel ursprünglich um reine Männerliteratur[2] handelt. Erst später setzen sich auch Frauen mit dieser Thematik auseinander.

Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„In war you lose your sense of the definite, hence your sense of truth itself, and therefore it’s safe to say that in a true war story nothing is ever absolutely true.“

Tim O’Brien: „The Things They Carried“. S. 88. Fourth Estate, 2015, ISBN 978-0-544-30976-0.

Die dramatischen Wandlungen der Titelfigur stehen häufig in direktem Zusammenhang mit den Kriegsereignissen. Die Sprache folgt meist der derben, rohen, obszönen und unflätigen Ausdrucksweise der Kriegsteilnehmer, um ein realistisches Bild von der militärischen Wirklichkeit aus Sicht der einfachen Soldaten zu liefern. Der US-amerikanische Dichter Walt Whitman führte an, dass das wahre Gesicht des Krieges aufgrund seiner Unaussprechlichkeit niemals seinen Weg in die Literatur finden würde.[3] Über die Schrecken des Krieges schrieb Rosenthal: „It is true that war’s horrors, and their obvious counterparts in ‘normal’ civilian life, can still dismay us profoundly for a moment of clarifying awareness. But then they are quickly taken for granted, as though each separate instance were not a cry to us to set all other concerns aside and put things right.[4]“ Merkmale postmoderner Kriegsromane sind teilweise geprägt vom Auflösen der zeitlichen Abfolge („temporal disorder“), Pastiche oder Persiflage, Fragmentierung („fragmentation“), Lockerheit der Assoziierung („looseness of association“), Wahnvorstellung („paranoia“), Schizophrenie („schizophrenia“), experimentelle Sprache („language disorder“) und Teufelskreisen („vicious circles“).[5] Für O’Brien bedeutet, über den Krieg zu schreiben, das maximale Chaos mit den passenden Worten zu beschreiben, um Ordnung und Kontrolle hineinzubekommen und das Erlebte nahbar zu machen. Sich mit dem Krieg auseinanderzusetzen, hieße Eindrücke von viszeraler und emotionaler Intensität und einer überwältigenden Sensation zu verarbeiten.[6]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als eines der ersten Werke dieser Gattung kann in der griechische Dichtung der Antike, insbesondere Homers Ilias, angesehen werden, welches sich mit den tragischen Verkettungen des Trojanischen Krieges auseinandersetzt. In die Reihe der kriegerischen Heldenlyrik können auch klassische Sagen wie Beowulf oder die Arthussage eingruppiert werden.

Von Shakespeare wurde diese Thematik in seinem Drama Heinrich V. , welches vor dem Hintergrund der Schlacht von Azincourt spielt, aufgenommen.

Etwa im 17. Jahrhundert entwickelte der Kriegsroman seine realitätsnahe, moderne Form. In dieser Epoche entstand von Grimmelshausens Der abenteuerliche Simplicissimus, ein satirischer Schelmenroman aus dem Dreißigjährigen Krieg.

John Cowper Powys verewigte 2002 die historische Figur Owen Glendower in einem gleichnamigen Roman.

Im 19. Jahrhundert gehörten Stendhals Die Kartause von Parma (Schlacht bei Waterloo), Tolstois Krieg und Frieden und Stephen Cranes Die rote Tapferkeitsmedaille zu den beachtetsten Werken, die ihre Zeit prägten. In diesen Romanen finden die Grausamkeit des Krieges und die moralische Gewissensfrage nach Tapferkeit und Feigheit einen breiten Raum. Émile Zola gelang 1892 mit The Debacle aus der Zeit des Deutsch-Französischen Krieges ein zu seiner Zeit viel gefeiertes Werk.

Doktor Schiwago ist ein weltberühmter Liebesroman von Boris Pasternak, der während des Ersten Weltkriegs und des Russischen Bürgerkriegs spielt. Dieses Buch wurde im Jahr 1955 fertiggestellt und drei Jahre später mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. In Homage to Catalonia aus dem Jahr 1938 schildert George Orwell seine Erlebnisse während des Spanischen Bürgerkrieges.

