Kriftel

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kriftel
Kriftel
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kriftel hervorgehoben
Koordinaten: 50° 5′ N, 8° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Darmstadt
Landkreis: Main-Taunus-Kreis
Höhe: 116 m ü. NHN
Fläche: 6,76 km²
Einwohner: 10.817 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 1600 Einwohner je km²
Postleitzahl: 65830
Vorwahl: 06192
Kfz-Kennzeichen: MTK
Gemeindeschlüssel: 06 4 36 009
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Frankfurter Straße 33–37
65830 Kriftel
Webpräsenz: www.kriftel.de
Bürgermeister: Christian Seitz (CDU)
Lage der Gemeinde Kriftel im Main-Taunus-Kreis
Eppstein Kelkheim (Taunus) Bad Soden am Taunus Liederbach am Taunus Schwalbach am Taunus Eschborn Sulzbach (Taunus) Hofheim am Taunus Kriftel Hattersheim am Main Flörsheim am Main Hochheim am Main Wiesbaden Landkreis Offenbach Frankfurt am Main Hochtaunuskreis Rheingau-Taunus-Kreis Wiesbaden Kreis Groß-GerauKarte
Über dieses Bild

Kriftel ist eine Gemeinde im Main-Taunus-Kreis in Hessen und liegt zentral im Rhein-Main-Gebiet zwischen Frankfurt am Main und der Landeshauptstadt Wiesbaden.

Kriftel wird „Obstgarten des Vordertaunus“ genannt, da auf den Feldern, die um die Gemeinde liegen, neben Getreide Obst angebaut wird, vor allem Erdbeeren und Äpfel. Das herrschende Klima eignet sich gut zum Obstanbau.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriftel liegt zwischen den Großstädten Frankfurt am Main und der Landeshauptstadt Wiesbaden an der Ostgrenze des Main-Taunus-Kreises. Durch Kriftel fließt der Schwarzbach, der zu früheren Zeiten noch Goldbach genannt wurde. Durch zunehmende Verschmutzung der anliegenden Lederfabriken wurde er diesem Namen nicht mehr gerecht, inzwischen hat sich die Situation nach der Schließung der Lederfabriken aber wieder gebessert.

Kriftel grenzt im Nordosten an den Stadtteil Zeilsheim der kreisfreien Stadt Frankfurt am Main, im Südosten an die Stadt Hattersheim am Main, im Süden an die Stadt Flörsheim am Main sowie im Westen an die Stadt Hofheim am Taunus, mit der Kriftel eine bauliche Einheit bildet.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung Kriftels in den letzten 100 Jahren
Jahr Einwohner Ereignisse
9.–17. Jhd. etwa 100–180
1648 etwa 40–60 Dreißigjähriger Krieg
1772 341
1880 633
1910 1.556 Aufschwung der chemischen Industrie
1914 1.956 Erster Weltkrieg
1918 1.946
1939 2.321 Zweiter Weltkrieg
1944 2.221
1950 3.481 Aufnahme von Evakuierten und Flüchtlingen
1960 5.029 Wirtschaftswunder
1977 9.000
01.05.2003 10.577
31.12.2004 10.625
31.12.2005 10.643
31.12.2006 10.527
31.01.2011 11.114 mit Hauptwohnsitz gemeldet

Die Bevölkerung Kriftels verteilt sich wie folgt auf die drei Altersgruppen: 0–14 Jahre: 13,8 %, 15–65 Jahre: 67,4 %, über 65 Jahre: 18,8 %. Damit hat Kriftel gemeinsam mit Hattersheim den höchsten Anteil Personen im erwerbsfähigen Alter im Main-Taunus-Kreis. Die Bevölkerungsdichte beträgt innerhalb der Gemarkung 1.646 Einwohner pro Quadratkilometer. Beachtet man jedoch nur die bebauten Gebiete, so ergibt sich eine Dichte von 3.606 Einwohner pro Quadratkilometer. Da die Neubaugebiete dichter bebaut sind, und stetig Baulücken aufgefüllt werden, ist in Zukunft mit einem Steigen der Bevölkerungsdichte zu rechnen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Frühgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um 72/73 n. Chr. errichten die Römer auf einer Anhöhe über Kriftel (heute Hofheimer Gebiet, dort steht nun das Landratsamt des Main-Taunus-Kreises) ein Steinkastell zur Sicherung ihrer Besiedlungen. Das Kastell Hofheim steht auch mit einem auf dem Hofheimer Kapellenberg errichteten Wachturm in Sichtkontakt. An der heutigen Gemarkungsgrenze entstand ein Lagerdorf, welches seit der Entdeckung im Jahre 1841 immer wieder Ziel archäologischer Ausgrabungen war.

