Kultur Berlins

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Die Kultur Berlins umfasst verschiedenste Institutionen und Orte der Künste in der Metropole Berlin. Auch Künstler und Kunstwerke, die in enger Beziehung mit der Stadt stehen, werden hier aufgeführt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von 1989 bis 2006 war mit der Loveparade die größte Technoparade der Welt in Berlin beheimatet.

Das von 1996 bis 2015 jährlich stattfindende Chansonfest Berlin galt als das größte Musikfestival des Chansons im deutschsprachigen Raum.

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Festivals[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jedes Jahr im Februar finden in Berlin die Internationalen Filmfestspiele statt. Das auch Berlinale genannte Festival der A-Kategorie gilt als das größte Publikumsfestival der Welt und, neben den internationalen Filmfestspielen von Cannes und Venedig, als eines der bedeutendsten internationalen Filmfestspiele. In zahlreichen Kategorien werden Auszeichnungen vergeben. Der Wettbewerb schließt mit der Verleihung des Goldenen und der Silbernen Bären.

Während des gesamten Jahres ist Berlin Spielstätte weiterer internationaler Festivals, von denen einige unter dem organisatorischen Dach der Berliner Festspiele stattfinden. Beim Berliner Theatertreffen werden die bemerkenswertesten deutschsprachigen Theaterinszenierungen einer Saison präsentiert. Weitere Festivals sind das Literaturfestival, das Tanzfest, die Young Euro Classics und die Berlin Biennale.

Das Jazzfest Berlin wird seit 1964 veranstaltet. Im Jahr 2015 fand erstmals das populäre Lollapalooza-Festival auf dem Gelände des Flughafens Tempelhof statt.

Paraden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Umzüge und Paraden sind ebenfalls etablierte Ereignisse im Veranstaltungskalender der Stadt. Der Karneval der Kulturen, der Christopher Street Day Berlin, der Berliner Karnevalsumzug und das Berliner Myfest gehören zu den bekanntesten.

Bühnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zahlreiche Sprechtheater prägen die kulturelle Landschaft der Metropole. Die bekanntesten sind das Berliner Ensemble, die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz, die Schaubühne am Lehniner Platz, das Deutsche Theater, das Maxim-Gorki-Theater, das Renaissance-Theater sowie die Jugendtheater Grips-Theater und Theater an der Parkaue.

Orchester, Chöre und Opernhäuser[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berlin verfügt über drei hochsubventionierte Opernhäuser: die Staatsoper Unter den Linden, die Deutsche Oper und die Komische Oper. Daneben bestehen in Berlin mehrere Orchester und Chöre: Die Berliner Philharmoniker, die Staatskapelle Berlin, das Konzerthausorchester Berlin, das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin, das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, der Rundfunkchor Berlin und der RIAS Kammerchor. Diese Ensembles treten im Konzerthaus Berlin, der Berliner Philharmonie und in anderen Sälen in Deutschland oder auf Tourneen auf der ganzen Welt auf.

Im Chorverband Berlin sind 236 Laienchöre mit über 10.000 Mitgliedern vereinigt. Die Sing-Akademie zu Berlin besteht als Wiege der bürgerlichen Musikpflege in Berlin seit 1791.

Musicals und Revuetheater[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Theater des Westens und das Theater am Potsdamer Platz bieten in erster Linie Musicals. Groß inszenierte Revuen werden im Friedrichstadt-Palast gezeigt. Der Wintergarten in dem jährlich das International Burlesque Festival stattfindet und das Chamäleon sind für ihr Varieté berühmt.

Bühnen wie die Wühlmäuse, die Distel oder der Quatsch Comedy Club sind für Kabarett und satirische Unterhaltungsprogramme bekannt. Das Radialsystem V hat sich mit Tanz- und Performancestücken einen Namen gemacht.

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berlin verfügt über eine Vielzahl von Museen. Im Jahr 1841 bestimmte eine königliche Order, die von Spree und Kupfergraben umflossene Museumsinsel im nördlichen Teil der Spreeinsel zu einem „der Kunst und der Altertumswissenschaft geweihten Bezirk“. Schon zuvor war dort das Alte Museum am Lustgarten entstanden, dem mehrere Museen, wie das Neue Museum, die Alte Nationalgalerie, das heutige Bode-Museum und das Pergamonmuseum folgten. Diese Museen sind in erster Linie durch ihre Exponate aus der Zeit der Antike berühmt. 1999 wurde die Museumsinsel in die UNESCO-Liste des Weltkulturerbes aufgenommen.[1]