Eine zentrale Rolle für viele US-amerikanische Schriftsteller stellt der Sezessionskrieg von 1861 bis 1865 dar. Zu den wichtigsten Büchern dieses historischen Ereignisses gehören Michael Shaaras The Killer Angels über die Schlacht von Gettysburg, welches 1975 den Pulitzerpreis gewann, John Jakes North and South (verfilmt als Fackeln im Sturm), das legendäre Margaret Mitchell Gone with the Wind, Charles Fraziers Cold Mountain. A Novel, Allan Gurganus Oldest Living Confederate Widow Tells All, Stephen Cranes Red Badge of Courage, Shelby Footes Shiloh über die blutige Schlacht von Shiloh, Geraldine Brooks’ March, Robert Hicks’ The Widow of the South und E.L. Doctorows The March.[7]

Auch einige historische Romane von Ken Follett beschäftigen sich unter anderem mit detaillierten Schlachtgemälden. Die Schlacht von Blanchetaque (1346) und die Schlacht bei Crécy (1346) (Hundertjähriger Krieg) in Die Tore der Welt. Die Seeschlacht von Gravelines (1588) gegen die spanische Armada und die Religionskriege des 16. Jahrhunderts finden in Das Fundament der Ewigkeit statt. Um die Schlacht an der Somme (1916) und die Schlacht bei Tannenberg (1914) geht es in Sturz der Titanen, die in realistischer Sprache, um die „Menschenverachtung der Kriegsherrn und das Grauen der Materialschlachten“[8] zu beschreiben, geschrieben worden sind. Der Band Winter der Welt befasst sich mit den Geschehnissen des Zweiten Weltkriegs. Hierbei dreht es sich um die Schlacht von Belchite (1937) im Spanischen Bürgerkrieg, sowie den Kämpfen an West- und Ostfront. Der Band Kinder der Freiheit spielt im Zeitalter des Kalten Krieges.

Patrick Rambaud erzählt über den Irrsinn des Krieges in Die Schlacht[9] von der Schlacht von Aspern in den Koalitionskriegen zwischen Österreichern und Franzosen aus dem Jahr 1809, die mit 40.000 Toten zu einem der ersten großen Blutbäder des modernen Krieges wurde.

In Deutschland entstand dieser Romantypus in der Weimarer Republik nach der traumatischen Erfahrung des Ersten Weltkriegs. Inhalt dieser Prosa war das Fronterlebnis, die Erfahrungen der großen Materialschlachten der Westfront und das Millionensterben von Soldaten. Diese Werke, die teilweise ein Millionenpublikum erreichten, waren der Anlass für eine kontroverse Diskussion in Politik und Gesellschaft. Dies war nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen kriegsführenden Nationen wie Großbritannien, Frankreich un den USA der Fall. Während eine Gruppe von Autoren wie Hans Zöberlein (Der Glaube an Deutschland – Ein Kriegserleben von Verdun bis zum Umsturz. 1931), Ernst Jünger (Kriegstagebuch 1914–1918, das autobiographische In Stahlgewittern. Aus dem Tagebuch eines Stoßtruppführers und Feuer und Blut) oder Franz Schauwecker (Im Todesrachen. Die deutsche Seele im Weltkriege und So war der Krieg. 200 Kampfaufnahmen aus der Front) den Krieg pathetisch als „kameradschaftliches Männerabenteuer“ heroisierten und die Niederlage an der Dolchstoßlegende festmachten, stand eine andere um Schriftsteller wie Erich Maria Remarque (Im Westen nichts Neues), Ludwig Renn (Krieg und In vorderster Linie. Aus der Aisne-Champagne-Schlacht 1917) und Edlef Köppen (Heeresbericht), welche mit ihrer realistischen und ungeschönten Erzählweise die Unmenschlichkeit und das Massensterben eines modernen Krieges anprangerten. Hauptfigur in Heeresbericht[10] ist der Student Adolf Reisinger, der im Laufe seiner wahnwitzigen Fronterfahrung zu der Erkenntnis kommt, dass Krieg „befohlener Mord“ ist.[11] Köppens expressionistischer Roman ist in grausamer Sachlichkeit als Kriegstagebuch konzipiert, welcher in der Erzählung Zeitdokumente einblendet. Köppen berichtet vom Sterben um des Sterben willens und vom Kadavergehorsam. Weitere Leitthemen der Antikriegsliteratur sind die Auswirkungen posttraumatischer Belastungsstörungen oder die Entfremdung zur Zivilgesellschaft, unter denen die Protagonisten leiden.