Mittelalter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Juli 754 übernachtete der Leichenzug des Bonifatius nach Fulda vermutlich einmal am Übergang des Schwarzbachs auf dem Gelände der Ortschaft. Zu Ehren des Missionars wurden mehrere Bonifatiuskapellen errichtet (erstmals 1277 nachweisbar).

Kriftel wurde im Jahr 790 n. Chr. erstmals anlässlich einer Schenkung an das Kloster Fulda urkundlich erwähnt, damals noch unter dem Namen Cruoftera (Schluchtenbach). In den ältesten erhaltenen Urkunden wurde Kriftel auch häufig als Cruftera oder Cruftero bezeichnet (mittelhochdeutsch Cruft – eingegraben). Bis ins 13. Jahrhundert wandelte sich diese Bezeichnung zu Cruftela beziehungsweise Cruftila, später zu Crüfftel. Ähnlich alt war der Ort Heddingheim auf der Gemarkung des heutigen Kriftel. Heddingheim wurde im 16. Jahrhundert zur Wüstung.

Kriftel steht im 13. Jahrhundert wie die Nachbarstadt Hofheim am Taunus unter dem Einfluss der Herren von Falkenstein. Im 14. Jahrhundert fällt das Dorf dann an Kurmainz. Von der Zugehörigkeit zu Mainz zeugt heute noch das Mainzer Rad im Wappen der Gemeinde Kriftel. Später wird das Amt Hofheim, zu dem auch Kriftel gehört an die Grafen von Eppstein verpfändet. Nach deren Aussterben werden diese von den Grafen zu Stollberg beerbt, die ab 1540 die Reformation auch in Kriftel einführen. 1559 wird die Pfandschaft durch das Kurfürstentum Mainz wieder eingelöst und Kriftel damit wieder zurück zum katholischen Glauben geführt.

Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriftel war 1588-1630 von Hexenverfolgung betroffen, mindestens zwei Frauen wurden verbrannt. Die Gemeindevertretung Kriftel hat in der Sitzung am 3. Februar 2016 einen Beschluss zur Rehabilitation der Opfer der Hexenprozesse gefasst.[2]

Der Dreißigjährige Krieg 1618 bis 1648 hinterließ in Kriftel starke Folgen. Dreizehn Höfe der um 1609 noch hier lebenden 44 Familien sowie eine Mühle fielen dem Krieg zum Opfer. Die erste Bonifatiuskapelle wurde während des Krieges ebenfalls zerstört, 1755 jedoch wieder neu gebaut. Besonders schwere Spuren hinterließen die Schweden im Jahre 1635, die u.a. den 73-jährigen Krifteler Pfarrer Johann Wagner hängten.

Das Dorf erholte sich trotz hoher Abgaben relativ schnell vom Krieg, wurde am 6. März 1671 allerdings von einem weiteren Unglück getroffen. Von 34 Häusern, die aus Fachwerk bestanden, überstanden nur vier sowie Teile der Kirche einen – durch einen Sturm noch beschleunigten – Brand, der morgens gegen 10 Uhr in der Scheune des Schultheißen (Bürgermeisters) Johann Ohaus ausgebrochen war.

Im Jahre 1792 fallen französische Revolutionssoldaten in die Gegend ein und besetzen die Region zwischen Mainz und Frankfurt.

