Kunstfälschung

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Unter einer Kunstfälschung versteht man die Nachahmung oder Kopie von Werken anderer Künstler in betrügerischer Absicht. Dies kann Auswirkungen auf den Kunsthandel und auch auf den Kunstmarkt insgesamt haben.

Grundlagen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Kunstfälschung entsteht durch die Nachbildung oder Veränderung eines Kunstwerkes, wenn sie in der betrügerischen Absicht geschieht, den Eindruck zu erwecken, es handle sich um ein Werk eines bestimmten Künstlers, von dem es in Wahrheit nicht stammt. Es kann sich dabei um eine Kopie eines bestehenden Werkes oder um eine Nachahmung oder Neuschöpfung in der Art und Technik des betreffenden Künstlers handeln.[1]

Solange es als Ziel der Restaurierung angesehen wurde, ein Kunstwerk in seinen ersten Originalzustand scheinbar zurückzuversetzen, war die Tätigkeit des Restaurators immer in der Nähe der Kunstfälschung angesiedelt. Aus dieser Nähe wurde sie erst erlöst, als sich das Prinzip der Neutralretusche (Tratteggio), in Rom entwickelt vom Istituto superiore per la conservazione ed il restauro unter seinem langjährigen Direktor Cesare Brandi, immer mehr durchsetzte. Heute gehört es zum Berufsethos des Restaurators, eben nicht originale Echtheit vortäuschen zu wollen.[2][3]

Im deutschen Recht wird die Kunstfälschung nicht ausdrücklich erwähnt. Für eine Verfolgung sind § 107 UrhG (Unzulässiges Anbringen der Urheberbezeichnung), § 263 (Betrug) und § 267 StGB (Urkundenfälschung) maßgeblich. Das Kopieren oder Nachahmen an sich ist rechtlich zulässig, unzulässig ist lediglich die betrügerische Absicht, die sich in der Absicht äußert, Gewinn zu erzielen. Die betrügerische Absicht unterscheidet die Fälschung von allen anderen Formen des Kopierens oder Nachahmens. Ein unwissentliches Kopieren wird vom Urheberrecht nicht als Fälschung beurteilt, wohl aber das Beharren, wenn ein Werk als Nachahmung von geistigem Eigentum erkannt wurde, als Urheberrechtsverletzung. Auch das Kopieren von einer Nachbildung statt vom Originalen wird rechtlich unter Umständen als unzulässig beurteilt.[4]

Einen Grenzfall zwischen Kunstfälschung und Produktpiraterie bilden Fälle nicht autorisierter Nachbauten von Klassikern des Industriedesigns bei Möbeln, wie etwa des Rietveld-Stuhls. Dient die Kunstfälschung nicht der unmittelbaren Bereicherung, sondern dem beruflichen Renommee (z. B. Funde in der Archäologie), so rechnet man diese der Fälschung in der Wissenschaft zu.

Fälschung der Signatur, Zuschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

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Neben der Kopie von Werken an sich fällt unter den Fälschungsbegriff auch die Kopie der Signatur eines Künstlers durch fremde Hand, unabhängig davon, ob sie auf einem tatsächlich von dem betreffenden Künstler stammenden Werk, auf einer Kopie, einer Nachahmung oder Ähnlichem angebracht ist. Diese Art der Fälschung ist besonders häufig, da sie mit geringem Aufwand verbunden ist, keine künstlerischen Fähigkeiten erfordert und eine große Zielgruppe anspricht, nämlich alle Personen, die die Preise kennen, die für den betreffenden Künstler gezahlt werden. Diese Gruppe ist erheblich größer als die Gruppe derjenigen, die Werke des betreffenden Künstlers künstlerisch beurteilen kann.

Manchmal findet eine Verkettung statt: Der erste Verkäufer beschreibt ein Werk als „im Stil von“, der nächste Verkäufer bezeichnet es auf der Rückseite, und schließlich wird es mit einer Signatur versehen. Insbesondere bei Künstlern aus der zweiten Reihe gibt es kaum Experten, die ein Werk kennen, so dass auch plumpe Zuschreibungen im Auktionsmarkt kursieren können; durch den geringeren Wert solcher Stücke ist meist auch die Heranziehung entsprechender Experten oder gar eine wissenschaftliche Untersuchung nicht lohnend.