Vor allem Remarques Im Westen nichts Neues entwickelte sich aufgrund der authentischen Schilderung der Erlebnisse seines Protagonisten Paul Bäumer und seiner pazifistischen Grundhaltung zu einem Klassiker der Weltliteratur.[12] Dieser Roman zeigt aus der Perspektive eines jungen Infanteristen, mit schonungsloser Offenheit in authentischen Szenen, den Schrecken des Schützengrabenkrieges.

Von französischer Seite setzt sich Henri Barbusses Novelle Das Feuer. Tagebuch einer Korporalschaft (Originaltitel: Le Feu. Journal d'une Escouade) offen mit dem nationalen Dogma und der militärischen Inkompetenz seines Landes auseinander. Der Pazifist Romain Rolland verfasste 1920 Clérambault – Geschichte eines freien Geistes im Kriege. Von John Dos Passos stammte Drei Soldaten (Originaltitel: Three Soldiers)[13], ein amerikanischer Beitrag der Verlorenen Generation zur Kriegserfahrung Erster Weltkrieg. Der Kriegsteilnehmer und Marineinfanterist Laurence Stallings schrieb 1924 seinen autobiographischen Titel Plumes What Price Glory. Das Leben im Grabe vom griechischen Autor Stratis Myrivilis beschreibt ähnlich wie bei Remarque die Brutalität der Kämpfe an der Westfront.[14]

Die britische Schriftstellerin Rebecca West schrieb 1918 das Heimkehrerdrama Die Rückkehr (Originaltitel: The Return of the Soldier), welches sich mit dem Schicksal eines, unter einem „Grabenschock“ leidenden, Hauptmanns und seiner missglückten Integration in die englische Zivilgesellschaft befasst. Virginia Woolfs depressives Buch Mrs Dalloway, Zum Leuchtturm hat Wahnsinn und Selbstmord eines Kriegsveteranen zum Inhalt.

Zu den bedeutenden Büchern gehören ebenfalls: Ernest Hemingways A Farewell to Arms (1929), Richard Aldingtons Heldentod (Originaltitel: Death of a Heroe) (1929), Arnold Zweigs Der Streit um den Sergeanten Grischa (1927), Charles Yale Harrisons Generals Die in Bed (1930) und William Marchs Company K (1933).

Dalton Trumbo erzählt in Johnny Got His Gun (1971) von einem jungen Mann, der sich freiwillig zum Kriegsdienst meldet und in Frankreich schwer verwundet wird. Er überlebt als Torso und kann sich nur noch über Morsezeichen verständlich machen. Parade's End ist eine Tetralogie (Some Do Not… (1924), No More Parades (1925), A Man Could Stand Up (1926) und Last Post (1928)) von Ford Madox Ford und spielt während des Ersten Weltkriegs. John Harris verfasste 1994 Covenant With Death über die Erlebnisse eines Freiwilligenbataillons an der Westfront des WK I. Auch spätere Bücher wie Pat Barkers Trilogie Regeneration (1991), The Eye in the Door (1993) und The Ghost Road (1995), Sebastian FaulksGesang vom großen Feuer (Originaltitel: Birdsong) und Michael Goodspeeds Three to a Loaf setzen sich kritisch mit der Problematik aus der Zeit des Ersten Weltkriegs auseinander.

Ein zweiter Boom entstand in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg, wo ganz ähnliche Erlebnisse von zeitgenössischen Autoren verarbeitet wurden. Die Thematiken wurde um die Probleme der Gefangenschaft, der Konzentrationslager, des Widerstandes gegen den Nationalsozialismus und die Heimkehr von der Front erweitert.

