Krummin

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Wappen Deutschlandkarte
Die Gemeinde Krummin führt kein Wappen
Krummin
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Krummin hervorgehoben
Koordinaten: 54° 3′ N, 13° 51′ O
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Vorpommern-Greifswald
Amt: Am Peenestrom
Höhe: 4 m ü. NHN
Fläche: 10,5 km2
Einwohner: 238 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 23 Einwohner je km2
Postleitzahl: 17440
Vorwahl: 03836
Kfz-Kennzeichen: VG, ANK, GW, PW, SBG, UEM, WLG
Gemeindeschlüssel: 13 0 75 072
Adresse der Amtsverwaltung: Burgstraße 6
17438 Wolgast
Webpräsenz: www.wolgast.de
Bürgermeisterin: Jeannette von Busse
Lage der Gemeinde Krummin im Landkreis Vorpommern-Greifswald
Brandenburg Landkreis Mecklenburgische Seenplatte Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Landkreis Vorpommern-Rügen Buggenhagen Krummin Lassan Wolgast Wolgast Zemitz Ahlbeck (bei Ueckermünde) Altwarp Eggesin Grambin Hintersee (Vorpommern) Leopoldshagen Liepgarten Luckow Luckow Lübs (Vorpommern) Meiersberg Mönkebude Vogelsang-Warsin Bargischow Bargischow Blesewitz Boldekow Bugewitz Butzow Ducherow Iven Krien Krusenfelde Neetzow-Liepen Medow Neetzow-Liepen Neu Kosenow Neuenkirchen (bei Anklam) Postlow Rossin Sarnow Spantekow Stolpe an der Peene Alt Tellin Bentzin Daberkow Jarmen Kruckow Tutow Völschow Behrenhoff Dargelin Dersekow Diedrichshagen Hinrichshagen (Vorpommern) Levenhagen Mesekenhagen Neuenkirchen (bei Greifswald) Weitenhagen (bei Greifswald) Bergholz Blankensee (Vorpommern) Boock (Vorpommern) Glasow (Vorpommern) Grambow (Vorpommern) Löcknitz Nadrensee Krackow Penkun Plöwen Ramin Rossow Rothenklempenow Brünzow Hanshagen Katzow Kemnitz (bei Greifswald) Kröslin Kröslin Loissin Lubmin Neu Boltenhagen Rubenow Wusterhusen Görmin Loitz Sassen-Trantow Altwigshagen Ferdinandshof Hammer a. d. Uecker Heinrichswalde Rothemühl Torgelow Torgelow Torgelow Wilhelmsburg (Vorpommern) Jatznick Brietzig Damerow (Rollwitz) Fahrenwalde Groß Luckow Jatznick Jatznick Koblentz Krugsdorf Nieden Papendorf (Vorpommern) Polzow Rollwitz Schönwalde (Vorpommern) Viereck (Vorpommern) Zerrenthin Züsedom Karlshagen Mölschow Peenemünde Trassenheide Benz (Usedom) Dargen Garz (Usedom) Kamminke Korswandt Koserow Loddin Mellenthin Pudagla Rankwitz Stolpe auf Usedom Ückeritz Usedom (Stadt) Zempin Zirchow Bandelin Gribow Groß Kiesow Groß Polzin Gützkow Gützkow Karlsburg (Vorpommern) Klein Bünzow Lühmannsdorf Murchin Rubkow Schmatzin Wrangelsburg Ziethen (bei Anklam) Züssow Heringsdorf Pasewalk Strasburg (Uckermark) Ueckermünde Wackerow Greifswald Greifswald PolenKarte
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Krummin ist eine Gemeinde im Landkreis Vorpommern-Greifswald. Krummin liegt im Nordwestteil der Insel Usedom an einer Ausbuchtung des Peenestroms, der Krumminer Wiek. Die Gemeinde wird vom Amt Am Peenestrom mit Sitz in Wolgast verwaltet. Bis zum 1. Januar 2005 war Krummin Teil des Amtes Wolgast-Land.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krummin liegt ca. fünf Kilometer östlich von Wolgast und drei Kilometer westlich von Zinnowitz. Etwa zwei Kilometer nördlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 111. Südlich der Gemeinde befindet sich der Peenestrom. Krummin liegt auch im Naturpark Insel Usedom.

Ortsteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Krummin
  • Neeberg
Wüstungen und Wohnplätze
  • Gnecov (Wüstung)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kirche St. Michael in Krummin

Krummin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Krummin wurde 1230 erstmals als „Crominino“ urkundlich erwähnt. Der Name wird als Brotschnitte - Kruste gedeutet.[2] Um 1250 wurde die spätere Klosterkirche St. Michael gebaut. Im Jahr 1290 bestätigt Herzog Bogislaw IV. das von Herzog Barnim I. an Johann Voß vergebene Patronat der Kirche von Krummin den Söhnen desselben, Heinrich, Friedrich und Konrad.[3] In den Jahren 1302 und 1303 wurde das Kloster Krummin als Filialgründung des Zisterzienserinnen-Klosters Wollin errichtet.[4] 1305 wurde das Krumminer Kloster von seinem Mutterkloster endgültig getrennt.[5] Es befand sich an der Südseite der Kirche.[6]

Nach der Reformation von 1534 und der nachfolgenden Säkularisierung wurde Krummin mit seinem Landbesitz in eine Domänenbesitz gewandelt. Während des Dreißigjährigen Krieges starben im Ort 43 Menschen an der Pest, und die Klosteranlage wurde teilweise zerstört. 1675 erhielt der schwedische Feldmarschall und Staatsmann Carl Gustav Wrangel das Dorf als Geschenk.[7] Vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Jahr 1720 gehörte Krummin zu Schwedisch-Pommern und kam nach dem Frieden von Stockholm wie die gesamte Insel Usedom zum Königreich Preußen. 1833 wurde das Dorf von Heinrich Ludwig von Corswandt käuflich erworben.

