Kronburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kronburg
Kronburg
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kronburg hervorgehoben
Koordinaten: 47° 54′ N, 10° 9′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Unterallgäu
Verwaltungs­gemeinschaft: Illerwinkel
Höhe: 744 m ü. NHN
Fläche: 20,26 km2
Einwohner: 1755 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 87 Einwohner je km2
Postleitzahl: 87758
Vorwahl: 08394
Kfz-Kennzeichen: MN
Gemeindeschlüssel: 09 7 78 161
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Museumstraße 1
87758 Kronburg-Illerbeuren
Webpräsenz: www.kronburg.de
Bürgermeister: Hermann Gromer (Freie Wählergemeinschaft Kronburg)
Lage der Gemeinde Kronburg im Landkreis Unterallgäu
KaufbeurenLandkreis AugsburgLandkreis GünzburgLandkreis Neu-UlmLandkreis OberallgäuLandkreis OstallgäuBuxheim (Schwaben)MemmingenAmberg (Unterallgäu)ApfeltrachBabenhausen (Schwaben)Bad GrönenbachBad WörishofenBenningenBenningenBöhenBoos (Schwaben)Breitenbrunn (Schwaben)Buxheim (Schwaben)DirlewangEgg an der GünzEppishausenErkheimEttringen (Wertach)FellheimHawangenHeimertingenHolzgünzKammlachKettershausenKirchhaslachKirchheim in SchwabenKronburgLachen (Schwaben)Lauben (Unterallgäu)LautrachLegauMarkt RettenbachMarkt WaldMemmingerbergMindelheimNiederriedenOberrieden (Schwaben)OberschöneggOttobeurenPfaffenhausenPleßRammingen (Bayern)SalgenSontheim (Schwaben)Stetten (Schwaben)TrunkelsbergTürkheimTussenhausenUngerhausenUngerhausenUntereggWesterheim (Unterallgäu)WiedergeltingenWinterriedenWolfertschwendenWoringenKaufbeurenLandkreis AugsburgLandkreis GünzburgLandkreis Neu-UlmLandkreis OberallgäuLandkreis OstallgäuLandkreis UnterallgäuMemmingenAmberg (Unterallgäu)ApfeltrachBabenhausen (Schwaben)Bad GrönenbachBad WörishofenBenningenBenningenBöhenBoos (Schwaben)Breitenbrunn (Schwaben)Buxheim (Schwaben)DirlewangEgg an der GünzEppishausenErkheimEttringen (Wertach)FellheimHawangenHeimertingenHolzgünzKammlachKettershausenKirchhaslachKirchheim in SchwabenKronburgLachen (Schwaben)Lauben (Unterallgäu)LautrachLegauMarkt RettenbachMarkt WaldMemmingerbergMindelheimNiederriedenOberrieden (Schwaben)OberschöneggOttobeurenPfaffenhausenPleßRammingen (Bayern)SalgenSontheim (Schwaben)Stetten (Schwaben)TrunkelsbergTürkheimTussenhausenUngerhausenUngerhausenUntereggWesterheim (Unterallgäu)WiedergeltingenWinterriedenWolfertschwendenWoringenBaden-WürttembergKarte
Über dieses Bild
Kronburg von Norden
Ortsteil Kardorf mit Illerstausee von Norden
Eingemeindungsurkunde

Kronburg ist eine oberschwäbische Gemeinde im schwäbischen Landkreis Unterallgäu und ein Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Illerwinkel. Bekannt ist sie vor allem durch das weithin sichtbare Schloss, welches auf einem Hügel oberhalb der Ortschaft thront.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kronburg liegt auf der östlichen Seitenmoräne des Illertales 744 Meter ü. NN, zehn Kilometer südlich von Memmingen in der Region Donau-Iller in Oberschwaben. Der Höhenrücken Hoher Rain südlich von Kronburg reicht bis auf 757 Meter ü. NN.

Ausdehnung des Gemeindegebietes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet besteht aus den Gemarkungen Kronburg und Kardorf.

