Kritische Infrastrukturen

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Im Sinne der EU-Richtlinie 2008/114/EG ist eine „kritische Infrastruktur“ eine Anlage, ein System oder ein Teil davon, die von wesentlicher Bedeutung für die Aufrechterhaltung wichtiger gesellschaftlicher Funktionen, der Gesundheit, der Sicherheit und des wirtschaftlichen oder sozialen Wohlergehens der Bevölkerung ist und deren Störung oder Zerstörung erhebliche Auswirkungen hätte, da ihre Funktionen nicht aufrechterhalten werden könnten.[1]

Deutschland[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritische Infrastrukturen (kurz KRITIS) sind häufig vernetzt und hängen voneinander ab, welches zu Risiken und Kaskadeneffekten führen kann.

Das Bundesministerium des Inneren gliedert kritische Infrastrukturen in neun Sektoren mit entsprechenden Branchen:[2]

  1. Energie: Elektrizität, Gas, Mineralöl (§ 2 BSI-KritisV)
  2. Wasser: Öffentliche Wasserversorgung, Öffentliche Abwasserbeseitigung (§ 3 BSI-KritisV)
  3. Ernährung: Ernährungswirtschaft, Lebensmittelhandel (§ 4 BSI-KritisV)
  4. Informationstechnik und Telekommunikation (§ 5 BSI-KritisV)
  5. Gesundheit: Medizinische Versorgung, Arzneimittel und Impfstoffe, Labore (§ 6 BSI-KritisV)
  6. Finanz- und Versicherungswesen: Banken, Börsen, Versicherungen, Finanzdienstleister (§ 7 BSI-KritisV)
  7. Transport und Verkehr: Luftfahrt, Seeschifffahrt, Binnenschifffahrt, Schienenverkehr, Straßenverkehr, Logistik (§ 8 BSI-KritisV)
  8. Staat und Verwaltung: Regierung und Verwaltung, Parlament, Justizeinrichtungen, Notfall-/ Rettungswesen einschließlich Katastrophenschutz
  9. Medien und Kultur: Rundfunk (Fernsehen und Radio), gedruckte und elektronische Presse, Kulturgut, symbolträchtige Bauwerke

Aufgrund der fortschreitenden und intensiven Nutzung von Informationstechnologie in den kritischen Infrastrukturen wendet sich das Interesse auch den kritischen Informationsinfrastrukturen zu.

Österreich[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Österreich ist das BM.I und das BKA für den Schutz kritischer Infrastrukturen beauftragt, sie werden vom APCIP in der Umsetzung unterstützt. Österreich hat verbindliche bilaterale Verträge mit den Ländern Slowakei und Tschechien, in denen sie sich gegenseitige Hilfe in Notlagen zu sichern. Auch eine D-A-CH-Kooperation sowie die Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission bei EPCIP, Fonds Innere Sicherheit (kurz ISF) und CIWIN bestehen.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. RICHTLINIE 2008/114/EG DES RATES vom 8. Dezember 2008 über die Ermittlung und Ausweisung europäischer kritischer Infrastrukturen und die Bewertung der Notwendigkeit, ihren Schutz zu verbessern. In: Amtsblatt der Europäischen Union. 8. Dezember 2008, S. 17; abgerufen am 30. April 2017.
  2. Definition „Kritische Infrastrukturen“ nach Bundesministerium des Inneren (BMI) (PDF-Datei)
  3. Österreichisches Programm zum Schutz kritischer Infrastrukturen, Masterplan 2014 Abgerufen am 2. Juni 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]