Gert Ledigs radikaler Roman Die Stalinorgel, der zwei Tage des Jahres 1942 in der Nähe des belagerten Leningrads beschreibt, wurde nach seinem Erscheinen im Jahr 1955 ein großer internationaler Erfolg.[15] „Es ist eine Welt aus Fuchslöchern und Granattrichtern, Talglichtern, Ratten, verkrustetem Blut und Exkrementen, Hunger und Tod“.[16] Der Autor gelangte mit seinem schonungslosen und barbarischen Debutwerk „in die vorderste Reihe der deutschen Gegenwartsliteratur“.[17]

Marineleutnant und Kriegsberichterstatter Lothar-Günther Buchheim entführt den Leser in Das Boot[18] mit derber Sprache in die unbekannte Welt des U-Bootkrieges und erreichte damit einen Welterfolg.

Andreas Engermanns (alias Walter Düpmann) Darstellung eines weniger bekannten Kriegsschauplatzes in Karelien in Einen bessern findst du nicht enthält aus der Perspektive des „namenlosen Landsers“ einige sehr realistische Gefechtsszenen des Waldkampfes.

Willi Heinrichs Das geduldige Fleisch spielt „während einer vorbeugenden Frontbegradigung am Südabschnitt 1943“[19] und hat die Schlacht von Noworossisk und die dramatischen Erlebnisse des Feldwebels und Zugführers Rolf Steiner zum Inhalt.

Karlludwig Opitz schildert in Der Barras Ein Bericht mit roher und explizit bildhafter Sprache wie z. B. „Sie hatten die Männer mit den Gummischürzen betrachtet, die Lazarettschwestern, die aussahen, als hätten sie von Sonntag bis Samstag durchgehurt. Dabei hatten sie nur geschuftet und Blut gewischt. Überall war ein schauerliches Gekotze in dieser eitrigen Metzgerei.“[20] den Afrikafeldzug.

Auch der bekannte Volksschriftsteller Heinz Konsalik, der 1956 seinen Durchbruch mit Der Arzt von Stalingrad feierte, räumte seinen Landser-Erinnerungen von der Ostfront einen breiten Raum ein.[21]

Den Mythos Stalingrad[22] begegnet Alexander Kluge in seinem aufsehenerregenden Roman Schlachtbeschreibung.[23]

Bei der Verarbeitung des WK II überwiegt die Literatur aus den USA, die sich mit dem Land-, Luft- und Seekrieg auf verschiedenen Hauptschauplätzen wie Ostasien und dem Pazifischen Ozean auseinandersetzt. Nennenswert ist der wirtschaftlich äußerst erfolgreiche Roman Die Caine war ihr Schicksal von Herman Wouk, der Bestseller von James Jones Verdammt in alle Ewigkeit (Originaltitel: From Here to Eternity) und Ernest Hemingways For Whom the Bell tolls. Richard Flanagans Der schmale Pfad durchs Hinterland (Originaltitel: The Narrow Road to the Deep North, 2013) erzählt von der japanischen Kriegsgefangenschaft. 1984 schrieb J.G. Ballard Empire of the Sun, welches unter anderem vom japanischen Feldzug auf die britische Kolonie in Singapur handelt.

Sonia Campbell-Gillies macht sich in Ukraine – In the Time of War das Schicksal eines Kindes in den Kriegswirren zum Leitmotiv. Durch die russische Besetzung der Krim bekam dieses Buch unlängst wieder Aktualität. Der französische Publizist Jean-Paul Sartre schuf mit Troubled Sleep/Iron in the Soul (Originaltitel: La mort dans l'âme) über den französischen Widerstand einen bedeutenden Teil der Trilogie Die Wege der Freiheit. Pierre Boulle gewann mit Die Brücke am Kwai einen Literaturpreis. Der Nobelpreisträger Claude Simon, der 1940 als Kavallerist im Frankreichfeldzug diente, schrieb 1989 Die Akazie (Originaltitel: L'Acacia), welches an das mörderische Gemetzel der letzten beiden Weltkriege erinnert. Zuvor verfasste er 1960 Die Straße in Flandern (Originaltitel: La Route des Flandres).

Die Bombardierung Londons aus dem Jahre 1940 gab Impulse für eine Reihe britischer Bücher: Graham Greenes The Ministry of Fear und Das Ende einer Affäre, James Hanleys No Directions und Henry Greens Caught. Auch Elisabeth Bowens’ The Heat of the Day nimmt sich dieser Ereignisse an. Herbert Ernest Bates schildert in Fair Stood the Wind for France das Schicksal eines abgeschossenen Bomberpiloten in Frankreich. Ian McEwan führt den Leser in Black Dogs und Atonement unter anderem in die britische Evakuierung Dünkirchens.