Anfang des 19. Jahrhunderts zählte Kriftel 628 Einwohner. 1803 werden die geistlichen Besitzungen aufgelöst. Auch das Erzbistum Mainz verliert große Teile und Kriftel wird wie andere rechtsrheinische Gebiete dem neugebildeten Herzogtum Nassau zugeschlagen. Nach Ende des Deutschen Krieges wird das Herzogtum Nassau von Preußen annektiert. Kriftel profitiert jedoch von der preußischen Herrschaft dahingehend, dass die Strecke der Main-Lahn-Bahn auch an Kriftel vorbeiführt. Am 15. Oktober 1877 hält erstmals ein regulärer Zug am Bahnhof des Dorfes. Vor allem diese infrastrukturelle Anbindung sowie der Aufschwung der chemischen Industrie am Main, speziell der Farbwerke Hoechst AG, vorm. Meister Lucius & Brüning, führt zum Beginn des 20. Jahrhunderts zu einem stetigen Bevölkerungszuwachs.

Jüngere Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Nachkriegszeit ab 1945 bis zur Ölkrise 1973 wuchs Kriftel rasant mit einer durchschnittlichen Jahresrate von 4,5 % von 2.221 Einwohnern auf 8.335 an. Anfangs siedelten sich durch günstiges Bauland und verschiedene Bauprojekte vor allem Angehörige der ehemaligen Hoechst AG in Kriftel an. 1955 wurde die Krifteler Kläranlage eingeweiht, 1960 die ersten Hochhäuser am Berliner Platz gebaut. 1967 wurde die Kreissporthalle und 1968 schließlich der Sportplatz in Kriftel fertiggestellt. Ein Großprojekt der Gemeinde war der 1972 eingeweihte Freizeitpark mit Schwimmbad, der etwa 2 bis 3 % der Fläche Kriftels einnimmt. Die Schwarzbachhallen werden 1973 eröffnet.

Der Kampf um die Selbstständigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im November 1970 legte der hessische Innenminister Johannes Strelitz (SPD) eine Modellrechnung zur Gebietsreform in Hessen im Main-Taunus-Kreis vor. Danach sollte Kriftel Stadtteil von Hofheim werden. Der Krifteler Bürgermeister, Hans-Werner Börs (CDU) lehnte diese Planung in seinem Antwortschreiben klar ab. Am 26. Februar 1971 beschloss der Kreistag mit seiner Mehrheit aus SPD und FDP eine Vorlage, die die Eingemeindung vorsah. Der einstimmige Beschluss der Gemeindevertretung zur Eigenständigkeit im Februar 1971 und eine erneute Resolution der Gemeindevertretung Mitte 1973 führte jedoch weder im Kreis noch im Land zu einem Umdenken. Mit Schreiben vom 17. Dezember 1973 teilte Innenminister Hanns-Heinz Bielefeld (FDP) der Gemeinde mit, die Eingemeindung durchführen zu wollen. Am 4. Januar 1974 lehnte die Gemeindevertretung die Planung erneut ab. Auch der Magistrat von Hofheim lehnte am 27. Februar 1974 eine zwangsweise Eingemeindung von Kriftel ab. Eine Plakatkampagne mit einem Igel als Symbol des Widerstandes wurde gestartet. Anfang März befragte das Institut für Demoskopie Allensbach 10 % der Bürger und ermittelte, dass 95,2 der Befragten sich für die Selbstständigkeit aussprachen. Am 17. März 1974 sprachen sich 98,3 % der Wähler in einem Bürgerentscheid für die Selbstständigkeit aus. Am 9. Mai 1974 sprach sich der Landtag in erster Lesung für die Eingemeindung aus, am 12. Juni 1974 der Landtagsausschuss für Verwaltungsreform. Die entscheidende Abstimmung im Landtag fand am 19. Juni 1974 statt. Bereits nachdem das Gesetz zur Neugliederung des Main-Taunuskreises aufgerufen war, wurde die Sitzung unterbrochen und in letzter Minute die Eigenständigkeit Kriftels (und Sulzbachs) in das Gesetz übernommen.[3]

1989 überschreitet die Einwohnerzahl erstmals die Marke von 10.000. Kurz darauf, im Jahr 1990 feierte die Gemeinde ihr 1200-jähriges Bestehen.