Außerhalb der Museumsinsel befinden sich Museen verschiedenster Themengebiete: Das Naturkundemuseum ist mit über 30 Millionen Objekten und dem höchsten Dinosaurierskelett der Welt eines der bedeutendsten Naturkundemuseen weltweit. Im Deutschen Technikmuseum Berlin (DTMB) werden auf 25.000 m² Exponate und Experimente rund ums Thema Technik ausgestellt. Die Gemäldegalerie und Neue Nationalgalerie sind Kunstmuseen im Kulturforum, das Bauhaus-Archiv ist ein Architekturmuseum. Das Deutsche Historische Museum im Zeughaus Unter den Linden veranschaulicht deutsche Geschichte aus 2000 Jahren. Einen ebenso langen Zeitraum jüdisch-deutscher Geschichte zeigt das Jüdische Museum in einer ständigen Ausstellung.

Das Jagdschloss Grunewald beherbergt eine Gemäldesammlung aus dem 15. bis 19. Jahrhundert. In Dahlem konzentrieren sich im dortigen Museumszentrum zahlreiche ethnologische Museen. In Lichtenberg befinden sich auf Arealen des früheren Ministeriums für Staatssicherheit der DDR die Forschungs- und Gedenkstätte Normannenstraße und die Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen. Das Mauermuseum am Checkpoint Charlie zeigt Momente der Geschichte und Geschehnisse der Mauer. In der Nähe des Potsdamer Platzes steht das „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“.

In Berlin hat die vom Bund und allen Bundesländern gemeinsam getragene Stiftung Preußischer Kulturbesitz ihren Hauptsitz. Auch die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg unterhält hier wichtige Standorte. Beide verwalten, bewahren, pflegen und ergänzen in ihren international bedeutenden Einrichtungen die Kulturgüter des ehemaligen Staates Preußen.

Die Stiftung Stadtmuseum Berlin vereinigt weitere traditionsreiche Museen Berlins. Die 1995 gegründete Stiftung ist das größte stadthistorische Museum Deutschlands. Als Landesmuseum für Kultur und Geschichte Berlins ist es in seinem Kern aus der Vereinigung von Märkischem Museum (1874 gegründet) und Berlin Museum (1962 gegründet) entstanden. Die breite Palette der verschiedenen, zum Teil schon im 19. Jahrhundert begründeten Sammlungen dokumentieren in großer Vielfalt alle Bereiche der Entwicklung Berlins von den ersten Spuren menschlicher Besiedlung in der Steinzeit bis zur Gegenwart.

Architektur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das zwischen 1788 und 1791 errichtete Brandenburger Tor ist Berlins Wahrzeichen und Symbol der überwundenen Teilung. Es ist den Propyläen auf der Akropolis in Athen nachempfunden und wird von einer Quadriga mit der Siegesgöttin Victoria gekrönt. Bis zur Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 verlief westlich des Tors die Grenze zwischen beiden Stadthälften. Das Tor ist das westliche Ende des Boulevards Unter den Linden, der sich bis zu der über die Spree führenden Schloßbrücke hinzieht. Jenseits der Brücke befinden sich auf der Spreeinsel unter anderem der Lustgarten, die Museumsinsel und der Berliner Dom.

In diesem Areal liegen mit der im Jahr 1743 im Stil des Palladianismus erbauten Staatsoper Unter den Linden, dem Kronprinzen- und dem Prinzessinnenpalais, der zwischen 1774 und 1780 errichteten, häufig „Kommode“ genannten Alte Bibliothek, sowie dem 1706 nach Plänen von Andreas Schlüter vollendeten barocken Zeughaus fünf Prachtbauten aus dem 18. Jahrhundert direkt am Boulevard Unter den Linden. Hinzu kommt die zwischen 1747 und 1773 errichtete St.-Hedwigs-Kathedrale, die Hauptkirche des katholischen Erzbistums Berlin. Der Französische Dom am Gendarmenmarkt war im 17. Jahrhundert Mittelpunkt des französischen Viertels.

Der Potsdamer Platz ist eine Verkehrsdrehscheibe im Zentrum Berlins. Er hatte sich im 19. Jahrhundert vor dem Potsdamer Tor, an dem eine Ausfallstraße ausging, entwickelt. 1923 begann von dem in der Nähe gelegenen Vox-Haus aus die Geschichte des Rundfunks in Deutschland. Bis 1940 war der Potsdamer Platz einer der verkehrsreichsten Plätze Europas.