Zur Gemeinde Kronburg gehören die Orte Kronburg, Greuth, Hackenbach, Illerbeuren, Kardorf, Oberbinnwang, Unterbinnwang und Wagsberg.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name Kronburg oder Grünburg stammt wahrscheinlich von einer Sippe der Grünen, er wiederholt sich in den Ortsnamen Grönenbach und Grünenfurt.[2] Die Geschichte Kronburgs ist eng mit Schloss Kronburg verknüpft. Bei einer Schlossrenovierung wurden römische Münzen gefunden und gut erhaltene Mauern aus Buckelquader freigelegt. Die schon vorher vertretene Auffassung, dass sich an der Stelle von Kronburg einst ein römisches Kastell befand, war damit bestätigt. Vom Standort der Befestigung konnten die nächsten Wachtürme sowie die über Kimratshofen, Legau und Lautrach führende Römerstraße leicht eingesehen und überwacht werden. Kronburg war, soweit bekannt, Eigentum der Edlen von Kronburg. In alten Urkunden ist ein „Ruof von Kronburg“ angeführt, der im Jahr 727 in einer Schlacht bei Feilenforst gegen die Franken ums Leben kam. In einer Urkunde des Klosters St. Gallen aus dem Jahr 833 ist von einem „Freson von Kronburg“ die Rede. Die Kronburg war auch Sitz der gleichnamigen Herrschaft. Im Dreißigjährigen Krieg kam es zu schweren Verlusten im Ort. 1632 marschierten die Schweden ein. Kronburg, katholisch und von lauter reformierten Gemeinden umgeben, wäre beinahe untergegangen. 1636 lebten nur noch vier Bewohner in dem Ort.

Im Jahr 1802 zählte die Ortschaft 35 Häuser mit 275 Bewohnern. Mit der Rheinbundakte 1806 kam der Ort zum Königreich Bayern. Im Zuge der Verwaltungsreformen in Bayern entstand mit dem Gemeindeedikt von 1818 die heutige Gemeinde Kronburg.

Geschichte der Kronburg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Schloss Kronburg um 1730

Die oberste Kronburg stand auf der Nordwestseite des Hohen Rains, also südlich der heutigen Anlage. Sie wurde wohl kurz nach 1200 erbaut. Im Jahre 1268 kam die Burg an die Habsburger, die sie fortan als Pfandlehen vergaben. Der letzte der Herren von Kronburg war Eitel von Kronburg, der 1360 starb. Über die Herren von Ratzenried ging die Burg von 1366 bis 1454 in den Besitz der Herren von Uttenried. 1460 ging das Schloss an Hans von Werdenstein und 18 Jahre später an die Herren von Rechberg. Sie bauten von 1490 bis 1536 auch das heutige kastellförmige Burgschloss an der Stelle der zerfallenen Römerbefestigung. 1604 starb Ernst von Rechberg ohne männlichem Leibeserben. Seine Nachfolger zerstritten sich mit dem Oberlehnsherren, dem Herzog von Österreich und wurden nach fünfzehnjährigen Erbstreitigkeiten für verlustig erklärt. Somit fiel das Schloss an Johann Eustach von Westernach, den späteren Großmeister des Deutschen Ordens. Im Jahre 1635 versuchten die Schweden, das Schloss einzunehmen, jedoch konnten sie abgewehrt werden. Im Spanischen Erbfolgekrieg namen zuerst die Franzosen das Schloss ein und befestigten die Anlage stark. Ein Jahr später, nach der Zweiten Schlacht bei Höchstädt, wurde das Schloss durch die flüchtenden Bayern eingenommen. Dabei wurden alle vier Rundtürme auf halber Höhe abgebrochen. Erst nach Intervention des Augsburger Bischofs Eustachius Egolph Freiherr von Westernach wurden die Türme, dick und voller Schusslöcher, wieder aufgebaut. Dabei wurden sie auch mit den charakteristischen Zwiebelhauben versehen. Maria-Theresia, die Tochter des Johann Ignaz von Westernach, führt den gesamten Besitz ihrem Gemahl, dem Freiherren Maximilian von Vequel auf Hohenkammern zu. Die Nachkommen tragen bis heute den Namen Freiherren von Vequel-Westernach. 1986 wurde das Schloss für Übernachtungen, Konzerte, Bankette, Märkte und Führungen geöffnet. Die letzte Renovierung fand von 1993 bis 1998 statt.