Seit über 40 Jahren gibt es Bestrebungen zum Bau einer Umgehungsstraße im Zuge der Bundesstraße 519, die trennend die zusammengewachsenen Ortslagen von Hofheim und Kriftel durchschneiden würde. Wegen der zu erwartenden Zerschneidung des Randes der Krifteler Ortslage, der Lärmbelastung für die an der Strecke liegenden dicht bebauten Wohngebiete und wegen des enormen Landschaftsverbrauchs haben Anwohner aus Kriftel und Hofheim gegen ein Planfeststellungsverfahren des Regierungspräsidiums Darmstadt mehr als 6.000 Einwendungen erhoben. Der für 2011 vorgesehene Erörterungstermin musste aufgrund dessen bis auf Weiteres ausgesetzt werden.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindevertretung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 6. März 2016 lieferte folgendes Ergebnis,[4] in Vergleich gesetzt zu früheren Kommunalwahlen:[5][6]

Sitzverteilung in der Gemeindevertretung 2016
    
Von 31 Sitzen entfallen auf:
Parteien und Wählergemeinschaften %
2016
Sitze
2016
%
2011
Sitze
2011
%
2006
Sitze
2006
%
2001
Sitze
2001
CDU Christlich Demokratische Union Deutschlands 56,4 17 55,3 17 53,6 16 58,4 22
Grüne Bündnis 90/Die Grünen 14,8 5 21,1 6 8,7 3 9,0 3
SPD Sozialdemokratische Partei Deutschlands 17,4 5 18,3 6 27,8 9 26,0 10
FDP Freie Demokratische Partei 11,5 4 5,2 2 9,9 3 6,6 2
Gesamt 31 31 31 37
Wahlbeteiligung in % 57,0 53,9 57,6 55,8

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rat- und Bürgerhaus

1945 bis 1946 war Willy Wolfermann (1898–1973, CDU) Bürgermeister von Kriftel. Auf ihn folgten Georg Richberg (1949–1967) und Josef Wittwer (beide CDU), während dessen Amtszeit der Freizeitpark verwirklicht wurde.

In die Amtszeit von Wittwers Nachfolger Börs (CDU) fällt dann die Neugestaltung der Ortsmitte mit einer kleinen Geschäftszeile mit Restaurants, Supermarkt, Bäckerei, Apotheke, Drogerie, kleinen Geschäften, etc. Der größte politische Skandal der Stadt war die Verhaftung von Bürgermeister Börs wegen Korruptionsverdachts am Buß- und Bettag 1991.[7] Im „Tausch“ gegen Parteispenden zu Gunsten der CDU seien fingierte Rechnungen an den Schwarzbachverband gestellt worden. Börs wird vorgeworfen, „Schwierigkeiten bei der Baugenehmigung für einen große Werkshalle“ aus dem Weg geräumt zu haben. Auch zu teuren Reisen habe er sich einladen lassen und eine Baufirma habe ihm verbilligt ein Haus vermietet. Der Bürgermeister beteuert seine Unschuld und viele Einwohner demonstrieren für das beliebte Gemeindeoberhaupt mit Trommeln und Fackelzügen.[8] Verurteilt wird Börs schließlich nicht.

Paul Dünte (CDU), der Börs im Amt des Bürgermeisters nachfolgt, legt die grundsätzlichen Planungen für die Neubaugebiete Am Erdbeeracker und Ziegeleipark fest.

Christian Seitz (CDU) folgt Dünte (Amtszeit 1994 bis 2006) nach. Er war ursprünglich im Hofheimer Stadtteil Wallau aufgewachsen. Seitz setzte sich am 26. März 2006 mit 60,4 % der Stimmen im ersten Wahlgang gegen Karl-Heinz Greb (SPD) durch. Dünte (CDU) trat nicht wieder zur Wahl an. Am 4. März 2012 wurde Christian Seitz (CDU) mit 75,1 % für eine zweite Amtszeit von sechs Jahren gegen seine Herausforderin Regina Vischer (B'90/Die Grünen), die 24,9 % erhielt, wiedergewählt.

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kriftel unterhält eine Partnerschaft zu der Gemeinde Airaines in der nordfranzösischen Picardie. Es werden regelmäßig von der Gemeinde Kriftel Austauschfahrten organisiert. Zu Ehren der Gemeindepartnerschaft wurde der Bahnhofsplatz, an dem sich auch die kostenfreie und von ehrenamtlichen Mitarbeitern getragene Gemeindebücherei befindet, in Platz von Airaines umbenannt.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Fruchtbarkeitssymbol am Bahnhof in Kriftel (neben dem Platz von Airaines) als „Sinnbild des Lebens“ (gebaut 1991) Von der Krifteler Bevölkerung wird es scherzhaft als „Krifteler Eichel“ bezeichnet.

