Kulturpalast

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Erster Kulturpalast der DDR in Chemnitz (1952)
Kulturpalast in Dresden, gesehen vom Altmarkt (2006)
Kulturpalast in Warschau, Polen (2012)
Kulturpalast in Schowti Wody, Ukraine (2011)

Kulturpalast hießen und heißen in sozialistischen und ehemals sozialistischen Ländern repräsentative Gebäude, die zur Förderung kultureller Zwecke erbaut wurden und häufig mit Einrichtungen wie Kino, Theater, Diskothek, Restaurant, Ausstellungshalle, Bibliothek, Sportanlage und Veranstaltungssaal ausgerüstet wurden.

Vorwiegend in Hauptstädten errichtet, sollten sie in den 1950er-Jahren unter dem Einfluss der stalinistischen Architekturdoktrin häufig die Funktion des zentralen, silhouettenprägenden Hochhauses[1] übernehmen. Paradebeispiel hierfür ist der Kulturpalast in Warschau, der in der von der Wehrmacht völlig zerstörten Stadt nach dem Zweiten Weltkrieg zum neuen Wahrzeichen wurde. Kleinere Einrichtungen mit diesem Zweck heißen meist Kulturhaus, wurden aber in manchen Fällen ebenfalls Kulturpalast genannt.

Der erste Kulturpalast der DDR im Stil des Sozialistischen Klassizismus wurde 1950 im Auftrag der SAG Wismut als „Kulturpalast der Bergarbeiter“ in Chemnitz errichtet. Die Architekten waren Kurt Ritter, Adam Burger und Joachim Rackwitz. Der Kulturpalast beherbergte einen Theatersaal mit etwa 900 Plätzen, einen zweiten großen Saal für Tanzveranstaltungen, ein Restaurant und ein Café, eine Bibliothek sowie ein Damen, Kinder-, Musik- und Billardzimmer. Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude geriet durch seinen jetzigen Besitzer kurz vor den Abriss.

Der zwischen 1966 und 1969 von Architekt Wolfgang Hänsch erbaute Kulturpalast in Dresden ist mit einem großen Saal für Konzerte und Kongresse, einem Kammertheater und mehreren Versammlungssälen dem Typ eines Kultur- und Kongresszentrums zuzurechnen. Er steht seit 2008 unter Denkmalschutz.

Der 2008 abgerissene Palast der Republik in Berlin mit mehreren Sälen und Restaurants wies viele Elemente eines Kulturpalastes auf und wurde zusätzlich als Parlamentsgebäude konzipiert und genutzt.

Weitere bekannte Kulturpaläste sind:

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Engmann, Birk: Eine Zikkurat für Leipzig. Stalins Hochhausarchitektur in den 1950er Jahren und ihre Bedeutung. In: Leipziger Blätter, Heft 57, Passage, Leipzig 2010. S. 20–23, ISSN 0232-7244
  2. Kulturpalast Bitterfeld (siehe: Haus mit Tradition 1952-2002)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]