Kroge-Ehrendorf

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Kroge-Ehrendorf
Stadt Lohne
Koordinaten: 52° 37′ 0″ N, 8° 16′ 0″ O
Höhe: 44 m ü. NN
Einwohner: 2123 (30. Jun. 2006)
Postleitzahl: 49393
Vorwahl: 04442
Geestrücken in Ehrendorf, betrachtet vom Pickerweg

Kroge-Ehrendorf ist ein Ortsteil der Stadt Lohne. Geografisch bildet Kroge den Mittelpunkt des Ortes, während Ehrendorf Kroge (flächenmäßig) umschließt.

Das Wort „Kroge“ entstammt dem Wort „Krug“, denn der Ort Kroge entwickelte sich aus einer Gastwirtschaft am Pickerweg, der durch Kroge verläuft. Die Gastwirtschaft befand sich im Hof Wassenberg. Im Erbhause war auch eine Herberge für die Fuhrleute, die diesen alten Handelsweg benutzten. Der Hof Wassenberg in Kroge-Ehrendorf hat eine lange Geschichte und wird erstmals 1515 mit Dirich Wassenborn urkundlich erwähnt.[1] Das Wort „Ehrendorf“ hingegen entstammt dem Wort „Ähre“ und beschreibt damit den für die Landwirtschaft guten Boden.

Auf Initiative der letzten Erbin des Hofes, der Witwe Anna Krogmann-Wassenberg, wurde auf dem Grundstück 1925 eine Kapelle und ein Kloster errichtet – heute das St. Anna Stift und die Herz-Jesu Kirche in Kroge. Sie bilden einen Schwerpunkt des Lebens in Kroge. Das zugehörige Kloster wird von den Franziskanerinnen betrieben.

Die Nonnen des Ortes nehmen aktiv auch am weltlichen Geschehen, etwa dem Dorf- und Sportfest, teil. Alljährlich präsentieren sie eine ca. 50 m² große Weihnachtskrippe.[2] Der starke Einfluss der Kirche ist auch an den zahlreichen Wegkreuzen und Marien-Grotten erkennbar.[3] In direkter Nähe der Kirche befindet sich im Wald der „Leidensweg Christi“, ein mit Skulpturen gesäumter Wanderweg, der den Weg zur Kreuzigung beschreibt.

Naturschutzgebiet Südlohner Moor bei Kroge
Naturschutzgebiet Steinfelder Moor südlich des Wassenbergsdamms

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kroge liegt etwa 6 km südlich der Stadt Lohne und etwa 7 km westlich der Stadt Diepholz.

Traditionell ist Kroge-Ehrendorf stark landwirtschaftlich geprägt, die Charakteristik wandelt sich aber immer mehr in Richtung Vorstadtsiedlung. Vor allem Arbeitnehmer aus Lohne und Diepholz nutzen die verkehrsgünstige, aber ruhige Lage Kroge-Ehrendorfs.

Kroge-Ehrendorf besitzt recht weitläufige Waldflächen, die bis in die benachbarten Orte Lohne, Diepholz und Steinfeld reichen.

Ebenfalls charakteristisch ist die Moorlandschaft Kroges, die bis heute noch von Torfwerken bearbeitet wird.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1999 wurde Kroge Sieger des Landkreises Vechta im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden“.

Das St. Anna-Stift Kroge hat mit der Umsetzung der Silviahemmet-Pflegephilosophie in seinem vollstationären Wohnbereich den Quality Award 2015 des Bundesverbands privater Anbieter sozialer Dienste gewonnen.[4]

Der „Alte Schwede“ in Kroge

Im März 2016 wurde auf einem Acker in der Nähe der Bundesstraße 214 ein 2,50 Meter breiter und hoher, 3,60 Meter langer[5] und 30 Tonnen schwerer Granitgneis-Findling geborgen. Der Riesenstein gehört zu den größten Findlingen im nordwestlichen Niedersachsen und wird deshalb vom Niedersächsischen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) als schutzwürdiges Naturdenkmal eingestuft. Der Findling wird an der Grundschule in Kroge präsentiert.[6] Am 30. Mai 2016 erhielt der Stein offiziell den Namen „Alter Schwede“.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 96 % der Einwohner sind katholisch
  • 4 % gehören anderen Bekenntnissen an oder sind konfessionslos