Gesamtfälschung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weitaus schwieriger ist die komplette Neuschaffung einer Kopie oder Nachahmung. Sie erfordert gewisse künstlerische Fähigkeiten und Wissen um die Verwendung von Techniken und Materialien der betreffenden Zeit. Hier gibt es große Unterschiede in der Qualität der Fälschung, wobei handwerklich gut gemachten Fälschungen auch nach deren Entlarvung eine gewisse Wertschätzung der Öffentlichkeit entgegengebracht wird.

Häufig in Verbindung mit solchen Gesamtfälschungen steht auch die Erfindung eines entsprechenden Kontext: Mit Hilfe von ebenfalls gefälschten Dokumenten wird die angebliche Geschichte des gefälschten Objekts „dokumentiert“.

Druckgrafiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geringen Aufwand bereitet auch das Kopieren von Druckgrafik, wenn der Fälscher im Besitz der Originalplatten ist. Die Fälschung besteht hier im Nachbearbeiten der Platten und Anbringen von handschriftlichen Bezeichnungen. Das Kopieren mit Hilfe von Fotokopierern und Druckern zwar leichter, aber eher zu erkennen.[5]

Die Bekanntheit einiger Künstler führt zu Abbildungen in Büchern. Diese lassen sich heraustrennen, mit handschriftlichen Notizen versehen und dann als signierte Drucke der Künstler verkaufen. Einige Künstlerbücher sollen auch nur deshalb so teuer sein, weil sich genug Buchseiten zum Ausschlachten finden. Sofern eine Unterschrift auf dem Blatt sichtbar ist, heißt es „auf der Platte signiert“. Das herausgetrennte Bild ist zunächst keine Fälschung, sondern nur die Veränderung durch die nachgeahmte Signatur des Künstlers.

Mit Fortschritten in der Reproduktionstechnik wird es jedoch zunehmend schwieriger, eine Fälschung zu erkennen.

Fälle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überführte Fälscher genießen anders als andere Kriminelle eine gewisse öffentliche Aufmerksamkeit und werden mitunter als Opfer des Kunstmarktes dargestellt. Einige überführte Fälscher haben die gewonnene Bekanntheit genutzt, um ihre Werke fortan unter eigenem Namen zu verkaufen, oder ihre Lebensgeschichte publizistisch genutzt.

Man kann allerdings davon ausgehen, dass es im Bereich der Kunstfälschung eine große Dunkelziffer gibt, da Kunsthändler und Privatsammler aus Furcht um ihren guten Ruf möglicherweise nicht eingestehen möchten auf eine Fälschung hereingefallen zu sein. Auch der mögliche finanzielle Schaden (ein für viel Geld erworbenes Kunstwerk könnte plötzlich wertlos werden) mag dazu verleiten, einem Verdacht auf Fälschung nicht nachzugehen, sondern das betreffende Objekt schnell und ohne genauere Prüfung weiterzuveräußern.

Einige Fälscher und Betrüger, deren Fälle eine größere mediale Aufmerksamkeit erreichten:

