Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

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Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

(KdFS)

KdFS-Logo
Rechtsform: Stiftung des öffentlichen Rechts
Zweck:
  • Projektförderung
  • Stipendienvergabe
  • Ankauf von Kunstwerken
Vorsitz: Ulf Großmann † (Präsident), Manuel Frey (Direktor)
Bestehen: seit 17. Mai 1993
Stifter: Freistaat Sachsen
Stiftungskapital: 20 Millionen Euro[1]
Sitz: Dresden
Website: www.kdfs.de

Die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen (KdFS) ist eine rechtsfähige Stiftung des öffentlichen Rechts.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung wurde vom Sächsischen Landtag mit Wirkung vom 17. Mai 1993 als rechtsfähige Stiftung öffentlichen Rechts per Gesetz errichtet. Sie hat ihren Sitz seit 1996 auf dem Gelände des Festspielhauses Hellerau in Dresden. Stiftungsdirektor seit 2018 ist Manuel Frey. Präsident war von 2011 bis 2020 Ulf Großmann.

Profil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung initiiert, realisiert und fördert Projekte. Sie vergibt Stipendien und kauft Werke bildender Künstler. Ihre Ziele sind die Entwicklung neuer künstlerischer Ausdrucksformen und die nachhaltige Vermittlung zeitgenössischer Kunst und Kultur. Die Pflege des kulturellen Erbes sowie die Förderung des künstlerischen Nachwuchses zählen ebenfalls zu ihren Aufgaben. Gefördert werden Vorhaben mit überregionaler oder landesweiter Bedeutung und Beiträge zum internationalen kulturellen Austausch. Mit ihren eigenen Projekten reagiert die Kulturstiftung auf den gesellschaftlichen und kulturellen Wandel in Sachsen und in den angrenzenden Ländern Europas. Sie entwickelt Programm zur Unterstützung des kulturellen Dialogs mit den europäischen Nachbarn in Mittel- und Osteuropa, aber auch in Nordamerika und in Ostasien.

Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung fördert die Kultur und Kunst im Freistaat Sachsen. Sie verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke. Der Stiftungszweck wird insbesondere verwirklicht durch

  • die Förderung von Vorhaben im Bereich der Musik, der Literatur, des Films, der darstellenden und bildenden Kunst und ihrer Einrichtungen sowie der kulturellen Breitenarbeit freier Träger,
  • die Förderung von Maßnahmen zur Pflege und Erhaltung von Kulturwerten und -einrichtungen,
  • die Förderung von Künstlern und künstlerischem Nachwuchs,
  • die Förderung kulturellen Austausches,
  • die Beteiligung an der Koordinierung kultureller Einrichtungen im Freistaat Sachsen,
  • die Beratung des Sächsischen Landtages und der Sächsischen Staatsregierung bei kulturellen Entscheidungen.

Zur Erfüllung der ihr übertragenden Aufgaben stellt der Freistaat Sachsen der Kulturstiftung etwa 3 Millionen Euro pro Jahr zur Verfügung.

Förderungsgegenstände[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stiftung fördert jedes Jahr rund 250 Vorhaben der zeitgenössischen Kunst und Kultur in den Bereichen der Bildenden Kunst, der Darstellenden Kunst und Musik, dem Film, der Literatur, der Soziokultur und den spartenübergreifenden Projekten. Mit ihren operativen Vorhaben gibt die Kulturstiftung Impulse für die Kunst und Kultur im Freistaat Sachsen. Die Stiftung vergibt außerdem Arbeits- und Aufenthaltsstipendien zur Förderung von Künstlern und des künstlerischen Nachwuchs, und tätigt Ankäufe von Kunstwerken und Musikinstrumenten.

Preise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sächsischer Initiativpreis für Kunst und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der mit zehntausend Euro dotierte Preis soll Einrichtungen prämieren, die im Kulturbereich „neue Wege bei Konzeption und Betrieb gehen, speziell im Hinblick auf die Finanzierungs-, Organisations- und Rechtsform sowie bei der Entwicklung neuartiger Programme“. Die bisherigen Preisträger waren:[2]

Sächsischer Preis für soziokulturelles Engagement[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der mit fünftausend Euro dotierte Preis soll „Akteure oder Initiativen zur soziokulturellen Breitenarbeit ermutigen“. Die bisherigen Preisträger waren:[3]

Gremien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kuratorium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dem Kuratorium steht der Ministerpräsident des Freistaates Sachsen vor. Geschäftsführende Kuratorin ist die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst. Zu den Aufgaben des Kuratoriums zählen die Beratung des Stiftungsvorstands sowie die Verabschiedung des Wirtschaftsplans und des Jahresabschlusses.

Stiftungsvorstand[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der fünfköpfige Stiftungsvorstand vertritt die Stiftung nach außen. Er berät die strategischen Leitlinien. Der Präsident der Kulturstiftung ist zugleich Vorsitzender des Stiftungsvorstands. Weitere Mitglieder sind Persönlichkeiten aus dem Kulturbereich, der Präsident des Sächsischen Kultursenats sowie Vertreter verschiedener Ministerien.

