Kuban-Brückenkopf

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Ostfront 1943. Brückenkopf ist im südlichsten Teil

Der Kuban-Brückenkopf (auch Gotenkopf) war eine deutsche Auffangstellung auf der Taman-Halbinsel in Südrussland, die von Januar bis Oktober 1943 bestand. Sie war nach dem Rückzug der deutschen Truppen aus dem Kaukasus ursprünglich gehalten worden, um einen erneuten Angriff auf die Ölquellen des Kaukasus zu ermöglichen. Nach dem allgemeinen Rückzug des deutschen Ostheeres auf die Panther-Wotan-Linie wurden die im Brückenkopf befindlichen Truppen über die Straße von Kertsch auf die Krim evakuiert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Rahmen ihrer Sommeroffensive des Jahres 1942 (Fall Blau) hatte die Wehrmacht im Juli einen Vorstoß in Richtung Kaukasus begonnen, mit dem Ziel der Einnahme der Ölfelder von Grosny und Baku. Innerhalb weniger Wochen stießen die zur Heeresgruppe A zusammengefassten deutschen Verbände bis zu 500 Kilometer vor, Anfang August gelang die Einnahme der Ölfelder von Maikop (wobei die dortigen Anlagen beim Rückzug der sowjetischen Verteidiger jedoch nachhaltig zerstört worden waren). Wegen Nachschubmangels und Widerstandes der sowjetischen Transkaukasusfront kam der Vormarsch schließlich vor Grosny und Ordschonikidse zum Stehen, ohne dass die operativen Ziele erreicht worden waren. Mit der Einschließung der 6. Armee bei Stalingrad (Operation Uranus) entstand Ende November ernste Gefahr für die südlich des Don stehenden Truppen, zudem begannen im Raum südlich von Mosdok starke sowjetische Gegenangriffe. Nachdem auch der Entsatzangriff für die 6. Armee (Unternehmen Wintergewitter) abgewehrt worden war, erteilte Hitler den Befehl zum Rückzug aus der Vorkaukasusregion, der am 31. Dezember begann.

Während die 1. Panzerarmee nach Norden abgezogen und der Heeresgruppe Don unterstellt wurde, wurde die 17. Armee nach Nordwesten, Richtung Schwarzmeerküste und Krim, auf die Taman-Halbinsel zurückgenommen. Dort hatte sie Ende Januar 1943 am Unterlauf des Flusses Kuban eine Auffangstellung fertiggestellt. Ursprünglich als Operationsbasis für einen erneuten Vorstoß auf die Ölquellen des Kaukasus gedacht, konnte der Brückenkopf trotz wiederholter Angriffe der sowjetischen Nordkaukasusfront über Monate hinweg gehalten werden. Angesichts der geänderten Gesamtsituation an der Ostfront (Niederlage der Wehrmacht in der Schlacht um Kursk, allgemeiner Rückzug der Heeresgruppe Süd an den Dnepr) wurde am 8. September die Aufgabe des Brückenkopfes beschlossen.

Bis zum 9. Oktober wurden 239.669 Soldaten, 16.311 Verwundete, 27.456 Zivilisten sowie 115.477 Tonnen Kriegsgut (vor allem Munition), 21.230 Kraftfahrzeuge, 74 Panzer, 1.815 Geschütze und 74.657 Pferde auf die Krim evakuiert. Die Luftwaffe flog von einem Feldflughafen (bei Slawjanskaja) im Brückenkopf weitere 15.661 Mann aus. Damit war der Rückzug aus dem nördlichen Kaukasusvorland 1943 eine der wenigen militärischen Rückzugsoperationen der Wehrmacht, bei der nicht die Masse der eingesetzten Truppen und des schweren Gerätes verlorengingen. Der Transport über die an der schmalsten Stelle etwa vier Kilometer breite Straße von Kertsch erfolgte teils mit Marinefährprahmen, teils mit einer über die Meerenge gespannten Materialseilbahn. Eine von der Organisation Todt errichtete kombinierte Straßen- und Eisenbahnbrücke über die Meerenge wurde kurz vor ihrer Fertigstellung gesprengt. Die Räumung des Brückenkopfes war am 9. Oktober 1943 abgeschlossen.

Kubanschild[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kubanschild

Am 20. September 1943 wurde von Adolf Hitler der Kubanschild gestiftet. Mit diesem wurden die deutschen Teilnehmer ausgezeichnet, die seit dem 1. Februar 1943 an den Kämpfen am Kuban-Brückenkopf zu Lande, in der Luft oder zu Wasser beteiligt gewesen waren. Die Größe des Kubanschildes betrug 52 × 62 mm mit einer Tuchunterlage von 64 × 77 mm und wurde auf dem linken Ärmel getragen.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Friedrich Forstmeier: Die Räumung des Kuban-Brückenkopfes im Herbst 1943. Wehr und Wissen Verlags-Gesellschaft, Darmstadt 1964 (Beiträge zur Wehrforschung 2/3, ISSN 0067-5253)