Kulturjournalismus

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Kulturjournalismus ist eine Subform des Journalismus, die sich mit kulturellen Themen befasst und oft mit kulturwissenschaftlichen Methoden arbeitet. Er beschäftigt sich vor allem mit Literatur-, Theater-, Film-, Musik-, Kunst- und Medienkritik. Dies geschieht in Form von Rezensionen, Porträts, Essays oder anderen journalistischen Formaten. Für die Arbeit als Kulturjournalist sind deshalb Recherche-, Konzept-, Erzähl- und Redaktionsformen grundlegend, wie man sie v.a. im Feuilleton findet.

Stephan Porombka, Juniorprofessor für Kulturjournalismus, definiert Kulturjournalismus als "Form des Schreibens, über die unter genau formulierten zeitlichen, thematischen und formalen Vorgaben 'Gebrauchstexte' entstehen." Er betont die Wichtigkeit, "Interesse an der Kultur im umfassenden Sinn zu entwickeln und von eigenen Recherchen, Beobachtungen und Erfahrungen kompetent erzählen zu können."[1]

Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kulturjournalismus kann man seit 2003 an der UdK Berlin und seit 1999 im Rahmen des Studiengangs "Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus" an der Universität Hildesheim studieren. Außerdem bietet das Kölner Institut für Kulturarbeit und Weiterbildung eine Berufsbegleitende Weiterbildung 'Kulturjournalismus' an. Im 'Kulturjournalismus' und in seiner medialen Umsetzung (Radio und Internet) können sich die Studierenden des B.A/M.A.-Angebots "Musikjournalismus für Rundfunk und Multimedia" an der Hochschule für Musik Karlsruhe im Programm des "Jungen Kulturkanals" erproben. Seit 2008 wird an der Zürcher Hochschule der Künste der Studiengang "Kulturpublizistik" angeboten, seit 2015 am Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaften der Universität Wien der "Universitätslehrgang für Kulturkommunikation und Kulturjournalismus". Die Technische Universität Dortmund offeriert hierneben als einzige deutsche Universität seit dem Wintersemester 2010/2011 einen grundständigen Bachelor- sowie darüber hinaus einen weiterführenden Masterstudiengang Musikjournalismus: Die gemeinschaftlich vom Institut für Musik und Musikwissenschaft und vom Institut für Journalistik durchgeführten Programme bilden mit Schwerpunkt Klassische Musik und crossmedialem Ansatz unter dem Label terzwerk in Radio-, TV- und Onlinejournalismus aus.[2][3]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Stefan Lüddemann: Kulturjournalismus, Medien, Themen, Praktiken, Springer VS, Wiesbaden 2015, ISBN 978-3-531-19649-7
  • Wolfgang Lamprecht (Hrsg.): Weißbuch Kulturjournalismus, Löcker Verlag, Wien 2012, ISBN 9783854095934
  • Ruedi Widmer (Hrsg.): Laienherrschaft, 18 Exkurse zum Verhältnis von Künsten und Medien. Diaphanes, Zürich 2014, 320 S., ISBN 978-3-03734-794-2
  • Dieter Heß (Hrsg.): Kulturjournalismus, ein Handbuch für Ausbildung und Praxis. 2. aktualisierte Aufl., 1997, 247 S., ISBN 3-471-78055-6
  • Kilian Moritz: Kulturjournalismus. In: Markus Kaiser (Hrsg.): Special Interest. Ressortjournalismus – Konzepte, Ausbildung, Praxis, München (Econ-Verlag) 2012, ISBN 978-3-430-20145-2 [4]
  • Peter Overbeck (Hrsg.): Musik und Kultur im Rundfunk, Wandel und Chancen. Lit-Verlag Münster 2007, 201 S., ISBN 3-825-89645-5
  • Stephan Porombka: Kulturjournalismus. In: Handbuch Literaturwissenschaft, Bd. 3: Literaturwissenschaft als Institution (Berufsfelder). Hrsg. von Thomas Anz. Stuttgart 2007, S. 270-283
  • Stephan Porombka: Kulturwissenschaft der Jetztzeit. Möglichkeiten der kulturjournalistischen Praxis im Studium. In: Schreiben. Im Kontext von Schule, Universität, Beruf und Lebensalltag. Hrsg. von Johannes Berning und Helmut H. Koch. Münster 2006, S. 198-219 pdf-Version:[1]
  • Stephan Porombka, Erhard Schütz (Hrsg.): 55 Klassiker des Kulturjournalismus. Bostelmann & Siebenhaar, Berlin 2008
  • Gunter Reus: Ressort Feuilleton : Kulturjournalismus für Massenmedien. 2., überarb. Aufl., 1999, 366 S., ISBN 3-89669-245-3
  • Gernot Stegert: Feuilleton für alle : Strategien im Kulturjournalismus der Presse. Tübingen 1998, 338 S., ISBN 3-484-34048-7 (Univ. Tübingen, Dissertation 1997)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Stephan Porombka: Kulturjournalismus. In: Handbuch Literaturwissenschaft, Bd. 3: Literaturwissenschaft als Institution (Berufsfelder). Hrsg. von Thomas Anz. Stuttgart 2007, S. 270-283.
  2. Wolfgang Goertz: Gute Noten, in: Die Zeit (20. Januar 2011).
  3. AQAS e.V.: Externer Reakkreditierungsbeschluss und -bericht (2016) mit ausführlicher Beschreibung und Beurteilung der Musikjournalismus-Studiengänge an der TU Dortmund.
  4. Kulturjournalismus, weiterführende Informationen online aus dem Journalismus-Lehrbuch "Special Intererest"