Kunigundenkapelle (Bullenheim)

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Die Kunigundenkapelle bei Bullenheim

Die Kunigundenkapelle ist eine Kirchenruine, die der heiligen Kunigunde geweiht war. Sie liegt im Wald ca. 300 Meter östlich oberhalb der Weinberge bei Bullenheim in Mittelfranken. Die Ruine ist ein beliebtes Wanderziel mit schönem Fernblick in den Uffenheimer (= Gollach-) und in den Ochsenfurter Gau sowie in das südliche Maindreieck.

Der Legende nach geht der Bau der Kapelle auf ein Gelöbnis der Kaiserin Kunigunde aus dem Hause Luxemburg, der Ehefrau Kaiser Heinrichs II. (1002 – 1024), zurück. Sie soll sich im Wald auf dem Bullenheimer Berg verlaufen haben und schwor, eine Kirche zu stiften, wenn sie den Weg hinaus fände. Als sie die Glocken der Kirche in Bullenheim hörte, fand sie aus dem Wald und löste ihr Versprechen ein. Neben der Kapelle soll auch der Wald selbst, der sogenannte Kunigundenwald, den angrenzenden Gemeinden durch die Kaiserin geschenkt worden sein. Allerdings entstand die Kapelle in Wirklichkeit wohl erst im 15. Jahrhundert.[1]

Die spätgotische Kapelle wurde im späten 15. Jahrhundert errichtet und angeblich im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Noch bis ins 18. Jahrhundert wurde sie, einer – zweifelhaften – Überlieferung nach, als Wallfahrtsort genutzt. Der Chorbogen und zwei gotische Fenstergewände haben bis heute überdauert.

Anfang der 60er Jahre wurde die Kirchenruine behutsam gesichert, später – um 1995/2000 ? – teilweise massiv aufgemauert und – wohl unter Mitarbeit des Landesamts für Denkmalpflege – ein bisschen ergänzt. An der Ostseite der Ruine erkennt man noch Ansatzsteine des ehemaligen Chors.

Einer frommen Legende nach soll die heilige Kunigunde bei einem ihrer Besuche auf dem Bullenheimer Berg ihren Schleier in den Wind geworfen und dabei versprochen haben, dort, wo der Schleier landen würde, noch eine Kapelle zu stiften. Das sei der Ursprung der Kunigundenkapelle von Burgerroth bei Aub gewesen, einer heute noch fast im Urzustand erhaltenen spätromanischen Kapelle.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Willi Hügelschäfer: Die Kunigundenkapelle. In: Der Steigerwald, Jg. 10 (1990), S. 241–247.
  • Richard Schmitt: 1200 Jahre Bullenheim. Ippesheim 2016.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kunigundenkapelle (Bullenheim) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Schmitt, Richard: 1200 Jahre Bullenheim. S. 40–42.

Koordinaten: 49° 37′ 27,3″ N, 10° 14′ 36,2″ O