Kriegsverwaltungsrat

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Kriegsverwaltungsrat (Abkürzung: Kv.Rat oder KVRat) war während der Zeit des Zweiten Weltkriegs die Amtsbezeichnung für einen Beamten des höheren Dienstes der deutschen Wehrmacht. Im damaligen NS-Ranggefüge entsprach dies dem Rang eines Majors.

Ernennung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ernennung zum Kriegsverwaltungsrat erfolgte in der Regel durch einen höheren Vorgesetzten, wie dem Chef einer Wehrkreisverwaltung, beispielsweise im Range eines Korpsintendanten (entsprechend einem Generalmajor der Wehrmacht).

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgaben eines Kriegsverwaltungsrats waren je nach Arbeitsgebiet Kassen- und Etatwesen, Bekleidung, Verpflegung, Feldausrüstung, Feldpost, Reiseangelegenheiten, Kontrolle der Proviantämter und Magazine, Dienst- und Lazarettwesen, Truppenunterbringung und weitere wie Rechtspflege und Verfügungen, auch mit der Einziehung zur Zwangsarbeit in rückwärtigen Heeresgebieten gegenüber der Zivilbevölkerung.[1]

Andere Dienststufen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bezeichnungen für Beamten niedrigerer beziehungsweise höherer Dienststufen waren Kriegsverwaltungssekretär (KVS), Kriegsverwaltungsinspektor (KVI)[2] und Oberkriegsverwaltungsrat (OKVRat).[3]

Moderne Bezeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Moderne Pendants zum Kriegsverwaltungsrat bezüglich der Hierarchiestufe  sind die Amtsbezeichnungen der Beamten der Bundeswehrverwaltung in der vergleichbaren Besoldungsgruppe A13 und darüber hinaus auch beispielsweise Regierungsrat, Polizeirat, Kriminalrat, Medizinalrat, Studienrat oder Akademischer Rat. Für alle diese „Rate“, wie auch für einen heutigen Major der Bundeswehr, trifft dieselbe Besoldungsgruppe zu, nämlich A 13.

Im Gegensatz zu den damaligen Beamten der Wehrmacht ist die Bundeswehrverwaltung allerdings nicht der militärischen Befehlsgewalt unterstellt, sondern bildet die zweite davon unabhängige „Säule“ der Bundeswehr.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bert Hoppe: Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945. Band 8: Sowjetunion mit annektierten Gebieten II – Generalkommissariat Weißruthenien und Reichskommissariat Ukraine. Walter de Gruyter 2015, ISBN 3-486-78120-0.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Geburtsfehler verschweigen? – Die „Gründungsumstände des IB“ – Fakten zu einer „sehr delikaten Historie“. Dokumentation des Betriebsrates NRW, Köln 1997, PDF; 4,4 MB abgerufen am 14. September 2018.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Geburtsfehler verschweigen? – Die „Gründungsumstände des IB“ – Fakten zu einer „sehr delikaten Historie“. Dokumentation des Betriebsrates NRW, Köln 1997, S. 5.
  2. Bert Hoppe: Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945. Band 8: Sowjetunion mit annektierten Gebieten II – Generalkommissariat Weißruthenien und Reichskommissariat Ukraine. Walter de Gruyter 2015, ISBN 3-486-78120-0, S. 721.
  3. Bert Hoppe: Die Verfolgung und Ermordung der europäischen Juden durch das nationalsozialistische Deutschland 1933–1945. Band 8: Sowjetunion mit annektierten Gebieten II – Generalkommissariat Weißruthenien und Reichskommissariat Ukraine. Walter de Gruyter 2015, ISBN 3-486-78120-0, S. 722.