Freizeitpark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde nennt einen Freizeitpark ihr eigen, in dem es neben größeren Grünflächen auch einen Minigolf-Platz, zwei Fußballfelder, einen größeren asphaltierten Platz mit einer Funbox für Inline-Skater und Skateboarder, sowie einen Spielplatz mit Klettergerüst und zwei Hangrutschen gibt. Außerdem gibt es im Freizeitpark auch einen Weiher, auf dem im Sommer die Enten schwimmen. Ebenfalls in dem Park findet die alljährliche Kerb statt. Der erste Teil des Parks wurde 1972 eröffnet, im Jahre 1978 folgt eine Erweiterung. 2004 wird eine ehemals landwirtschaftlich genutztes Grundstück in den Freizeitpark integriert und neu gestaltet. Insgesamt wird die Gesamtfläche des Freizeitparks mit ca. 105.000 Quadratmetern angegeben.[9]

Parkbad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Krifteler Freibad, genannt Parkbad, ist in der Region bekannt.[10] Es befindet sich auf dem Gelände des Freizeitparks. Zum Schwimmbad gehören drei Beachvolleyball-Plätze. Das Parkbad wurde im Zeitraum Herbst 2008 bis Frühjahr 2010 umfassend saniert.

Planetenweg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beginnend in Kriftel und an der Alten Papierfabrik in Hattersheim-Okriftel endend gibt es einen 1998 eingerichteten Planetenweg im Maßstab 1:1.000.000.

Feste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die größten Feste der Gemeinde sind das alljährlich stattfindende Lindenblütenfest und die Krifteler Kerb.

Der Kriftler Adventsmarkt gewinnt von Jahr zu Jahr an Größe und Bedeutung.

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Vitus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Kirche St. Vitus

St. Vitus steht auf dem Gelände der ältesten Kirche des Orts. Der Grundstein datiert aus dem Jahr 1008. Beim großen Brand von 1671 wurde die katholische Kirche teilweise beschädigt. Nach der Wiederherrichtung erfolgte jedoch lange Zeit keine Renovierung mehr. Im Zuge des Anstiegs der Bevölkerung und des baulich schlechten Zustands wurde ein größerer Kirchenneubau verwirklicht. Nach Abriss der alten Kirche wurde St. Vitus auf dem gleichen Platz nach einer dreijährigen Bauzeit (1865–1868) 1868 geweiht. St. Vitus ist mit ihren beiden Türmen als einzige Kirche im Main-Taunus-Kreis mit zwei Türmen bekannt. In den 1990er Jahren erfolgte eine Innenrestaurierung. Dabei wurden alte Deckenfresken wieder freigelegt.

Auferstehungskirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem Kriftel im Jahre 1559 wieder durch das Kurfürstentum Mainz zum katholischen Glauben zurückgeführt worden war, war Kriftel jahrhundertelang eine fast ausschließlich katholische Gemeinde. Durch den Zuzug von Heimatvertriebenen und Ausgebombten nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl der evangelischen Christen in Kriftel rasch an. 1951 wurde der Bau einer evangelischen Kirche beschlossen, der Bau erfolgte dann 1952/1953. Die damals noch Gustav-Adolf-Kirche genannte Kirche wurde 1953 eingeweiht. 1970 wurde sie dann in Auferstehungskirche umbenannt.

Bonifatiuskapelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Kapelle, die zum Angedenken des Missionars erbaut worden ist, wurde während des Dreißigjährigen Krieges zerstört. 1755 erfolgte der Wiederaufbau. Jahrhunderte später stand dieser Bau den fortschreitenden Straßenbauten im Weg und wurde 1959 abgerissen. An ihrer Stelle wurde beim Limburger Weg neben der L 3011 ein kleines Denkmal errichtet. Auf einer Anhöhe entstand die heutige und dritte Bonifatiuskapelle. Sie wurde 1958 eingeweiht und 2004 grundlegend renoviert. Die Kapelle ist heute eine der Stationen auf dem Pilgerweg der Bonifatiusroute.

