Krummendeich

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Krummendeich
Krummendeich
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Krummendeich hervorgehoben

Koordinaten: 53° 50′ N, 9° 13′ O

Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Stade
Samtgemeinde: Nordkehdingen
Höhe: 2 m ü. NHN
Fläche: 30,03 km2
Einwohner: 459 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 15 Einwohner je km2
Postleitzahl: 21732
Vorwahl: 04779
Kfz-Kennzeichen: STD
Gemeindeschlüssel: 03 3 59 030
Adresse der Verbandsverwaltung: Hauptstraße 31
21729 Freiburg/Elbe
Website: www.nordkehdingen.de
Bürgermeister: Christiane von der Decken (CDU)
Lage der Gemeinde Krummendeich im Landkreis Stade
BaljeKrummendeichFreiburg/ElbeOederquartWischhafenDrochtersenGroßenwördenEngelschoffHammahDüdenbüttelHimmelpfortenBurwegKranenburgEstorfOldendorfHeinbockelStadeDeinsteFredenbeckKutenholzJorkBuxtehudeApensenBeckdorfSauensiekAhlerstedtBrestBargstedtHarsefeldNottensdorfBliedersdorfHorneburgDollernAgathenburgLandkreis StadeNiedersachsenLandkreis CuxhavenLandkreis Rotenburg (Wümme)Landkreis HarburgHamburgSchleswig-HolsteinSchleswig-HolsteinGrünendeichMittelnkirchenNeuenkirchenGuderhandviertelSteinkirchenHollern-TwielenflethKarte
Über dieses Bild

Krummendeich (plattdeutsch Krummendiek) ist eine Gemeinde im Landkreis Stade in Niedersachsen.

Die Gemeinde gehört der Samtgemeinde Nordkehdingen an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Freiburg/Elbe hat. Der Ort liegt an der Deutschen Fährstraße sowie an einigen Fernradwanderwegen wie zum Beispiel dem Elberadweg.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Apfelblüte

Krummendeich hat die Siedlungsform eines Reihendorfes am Deichverteidigungsweg des alten Elbdeiches.

Die Landschaft der Gemeinde ist geprägt durch das Marschland und die Landwirtschaft sowie die typischen Beet-Strukturen an der Niederelbe.

Es überwiegen Ackerlandflächen gefolgt von Grünland für Vieh- und Pferdezucht. Das gemäßigte Nordseeklima eignet sich gut für den Obstanbau wie im Alten Land.

Durch die Lage an der Nieder- oder Unterelbe gibt es zum Schutz vor Sturmfluten zwei Deichlinien:

  • Der Winterdeich verläuft direkt nördlich der Wohnbebauung.
  • Der Seedeich aus den 1970er Jahren verläuft an der Elbe.
Häuser am Winterdeich

Bevor der Seedeich errichtet wurde, gab es zusätzlich einen Sommerdeich, der ca. 2 km nördlich des Winterdeichs verlief. Der Sommerdeich schützte vor kleinen Sommer-Sturmfluten. Einige Teilstücke sind noch erhalten. Die Sommerdeichlinie stellt heute die Route einiger Fernradwege dar.

Ein erhöhter Weg nördlich des Seedeiches kann von Mitte April bis Mitte Oktober als Radweg benutzt werden und bietet einen sehr guten Ausblick auf das Naturschutzgebiet „Niedersächsischer Mündungstrichter der Elbe“ sowie auf Schleswig-Holstein und Brunsbüttel mit der Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals.

Die weitläufigen Flächen Zwischen den Deichen sind seit 2018 Bestandteil des Landschaftsschutzgebietes Kehdinger Marsch.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krummendeich wurde 1339 erstmals urkundlich genannt. Die Entstehung des Ortes ist eng mit der Geschichte von Kehdingen verbunden.