Im Jahr 1961 wurde er durch die Berliner Mauer geteilt und die Gegend verfiel. Der frühere Verlauf der Berliner Mauer wird seit einigen Jahren durch in den Boden eingelassene Pflastersteine gekennzeichnet. Durch die Neubebauung des Potsdamer Platzes, die einer großen Anzahl an Geschäften und Restaurants Raum gibt, ist dieser zu einem Bindeglied zwischen den bis zur politischen Wende getrennten Stadthälften geworden.

In der Nähe des Brandenburger Tores befindet sich das 1884 bis 1894 erbaute Reichstagsgebäude. Es wurde am 27. Februar 1933 durch einen Brand schwer beschädigt und im Zweiten Weltkrieg erneut erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Seit 1999 ist das Gebäude Sitz des Deutschen Bundestages. Jährlich wandeln zwei Millionen Menschen durch seine gläserne Kuppel. Das 1785 errichtete Schloss Bellevue, einst Sommerwohnung von Prinz August Ferdinand, des Bruders Friedrichs des Großen ist seit 1990 Amtssitz des Bundespräsidenten.

Die bekannteste Einkaufspromenade in Berlin ist der Kurfürstendamm mit seinen zahlreichen Hotels, Geschäften und Restaurants. Die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche wurde zwischen 1891 und 1895 erbaut. Sie markiert das östliche Ende des Boulevards. Ihre Turmruine blieb als Mahnmal erhalten. Die östliche Verlängerung des Kurfürstendamms bildet die Tauentzienstraße, wo sich mit dem KaDeWe (Kaufhaus des Westens) das größte Kaufhaus des europäischen Kontinents und das zwischen 1963 und 1965 erbaute Europa-Center befinden. Das 22-geschossige Gebäude beherbergt viele Geschäfte, Restaurants, Büros und eine Aussichtsplattform. Dieser Teil der Stadt um Tauentzienstraße und Kurfürstendamm wird als Neuer Westen bezeichnet.

Östlich der beiden Spreearme, die die Spreeinsel umfließen, liegt der Alexanderplatz mit vielen Geschäften und Restaurants, ganz in der Nähe davon der 368 Meter hohe Fernsehturm – das höchste Bauwerk Deutschlands –, die gotische Marienkirche und das Rote Rathaus. Zwei Statuen, eine männliche und eine weibliche, mit Blick auf den Eingang des Rathauses sollen an die Beseitigung der vielen Trümmer nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges erinnern. Sehenswert im östlichen Zentrum Berlins sind der alte Ortsteil Prenzlauer Berg und die belebten Straßen Schönhauser Allee und Kastanienallee. Bis 2008 wurde der Palast der Republik abgerissen.[2]

Die Oranienburger Straße war vor dem Zweiten Weltkrieg das Zentrum des jüdischen Viertels. Mit ihrem Wiederaufbau verbunden war unter anderem die Restaurierung der 1866 fertiggestellten Neuen Synagoge. Sie war durch Bombenangriffe im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt worden. 1995 wieder eröffnet, dient sie als Mittelpunkt für das Studium und die Erhaltung jüdischer Kultur.

In Charlottenburg steht der 150 Meter hohe Funkturm, der zwischen 1924 und 1926 anlässlich der 3. Deutschen Funkausstellung entstand und sehr schnell zu einem der Wahrzeichen Berlins avancierte. Weitere Hauptsehenswürdigkeiten des Berliner Westens sind das Schloss Charlottenburg (Baubeginn 1695), ein barocker Repräsentationsbau der Hohenzollern mit bedeutender Gemäldesammlung, die Zitadelle Spandau sowie das an Havel und Glienicker Brücke gelegene Schloss Glienicke. In dem ebenfalls im Stil des Klassizismus durch Karl Friedrich Schinkel umgebauten Schloss Tegel (auch Humboldt-Schloss) sind die Brüder Wilhelm und Alexander von Humboldt aufgewachsen.

Nach den Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg wurden im geteilten Berlin ambitionierte Bauprojekte vorangetrieben. Im Ostteil der Stadt entstand die heutige Karl-Marx-Allee (ehemals: Stalinallee) im repräsentativen Stil des sozialistischen Klassizismus. Sie verläuft vom Alexanderplatz über den Strausberger Platz bis zum Frankfurter Tor. Die Zwillingstürme entstanden in Anlehnung an die doppelten Kuppeln des Gendarmenmarktes unter dem deutschen Architekten Hermann Henselmann. Anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins im Jahr 1987 wurde das zerstörte Nikolaiviertel in Anlehnung an seine historische Gestalt wiedererrichtet. Die Nikolaikirche im Zentrum ist die älteste Kirche Berlins.

