Krumke

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Krumke
Koordinaten: 52° 47′ 55″ N, 11° 43′ 1″ O
Höhe: 29 m
Einwohner: 160
Eingemeindung: 1. Februar 1974

Krumke ist ein Ortsteil der Hansestadt Osterburg (Altmark) in der Altmark in Sachsen-Anhalt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt westlich von Osterburg. Am südlichen Ortsrand ist ein Schloss. Westlich des Schlosses fließt ein kleiner Bach, das aufgrund eines Knickes „Krumme Beke“ genannt wird. Von ihr leitet sich der alte Name „Krum-beke“ ab, aus dem später Krumke wurde. Der künstliche Schlossgraben wurde früher mit dem Wasser der „Krummen Beke“ gespeist. Heute fließt der Bach in den Schlossteich und in die nahegelegene Biese.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich stand auf der Insel eine Burg, deren Reste aber nicht mehr erhalten sind. Die Burg Krumke als markgräfliche Burg und die Burgen Osterburg, Rossau und Gladigau bildeten gemeinsam eine Befestigungslinie gegen die auf der anderen Seite der Biese lebenden Wenden.

Schon im Jahre 1170 muss die Burg Krumke bestanden haben, wenn sie auch erst 1321 urkundlich erwähnt wird.

Besitzer vom Schloss bis 1945 waren:

1762 starb die Linie derer von Kannenberg aus, und Krumke kam in die Hand der Herren von Kahlden. 1854 wurde auf der Insel ein neues Schloss errichtet und die im 18. Jahrhundert geschaffene Gartenanlage verändert.

1911 erwarb Arthur von Gwinner, damals Vorstandssprecher der Deutschen Bank, das Rittergut mit Schloss Krumke und dem Park. Er ließ es vollständig renovieren und zum Teil neu gestalten. Gwinner ließ das alte Herrenhaus um 1913 abreißen und errichtete an derselben Stelle das heutige Kavaliershaus. Aus erbrechtlicher Übertragung erwarben seine Töchter Charlotte und Margarethe das Anwesen. Letztere übertrug das Vermögen auf ihren Ehemann, Karl Klingler, einen bedeutenden Violinisten des 20. Jahrhunderts und Ersten Geiger des gleichnamigen Quartetts.

Durch die „demokratische Bodenreform“ wurden 1945 die bisherigen Besitzer enteignet. Im Schloss wurde eine Tuberkulose-Heilstätte eingerichtet, später ein Kinderkurheim. Nach dem Ende der DDR stand das Schloss lange leer.

Im Jahre 2004 gingen das Schloss und die umgebende Schlossinsel in Privatbesitz über. Heute befinden sich das Schloss und die Schlossinsel (ohne den Park) in Privatbesitz. Das Kavaliershaus wurde durch den „Förderverein Schloss Krumke“ erworben und mit umfangreicher finanzieller Unterstützung des Landes und der EU saniert. Orangerie, Gutshof und das ehemalige Kutscherhaus befinden sich heute ebenfalls in Privatbesitz. Das Schloss mit dem Park und den angrenzenden Gebäuden steht unter Denkmalschutz.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Krumke

Bemerkenswert sind das Schloss, der dazugehörige Gutshof, die Orangerie von 1751 sowie das Kavaliershaus (mit Gastronomie), die Patronatskirche und die Remise und das Taubenhaus von 1679. Der zugehörige Park im Stil eines englischen Landschaftsgartens ist frei zugänglich. Er beherbergt zahlreiche dendrologische Kostbarkeiten und wurde in die Liste der 40 schönsten Parks Sachsen-Anhalts aufgenommen („Gartenträume“). In Krumke befindet sich eine Reitsportanlage mit zwei Reithallen und Außenplätzen. Die Anlage ist Standort einer der erfolgreichsten Voltigiermannschaften Deutschlands, der „Krumker Voltis“, und einer EU-Besamungsstation des Brandenburgischen Haupt- und Landgestüts Neustadt/Dosse.

Im Sommer 2003 wurde auf Schloss Krumke, in Osterburg und in Tangermünde der zweiteilige Film Das Bernstein-Amulett mit Muriel Baumeister, Nadeshda Brennicke, Jaecki Schwarz, Nadja Tiller, Walter Giller und Eva-Maria Hagen unter der Regie von Gabi Kubach gedreht. Der Film basiert auf dem gleichnamigen Roman von Peter Prange.

Die evangelische Kirche ist ein geosteter spätromanischer Bau aus Feldstein mit Umbauten aus späterer Zeit.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark, 2018, S. 1281

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]