Ein anderer Schauplatz wie der Sitzkrieg ist Gegenstand von Evelyn Waughs Put Out More Flags. Vom gleichen Autor stammt auch die Trilogie: Sword of Honour: Men At Arms, Officers and Gentlemen und Unconditional Surrender.

Zu den experimentellen Werken sind Joseph Hellers Satire Catch-22 und Thomas Pynchons postmoderner Roman Die Enden der Parabel zu rechnen. Norman Mailers The Naked and the Dead, Irwin Shaws The Young Lions und James Jones’ Der schmale Grat (Originaltitel: The Thin Red Line) bieten überharte und realitätstreue Gefechtsschilderungen. Michael Ondaatje gewann 1992 mit Der englische Patient den Booker Prize.

In den Bereich Holocaust-Literatur fallen A. M. Kleins The Second Scroll, Primo Levis If this is a Man und If Not Now When?, sowie William Styrons Sophies Entscheidung. Richard Hooker schrieb mit MASH (Originaltitel: MASH – A Novel About Three Army Doctors) einen satirischen Antikriegsroman über den Koreakrieg. Ebenfalls im Koreakrieg spielt The Hunters, dem Debutwerk des USAF-Kampfpiloten James Salter.

Der britische Schriftsteller Graham Greene löste mit seinem international stark beachtetem Roman Der stille Amerikaner, der sich mit dem französischen Kolonialkrieg in Indochina beschäftigt, eine Hochphase des Kriegsromane über den Vietnamkrieg aus.

The Short-Timers aus der Feder des ehemaligen Marineinfanteristen und Kriegsberichterstatters Gustav Hasford beschreibt in den drei Kapiteln „The Spirit of the Bayonet“, „Body Count“ und „Grunts“ die blutigen Erlebnisse von „Joker“ während der Tet-Offensive und der Schlacht um Huế im Jahr 1968.

Tim O'Briens Was sie trugen enthält 22 ineinander verwobene Kurzgeschichten über den Vietnamkrieg[24], die teilweise seine eigenen Erfahrungen[25] verarbeiten. Denis Johnson prangert in Ein gerader Rauch die Abgründe der amerikanischen Kriegsführung an.[26][27][28]

Bao Ninh führt mit Die Leiden des Krieges[29] eine Generation von Autoren an, welche die Schrecken des Krieges („zur Hälfte Leichenschauhaus und zur Hälfte Nervenheilanstalt“) aus ihrer Sicht darlegen.

Tim O’Brien war mit The Things They Carried, welches zu den literarisch wichtigsten Werken über den Vietnamkrieg gerechnet wurde, Finalist für den Pulitzerpreis.

W. G. Sebald schuf 2001 mit Austerlitz ein international anerkanntes Meisterwerk.

Der Kalte Krieg, beziehungsweise der fiktive Dritte Weltkrieg, ist Thema in Tom Clancys Jagd auf Roter Oktober (Originaltitel: The Hunt for Red October) und Im Sturm (Originaltitel: Red Storm Rising), wo er detailliert und technokratisch beschrieben wird. Das Buch Im Sturm enthält Szenen eines rein konventionellen Krieges, wobei der Erstschlag mit taktischen Atomwaffen erst gegen Ende der Geschichte erwogen wird.[30] Die Trilogie The Red Effect[31][32], The Black Effect und The Blue Effect des britischen Geheimdienstoffiziers und Autors Harvey Black[33], welche einen Panzerangriff des Warschauer Paktes auf die Bundesrepublik Deutschland Mitte der 1980er Jahre beschreibt, ist bislang noch nicht auf Deutsch erschienen. Harold Coyle geht in Team Yankee[34] aus der Perspektive einer US-amerikanischen Panzerkompanie von einem ähnlichen Szenario aus. Auch John le Carrés Spionageromane wie Der Spion, der aus der Kälte kam, Eine Art Held, Krieg im Spiegel, Das Rußlandhaus und Die Libelle fallen in diese Zeitepoche. Raymond Briggs When The Wind Blows ist ein Comic, welcher auf graphische Weise die Auswirkungen eines sowjetischen Kernschlags aufzeigt.