Freie evangelische Gemeinde Main-Taunus (Kriftel)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1985 gibt es in Kriftel die Freie ev. Gemeinde Main-Taunus (FeG), eine christliche Freikirche, die Mitglied ist im Bund Freier ev. Gemeinden mit Sitz in Witten (Ruhr). Im Jahr 2014 fusionierte sie mit der freien Christusgemeinde aus Hofheim. Sie kommt ohne ein eigenes Gebäude aus und trifft sich sonntags zu Gottesdiensten im Freizeithaus der Weingartenschule oder in Hofheim im Langgewann 6, sowie zu Hauskreisen in den Privathäusern.

Kriftel erlebt Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Krifteler Kirchengemeinden arbeiten auf ökumenischer Basis rege unter dem Motto „Kriftel erlebt Kirche“ zusammen.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde ist geprägt von einer Vielzahl von Freizeitangeboten und Vereinen. Zu den wichtigsten Vereinen gehören der SV 07 Kriftel sowie die Turn- und Sportgemeinde von 1884 e.V. Kriftel.

Außerdem sind die Krifteler als Feiervolk bekannt. So gibt es jährlich einige große Faschingssitzungen die vom KKK (Kriftler Karnevals Klub) veranstaltet werden. Die Gemeinde bietet einen Jugendtreff im Freizeithaus der Weingartenschule an sowie viele weitere Angebote für Kinder und Jugendliche wie zum Beispiel die Ferienspiele in den Sommerferien oder die Spiele im Park die zu einem großen Teil ehrenamtlich organisiert werden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

S-Bahnhof in Kriftel

Kriftel liegt an der Autobahn A 66 und hat mit Frankfurt-Zeilsheim und Hofheim eine gemeinsame Anschlussstelle. Auf dem Gemeindegebiet liegt außerdem das Krifteler Dreieck, das A 66 und B 40 verknüpft. Die Autodichte liegt bei 609 Pkw pro 1000 Einwohner, was in Deutschland überdurchschnittlich, im Main-Taunus-Kreis unter dem Durchschnitt liegt.

Kriftel besitzt seit 1877 eine Bahnstation an der Main-Lahn-Bahn (Frankfurt am Main–Limburg an der Lahn), die heute von der Linie S2 der S-Bahn Rhein-Main bedient wird. Außerdem verkehren Regionalbusse der Main-Taunus-Verkehrsgesellschaft.

Industrie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

51 % der Arbeitsplätze in Kriftel sind im Bereich der Industrie angesiedelt. Das ist Rekord im Main-Taunus-Kreis. Kriftel ist Hauptsitz des Gaseherstellers Castolin Eutectic. HP Velotechnik, der europäischer Marktführer für Liegeräder, nutzt ebenfalls die Infrastruktur der Krifteler Gewerbegebiete.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lindenschule

In Kriftel gibt es drei Schulen: die Lindenschule (Grundschule), die über einen großen Schulhof mit Fußballplatz verfügt, die Weingartenschule (Gesamtschule), welche sich direkt neben der Lindenschule befindet, und die Konrad-Adenauer-Schule (Berufsschule).

Bekannte Bewohner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bevölkerung der hessischen Gemeinden (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. http://www.kreisblatt.de/lokales/main-taunus-kreis/Gruene-Minderheit-wird-zur-Mehrheit;art676,1842282
  3. Wilfried Krementz: Der "Igel" wehrt sich; in: Zwischen Main und Taunus; Jahrbuch des Main-Taunus-Kreises 1997, ISSN 0942-3419, S. 120–126
  4. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 6. März 2016
  5. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 27. März 2011
  6. Hessisches Statistisches Landesamt: Ergebnis der Gemeindewahl am 26. März 2006
  7. Unter der öffentlichen Hand DIE ZEIT 1996
  8. Eid in Handschellen DER SPIEGEL 3/1993
  9. Freizeitpark kriftel.de, abgerufen am 26. Januar 2015
  10. Parkbad kriftel.de, abgerufen am 20. Januar 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weiterführende Informationen in den
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