Kronberg-Gymnasium Aschaffenburg

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Kronberg-Gymnasium Aschaffenburg
Kronberg-Gymnasium - Außenansicht.jpg
Außenansicht des Kronberg-Gymnasiums Aschaffenburg 2006
Schulform Gymnasium
Gründung 1620
Adresse

Fasaneriestraße 33

Ort Aschaffenburg
Land Bayern
Staat Deutschland
Koordinaten 49° 58′ 43″ N, 9° 9′ 45″ OKoordinaten: 49° 58′ 43″ N, 9° 9′ 45″ O
Schüler 768 (Schuljahr 2018/19)[1]
Lehrkräfte 57[1]
Leitung Henrik Barz
Website www.kronberg-gymnasium.de

Das Kronberg-Gymnasium Aschaffenburg (ehemals Humanistisches Gymnasium Aschaffenburg) ist ein Gymnasium in Aschaffenburg, das 1620 gegründet wurde. Es wurde im Schuljahr 2018/19 von ca. 770 Schülern besucht.

Treppenhaus

Bildungsangebot[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am Kronberg-Gymnasium Aschaffenburg gibt es sowohl einen sprachlichen als auch einen humanistischen Zweig. Seit dem Schuljahr 2014/15 wird zudem ein naturwissenschaftlich-technologischer Zweig angeboten.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Erzbischof Johann Schweikhard von Kronberg an der Außenmauer des von ihm gegründeten Kronberg-Gymnasiums

Das Kronberg-Gymnasium existiert seit 1620, allerdings nicht im heutigen Schulgebäude, da das frühere Gebäude im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde.

1620: Zu Beginn des Jahres (das zweite Jahr nach dem Ausbruch des Dreißigjährigen Krieges) wird das Gymnasium von Jesuiten, die der Mainzer Kurfürst Johann Schweikhard von Kronberg schon 1612 nach Aschaffenburg gerufen hatte, gegründet.

Am 14. Juni, dem Fest Trinitatis, bestätigt der Mainzer Kurfürst die Lateinschule. Der aus Kirche, Schulräumen, Wohnräumen und Wirtschaftsgebäuden bestehende Jesuitenkomplex liegt in der Nachbarschaft des Aschaffenburger Schlosses zwischen Pfaffengasse und Landingstraße und beherbergt heute die Staatliche Fachoberschule und Berufsoberschule.

1631: Im Herbst fallen die Schweden in Aschaffenburg ein. Es gibt zum ersten Mal unerwartet schulfrei, denn die Jesuiten fliehen und die Räume des Kollegs werden beschlagnahmt. Sehr wahrscheinlich bestand jedoch in irgendeiner Form ein Notlehrbetrieb weiter. Dieser Zustand dauert bis 1634, dann ziehen die Schweden ab.

1635: Die Pest sucht Aschaffenburg heim, die Jesuiten eröffnen das Gymnasium wieder, allerdings sterben in den Herbstferien einige Schüler und zwei Lehrer an der Pest.

1637: Die Schweden überfallen im April wieder die Stadt, wobei Pater J. Liebst, der Rektor der Schule, tödlich verwundet wird. Erneut fliehen die Jesuiten, können aber Anfang 1638 wieder zurückkehren. An diese erste Zeit des Gymnasiums erinnert noch heute die Jesuitenkirche, die bis zu ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg der Schule als Studienkirche diente.

1773: Mit der Aufhebung des Jesuitenordens wurde die Leitung des Gymnasiums Weltgeistlichen übertragen.

1944: Das alte Gymnasiumgebäude in der Pfaffengasse überstand die Bombennächte im November des Jahres nicht. Übrig geblieben ist nur ein Portal mit dem Wappen des Kurfürsten Lothar Franz von Schönborn. Bis 1968 hospitierte die Schule daher zunächst im Gebäude des Dalberg-Gymnasiums sowie später zusätzlich im Gebäude der ehemaligen Maria-Ward-Schule am Marktplatz und in Nachkriegsbaracken der städtischen Berufsschule auf der Großmutterwiese[3].

11. September 1965: An diesem Tag fand die Grundsteinlegung für den Neubau in der Aschaffenburger Fasanerie statt. Vorausgegangen war ein Streit zwischen der Stadt Aschaffenburg und dem Land Bayern: Die Stadt wollte die Schule jenseits des Mains im Schulzentrum, München jedoch gemäß den Abmachungen in der Fasanerie errichten. Ab dem 20. Oktober 1965 trägt das vormals „Humanistische Gymnasium“ seinen jetzigen Namen Kronberg-Gymnasium, womit an den Gründer erinnert wird[4]

18. September 1968: Das Kronberg-Gymnasium zieht in das neue Schulgebäude im Fasanerie-Park ein. An der Einweihungsfeier nahm auch der Bayerische Ministerpräsident Alfons Goppel teil, dessen Sohn Thomas Goppel zwei Jahre zuvor am Kronberg-Gymnasium das Abitur abgelegt hatte.

1995: Die Schule feiert ihr 375-jähriges Bestehen.

2017: Aufgrund einer dreijährigen Generalsanierung der Schule wird die Oberstufe in Gebäude in der Pfaffengasse ausgelagert.[5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schulleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hans Lipp (5. Mai 1946 bis 31. Dezember 1958)
  • Georg Zillober (1. Januar 1959 bis 1. September 1971)
  • Josef Burdich (1. September 1971 bis 1986)
  • Helmut Schmitt (1986–1992)
  • Klaus Junk (1992–2005)
  • Wolfram Paulus (2005–2016)
  • Henrik Barz (seit 2016)

Bekannte ehemalige Lehrer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jakob Brand (1776–1833), von 1827 bis 1833 der erste Bischof der Diözese Limburg (war vorher Schüler am Aschaffenburger Gymnasium gewesen)
  • Johannes Neeb (1797–1843), Professor der Philosophie und Abgeordneter der 2. Kammer der Landstände des Großherzogtums Hessen

Bekannte ehemalige Schüler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Abgerufen am 29. Juli 2019.
  2. kronberg-gymnasium.de: Ein neuer, naturwissenschaftlich-technologischer Zweig am Kronberg-Gymnasium, 13. März 2014
  3. Kronberg-Gymnasium Aschaffenburg. Jahresbericht 1965/66. S. 61
  4. Kronberg-Gymnasium Aschaffenburg. Jahresbericht 1965/66. S. 61
  5. [1] Aschaffenburger Lehrer radeln zu Schülern.