Kunrau

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Kunrau
Stadt Klötze
Wappen von Kunrau
Koordinaten: 52° 33′ 58″ N, 11° 1′ 6″ O
Höhe: 58 m ü. NN
Fläche: 22,98 km²
Einwohner: 797 (30. Jun. 2017)
Bevölkerungsdichte: 35 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 38486
Vorwahl: 039008
Kunrau (Sachsen-Anhalt)
Kunrau
Kunrau
Lage von Kunrau in Sachsen-Anhalt

Kunrau ist ein Ortsteil der Stadt Klötze im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunrau liegt im Westen der Altmark und in der Nähe des Feuchtgebietes Drömling. Die Ortschaft liegt geologisch auf der Calvörder Scholle und die Ohre fließt unweit westlich von ihr. Wohnplätze des Ortes sind Belfort, Hahnenberg und die Kolonie Kunrau.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick vom Schlossturm auf Kunrau

Kunrau ist eine wendische Gründung. Der Name kommt vom altslawischen konĭ und bedeutet so viel wie „Pferdeort“.[1] Um 1850 hatte Kunrau rund 350 Einwohner, 48 Wohnhäuser, ein Schulhaus mit einem Lehrer, fünf Ackerhöfe, 32 Grundbesitzer, 30 Einleger sowie einen Krug, Windmühle, Schäferei, Brennerei, Brauerei und Ziegelei.

1889 wurde Kunrau über die Bahnstrecke Salzwedel–Oebisfelde an das Bahnnetz angeschlossen. 2002 wurde diese Strecke stillgelegt und für den Personenverkehr eine entsprechende Buslinie eingerichtet.

Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Kunrau mit der Landgemeinde Cunrau vereinigt.[2] Die Schreibweise schwankte zwischen „Cunrau“ und „Kunrau“, bis am 2. Oktober 1937 die Festlegung der Schreibweise der Gemeinde Kunrau wie angegeben mit „K“ erfolgte.[3]

Kunrau verfügt über ein reges Vereinsleben (Senioren, Sport, Reitsport, Chor). Viele Gebäude wurden modernisiert, eine Siedlung mit Eigenheimen wurde gebaut, Bäume gepflanzt und Rabatten mit Begrünung angelegt.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschloss der Gemeinderat der Gemeinde Kunrau am 9. Januar 2009, dass die Gemeinde Kunrau in die Stadt Klötze eingemeindet wird. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[4][5]

Nach Eingemeindung der bisher selbstständigen Gemeinde Kunrau werden Kunrau und Rappin Ortsteile der Stadt Klötze. Für die eingemeindete Gemeinde wurde die Ortschaftsverfassung nach den §§ 86 ff. der Gemeindeordnung Sachsen-Anhalt eingeführt. Die eingemeindete Gemeinde Kunrau und künftigen Ortsteile Kunrau und Rappin wurden zur Ortschaft der aufnehmenden Stadt Klötze. In der eingemeindeten Gemeinde und nunmehrigen Ortschaft Kunrau wurde ein Ortschaftsrat mit neun Mitgliedern einschließlich Ortsbürgermeister gebildet.

Haupterwerbszweig Kunraus ist die Landwirtschaft.

Kirche in Kunrau

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzter Bürgermeister war Horst Wienecke. Seit 2010 ist Uwe Bock Ortsbürgermeister.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Wappen wurde am 15. Juli 1999 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „In Gold ein aufsteigendes schwarzes Pferd; rechts eine grüne Flanke, pfahlweise belegt mit einem golden bebutzten silbernen Gänseblümchen zwischen zwei aufsteigenden silbernen Weidenblättern.“

Das Hauptmotiv - Roß in der Levade - bezieht sich auf den slawischen Ursprung des Ortsnamens (Kon=Pferd). Die grüne Flanke mit den silbernen Weidenblättern symbolisiert das Wald- und Weideland (Drömling) um Kunrau. Dazu wurde das silberne Gänseblümchen aus dem alten Siegel des Rittergutes übernommen.

Die Farben von Kunrau – abgeleitet vom Wappen – sind Schwarz - Gold (Gelb).

Das Wappen wurde vom Heraldiker Ernst Albrecht Fiedler gestaltet.

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist Schwarz - Gelb (1:1) gestreift (Hissflagge: Streifen von oben nach unten; Querflagge: Streifen von links nach rechts verlaufend) mit dem aufgelegten Wappen der ehemaligen Gemeinde. Die Flagge kann die Form der Hissflagge, der Querflagge, der Hängefahne, des Banners und des Wimpels haben.

Schloss[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schloss Kunrau

Das zentral gelegene Schloss Kunrau wurde im Stil der italienischen Renaissance im 19. Jahrhundert errichtet. Im Schloss ist die Geschäftsstelle des Fremdenverkehrsvereins Jeetze-Ohre-Drömling e.V. sowie die Bibliothek untergebracht. Ebenfalls im Schloss beheimatet sind eine „Ökoschule“ und ein Naturerfahrungszentrum. In der Ökoschule werden Schulklassen über den Naturpark Drömling mit seiner vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt informiert und können durch Projekte und Experimente die Geheimnisse der Natur selbst kennenlernen und erfahren. Der Schlosspark ist teilweise als Baumpark angelegt. Viele alte Exemplare verschiedener Baumarten sind hier zu sehen.

Sport[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunrau gehört zu den Altmärkischen Wandernestern, die im Altmärkischen Wanderverein organisiert sind.[6]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kunrau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 328
  2. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1928, ZDB-ID 3766-7, S. 216.
  3. Regierungsbezirk Magdeburg (Hrsg.): Amtsblatt der Regierung zu Magdeburg. 1937, ZDB-ID 3766-7, S. 171.
  4. Amtsblatt des Landkreises Nr. 2/2009 Seite 36-38 (PDF; 397 kB)
  5. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  6. http://www.wanderverband.de/conpresso/_data/Altmaerkischer.pdf