Kevin Powers nimmt sich in Die Sonne war der ganze Himmel[35] der amerikanischen Militärerfahrung des Irakkrieges an. 2003 entstand The Kite Runner von Khaled Hosseini, die Geschichte eines Jungen während des Afghanistankrieges.

Billy Lynn’s Long Halftime Walk ist ein mehrfach ausgezeichneter Antikriegsroman von Ben Fountain aus dem Jahr 2012, der als Nummer Acht in die Liste der besten 20 Romane des beginnenden 21. Jahrhunderts aufgenommen wurde.

Tim LaHaye beschäftigt sich in Finale – Die letzten Tage der Erde mit apokalyptischen Endzeitszenarien und Chris Cleave in Incendiary mit dem Krieg gegen den Terrorismus.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sekundärliteratur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Norman Ächtler: Generation in Kesseln. Das Soldatische Opfernarrativ im westdeutschen Kriegsroman 1945–1960. Wallstein, 2013, ISBN 978-3-8353-1277-7.
  • Philip D. Beidler: American Literature and the Experience of Vietnam. U Georgia Press, 1982, ISBN 0-8203-0612-6.
  • Bernard Bergonzi: Heroes’ Twilight: A Study of the Literature of the Great War. Coward-McCann, 1965
  • David Craig und Michael Egan: Extreme Situations: Literature and Crisis from the Great War to the Atom Bomb. Macmillan, ISBN 0-333-24579-2.
  • Astrid Erll: Gedächtnisromane. Literatur über den Ersten Weltkrieg als Medium englischer und deutscher Erinnerungskulturen in den 1920er Jahren. Trier, Wissenschaftlicher Verlag, 2003, ISBN 978-3-88476-610-1.
  • Dorothea Flothow: Told in Gallant Stories: Erinnerungsbilder des Krieges in britischen Kinder- und Jugendromanen 1870–1939. (ZAA Monograph Series), Königshausen u. Neumann, 2006, ISBN 978-3-8260-3497-8.
  • Gerrit Lungershausen: Weltkrieg mit Worten: Kriegsprosa im Dritten Reich 1933 bis 1940. J.B. Metzler, 2017, ISBN 978-3-658-16485-0.
  • Madison und Schaefer (Hrsg.): Encyclopedia of American War Literature. Greenwood Press, ISBN 0-313-30648-6.
  • Cordula Mahr: Kriegsliteratur von Frauen?: Zur Darstellung des Zweiten Weltkriegs in Autobiographien nach 1960 (Frauen in der Literaturgeschichte). Centaurus Verlag & Media, 2006, ISBN 978-3-8255-0622-3
  • Hans-Harald Müller: Der Krieg und die Schriftsteller. Der Kriegsroman der Weimarer Republik. Stuttgart, Metzler Verlag 1986, ISBN 978-3-476-00603-5.
  • Monika Wolting: Der neue Kriegsroman. Repräsentationen des Afghanistankriegs in der deutschen Gegenwartsliteratur. Universitätsverlag Winter, Heidelberg 2019. ISBN 978-3-8253-6974-3.