Stand: Juli 2006

Herz-Jesu-Kirche Kroge

Katholische Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herz-Jesu-Kirche in Kroge-Ehrendorf
  • Pfarramt Herz-Jesu-Kirche (Kroge-Ehrendorf)
  • St.-Anna-Stift, Franziskanerinnen Kroge

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jeden dritten Samstag und Sonntag im Juli findet das „Kroger Sport- und Dorffest“ statt, an dem auch bekannte Erstligamannschaften, z. B. FC Schalke 04, FC St. Pauli, Werder Bremen und internationale Teams, z. B. Gençlerbirliği Ankara, gegen Blau-Weiß Lohne spielen. Ein weiterer Höhepunkt ist dabei die „Dorfolympiade“ (Samstags), in der sich die Kroger Bevölkerung in mehr oder weniger sportlichen Disziplinen misst. Das Kroger Sport- und Dorffest fand 2007 vom 14. bis 15. Juli statt.

Seit 2003 ist der Weihnachtsmarkt aus „Köttermoor“ in Kroge-Ehrendorf beheimatet. Es handelt sich hierbei um einen sehr kleinen Weihnachtsmarkt, der im Wesentlichen aus einigen kleinen Buden besteht, die von der Dorfbevölkerung auf dem Gelände der Kirche mit viel Enthusiasmus erstellt werden. Weiteres besonderes Merkmal ist die Tatsache, dass dieser Weihnachtsmarkt ausschließlich am 1. Advent stattfindet. Sämtliche Einnahmen des Weihnachtsmarktes werden einem guten Zweck zugeführt.

Am jeweils 1. Sonntag im August findet seit 1994 auf dem "Königstuhl", einem historischen Gerichtsplatz, das sog. "Hölting" statt. Dabei handelt es sich um die Wiederbelebung eines alten Holzgerichtes, welches jahrhundertelang, bis zum Jahre 1734, an diesem Platz durchgeführt worden ist. Veranstalter ist der Heimatverein Kroge - Ehrendorf e.V.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt (für Kraftfahrzeugbesitzer) verkehrsgünstig zwischen dem Stadtkern von Lohne, der Stadt Diepholz und der Gemeinde Steinfeld. Die Autobahn A 1 kann schnell über die Anschlussstelle Lohne/Dinklage oder Holdorf erreicht werden. Die nächste Bahnstation liegt im ca. 3 km entfernten Mühlen (Nordwestbahn) an der Strecke Osnabrück-Bremen.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1 Grundschule
  • 1 Kindergarten


Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Clemens Pagenstert, Lohner Familien, Ein Beitrag zur Heimatkunde,Vechta i. Oldbg. Vechtaer Druckerei und Verlag, 1927, S. 298 f, digitalisat [1]
  2. Deutsche Krippenvereine: Franziskuskrippe Kroge-Ehrendorf
  3. Kirchengemeinde St. Gertrud Lohne: Wegezeichen – Glaubenszeichen in der Pfarrgemeinde St. Gertrud Lohne (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.sankt-gertrud.com (PDF; 14,5 MB). Lohne 2011, S. 93–137
  4. Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste: bpa-QUALITY-AWARD
  5. Eine Milliarde Jahre alter Findling geborgen. Focus Online. 18. März 2016
  6. NDR 1 Niedersachsen: Experten untersuchen tonnenschweren Findling. 18. März 2016

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Website der Kath. Pfarrgemeinde St. Gertrud Lohne (abgerufen am 18. Januar 2016) Bericht über das Kloster Kroge [2]
  • Historie St. Anna-Stift & Herz-Jesu Kirche, (Website der Geschwister Blömer und Zerhusen, beide geb. Wassenberg), abgerufen am 18. Januar 2016 digital [3]
  • Geheimnisvolle Moorbahnen (über die Moorbahn der Firma Holthaus & Fortmann). Südwestrundfunk 16. April 2016; 25'55 – 28'50