Von ihm und seinen Nachfolgern wurde ein stattlicher Gutshof mit Gutshaus, Wirtschaftsgebäuden und einem Park errichtet. Westlich des Dorfes wurde eine Holländerwindmühle errichtet. Das Gut wurde um 1880 noch ausgebaut und modernisiert.

Das Dorf war nun ein Angerdorf, das in seiner Form aber zum Gutsdorf tendierte, westlich das dominante Gut, in der Mitte die Kirche mit dem Kirchhof und dem inzwischen weitgehend abgeräumten Klostergebäuden. Südlich lag der Fischereihafen und östlich die Landarbeiter- und Fischerhäuser. Es gab nur wenige Bauernhöfe, die auch noch sehr klein waren.

Das änderte sich erst mit der Bodenreform nach 1945, erst die kleinen Neubauernwirtschaften, dann die LPG-Betriebe. Nach und nach verschwanden die Gutsgebäude, jetzt sind nur noch wenige erkennbar. Vom Gutshaus ist nur noch ein Teilgebäude erhalten, das aber aufwendig zu einem Feriendomizil ausgebaut wurde. Der Gutspark ist bis auf einige Restgehölze auch verschwunden. Die nach 1960 errichteten LPG-Gebäude nördlich des Dorfes sind inzwischen Ruinen oder bereits abgeräumt. Auch im Dorf hat sich der Tourismus ausgeweitet, mit Gaststätten, Ferienwohnungen und dem stark vergrößerten Seglerhafen.

Am 1. Juli 2010 wurden die Teile, die nördlich der Bundesstraße 111 liegen, von der Gemeinde Krummin an die Gemeinde Mölschow übergeben. Davon waren 23 Einwohner auf ca. 19,6 ha betroffen.[8]

Neeberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neeberg wurde 1230 erstmals als „Nebregome“ urkundlich erwähnt. Darin bestätigte Bischof Conrad II. der Kirche von Bucow den Zehnten aus einigen Dörfern, darunter Neeberg. Der Name wird als „hüten, bewahren“ gedeutet.[2]

Neeberg war ein kleines Bauern- und Fischerdorf, von der Form her ein Rundling mit einer Ringstraße. Erst nach 1945 entstand zu DDR-Zeiten östlich der alten Dorflage eine ausgedehnte Bungalowsiedlung. Nach 1990 hat sich nur wenig geändert.

Gnecov (Wüstung)

Gnecov wurde 1230 als solches erstmals urkundlich genannt. Es ist die gleiche, wie bei Neeberg. Die zweite und letzte Erwähnung stammt mit „Gneuchowe“ von 1288. Der slawische Name wird mit „Zorn“ gedeutet.[2]

Die Lage ist nicht überliefert, auch in alten Karten gibt es keinen Hinweis. Möglich ist die Gegend nördlich von Krummin etwa dort, wo jetzt der neue Friedhof ist. Wie auf ganz Usedom gibt es wenig archäologische Hinweise aus der Slawenzeit, weil kaum lineare Grabungen (wie z.B. Straßen, Gasleitungstrassen usw.) durchgeführt wurden und wahrscheinlich die Dichte der Bodendenkmalpfleger zu gering ist.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

→ Siehe: Liste der Baudenkmale in Krummin

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Berghaus: Landbuch des Herzogtums Pommern und des Fürstentums Rügen. Teil II, Band 1, Anklam 1865, S. 483–487 (Online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Krummin – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Krummin auf der Webseite des Amtes Am Peenestrom
  • Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Krummin im SIS-Online. Statistisches Informationssystem.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt M-V – Bevölkerungsentwicklung der Kreise und Gemeinden 2015 (XLS-Datei) (Einwohnerzahlen in Fortschreibung des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. a b c Manfred Niemeyer: Ostvorpommern I. Quellen- und Literatursammlung zu den Ortsnamen. Bd. 1: Usedom. (= Greifswalder Beiträge zur Ortsnamenkunde. Bd. 1), Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Institut für Slawistik, Greifswald 2001, ISBN 3-86006-149-6. S. 14 ff
  3. Julius Theodor Bagmihl: Pommersches Wappenbuch. Band 4, Stettin 1854, S. 88
  4. Dirk Schleinert: Die Geschichte der Insel Usedom. Hinstorff Verlag, Rostock 2005, ISBN 3-356-01081-6, S. 41.
  5. Hermann Hoogeweg: Die Stifter und Klöster der Provinz Pommern. Bd. 1, Leon Saunier, Stettin 1924, S. 436–437.
  6. Brigitte Metz:Kirchen auf Usedom. Baltic-Verlagsagentur 1993. Seite 60
  7. Dietrich Hermann Biederstedt: Nachlese zu den Beiträgennzu einer Geschichte der Kirchen und Prediger in Neuvorpommern. Band 1, Greifswald 1818, S. 61.
  8. Gebietsänderungsvertrag Krummin Mölschow 2010 (PDF; 1,5 MB)