Kropsburg

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Kropsburg
Renaissanceportal, inneres Tor der Kropsburg

Renaissanceportal, inneres Tor der Kropsburg

Alternativname(n): Kropfsegg
Entstehungszeit: um 1200
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Unterburg
Ständische Stellung: Ministeriale
Geographische Lage 49° 17′ 46,2″ N, 8° 5′ 45,3″ OKoordinaten: 49° 17′ 46,2″ N, 8° 5′ 45,3″ O
Höhe: 250 m ü. NHN
Kropsburg (Rheinland-Pfalz)
Kropsburg

Die Kropsburg, auch Kropfsegg genannt, liegt auf der Gemarkung der südpfälzischen Weinbaugemeinde St. Martin im Landkreis Südliche Weinstraße (Rheinland-Pfalz).

Vor ihrer Zerstörung 1689 war die Spornburg u. a. Sitz der obersten Barone des Reiches, der Ritter von Dalberg. Ein 1771 von einem Dalberg-Nachkommen aus den Trümmern im Hof der Unterburg errichtetes Nachfolgegebäude wurde als Restaurant betrieben. Mittlerweile ist dieses Restaurant geschlossen und die Burg nicht mehr zugänglich. Es existiert jedoch ein neueres Restaurant in der Vorburg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kropsburg liegt an der Bruchzone zwischen dem Pfälzerwald im Westen und der Rheinebene im Osten. Der hügelige Übergang zwischen den beiden Landschaften ist die pfälzische Weinbauregion beidseits der Deutschen Weinstraße. Die Burg erhebt sich südlich von St. Martin auf einem nur 250 m hohen Vorhügel des Hochbergs; dieser gehört zum Gebirgszug der Haardt, die den Ostrand des Pfälzerwalds bildet.

Durch das Tal nördlich der Burg fließt von West nach Ost der Kropsbach, der weiter unterhalb bei Hanhofen als Flussgraben von rechts in den Speyerbach mündet, einen linken Nebenfluss des Rheins.

Erreichbarkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg kann zu Fuß oder mit dem Fahrrad von St. Martin und mit dem Auto von der Stadt Edenkoben aus erreicht werden, wo es einen Anschluss an die Autobahn 65 (LudwigshafenKarlsruhe) gibt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grabfigur des Burgherrn Johann XXII. Kämmerer von Worms in der Martinskirche von St. Martin

Die Errichtung der Kropsburg geht auf die Staufer zurück und wird auf die Zeit um 1200 datiert; damals entstand zur Abschirmung der etwa 20 km entfernt gelegenen Reichsburg Trifels ein ganzer Kranz von Burgen. Ähnlich wie das nördlich gelegene Hambacher Schloss und die Rietburg südlich bot die Kropsburg einen weiten Ausblick in die Rheinebene.

Anfangs war die Kropsburg Sitz eines Ministerialen. Später wurde sie unter den Nachkommen der Lehnsleute weitervererbt und so zur Ganerbenburg mit mehreren Eigentümern, die sie zu einer Ober- und einer Unterburg ausbauten. Nach dem Ende des Staufergeschlechts in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts kam sie in den Besitz des Hochstifts Speyer; dieses gab sie an verschiedene Adelshäuser (von Kropsberg, von Ochsenstein, von Odenbach u. a.) zu Lehen. 1441 wurde die Familie von Dalberg Eigentümerin, deren Repräsentanten als Verwaltungsbeamte südwestdeutscher Bischöfe tätig waren. Von 1492 bis 1531 war aus diesem Geschlecht der Ritter Johann XXII. Kämmerer von Worms Herr auf der Kropsburg und in St. Martin, wo in der dortigen Martinskirche sein prächtiges Grabmal erhalten ist.

Im Jahr 1522 wird urkundlich die Schlosskapelle St. Ägidius genannt, für die Georg von Schwalbach, Domkustos und Generalvikar des Bistums Speyer, die Aufbewahrung des Allerheiligsten genehmigt. Ebenso erhält der Kaplan von St. Martin die Erlaubnis, dort zusätzlich als Seelsorger tätig zu sein.[1]

Während die Kropsburg im 16. bzw. 17. Jahrhundert die Wirren des Bauern- und des Dreißigjährigen Kriegs nahezu unbeschadet überstand, wurde sie 1689 im Pfälzischen Erbfolgekrieg durch französische Truppen vollständig und endgültig zerstört.

1771 baute Jakob Amandus von Dalberg auf den Trümmern der Unterburg ein neues herrschaftliches Wohnhaus. Nach Umgestaltung und Modernisierung wurde es später als Restaurant betrieben, bis es geschlossen wurde. Das auf dem Gelände errichtete neue Restaurant ist für seinen Panoramablick über die Rheinebene bekannt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alexander Thon, Hans Reither, Peter Pohlit (Hrsg.): „Wie Schwalben Nester an den Felsen geklebt…“ Burgen in der Nordpfalz. 1. Auflage. Schnell und Steiner, Regensburg 2005, S. 60–63, ISBN 3-7954-1674-4.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Franz Xaver Glasschröder: Urkunden zur Pfälzischen Kirchengeschichte im Mittelalter. München 1903, S. 168, Urkundenregest Nr. 401.