Fälle des 20. Jahrhunderts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • der Niederländer Han van Meegeren, der nach 1945 mit Fälschungen des Malers Jan Vermeer auffiel,[6]
  • der Ungar Elmyr de Hory, der sich nach Bekanntwerden seiner Fälscherkarriere Ende der 1960er Jahre damit rühmte, Hunderte von Werken in der Manier von Derain, van Dongen, Matisse, Modigliani und vor allem Picasso geschaffen und in Umlauf gebracht zu haben, später drehte Orson Welles den Film F wie Fälschung über ihn,
  • Lothar Malskat, der als Restaurator in dem Schleswiger Dom und in der Lübecker Marienkirche falsche gotische Wandmalereien anbrachte,[7][8][9]
  • der Aachener Goldschmied Reinhold Vasters, der 1979 durch die Entdeckung von 1047 Vorlagenzeichnungen im Victoria & Albert Museum als Meisterfälscher von Renaissance-Kunst anzusehen ist,
  • Tony Tetro in den USA in den 1970er Jahren mit Mitte der 1980er Jahre, der vor allem zeitgenössische Kunst fälschte und als zu seiner Zeit einer der größten Kunstfälscher in den USA gilt.
  • Christian Goller, dem seit den 1970er Jahren immer wieder Fälschungen von Altmeistergemälden vorgeworfen werden. Ein in den 1970er Jahren vom Cleveland Museum of Art angekauftes angebliches Grünewald-Gemälde hat sich genauso als Fälschung von Goller erwiesen wie das zur selben Zeit in Augsburg ausgestellte Liebespaar mit der Ansicht von Wasserburg. Im Herbst 2014 leitete die Staatsanwaltschaft Passau ein Ermittlungsverfahren wegen mindestens 40 gefälschter Altmeister-Gemälde gegen ihn ein.
  • Konrad Kujau fälschte nicht nur Gemälde. Seine gefälschten Hitler-Tagebücher verkaufte er für 9,3 Millionen DM an die Zeitschrift stern, die sie im April 1983 veröffentlichte. Kujau wurde nach dem Auffliegen der Fälschung (und der Verfilmung des Stoffes im Film Schtonk!) berühmt. Sogenannte Original Kujau-Fälschungen, die neben einer falschen Künstlersignatur auch den Schriftzug Kujau tragen, wurden bei Sammlern so beliebt, dass sie wiederum gefälscht wurden.[10]
  • Ferner erregten in Großbritannien die Fälle der Fälscher Tom Keating, John Myatt und Eric Hebborn[11] großes Aufsehen, in den USA (ein bevorzugter Absatzmarkt vieler Fälscher) beispielsweise David Stein (alias Henri Haddad).
  • Wolfgang Lämmle und Edgar Mrugalla, die beide 1988 mit umfangreichen Konvoluten von Grafik- und Gemäldefälschungen bekannt und später zu Bewährungsstrafen verurteilt wurden.
  • Shaun Greenhalgh hat über einen Zeitraum von 17 Jahren, zwischen 1989 und 2006, eine große Zahl gefälschter Skulpturen, Gemälde und Zeichnungen, darunter angeblich eine Zeichnung von Leonardo da Vinci, produziert.

Fälle ab ca. 2000[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2008 Frans Hals zugeschrieben, 2011 in New York für 10,8 Mill. USD von Sotheby's veräußert, 2016 als moderne Fälschung identifiziert[12]
  • 2005 tauchte eine Ausgabe von Galileo Galileis Sidereus Nuncius auf, in der bisher unbekannte Tuschezeichnungen enthalten waren. Diese von internationalen Fachexperten als echt befundene sensationelle Entdeckung erwies sich 2012 als Fälschung, die mutmaßlich von dem italienischen Antiquar Marino Massimo De Caro in den Antiquitätenhandel gebracht worden war.
  • Wolfgang Beltracchi: Der Prozess 2011 gegen ihn, seine Ehefrau und zwei weitere Personen erregte großes Aufsehen. Die Gruppe hatte nachgemalte und fälschlich signierte Werke prominenter Künstler für etwa 16 Millionen Euro verkauft, sie wurden zu Gefängnisstrafen in unterschiedlicher Höhe verurteilt; Beltracchi erhielt eine sechsjährige Haftstrafe.[13] Siehe dazu Sammlung Werner Jägers.
  • Tom Sack, der mehrere Künstleridentitäten frei erfunden hatte, um von 2005 bis 2009 hunderte selbstgemalte Bilder für überhöhte Preise auf dem Kunstmarkt abzusetzen. Sack, der nach außen als „Galerist“ der von ihm „entdeckten“ Künstler auftrat, hatte mithilfe von Strohleuten entsprechende Einträge in gängigen Kunstpreisdatenbanken wie Artprice[14] erzeugt, so dass bei Sammlern falsche Wertvorstellungen entstehen mussten. 2009 wurde Anklage gegen ihn wegen gewerbsmäßiger Urkundenfälschung und gewerbsmäßigen Betruges in mindestens 201 Fällen erhoben, wobei der Prozess 2011 ohne Urteil zu Ende ging, nachdem Sack in einem anderen Verfahren kurz zuvor wegen des Verkaufs von gefälschten Werken berühmter Künstler zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe verurteilt worden war.[15][16]
  • Eine Namensvetterin des Fälschers Konrad Kujau und ihr Lebensgefährte verkauften in den Nullerjahren des 21. Jahrhunderts über eine eigens gegründete Galerie eine größere Anzahl sogenannter Original Kujau-Fälschungen, bei denen es sich wiederum um Fälschungen handelte. Die beiden wurden 2010 vom Landgericht Dresden zu Bewährungsstrafen und gemeinnütziger Arbeit verurteilt. Die Ermittler bezifferten den Schaden zunächst auf mehr als 550.000 Euro, vor Gericht konnten aber nur 40 der 301 angeklagten Einzeltaten nachgewiesen werden.[17]
  • Der sogenannte „Spanische Meister“, ein bis zum heutigen Tage nicht enttarnter Fälscher, der sich auf antike Bronzeplastiken spezialisiert hatte.[18]

