Kristiansund

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Wappen Karte
Wappen der Kommune Kristiansund
Kristiansund (Norwegen)
Kristiansund
Kristiansund
Basisdaten
Kommunennummer: 1505 (auf Statistik Norwegen)
Provinz (fylke): Møre og Romsdal
Koordinaten: 63° 7′ N, 7° 46′ O63.1141666666677.7588888888889Koordinaten: 63° 7′ N, 7° 46′ O
Fläche: 86,2 km²
Einwohner:

24.575 (30. Jun. 2014)[1]

Bevölkerungsdichte: 285 Einwohner je km²
Sprachform: Bokmål
Postleitzahl: 6507 - 6518
Webpräsenz:
Politik
Bürgermeister: Per Kristian Øyen (Ap) (2011)
Lage in der Provinz Møre og Romsdal
Lage der Kommune in der Provinz Møre og Romsdal
Blick in den Hafen von Kristiansund
Blick vom Hafen auf Kristiansund
Blick vom Hafen auf Kristiansund
Brücke in Kristiansund

Kristiansund ist eine Hafenstadt und Kommune auf drei durch Brücken verbundenen Inseln im Norden der Provinz (Fylke) Møre og Romsdal in Norwegen. Die Kommune Frei auf der größten Insel wurde am 1. Januar 2008 an Kristiansund angeschlossen.

Lage[Bearbeiten]

Die Stadt ist nicht zu verwechseln mit Kristiansand, der größten Stadt des Sørlandes. Deswegen wird auch oft Kristiansund N und Kristiansand S geschrieben. Die Stadt liegt ca. 190 Kilometer westlich von Trondheim an der norwegischen Küste. Der höchste Punkt der Kommune ist der Freikollen (629 moh) auf der Insel Frei. Auch die kleine und teilweise bewohnte Insel Skorpa gehört zur Stadt.

Fakten[Bearbeiten]

Die Stadt zählt 24.575 Einwohner (Stand 30. Juni 2014). Wichtigster Wirtschaftszweig ist der Fischfang und dessen Verarbeitung zu Klipp- oder Stockfisch (gesalzener, getrockneter Kabeljau). Die Konservierung des Stockfisches erfolgt nur noch zum kleinen Teil im Freien auf den Felsen. Der Stockfisch wird auch heute noch hauptsächlich in die Länder Südeuropas exportiert. Neben dem Fischfang leben die Einwohner vom Schiffbau und den Erdölvorkommen vor der Küste.

Geschichte[Bearbeiten]

Bei Ausgrabungen wurden Siedlungsplätze gefunden, die zirka 10.000 Jahre alt sind. Der Hafen wird schon seit der Steinzeit genutzt. Der Hafenort erhielt 1742 unter dem Namen Christianssund, benannt nach dem dänisch-norwegischen König Christian VI., das Stadtrecht. Zu dieser Zeit wurde mit Holz gehandelt. Der Holzhandel wurde noch im 17. Jahrhundert vom Heringshandel ersetzt. Nach dem Handel mit dem Hering kam der Handel mit Kabeljau. Ab dem Jahr 1691 begann man mit der Herstellung von Klippfisch auf den Klippen rings um die Stadt. Das Fischerdorf Grip, das 1964 nach Kristiansund eingemeindet wurde, war eine der wichtigsten Produktionsstätten für Klippfisch.

Während der Napoleonischen Kriege, als Dänemark-Norwegen mit Frankreich verbündet war, wurde Kristiansund am 8. Juli 1808 von englischen Kriegsschiffen angegriffen. Die Stadt verteidigte sich erfolgreich. Bis zum Ersten Weltkrieg gab es eine Wirtschaftsblüte, in dieser Zeit wurde der Klippfisch nach Südeuropa, vor allem nach Spanien und Portugal, exportiert, wo er unter dem Namen „Bacalao“ bekannt wurde. Die Schiffe brachten von dort als Ballast Erde mit. Mit dieser Erde wurde ein Friedhof angelegt.

Im Jahre 1941 wurde die Stadt durch deutsche Fliegerangriffe nahezu vollständig zerstört, nach dem Krieg wurde sie jedoch zum Teil im alten Stil wieder aufgebaut.

Verkehr[Bearbeiten]

Die Stadt wird von den Schiffen der Hurtigruten angefahren. Der Flugplatz Kvernberget hat zirka 250.000 Fluggäste im Jahr. Seit dem Jahr 1992 ist die Stadt über einen 5,2 Kilometer langen Tunnel in 130 Meter Tiefe und zwei Brücken mit dem Festland verbunden. Eine Katamaranfähre für den Personentransport bietet mehrmals täglich eine schnelle Verbindung nach Trondheim.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Kirkelandet Kirche auf der Hauptinsel Kirkelandet. Sie wurde 1941 zerstört und 1964 im Stil der modernen norwegischen Kirchenarchitektur wieder aufgebaut. In der Kirche sind schöne Glasmalereien zu besichtigen.
  • Nordland-Kirche aus dem Jahre 1914
  • Nordmøre-Museum mit Ausstellungen zur Kulturgeschichte der Region Nordmøre
  • Mellemværftet, eine Segelschiffwerft aus dem 19. Jahrhundert und einem Werftmuseum
  • Milnbrygga, das norwegische Klippfisch-Museum, in dem zur Erinnerung an diese Tradition alljährlich ein Bacalao-Wettbewerb stattfindet
  • Opernhaus Festiviteten erbaut im Jugendstil
  • Varden, ein Turm an einem alten Wach- und Aussichtsplatz mit Rundblick auf Kristiansund
  • Die Insel Grip mit Stabkirche und Leuchtturm
  • Atlantikstraße zwischen Kristiansund und Bud (laut dem britischen Guardian die „schönste Reisestraße der Welt“)
  • Passagierfähre Sundbåt als ein wichtiges Transportmittel seit über 100 Jahren

Partnerstädte[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistics Norway – Population and quarterly changes, Q2 2014

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Kristiansund – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien