Kuhfelde

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Kuhfelde
Kuhfelde
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Kuhfelde hervorgehoben
Koordinaten: 52° 47′ N, 11° 7′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Altmarkkreis Salzwedel
Verbandsgemeinde: Beetzendorf-Diesdorf
Höhe: 22 m ü. NHN
Fläche: 45,59 km2
Einwohner: 1115 (31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 24 Einwohner je km2
Postleitzahl: 29416
Vorwahl: 039035
Kfz-Kennzeichen: SAW, GA, KLZ
Gemeindeschlüssel: 15 0 81 290
Adresse der Verbandsverwaltung: Marschweg 3, 38489 Beetzendorf
Webpräsenz: www.beetzendorf-diesdorf.de
Bürgermeister: Frank Leskien
Lage der Gemeinde Kuhfelde im Altmarkkreis Salzwedel
Apenburg-WinterfeldArendsee (Altmark)BeetzendorfDähreDiesdorfGardelegenJübarKalbe (Milde)KlötzeKuhfeldeRohrbergSalzwedelWallstaweKarte
Über dieses Bild
Kirche in Kuhfelde

Kuhfelde ist eine Gemeinde im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Kirchdorf Kuhfelde liegt acht Kilometer südlich der Kreisstadt Salzwedel am Landschaftsschutzgebiet Salzwedel-Diesdorf. Östlich des Dorfes liegt die Bundesstraße 248, die von Northeim über Seesen, Braunschweig, Wolfsburg, Salzwedel und Lüchow nach Dannenberg verläuft.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur neuen, am 1. Juli 2009 gebildeten Gemeinde Kuhfelde gehören die Ortsteile und Wohnplätze:[2][3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Region war schon in der Jungsteinzeit besiedelt. Dies belegen die Großsteingräber bei Leetze. Kuhfelde wurde ursprünglich als Rundplatzdorf angelegt.

Die erste urkundliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahre 1257, als die Kirchen zu Langenbecke undt Kuhfelde des Bistums Verden genannt werden.[4][5]

Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird der Ort als Kufelde aufgeführt. Die von Plato (Plothe) haben die Einnahmen aus der Bede und der Mühle weiterverlehnt an Frau Drusdow (Drüsten).[6][7]

Bei der Bodenreform wurde eine Fläche von 1025 Hektar enteignet, davon gehörten 924 Hektar zum Forst Ferchau und Forst Risk-Umfelde. Im Jahre 1954 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „Traktor“.[7]

Im Jahr 2007 feierte die Gemeinde Kuhfelde zehn Tage lang die 750-Jahr-Feier der ersten urkundlichen Erwähnung von Kuhfelde.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Ferchau mit der Landgemeinde Kuhfelde vereinigt.[8]

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Vitzke aus dem Landkreis Salzwedel eingegliedert.[9]

Durch einen Gebietsänderungsvertrag haben die Gemeinderäte der Gemeinden Kuhfelde (am: 2. Dezember 2008), Siedenlangenbeck (am: 8. Dezember 2008), Valfitz (am: 10. Dezember 2008) und Püggen (am: 2. Dezember 2008) beschlossen, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Kuhfelde vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Juli 2009 in Kraft.[10][11] Die Gemeinde wechselte am 1. Januar 2010 von der Verwaltungsgemeinschaft Salzwedel-Land in die neu gebildete Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 94
1774 88
1789 96
Jahr Einwohner
1798 84
1801 86
1818 138
Jahr Einwohner
1840 180
1864 154
1871 175
Jahr Einwohner
1885 148
1895 193
1905 179
Jahr Einwohner
1925 266
1939 241
1946 368
Jahr Einwohner
1964 519
1971 463
1981 465
Jahr Einwohner
1993 444

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Grün eine erhöhte eingebogene silberne Spitze, vom unteren Schildrand aus belegt mit einem roten Stufengiebel mit zwei tagbeleuchteten Rundbogenfensteröffnungen nebeneinander, oben rechts begleitet von einem schwebenden silbernen Kuhkopf, links von einem schwebenden silbernen Schild, darin ein schwebendes Tatzenkreuz mit Nagelspitzfuß.“

Die Farben der Gemeinde sind Silber (Weiß) - Grün.

Das Wappen wurde vom Heraldiker Uwe Reipert gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge der Gemeinde Kuhfelde ist Grün - Weiß - Grün gestreift und auf dem breiteren weißen Mittelstreifen mit dem Gemeindewappen belegt. (Hissflagge: Streifen von oben nach unten; Querflagge: Streifen von links nach rechts verlaufend)

Wirtschaft, Kultur, Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hotel-Restaurant „Kuhfelder-Hof“
  • Grundschule mit Schulgarten
  • Kindergarten
  • Mehrzweckhalle „Altmarkhalle“
  • Sportstadion „Dorfstadion der Freundschaft“

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Kuhfelder Sportverein 1949 e.V. mit den Sparten Fußball, Handball, Volleyball, Tischtennis u. a.
  • Förderverein der Freiwilligen Feuerwehren Kuhfelde-Siedenlangenbeck-Valfitz e.V.
  • Förderverein der Kindertagesstätte Kuhfelde e.V.
  • Jagdhornbläsergruppe Kuhfelde e.V.
  • Männerchor Kuhfelde e.V. Kuhfelde
  • Schießverein Freischütz Kuhfelde e.V.
  • Schützengilde 1894 e.V. zu Kuhfelde
  • Anglerverein „Jeetzetal“ e.V.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Dorfkirche Kuhfelde ist eine Feldsteinbau aus dem frühen 13. Jahrhundert.[12]
  • Der Friedhof liegt neben der Kirche.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Früher gehörte die evangelische Kirchengemeinde Kuhfelde zur Pfarrei Kuhfelde.[13] Heute gehört die Kirchengemeinde zum Kirchspiel Kuhfelde im Pfarrbereich Salzwedel–St. Katharinen[14] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Im Jahre 1903 gehörten zur Pfarrei Kuhfelde die Kirchengemeinde Kuhfelde mit dem Forstetablissement Ferchau, dem Vorwerk Neuhof, dem Dorf Vitzke, die Kirchengemeinde Valfitz mit Groß- und Klein-Mühle, die Nebenkirche (Filial) Leetze, die Nebenkirche (Filial) Wöpel sowie die mater Siedenlangenbeck und die Nebenkirche (Filial) Hohenlangenbeck.[13]

Der Sächsischen Weltchronik zufolge[15] war Kovende der Sitz eines Bischofs, der schon 786 nach Verden umsiedelte. Kovende wird hier als Kuhfelde gedeutet. Johann Friedrich Danneil zitiert ähnliches aus der hannoverschen Handschrift der Chronographia Interminata des Konrad von Halberstadt als Episcopium Kouendense... translatum est ecclesiam Verdensem.[16] Frommhagen[17] schreibt dazu: „Die Forschung hat mittlerweile ähnliche Überlieferungen als Falschmeldungen entlarvt.“

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Joachim-Friedrich Huth (1896–1962) in Neuhof geborener Jagdpilot des Ersten Weltkriegs, Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg und in der Bundeswehr.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kuhfelde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31. Dezember 2016 (PDF) (Fortschreibung) (Hilfe dazu).
  2. Hauptsatzung des Flecken Diesdorf (PDF; 94 kB)
  3. Ortsteilverzeichnis Land Sachsen-Anhalt (Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile), Gebietsstand Januar 2014, Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Halle (Saale), 2016
  4. Abschrift von 1604 in: Adolph Friedrich Riedel: Codex diplomaticus Brandenburgensis: Sammlung der Urkunden, Chroniken und sonstigen Quellschriften. Hauptteil 1. Hrsg.: Berlin. Band 5, 1845, S. 289 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10000983_00301~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  5. Arend Mindermann: Urkundenbuch der Bischöfe und des Domkapitels von Verden. Von den Anfängen bis 1300. Hrsg.: Landschaftsverband der ehemaligen Herzogtümer Bremen und Verden. Band 1. Stade 2001, S. 505, Nr. 456.
  6. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 386 (uni-potsdam.de).
  7. a b Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 1286–1291.
  8. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 216.
  9. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 359, 363.
  10. Amtsblatt des Landkreises Nr. 2/2009 Seite 28–30 (PDF; 397 kB)
  11. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2009, 2. Liste
  12. Thomas Hartwig: Alle Altmarkkirchen von A bis Z. Elbe-Havel Verlag, Havelberg 2012, ISBN 978-3-9814039-5-4, S. 284.
  13. a b Haase, Hilbert: Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 98 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 11. März 2018]).
  14. Pfarrbereich Salzwedel–St. Katharinen. Abgerufen am 11. März 2018.
  15. Deutsche Chroniken und andere Geschichtsbücher des Mittelalters 2: Sächsische Weltchronik. Eberhards Reimchronik von Gandersheim. Braunschweigische Reimchronik. Chronik des Stiftes S. Simon und Judas zu Goslar. Holsteinische Reimchronik. Herausgegeben von Ludwig Weiland. Hannover 1877, S. 151–152 (Monumenta Germaniae Historica, Digitalisat)
  16. Johann Friedrich Danneil: Kirchengeschichte der Stadt Salzwedel. Mit einem Urkundenbuch. Hrsg.: C. A. Schwetschke und Sohn. 1842, S. 3 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10023976_00015~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  17. Ulf Frommhagen: Dendrochronologische Untersuchungen an mittelalterlichen Dorfkirchen in der Altmark. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 75. Jahresbericht, 2003, S. 21 (altmark-geschichte.de [PDF]).