Religionen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der größte Teil der Bevölkerung gehört zur römisch-katholischen Kirche. Die römisch-katholische Pfarrkirche befindet sich in Illerbeuren. Kronburg und Kardorf haben Filialkirchen, die von Illerbeuren aus betreut werden. Für die evangelische Minderheit, die vor allem durch Zuzug in das Dorf gekommen ist, ist die Kirchenverwaltung von St. Agatha im Memminger Stadtteil Dickenreishausen zuständig.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1977 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Kardorf eingegliedert.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1802: 0275 Einwohner
  • 1961: 1348 Einwohner[3]
  • 1970: 1292 Einwohner[3]
  • 1987: 1398 Einwohner
  • 1991: 1578 Einwohner
  • 1995: 1592 Einwohner
  • 2000: 1671 Einwohner
  • 2005: 1714 Einwohner
  • 2010: 1791 Einwohner
  • 2015: 1755 Einwohner

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bundestagswahl 2013[4]
 %
60
50
40
30
20
10
0
54,2 %
13,5 %
3,5 %
8,3 %
3,4 %
5,2 %
4,3 %
7,6 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
 10
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
-12
+9,8 %p
+1,5 %p
-11,1 %p
-2,9 %p
-3,6 %p
+5,2 %p
+4,3 %p
-3,3 %p

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister ist seit 2014 Hermann Gromer (Freie Wählergemeinschaft Kronburg).[5]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sitzzuteilung bei der Gemeinderatswahl 2014 war wie folgt:[6]

  • CSU/Freie Wählerschaft: 12 Sitze

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 23. März 1976 durch Bescheid der Regierung von Schwaben genehmigt.

Blasonierung: „In Silber ein grüner Wellenschrägbalken, darüber ein golden gekrönter schwarzer Wolf, darunter schräg übereinander zwei rote Giebelhäuser.“

Die seit dem Jahr 1619 auf der Kronburg ansässigen Herren von Westernach hatten eine dominierende Stellung als Ortsherren, worauf der dem Familienwappen entnommene Wolf hinweist. Auf den Gemeindeteil Illerbeuren beziehen sich die beiden Häuser; in seiner alten Form deutet der Ortsname bereits 948 eine Siedlung „zu den häusern“ an. Die Iller als Namensbestandteil und als landschaftliches Merkmal wird durch den Wellenbalken als Flusssymbol dargestellt.

Der Entwurf des Wappens stammt vom Illerbeurer Hermann Zeller und die Gestaltung übernahm der Kronacher Karl Haas.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge wurde am 15. Juli 1976 durch Bescheid der Regierung von Schwaben genehmigt.

Die Flagge ist Grün-Weiß-Schwarz gestreift mit aufgelegtem Gemeindewappen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kath. Kirche in Kronburg, Innenansicht

An Sehenswürdigkeiten ist die Gemeinde Kronburg reich bestückt. So zählt das Schloss Kronburg dazu, ein Renaissanceschloss, welches auf einer Anhöhe von 752 Metern über dem Illerwinkel liegt, wie auch das Schwäbische Bauernhofmuseum in Illerbeuren. Als weitere Sehenswürdigkeiten des Ortes können die römisch-katholischen Kirchen Filialkirche Heiligste Dreifaltigkeit in Kronburg, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Illerbeuren und die Filialkirche St. Nikolaus in Kardorf betrachtet werden, welche alle barock ausgestaltet sind.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaft einschließlich Land- und Forstwirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gab 1998 im Bereich der Land- und Forstwirtschaft 18, im produzierenden Gewerbe 64 und im Bereich Handel und Verkehr 31 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Arbeitsort. In sonstigen Wirtschaftsbereichen waren am Arbeitsort 59 Personen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte am Wohnort gab es insgesamt 581. Im verarbeitenden Gewerbe gab es drei, im Bauhauptgewerbe keine Betriebe. Zudem bestanden im Jahr 1999 63 landwirtschaftliche Betriebe mit einer landwirtschaftlich genutzten Fläche von 1265 ha, davon waren 80 ha Ackerfläche und 1184 ha Dauergrünfläche.

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2008 gab es eine Grundschule mit neun Lehrern und 125 Schülern.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kronburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom Juli 2016 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Julius Miedel
  3. a b c Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 782.
  4. Zweitstimmen, gemäß Quelle www.wahlen.bayern.de abgerufen am 14. September 2014
  5. http://www.vg-illerwinkel.de
  6. Kommunalwahlen in Bayern am 16. März 2014 - Ergebnisse in Schwaben, abgerufen am 18. November 2017.