Im Westteil der Stadt wurde die moderne Architektur vorangetrieben. Auf der internationalen Bauausstellung Interbau im Jahr 1957 präsentierten namhafte Architekten wie Walter Gropius, Le Corbusier und Oscar Niemeyer ihre Entwürfe. Realisiert wurden die Bauvorhaben im Hansaviertel. Die Kongresshalle mit der freitragenden Dachkonstruktion wurde 1957 als Beitrag der Vereinigten Staaten zur Interbau errichtet.

Eine Besonderheit Berlins sind die in weiten Teilen der Stadt erhaltenen Gaslaternen zur Beleuchtung der Straßen. Insgesamt befinden sich über 44.000 Gaslaternen in Berlin in Betrieb, mehr als in jeder anderen Stadt der Welt. Im Tiergarten, in der Nähe des gleichnamigen S-Bahnhofs, ist ein Gaslaternen-Freilichtmuseum zu finden.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Berlin gab es im Jahr 2016 etwa 2400 Sportvereine, in denen sich rund 640.000 Aktive dem Breitensport widmeten.[3]

Im Jahr 2015 waren 73 Berliner Mannschaften in den verschiedenen ersten deutschen Bundesligen sowie 70 Mannschaften in den zweiten Bundesligen vertreten.[4]

Einige Vereine sind dabei im Bereich des professionellen Sports tätig. Zu den prominentesten Vertretern zählen hier Hertha BSC und der 1. FC Union Berlin (Fußball), Alba Berlin (Basketball), die Eisbären Berlin (Eishockey), die Füchse Berlin (Handball) und die Berlin Recycling Volleys (Volleyball).[5] Die Wasserfreunde Spandau 04 sind deutscher Wasserball-Rekordmeister.

Berlin war in der Geschichte mehrfach Austragungsort internationaler Sportwettkämpfe. 1936 wurden die Olympischen Sommerspiele hier ausgetragen, im Juli 2006 fanden Vorrunden-, ein Viertelfinal- und das Finalspiel der Fußball-Weltmeisterschaft im Olympiastadion statt. 2009 wurden auch die Leichtathletik-Weltmeisterschaften dort ausgetragen. Jedes Jahr findet zudem einer der weltgrößten Marathonläufe, das Finale des DFB-Pokals sowie die Leichtathletik-Veranstaltung ISTAF statt.

Alle zwei Jahre jeweils zur Fußball Europa- und Weltmeisterschaft finden große öffentliche TV-Übertragungen statt, bei denen zehntausende Zuschauer die Fußballspiele auf Großbildleinwänden verfolgen. Der Veranstaltungsort, die Fanmeile, hat seinen Platz in der Straße des 17. Juni.

In Berlin wurden die aktuellen Weltrekorde (Stand: 2017) im Marathon- (Dennis Kimetto), im 100- und 200-Meter-Lauf (beide Usain Bolt) aufgestellt.[6]

Der Deutsche Olympische Sportbund betreibt mit dem Olympiastützpunkt Berlin einen von 19 Olympiastützpunkten. Rund 500 Bundeskaderathleten aus über 30 olympischen Sportarten bilden das leistungssportliche Kontingent.[7] Bekannte Berliner oder in Berlin lebende Olympioniken sind Franziska van Almsick, Christoph und Robert Harting, Katarina Witt sowie Claudia Pechstein.

Zu den größten Sportstätten der Stadt gehören das Olympiastadion mit 74.649 Plätzen,[8] das Stadion An der Alten Försterei mit rund 22.000 Plätzen, der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark mit 19.000 Plätzen, die Mercedes-Benz Arena mit maximal 17.000 Plätzen, das Velodrom mit maximal 12.000 Plätzen und die Max-Schmeling-Halle mit bis zu 11.900 Plätzen.

Nachtleben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Berlin ist besonders auch für sein Nachtleben bekannt. Hierfür mag einerseits die hohe Zahl an Studenten und jungen Party-Touristen, andererseits aber der besonders nach dem Mauerfall verbreitete Leerstand bzw. die anderweitige Nutzung gewerblicher Gebäude sein. Besondere Bekanntheit genießen in diesem Zusammenhang das Kunsthaus Tacheles und Nachtclubs wie der Tresor, das Watergate, das E-Werk, der KitKatClub und das Berghain.

