Kugelsimse

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Kugelsimse
Scirpus holoschoenus 1.JPG

Kugelsimse (Scirpoides holoschoenus)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Kugelbinsen (Scirpoides)
Art: Kugelsimse
Wissenschaftlicher Name
Scirpoides holoschoenus
(L.) Soják

Die Kugelsimse oder Kugelbinse (Scirpoides holoschoenus (L.) Soják, syn. Scirpus holoschoenus L., Holoschoenus vulgaris Link) ist eine Art der Gattung der Kugelbinsen (Scirpoides) und gehört zur Familie der Sauergrasgewächse. Sie wurde früher in die größere Gattung Simsen gestellt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Kugelsimse ist eine ausdauernde Pflanze mit einem kriechenden Wurzelstock, der viele Stängel treibt. Diese sind rund, gestreift, glatt und 30–100 (250) cm hoch und 1–4 mm dick, graugrün oder grasgrün.

Die Art hat ein bis zwei Hüllblätter unterhalb des Blütenstands, von denen das unterste aufrecht ist und den Stängel fortsetzt. Der Blütenstand ist daher scheinbar seitenständig und besteht aus ein bis zehn teils sitzenden, teils gestielten kugeligen Köpfchen. Mindestens ein Köpfchen ist sitzend. Die Ährchen sind eiförmig und 2–4 mm lang. Die Spelzen sind 1,5–3 mm lang, stumpf gestutzt bis ausgerandet mit einer Stachelspitze und am Rand bewimpert. Ihre Farbe ist rot bis braunrot, mit grünem Mittelstreifen und weißem Hautrand. Jede Blüte umfasst 3 Staubblätter und 3 Narben. Die Frucht ist dreikantig und 0,6–1,3 mm lang.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 164.

Die Kugelsimse blüht zwischen Juni und Juli.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Kugelsimse gedeiht auf wechselfeuchten Sand- oder Tonböden am Ufer von Flüssen und Seen, auf nassen Weiden oder in Mooren. In Südeuropa ist sie Kennart des Holoschoenetum. Die Art steigt in Südtirol bis 1200 m auf. In Deutschland kommt die Kugelsimse nur selten vor; sie ist eingeschleppt, aber teilweise auch eingebürgert in Westdeutschland, in Sachsen-Anhalt und in Brandenburg. Ihr Verbreitungsgebiet reicht vom atlantischen Europa und Nordafrika mit Schwerpunkt in Südeuropa bis Südrussland, den Kaukasus und von Vorderasien bis Indien und Zentralasien.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfram Schultze-Motel: Scirpus. In:  Wolfram Schultze-Motel (Hrsg.): Illustrierte Flora von Mitteleuropa. Pteridophyta, Spermatophyta. Begründet von Gustav Hegi. 3., völlig neubearbeitete Auflage. Band II. Teil 1: Angiospermae: Monocotyledones 2 (Cyperaceae – Juncaceae), Paul Parey, Berlin/Hamburg 1967–1980, ISBN 3-489-54020-4, S. 10–42.
  •  Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Begründet von Werner Rothmaler. 10., bearbeitete Auflage. Band 4: Gefäßpflanzen: Kritischer Band, Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, München/Heidelberg 2005, ISBN 3-8274-1496-2.
  • Robert Anthony DeFilipps: Scirpus. In:  T. G. Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Volume 5: Alismataceae to Orchidaceae (Monocotyledones), Cambridge University Press, Cambridge 1980, ISBN 0-521-20108-X, S. 277–280 (eingeschränkte Vorschau in der Google-Buchsuche).

Weblink[Bearbeiten]

  • Scirpoides holoschoenus in der Roten Liste gefährdeter Arten der IUCN 2013.2. Eingestellt von: Lansdown, R.V., 2012. Abgerufen am 11. April 2014