Krzysztof Warlikowski

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Krzysztof Warlikowski (2011)

Krzysztof Warlikowski (* 26. Mai 1962 in Stettin) ist ein polnischer Theaterregisseur. Er zählt zu den einflussreichsten Schauspiel- und Opernregisseuren Polens.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Warlikowski studierte in Krakau Geschichte, Philosophie und Theaterwissenschaft. Hinzu kam ein Studienaufenthalt in Paris. Danach begann er an der Staatlichen Schauspielakademie in Krakau ein Regiestudium und lernte bei dem polnischen Regisseur Krystian Lupa, der durch seine Thomas Bernhard-Interpretationen auch international bekannt wurde. Warlikowski bekam die Gelegenheit bei europäischen Regie-Ikonen wie Peter Brook, Ingmar Bergman oder Giorgio Strehler zu assistieren. An Strehlers Piccolo Teatro di Milano inszenierte er Perikles.

Warlikowski arbeitet in Warschau am Teatr Rozmaitości, das mit seinen Regiearbeiten junger europäischer Autoren wie Sarah Kane für Furore sorgt und zu den beliebtesten Theatern Polens gehört. Außerhalb Polens arbeitete er am Théâtre des Bouffes du Nord in Paris sowie an den Theatern in Nizza, Tel Aviv, Zagreb, Bonn, Amsterdam, Brüssel. In Deutschland arbeitete er u. a. am Staatstheater Stuttgart, an der Bayerischen Staatsoper, am Hebbel-Theater und im Haus der Berliner Festspiele.

International machte er u. a. mit Gesäubert von Sarah Kane, 2003 mit Shakespeares Der Sturm und im selben Jahr mit dem jüdischen Drama Der Dybbuk nach An-Ski (Schlomo Rappoport) und Hanna Krall von sich reden. Seine Inszenierungen sind auf den wichtigsten europäischen Festivals zu sehen.

Warlikowski ist, ungeachtet seiner Homosexualität,[1] mit der Bühnen- und Kostümbildnerin Małgorzata Szczęśniak verheiratet. Beide arbeiten auch beruflich eng zusammen und realisierten viele Theaterproduktionen gemeinsam.[2]

Inszenierungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Warlikowski 2012 als Gewinner der Goldenen Maske in Moskau, wo er für seine Inszenierung von (A)Pollonia mit dem Spezialpreis der Jury ausgezeichnet wurde.

Zitat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Das Theater ist eine Insel in einem Meer von Angst. Früher gab es Altäre, auf denen Tiere und manchmal auch Menschen geschlachtet wurden gegen die Angst. Heute haben wir das Theater, um die Angst auszusprechen und gemeinsam zu überwinden.“[3]

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Fabienne Pascaud: Piękny potwór. Am 9. Juli 2009 auf dwutygodnik.com, abgerufen am 15. Mai 2017
  2. Mike Urbaniak: Małgorzata Szczęśniak. Związki zawodowe i małżeńskie. Am 5. Juli 2013 auf wysokieobcasy.pl, abgerufen am 15. Mai 2017
  3. zitiert nach: Renate Klett: Jammer und Glorie. In: Theater der Zeit Heft 12/2014, Verlag Theater der Zeit Berlin. S. 16–18