Küche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als typische Berliner Spezialitäten gelten die Currywurst, Kasseler, die in Berlin erfundene Variante des Döner Kebab, gebratene Leber nach „Berliner Art“, Buletten und der Pfannkuchen. Daneben besitzt Berlin eine lange Brautradition. Die gängigste Biersorte ist das Pilsener, während die als Fassbrause bezeichnete Limonade ebenso typisch ist. Als traditionelles Mixgetränk gilt der Futschi.

Gastronomie

Die Spitzengastronomie in Berlin hat sich seit Beginn der 2000er Jahre erfolgreich weiterentwickelt. So gab es im Jahr 2014 insgesamt fünf Restaurants, die mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurden. Weitere zehn Restaurants erhielten einen Stern.[9]

Nach 2010 ist in Berlin eine sehr lebendige Gastronomieszene entstanden. In vielen Innenstadtbereichen wurden neue Bar-, Café und Restaurantkonzepte umgesetzt. Die Markthalle IX in Kreuzberg wurde zum Anlaufpunkt für eine stark international geprägte Imbisskultur.[10]

Berlin in der Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Berlin werden zahlreiche Filme produziert, die teilweise oder überwiegend in der Region gedreht wurden. Besonders bekannt sind viele der Kinofilme, die in Kooperation mit dem Studio Babelsberg in Potsdam entstanden. Folgende Auswahl von Filmen spielen in Berlin oder handeln von der Metropole:

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit der Entwicklung Berlins zur Millionenmetropole Ende des 19. Jahrhunderts entstehen in der Popkultur eine Vielzahl von Liedern, die Berlin und das Leben in der Stadt, häufig in ihrem zeitgenössischen Kontext, darstellen.[11][12] Eines der frühen Musikstücke ist Berliner Luft, das Paul Lincke 1899 für die Operette Frau Luna schrieb und das mitunter als inoffizielle Landeshymne gespielt wird. Weitere bekannte Lieder sind das von Conny Froboess gesungene Pack die Badehose ein (1951) oder das von Hildegard Knef interpretierte Heimweh nach dem Kurfürstendamm (1963).

Die Teilung Berlins führte bis 1990 zu ganz unterschiedlichen Liedern über die Stadt. Während in West-Berliner Titeln, beispielsweise in Liedern von Rio Reiser, der Gebrüder Blattschuss oder Ideal die Stimmungen der 1970er und 1980er Jahren zum Ausdruck kamen, wurde in Stücken der Band City, wie z. B. Wand an Wand (1987), der Ost-Berliner Zeitgeist widergespiegelt.

Internationale Musiker wie Leonard Cohen, David Bowie, Iggy Pop, Lou Reed oder U2 sangen über Berlin oder produzierten ihre Alben in der Stadt. Die Hansa-Tonstudios waren dabei für viele Künstler eine wichtige Anlaufstelle um ihre Musikaufnahmen zu realisieren.

Zu den bekanntesten Künstlern und Bands die in Berlin gewirkt haben oder wirken, gehören u. a. Herbert von Karajan, Daniel Barenboim, Sir Simon Rattle, Kurt Sanderling, Nina Hagen, Thomas Quasthoff, Tangerine Dream, Max Raabe, Paul van Dyk, Harald Juhnke, Ton Steine Scherben, Einstürzende Neubauten, Reinhard Mey, Roland Kaiser, Sido, Kool Savas, Die Ärzte, Rammstein und die Comedian Harmonists.

Bildende Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1893 fand jährlich die überregional bedeutende Große Berliner Kunstausstellung statt. Mit dem Aufkommen der Berliner Secession 1898, die den Impressionismus in der Malerei prägte, etablierte sich Berlin als herausragendes Zentrum der bildenden Kunst in Deutschland. Durch den Umzug der expressionistisch arbeitenden Künstlergruppe „Brücke“ nach Berlin erlangte die Kunstszene der Metropole Weltgeltung. Nach 1933 und 1945 gelang der Anschluss an die internationale Kunstwelt jedoch nicht mehr. Erst mit Beginn des 21. Jahrhunderts hat die Bedeutung der Stadt für die bildenden Künste wieder wesentlich zugenommen. Seitdem leben und arbeiten eine Vielzahl anerkannter Kunstschaffender in der Stadt. Durch die im internationalen Vergleich sehr hohe Anzahl von über 300 ansässigen Galerien spielt der Standort innerhalb Deutschlands auch auf dem Kunstmarkt eine wichtige Rolle.[13]

Zitate über Berlin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

David Bowie, 1976

„Berlin ist eine Stadt, verdammt dazu, ewig zu werden, niemals zu sein“

Karl Scheffler: Berlin: Ein Stadtschicksal, 1910[14]

„Ich hab noch einen Koffer in Berlin“

Marlene Dietrich: Lied aus dem Jahr 1951[15]
John F. Kennedy: Präsident der Vereinigten Staaten, während seines Berlin-Besuchs 1963

“The greatest cultural extravaganza that one could imagine.”

