Kuhfelde

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Wappen Deutschlandkarte
Kuhfelde
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kuhfelde hervorgehoben

Koordinaten: 52° 47′ N, 11° 7′ O

Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Altmarkkreis Salzwedel
Verbandsgemeinde: Beetzendorf-Diesdorf
Höhe: 22 m ü. NHN
Fläche: 45,59 km2
Einwohner: 1089 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner je km2
Postleitzahl: 29416
Vorwahl: 039035
Kfz-Kennzeichen: SAW, GA, KLZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 81 290
Adresse der Verbandsverwaltung: Marschweg 3, 38489 Beetzendorf
Website: www.beetzendorf-diesdorf.de
Bürgermeister: Günther Serien
Lage der Gemeinde Kuhfelde im Altmarkkreis Salzwedel
Apenburg-WinterfeldArendsee (Altmark)BeetzendorfDähreDiesdorfGardelegenJübarKalbe (Milde)KlötzeKuhfeldeRohrbergSalzwedelWallstaweKarte
Über dieses Bild

Kuhfelde ist eine Gemeinde in der Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kuhfelde, ein nach Osten erweitertes Rundplatzdorf mit Kirche,[2] liegt acht Kilometer südlich der Kreisstadt Salzwedel am Landschaftsschutzgebiet Salzwedel-Diesdorf in der Altmark. Östlich des Dorfes liegt die Bundesstraße 248, die von Northeim über Seesen, Braunschweig, Wolfsburg, Salzwedel und Lüchow nach Dannenberg verläuft.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Gemeinde Kuhfelde gehören die Ortsteile und Wohnplätze:[3][4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region war schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Dies belegen die Großsteingräber bei Leetze. Kuhfelde wurde ursprünglich als Rundplatzdorf angelegt.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1257, als die Kirchen zu Langenbecke undt Kuhfelde des Bistums Verden genannt werden.[5][6]

Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird der Ort als Kufelde aufgeführt, die von Plato (Plothe) hatten die Einnahmen aus der Bede und der Mühle weiterverlehnt an Frau Drusdow (Drüsten).[7][2]

Bei der Bodenreform wurde eine Fläche von 1025 Hektar enteignet, davon gehörten 924 Hektar zum Forst Ferchau und Forst Risk-Umfelde. Im Jahre 1954 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „Traktor“.[2]

Im Jahr 2007 feierte die Gemeinde Kuhfelde zehn Tage lang die 750-Jahr-Feier der ersten urkundlichen Erwähnung von Kuhfelde.

Herkunft des Ortsnamens[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jürgen Udolph führt den Ortsnamen auf das Niederdeutsche „ko“ für „Kuh“ und „-feld“ zurück.[8]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Ferchau mit der Landgemeinde Kuhfelde vereinigt.[9]

Am 20. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Vitzke aus dem Landkreis Salzwedel eingegliedert.[10] Am 25. Juli 1952 wurde die Gemeinde Kuhfelde in den Kreis Salzwedel umgegliedert. Seit dem 1. Juli 1994 gehört sie zum Altmarkkreis Salzwedel.[11]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag haben die Gemeinderäte der Gemeinden Kuhfelde (am: 2. Dezember 2008), Siedenlangenbeck (am: 8. Dezember 2008), Valfitz (am: 10. Dezember 2008) und Püggen (am: 2. Dezember 2008) beschlossen, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Kuhfelde vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Juli 2009 in Kraft.[12] [13] Die Gemeinde wechselte am 1. Januar 2010 von der Verwaltungsgemeinschaft Salzwedel-Land in die neu gebildete Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 094
1774 088
1789 096
1798 084
1801 086
1818 138
Jahr Einwohner
1840 180
1864 154
1871 175
1885 148
1892 [00]173[14]
1895 193
Jahr Einwohner
1900 [00]191[14]
1905 179
1910 [00]199[14]
1925 266
1939 241
1946 368
Jahr Einwohner
1964 519
1971 463
1981 465
1993 444
2006 529

Quelle wenn nicht angegeben bis 2006[2]

Ortsteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
2015 443[15]
2018 430[15]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelische Kirchengemeinde Kuhfelde gehörte früher zur Pfarrei Kuhfelde.[16] Heute gehört sie zum Kirchspiel Kuhfelde im Pfarrbereich Salzwedel–St. Katharinen[17] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Im Jahre 1903 gehörten zur Pfarrei Kuhfelde die Kirchengemeinde Kuhfelde mit dem Forstetablissement Ferchau, dem Vorwerk Neuhof, dem Dorf Vitzke, die Kirchengemeinde Valfitz mit Groß- und Klein-Mühle, die Nebenkirche (Filial) Leetze, die Nebenkirche (Filial) Wöpel sowie die mater Siedenlangenbeck und die Nebenkirche (Filial) Hohenlangenbeck.[16]

Der Sächsischen Weltchronik zufolge[18] war Kovende der Sitz eines Bischofs, der schon 786 nach Verden umsiedelte. Kovende wird hier als Kuhfelde gedeutet. Johann Friedrich Danneil zitiert ähnliches aus der hannoverschen Handschrift der Chronographia Interminata des Konrad von Halberstadt als „Episcopium Kouendense… translatum est ecclesiam Verdensem“.[19] Ulf Frommhagen[20] schreibt dazu: „Die Forschung hat mittlerweile ähnliche Überlieferungen als Falschmeldungen entlarvt.“

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün eine erhöhte eingebogene silberne Spitze, vom unteren Schildrand aus belegt mit einem roten Stufengiebel mit zwei tagbeleuchteten Rundbogenfensteröffnungen nebeneinander, oben rechts begleitet von einem schwebenden silbernen Kuhkopf, links von einem schwebenden silbernen Schild, darin ein schwebendes Tatzenkreuz mit Nagelspitzfuß.“