Umfang[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fälschungs-Ranking[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gefälscht wird fast alles, was am Markt hohe Preise erzielt, Alte Meister ebenso wie die Klassiker der Moderne. Experten gehen davon aus, dass 40–60 % der im Kunsthandel angebotenen Werke gefälscht sein könnten. Spitzenreiter im Fälschungs-Ranking ist Salvador Dalí. Robert Descharnes, der letzte Sekretär Dalís, sagte, dass rund 90 Prozent aller angebotenen Dalí-Grafiken nicht vom Meister selbst stammen. Leicht gemacht hat es der Künstler potentiellen Fälschern, indem er in späten Jahren seine Signatur großzügig auch unter Blanko-Blätter setzte. Ehefrau Gala und der Privat-Sekretär Peter Moore vergrößerten die Zahl der fragwürdigen Dalí-Arbeiten durch dubiose Autorisierungen. Vorläufig letzter Akt in Sachen Dalí-Fälschungen: Nachdem der Kunsthistoriker Lutz Löpsinger in Zusammenarbeit mit dem Galeristen Ralf Michler 1994 ein kritisches Werkverzeichnis der Graphik-Arbeiten erstellt und so versucht hatte, die Flut der Falsifikate einzudämmen, wurde Michler 2006 verurteilt, da er Dalí-Arbeiten in Auftrag gegeben und signiert hatte.

Einen gegenteiligen Fall stellen die Bilder von Bohumil Samuel Kečíř dar: Die Gemälde als solche sind keine Fälschungen, aber wahrscheinlich hat es den Maler als Person nie gegeben. Ein ähnlich gelagerter Fall geschah bereits in den 1960er Jahren, als bekannt wurde, dass der Autor und Publizist Max Aub die Existenz des Malers Jusep Torres Campalans erfunden hatte.[19] Aub hatte sich diese Gestalt nicht nur für seinen gleichnamigen Roman ausgedacht; er malte auch viele Bilder, die dann als Werke Campalans Beachtung fanden.[20]

Das Berliner Rathgen-Forschungslabor war 2011 durch seine archäometrischen Untersuchungen maßgeblich an der Aufdeckung der sogenannten Sammlung Jägers beteiligt und konnte die ihm von der Kriminalpolizei vorgelegten Bilder als Fälschungen identifizieren. Auch mit weniger aufwändigen Methoden lassen sich Fälschungen identifizieren: In England haben drei Sozialhilfeempfänger im großen Stil vermisste Skulpturen gefälscht. Entdeckt wurde der Betrug erst, als sie versuchten, dem British Museum in London einen assyrischen Steinfries zu verkaufen. Die Fries-Inschrift enthielt Schreibfehler. Daraufhin untersuchte auch das Art Institute of Chicago einen vermeintlichen Gauguin – ebenfalls eine Fälschung aus der englischen Garagenwerkstatt.[21]

