Kunduz (Provinz)

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Kunduz
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Basisdaten
Staat Afghanistan
Hauptstadt Kunduz
Fläche 8039 km²
Einwohner 950.813 (Berechnung 2012)
Dichte 118 Einwohner pro km²
ISO 3166-2 AF-KDZ
Politik
Gouverneur Mohammad Omar Safi
Distrikte in der Provinz Kunduz (Stand 2005)
Distrikte in der Provinz Kunduz (Stand 2005)

Koordinaten: 36° 42′ N, 69° 0′ O

Kunduz (auch: Kundus, Qunduz; Dari und paschtunisch کندوز) ist eine Provinz im Nordosten von Afghanistan.

Hauptstadt der Provinz ist die gleichnamige Stadt Kunduz mit über 268.000 Einwohnern.[1]

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Infrastruktur der Region ist durch die Talibanherrschaft und den Afghanistankrieg stark beeinträchtigt worden. Straßenbau und Trinkwasserversorgung gehören zu den dringlichsten Aufgaben. Die Stadt Kunduz wird mit Elektrizität aus Tadschikistan beliefert. In weiten Teilen der Provinz hingegen fehlt die jegliche Stromversorgung.

Die Provinz Kunduz verfügt über einen Flughafen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerung der Provinz gelang hauptsächlich im späten 19. Jahrhundert unter Sher Khan Nashir, der die Spinzar Cotton Company gründete, die Kunduz bis zur sowjetischen Invasion zur reichsten Provinz Afghanistans machen sollte, zu großem Wohlstand. Nach Unterbrechung, hat sie gegenwärtlich ihren Betrieb wieder aufgenommen. Um Kunduz werden heute Baumwolle, Reis, Mais, Weizen und Melonen angebaut. Darüber hinaus soll in der Provinz auch Schlafmohn angebaut werden, aus dem Opium gewonnen wird.

Um nach dem Afghanistan-Einsatz der NATO aufgrund des Al-Kaida-Terrorangriffes auf New York und Washington D.C. von 2001 zur Stabilisierung des Landes und Sicherung des Wiederaufbaus beizutragen, hatte die Bundeswehr ein eigenes Feldlager in Kundus vom 25. Oktober 2003 bis zum 19. Oktober 2013.

Am 8. Oktober 2010 kam bei einem Sprengstoffanschlag auf eine Moschee in der Stadt Talukan in der Nachbarprovinz Tachar der Gouverneur der Provinz, Mohammad Omar, ums Leben.[2] Sein Nachfolger wurde Mohammad Jegdalek.[3] Derzeitig ist Mohammad Omar Safi Gouverneur der Provinz Kunduz.[4]

Mitte Juli 2012 übergab die Bundeswehr die Sicherheitsverantwortung für den Großteil der Provinz Kunduz an die Afghanische Nationalarmee. Ausgespart wurde lediglich der Distrikt Chanabad. Die Übergabezeremonie fand am 11. Juli im Beisein des Kommandeurs der Internationalen Schutztruppe Isaf in Nordafghanistan, Bundeswehr-General Erich Pfeffer, und des afghanischen Innenministers Bismillah Khan Mohammadi in einem afghanischen Armeecamp am Rande der Stadt Kundus statt.[5]

Verwaltungsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Provinz Kunduz ist in folgende Distrikte gegliedert:

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Provinz Kunduz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven: @1@2Vorlage:Toter Link/bevoelkerungsstatistik.deWorld Gezatteer Bevölkerungsdaten 2012
  2. Gouverneur von Kunduz bei Anschlag getötet. In: ORF. 8. Oktober 2010, abgerufen am 8. Oktober 2010.
  3. Damir Fras: Offiziell im inoffiziellen Krieg. In: Frankfurter Rundschau. 10. Januar 2011, abgerufen am 10. Januar 2011.
  4. http://www.khaama.com/mohammad-omar-safi-appointed-new-governor-of-kunduz-9083
  5. Afghanen übernehmen Verantwortung in Kundus. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 11. Juli 2012, abgerufen am 13. Juli 2012.