Fachbeiräte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Beiräte bestehen aus ehrenamtlich tätigen Persönlichkeiten, die sich für Kunst und Kultur in Sachsen einsetzen und die über ein reiches Fachwissen in ihrem Berufsfeld verfügen. Sie werden jeweils für drei Jahre berufen. Mit ihrer Kompetenz, ihrem fachlichen Ansehen und ihren Erfahrungen unterstützen sie den Vorstand und die Geschäftsstelle der Kulturstiftung maßgeblich bei der Erfüllung des Stiftungszwecks. Die Urteile und Einschätzungen der Fachbeiräte sind die Grundlage jeder Förderung. Es bestehen Fachbeiräte für die Bereiche Bildende Kunst, Darstellende Kunst und Musik, Film, Literatur, Soziokultur und Spartenübergreifende Projekte.

Sächsischer Kultursenat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Gesetz vom 17. Mai 1993 errichtete der Freistaat Sachsen den Sächsischen Kultursenat. Dieses Gremium aus 24 der Kunst und Kultur Sachsens verbundenen Persönlichkeiten wird vom Ministerpräsidenten berufen. Es wird ergänzt durch entsandte Vertreter des Landtags, des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst, des Sächsischen Staatsministeriums der Finanzen, des Sächsischen Städte- und Gemeindetags und des Sächsischen Landkreistags. Die Senatoren arbeiten ehrenamtlich. Sie beraten und vermitteln in kulturpolitischen Fragen. Der Präsident des Kultursenats ist seit Oktober 2017 Christoph Dittrich. Der Stiftungsdirektor der Kulturstiftung, Ralph Lindner, ist zugleich Geschäftsführer des Kultursenats.

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verschiedene Kulturträger und Medien äußern Kritik an der Struktur und der Förderpraxis der Kulturstiftung Sachsen. Lars Tunçay (kreuzer) hebt den fast ausschließlich männlich besetzten Vorstand der Stiftung hervor. Durch das rein politisch besetzte Kuratorium bestünde zudem eine starke Abhängigkeit von der Politik. Der Fachbeirat wird einerseits als überfordert beschrieben, da der Arbeitsaufwand immens sei. Zugleich kritisiert Tuncay die fehlende Unabhängigkeit des Fachbeirats, die zum Eindruck führe, dass die Fachbeiräte ihren eigenen Institutionen Fördersummen zuspielten. Die Besetzungsdauer des Fachbeirats von 3 Jahren sei zudem zu knapp bemessen, für eine unabhängige Besetzung fehlen geeignete, kompetente Kandidaten. Darstellende Künste kämen aufgrund der Zusammensetzung des zuständigen Fachbeirats in der Förderung zu kurz. Auch das Gesamtfördervolumen der KdFS stünde hinter dem Bedarf zurück. Zudem wurde der Führungsstil von Direktor Ralph Lindner kritisiert; ein Betriebsrat zur Vertretung der – vielfach frustrierten – Mitarbeiter existiere nicht.[4]

Dennoch wurde Lindner 2017 zum vierten Mal als Stiftungsdirektor wiederbestellt, zahlreiche Mitarbeiter der Stiftung haben das problematische Arbeitsklima danach offen thematisiert.[5] Zum 1. Juli 2018 wechselte Lindner zur internationalen Dresdner Künstlerresidenz Max-Uhlig-Haus, zu seinem kommissarischen Nachfolger wurde Manuel Frey bestellt.[6][7] Dieser übernahm das Amt offiziell zum 1. September 2019.[8][9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zusätzlich 3,5 Millionen Euro für die Kulturstiftung des Freistaates Sachsen – Stiftungskapital wird aufgestockt. Sächsisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst, 17. November 2017, abgerufen am 15. Juli 2019 (Pressemitteilung).
  2. Initiativpreis für Kunst und Kultur. Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. Abgerufen am 5. Dezember 2019.
  3. Preis für soziokulturelles Engagement. Website des Landesverbands Soziokultur Sachsen e.V., abgerufen am 5. Dezember 2019.
  4. Lars Tunçay: Kultur des Stillstands. In: kreuzer online. 12. Januar 2018, abgerufen am 14. Juli 2019.
  5. Michael Bartsch: Ralph Lindner trotz interner Probleme als Direktor wiederbestellt. In: Dresdner Neueste Nachrichten. 17. Januar 2018, abgerufen am 14. Juli 2019.
  6. Isolde Matkey: Wechsel an der Spitze der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. In: Freie Darstellende Künste Dresden. Societaetstheater, 29. August 2018, abgerufen am 14. Juli 2019.
  7. Chef von Sachsens Kulturstiftung räumt seinen Platz. In: Sächsische Zeitung. 4. Juli 2018, abgerufen am 14. Juli 2019.
  8. Dr. Manuel Frey wird neuer Direktor der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen. In: Leipziger Internet Zeitung. 6. Juli 2019, abgerufen am 14. Juli 2019 (Pressemitteilung des Sächsischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst).
  9. Manuel Frey ist neuer Direktor der Kulturstiftung Sachsen. In: rtl.de. 5. Juli 2019, abgerufen am 14. Juli 2019.