David Bowie: über die 1970er Jahre Berlins[16]

„Berlin wird leben und die Mauer wird fallen.“

Willy Brandt: früherer Regierender Bürgermeister und Bundeskanzler, 10. November 1989[17]

„Berlin ist arm, aber sexy.“

Klaus Wowereit: Regierender Bürgermeister, in einem Presseinterview, 2003[18]

Feiertage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen und Ehrentitel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. World Heritage Site Museumsinsel. UNESCO (englisch), abgerufen am 16. April 2010.
  2. Palast der Republik vollständig abgerissen. Bei: N24.de vom 2. Dezember 2008. Abgerufen am 16. April 2010.
  3. Neuer Mitglieder-Rekord im LSB@1@2Vorlage:Toter Link/www.rbb24.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven), rbb, abgerufen am 1. November 2017.
  4. Bundesligamannschaften, lsb-berlin.net, abgerufen am 8. November 2017.
  5. Deutsche Volleyball-Liga. Abgerufen am 2. Mai 2016.
  6. Bolt holt Gold und Weltrekord. In: Spiegel Online, abgerufen am 8. November 2017.
  7. Olympiastützpunkt Berlin – Stützpunkt – Sportarten. In: osp-berlin.de. Trägerverein des Olympiastützpunktes Berlin e. V., abgerufen am 8. Juni 2017.
  8. Zahlen und Fakten zum Berliner Olympiastadion. (Memento vom 15. August 2012 im Internet Archive) In: olympiastadion-berlin.de, abgerufen am 17. Mai 2014.
  9. Keiner hat eine Drei-Sterne-Performance gebracht. In: Der Tagesspiegel, abgerufen am 31. März 2015.
  10. In Berlin, a taste of the world. In: Forbes India, abgerufen am 14. Juli 2017.
  11. Der Berlin-Song hat echte Konjunktur. In: Die Welt, abgerufen am 16. Mai 2010.
  12. Johannes Koepp, Wilhelm Cleff: Lieber Leierkastenmann – Berliner Lieder. Nicolaische Verlagsbuchhandlung, Berlin 2015, ISBN 978-3-89479-920-5.
  13. Berlin ist weltweit die Stadt mit den meisten Galerien. In: Berliner Morgenpost, 6. April 2008; abgerufen am 1. Januar 2018.
  14. Karl Scheffler: Berlin: Ein Stadtschicksal. 1910, Fannei & Walz, ISBN 3-927574-02-3
  15. Citysongs. In: The New Colonist. Abgerufen am 18. August 2008.
  16. David Bowie’s golden years in Berlin. In: Expatica. Archiviert vom Original am 4. Juni 2008. i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.expatica.com Abgerufen am 18. August 2008.
  17. Kohl: We are one nation. In: The Guardian, 11. November 1999. Abgerufen am 18. August 2008. 
  18. Arm, aber sexy. In: Focus. Abgerufen am 18. August 2008.
  19. Frauentag ist nun Feiertag in Berlin. Abgerufen am 25. Januar 2019.
  20. Berlin-Design im Aufbruch. Pressekonferenz anlässlich der Auszeichnung Berlins mit dem Titel „Stadt des DESIGNS“. In: berlin.de. Senatsverwaltung für Wirtschaft, Arbeit und Frauen, 2. Juli 2010, archiviert vom Original am 22. März 2008; abgerufen am 24. April 2018.
  21. Berlin erhält spanischen Prinz-von-Asturien-Preis. In: Focus Online; abgerufen am 16. April 2010.
  22. Müller: „Wir freuen uns auf den Kirchentag und sind stolz auf die Verleihung des Titels ‚Reformationsstadt Europas‘ an Berlin“. Pressemitteilung vom 27. April 2017. In: berlin.de. Das Presse- und Informationsamt des Landes Berlin, abgerufen am 17. August 2017; Reformationsstadt Berlin. Aus 1 mach 2 mach 1. reformation-cities.org/cities; abgerufen am 17. August 2017.