Anmerkungen und Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. War Genre Characteristics
  2. Michel Grunewald und Uwe Puschner: Krisenwahrnehmungen in Deutschland um 1900. Zeitschriften als Foren der Umbruchszeit im wilhelminischen Reich / Perceptions de la crise en Allemagne. Société allemande à l'époque wilhelmienne S. 144. Peter Lang AG, Internationaler Verlag der Wissenschaften, 2010. ISBN 978-3-03911-743-7.
  3. The real war will never get in the books. Unspeakable side of the war, no longer so considered by the modern mind. Bartleby
  4. M. L. Rosenthal. Foreword. War and the Novelist. von Peter G. Jones. Columbia: University of Missouri Press, 1976.
  5. The American War Novel. Dorian Maršálek, Thesis, Masaryk University Brno, 2006
  6. Critical Essays „The Things They Carried“ and Questions of Genre. CliffsNotes
  7. 10 best Novels about the US Civil War. The Christian Science Monitor, 13. April 2011
  8. Ken Follett: Sturz der Titanen. Die Renaissance des Schützengrabens. Frankfurter Allgemeine, 16. Dezember 2010
  9. Patrick Rambaud: Die Schlacht. Roman, Suhrkamp Verlag, 2002, ISBN 978-3-518-39818-0.
  10. Heeresbericht von Edlef Köppen. SPIEGEL Online
  11. Edlef Köppen: Heeresbericht auf www.histo-couch.de
  12. „Im Westen nichts Neues“. Testament der Gefallenen. Es ist der Antikriegsroman schlechthin, 20 Millionen gedruckte Exemplare, in 50 Sprachen wurde das Buch übersetzt: Vor 80 Jahren erschien „Im Westen nichts Neues“. Focus Online. 31. Januar 2009
  13. John Dos Passos: Drei Soldaten (1921) in Verbrannte Bücher
  14. Das Leben im Grabe. Stratis Myrivilis (Autor/in); Ulf-Dieter Klemm (Übersetzer/in). Über dieses Buch. Edition Romiosini
  15. Gert Ledig: Die Stalinorgel auf www.perlentaucher.de
  16. Der Krieg als hermetischer Raum – Kritische Ausgabe
  17. Gert Ledig: Die Stalinorgel auf www.histo-couch.de
  18. Der Krieg aus dem Nähkästchen. Zeit Online. 26. Mai 1995
  19. Russlandkrieg: Das geduldige Papier. Der Spiegel, 30. März 1955
  20. Karlludwig Opitz: Der Barras Ein Bericht. Mitteldeutscher Verlag, Halle (Saale), 1954. Seite unbekannt
  21. Heinz G. Konsalik. DER SPIEGEL, 31. Dezember 1990
  22. Stalingrad – Logisches Unglücklick. DER SPIEGEL, 20. Mai 1964
  23. Alexander Kluge: Schlachtbeschreibung. Suhrkamp, 2002, ISBN 978-3-518-11193-2.
  24. Tim O'Brien: Was sie trugen auf www.literaturschock.de
  25. Und von der Unmitteilbarkeit der unmittelbaren Kriegserfahrung: Tim O Brien erzählt, Was sie trugen Geschichten vom Einsatz der Bodentruppen. Berliner Zeitung, 3. März 1999
  26. In der Hölle zu Hause. Ein grandioser Wurf: Denis Johnsons Roman Ein gerader Rauch leuchtet in die Abgründe amerikanischer Kriegsführung. Zeit Online, 30. Oktober 2008
  27. Denis Johnsons neuer Roman. Wer den Mythos trifft, zerstört das Land. Frankfurter Allgemeine, 26. November 2008
  28. Krieg als Hirngespinst und Realität. Der 1949 geborene Denis Johnson sucht das Personal seiner Romane und Erzählungen in der Regel an der Peripherie von Geschichte und Gesellschaft. Mit seinem bisherigen Opus magnum umkreist er nun einen Markstein in der Historie der Vereinigten Staaten: den Vietnamkrieg. Neue Zürcher Zeitung, 4. Oktober 2008
  29. Über die Hölle ist viel Gras gewachsen. Wird Literatur aus Vietnam ohnehin selten ins Deutsche übersetzt, sind literarische Darstellungen des Krieges noch dünner gesät. Drei Romane aus jüngster Zeit verraten einen Perspektivenbruch. Neue Zürcher Zeitung. 20. März 2015
  30. Tom Clancy: Im Sturm auf www.krimicouch
  31. Kurzbeschreibung auf www.goodreads.com
  32. The Red Effect – An Amazon Bestseller
  33. Harvey Black, Cold War, Military and Apocaplyptic Fiction
  34. Harold Coyle: Team Yankee. Berkley, 1988, ISBN 978-0-425-11042-3.
  35. Irak-Roman. Aus diesem Krieg kehrt niemand heil zurück. Die Welt, 8. April 2013
  36. Kriegsroman. Wie Stroh im Wind. E. L. Doctorow ist der unbekannteste der bekannten amerikanischen Großschriftsteller – sein Kriegsroman »Der Marsch« ist ein menschenfreundliches Meisterwerk. Zeit Online, 7. November 2007
  37. Best Selling Fiction War Military Books auf alibris