Erste feste Siedlungen gab es in Krummendeich um 1000. 1339 ist urkundlich eine Kapelle im Ort belegt.[2] Die Kapelle gehörte bis 1635 zum Kirchspiel Freiburg/Elbe.

1635 erfolgte die Gründung des Kirchspiels Krummendeich. 1709 wurde die barocke St.-Nicolai-Kirche gebaut, 1759 der Westturm.

Bei einer schweren Sturmflut am 3./4. Februar 1825 entstand die Kuhle, heute ein Naturfreibad.

Am 1. Januar 1971 bildeten die eigenständigen Gemeinden Krummendeich, Balje, Oederquart und Wischhafen sowie der Flecken Freiburg/Elbe die Samtgemeinde Nordkehdingen.

Daten zur Entwicklung sind in der Chronik Geschichte der Gemeinde Krummendeich in Kehdingen dokumentiert.[3]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St.-Nicolai-Kirche Krummendeich

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinderat, der am 11. September 2016 gewählt wurde, setzt sich wie folgt zusammen:

(Stand: Kommunalwahl am 11. September 2016)

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bürgermeisterin der Gemeinde ist seit dem 8. November 2011 Christiane von der Decken. Gemeindedirektorin ist die Samtgemeindebürgermeisterin Erika Hatecke.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün einen goldenen schräg nach links oben gerichteten Wellenbalken, darunter einen silbernen aufwärts gerichteten Kleispaten.“

Sehenswertes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • St.-Nicolai-Kirche (ev. luth.), barocke Saalkirche aus Backstein von 1709, quadr. Westturm von 1759; innen: hölzernes Tonnengewölbe, umlaufende Empore, mittige Kanzel mit polygonalem Korb, Grabplatte mit Relief der Eheleute Claus von der Deken († 1588),[4] Orgel von 2009 von Jens Steinhoff
  • Ritterhof Wechtern 3
  • Diverse denkmalgeschützte Gutshäuser, Wirtschaftsgebäude, Wohnhäuser, wie z. B. am Elbdeich 41

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturfreibad Krummendeich
Baugebiet Im Hoffeld
  • Naturfreibad Krummendeich, ca. 6000 m² groß, mit mehreren Becken, Kiosk, Minigolfanlage
  • Kindergarten, Lebensmittelmarkt, Restaurant
  • Ferienwohnungen und Ferienhäuser
  • Neubaugebiet Im Hoffeld für Einfamilien- und Doppelhäuser

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen den Deichen, Elbe
Sonnenuntergang zwischen den Deichen

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Blasorchester Krummendeich
  • Deutsches Rotes Kreuz
  • Dorfgemeinschaft Krummendeich
  • Förderverein des Naturfreibades
  • Freiwillige Feuerwehr
  • Kehdinger Kinder- und Jugendchor
  • Posaunenchor
  • Sportverein

Besondere Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Horizontalbohrung unter der Elbe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Verbindung des chemischen Werkes der Sasol Germany in Brunsbüttel und dem der Dow Deutschland in Stade mit einer 6″-Ethylenleitung wurde eine ca. 55 km lange Pipeline gebaut. Im Zuge dieser Rohrleitung musste die Elbe zwischen St. Margarethen im Norden und Krummendeich im Süden gekreuzt werden. 2005 wurde dabei mit der Horizontalbohrung über 2626 m ein Weltrekord aufgestellt.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Krummendeich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landesamt für Statistik Niedersachsen, LSN-Online Regionaldatenbank, Tabelle A100001G: Fortschreibung des Bevölkerungsstandes, Stand 31. Dezember 2020 (Hilfe dazu).
  2. Niedersächsisches Landesarchiv Hannover Regesta Bd. 13d – Urkunden vom 17. März 1339.
  3. W. von Issendorf: Chronik von 1908/1909; Heita von Plate: Abschrift, Übersetzung, Ergänzung der Chronik, 1959/62.
  4. Dehio Bremen/Niedersachsen 1977.