Die Farben der Gemeinde sind Silber (Weiß) - Grün.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde Kuhfelde ist Grün - Weiß - Grün gestreift und auf dem breiteren weißen Mittelstreifen mit dem Gemeindewappen belegt. (Hissflagge: Streifen von oben nach unten; Querflagge: Streifen von links nach rechts verlaufend)

Wirtschaft, Kultur, Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hotel-Restaurant „Kuhfelder-Hof“
  • Grundschule mit Schulgarten
  • Kindergarten
  • Mehrzweckhalle „Altmarkhalle“
  • Sportstadion „Dorfstadion der Freundschaft“

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kuhfelder Sportverein 1949 e.V. mit den Sparten Fußball, Handball, Volleyball, Tischtennis u. a.
  • Förderverein der Freiwilligen Feuerwehren Kuhfelde-Siedenlangenbeck-Valfitz e.V.
  • Förderverein der Kindertagesstätte Kuhfelde e.V.
  • Jagdhornbläsergruppe Kuhfelde e.V.
  • Männerchor Kuhfelde e.V. Kuhfelde
  • Schießverein Freischütz Kuhfelde e.V.
  • Schützengilde 1894 e.V. zu Kuhfelde
  • Anglerverein „Jeetzetal“ e.V.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joachim-Friedrich Huth (1896–1962) in Neuhof geborener Jagdpilot des Ersten Weltkriegs, Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg und in der Bundeswehr.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kuhfelde – Sammlung von Bildern

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2020 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. a b c d Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark (= Historisches Ortslexikon für Brandenburg. Teil XII). Berliner Wissenschafts-Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-8305-3743-4, S. 1286–1291, doi:10.35998/9783830522355.
  3. Gemeinde Kuhfelde: Hauptsatzung der Gemeinde Kuhfelde. In: beetzendorf-diesdorf.de. 1. September 2018, abgerufen am 13. September 2021.
  4. Verzeichnis Gemeinden und Gemeindeteile. Gebietsstand: 1. April 2013 (= Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt [Hrsg.]: Verzeichnisse / 003. Nr. 2013). Halle (Saale) Mai 2013, S. 32 (destatis.de [PDF; 1,6 MB; abgerufen am 24. August 2019]).
  5. Abschrift von 1604 in: Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Haupttheil 1. Band 5. Berlin 1845, S. 289 (Digitalisat).
  6. Arend Mindermann: Urkundenbuch der Bischöfe und des Domkapitels von Verden. Von den Anfängen bis 1300. Hrsg.: Landschaftsverband der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden. Band 1. Stade 2001, S. 505, Nr. 456.
  7. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 386 (uni-potsdam.de (Memento vom 4. Oktober 2018 im Internet Archive)).
  8. Matthias Friske: Die mittelalterlichen Kirchen in der nordwestlichen Altmark (= Bernd Janowski und Dirk Schumann [Hrsg.]: Kirchen im ländlichen Raum. Band 9). Lukas, Berlin 2021, ISBN 978-3-86732-379-6, S. 291–299.
  9. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 216.
  10. Zweite Verordnung zum Gesetz zur Änderung der Kreis- und Gemeindegrenzen zum 27. April 1950 (GuABl. S. 161). In: Landesregierung Sachsen-Anhalt (Hrsg.): Gesetz- und Amtsblatt des Landes Sachsen-Anhalt. Nr. 18, 5. August 1950, ZDB-ID 511105-5, S. 278 (PDF).
  11. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 359, 363.
  12. Altmarkkreis Salzwedel: Gebietsänderungsvertrag über die Bildung einer neuen Gemeinde aus den Gemeinden Kuhfelde, Siedenlangenbeck, Valfitz und Püggen zum 01. Juli 2009 mit Genehmigung des Altmarkkreises Salzwedel vom 21. Januar 2009. In: Amtsblatt Altmarkkreis Salzwedel. 15. Jahrgang, Nr. 2, 18. Februar 2009, S. 28–30 (altmarkkreis-salzwedel.de [PDF; 388 kB; abgerufen am 13. September 2021]).
  13. StBA: Gebietsänderungen vom 2. Januar bis 31. Dezember 2009
  14. a b c Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, Salzwedel 1928, DNB 578458357, OCLC 614308966, S. 137–138.
  15. a b Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf: Einwohner der Ortsteile am 31. Dezember für die Jahre 2015 und 2018. 6. Juni 2019.
  16. a b Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 98 (genealogy.net [Volltext und Scan]).
  17. Pfarrbereich Salzwedel–St. Katharinen. Abgerufen am 11. März 2018.
  18. Deutsche Chroniken und andere Geschichtsbücher des Mittelalters 2: Sächsische Weltchronik. Eberhards Reimchronik von Gandersheim. Braunschweigische Reimchronik. Chronik des Stiftes S. Simon und Judas zu Goslar. Holsteinische Reimchronik. Herausgegeben von Ludwig Weiland. Hannover 1877, S. 151–152 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  19. Johann Friedrich Danneil: Kirchengeschichte der Stadt Salzwedel. Mit einem Urkundenbuch. Hrsg.: C. A. Schwetschke und Sohn. 1842, S. 3 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10023976~SZ%3D00015~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  20. Ulf Frommhagen: Dendrochronologische Untersuchungen an mittelalterlichen Dorfkirchen in der Altmark. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 75. Jahresbericht, 2003, S. 21 (altmark-geschichte.de [PDF]).
  21. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel-Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 284.