Kronstädter Pegel

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Mareograph in Kronstadt

Das Nullniveau des Kronstädter Pegels bei Sankt Petersburg ist die Bezugshöhe für das Höhensystem Russlands.

Das Bezugsniveau des Pegels liegt etwa 14 cm höher als das des Amsterdamer (Nordsee-)Pegels.[1]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1707 gab es im russischen Kronstadt einen Pegeldienst. 1840 wurde auf Vorschlag des Hydrografen Michael Reineke an der Blauen Brücke über den Kronstädter Obwodnykanal (russisch Обводный канал) eine Markierung angebracht, die dem mittleren Meeresspiegel des Finnischen Meerbusens von 1825 bis 1839 entsprach.

Im Jahre 1976/77 wurde der Kronstädter Pegel als Bezugsniveau der Sowjetunion Sowjetuinion eingeführt. Um im Ostblock ein einheitliches Höhensystem zu gewährleisten, übernahmen die Staaten des RGW sowie Jugoslawien ebenfalls das Niveau des Pegels als Grundlage ihrer geodätischen Höhensysteme. In der DDR wurde dieses Höhensystem als Höhennull (HN oder HN76) bezeichnet.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pegel (im Sinne einer Wasserstand-Messeinrichtung) liegt zu Füßen der Festung Kronstadt auf der Ostseeinsel Kotlin im Finnischen Meerbusen. Die Insel ist durch einen Straßendamm mit dem Festland verbunden; die frühere Kleinstadt gehört heute zu St. Petersburg.

Winddrift[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pegel Kronstadt ist aufgrund möglicher Driftströmungen nicht für die ganze Ostsee repräsentativ. Um den Einfluss der Winddrift auf die Wasserstände in der Ostsee zu untersuchen, haben deutsche Ozeanografen meteorologische Prognosemodelle erstellt. Sie analysieren die Luftdruckverteilung typischer Wetterlagen über dem Nord- und Ostseegebiet mit den Pegelschwankungen gegen das Mittelwasser und zum Wasserstand der Kieler Bucht.[2]

Nutzerstaaten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Höhenbezug Kronstädter Pegel ist in verschiedenen Staaten in Gebrauch.[3]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Antje Findeklee: Wo liegt eigentlich Normalnull? In: Spektrum der Wissenschaft. spektrum.de, 2. November 2003, abgerufen am 22. Februar 2018.
  2. G. Thiel: „Die Wirkungen des Luft- und Winddruckes auf den Wasserstand in der Ostsee“. [1]
  3. Andreas Pfeufer: Fehlerquelle Höhensystem. In: DEGA Galabau. Februar 2010, S. 18, abgerufen am 27. März 2018 (PDF).

Koordinaten: 59° 59′ 21″ N, 29° 45′ 45″ O