Der Prix Annette Giacometti pour le droit des œuvres et des artistes ist ein von der Fondation Alberto et Annette Giacometti, Paris, im Jahr 2011 gestifteter Preis in Höhe von 10.000 Euro. Er zeichnet jährlich Ausstellungen und Veröffentlichungen aus aller Welt aus, die sich der Wahrung des Urheberrechts für Kunstwerke und Künstler verschrieben haben und die gegen Kunstfälschungen gerichtet sind.[22]

Reichlich Nachschub an Falsifikaten kommt seit den 1990er Jahren aus Russland. Im Juni 2013 gelang dem BKA ein Schlag gegen einen internationalen Kunstfälscherring.[23] Es wurden an die 1000 Gemälde russischer Avantgarde-Künstler wie Kandinsky, Malewitsch, Jawlensky und andere sichergestellt. Die Hauptverantwortlichen waren Russen, Israelis und Deutsch-Tunesier.[24][25]

Folgen für die Preisbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für die Preisbildung auf dem Kunstmarkt kommt es neben der Echtheit eines Kunstwerks auch auf bisher erzielte Zuschläge für Werke des jeweiligen Künstlers in traditionellen Kunstauktionshäusern an. Anbieter wie das französische Unternehmen ARTPRICE S.A. und die deutsche artnet AG betreiben Datenbanken mit entsprechenden Preissammlungen, welche (gegen Entgelt) für jedermann einsehbar sind.[26]

Die Einträge in Datenbanken enthalten jedoch oft keine Informationen zu den Umständen, unter denen der Preis entstanden ist. Daher kann die reine Preisangabe zu falschen Rückschlüssen seitens der Interessenten führen. Auch die Tatsache, dass ein renommiertes Auktionshaus das Kunstwerk anbietet oder angeboten hat, bietet noch keine Garantie, was einige spektakuläre Fälle zeigen.[27]

Die Rolle von Internet und Digitalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angebote im Internet bieten ein zusätzliches Risiko. Es ist etwa bekannt, dass die von dem Kunsthändler Tom Sack erfundenen Künstler zu mehreren Datenbankeinträgen mit unrealistisch hohen Zuschlagspreisen gekommen waren, die dem interessierten Publikum im Internet (vor allem bei eBay) als Screenshots präsentiert wurden. Daraufhin ließen sich jahrelang hunderte Sammler weltweit dazu verleiten, für die an sich wertlosen, mit billigsten Materialien gefertigten Bilder Preise von teilweise mehreren tausend Euro zu bezahlen.[28]

Heutzutage können dank der Fortschritte in den digitalen Techniken (siehe Digitale Revolution) immer bessere Kunstfälschungen hergestellt und auf Märkten und im Internet verkauft werden. Derartige Fälschungen, über die in den Medien bis vor einigen Jahren nur gelegentlich berichtet wurde, können in der Summe zu einem erheblichen wirtschaftlichen Schaden führen.[29] Aus den USA sind inzwischen mehrere Fälle bekannt.[30]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Günther Grundmann: Lübeck In: Deutsche Kunst und Denkmalpflege Jahrgang 1955 Seite 81 ff. Deutscher Kunstverlag München/Berlin 1955.
  • Joachim Goll: Kunstfälscher. E.A.Seemann Verlag Leipzig, 1. Aufl. 1962 (mit Literaturverzeichnis).
  • Lord Kilbracken: Fälscher oder Meister? Der Fall van Meegeren. Zsolnay Verlag, Wien/Hamburg 1968.
  • Ausstellungskatalog: Fälschung und Forschung Hrsg.: Museum Folkwang, Essen, und Staatliche Museen Preußischer Kulturbesitz, Berlin 1976, ISBN 3-7759-0201-5.
  • Andreas Beck: Original – Fälschung? Bildgebende Verfahren bei der Diagnostik von Kunstwerken. Schnetztor-Verlag GmbH, Konstanz 1990, ISBN 3-87018-080-3.
  • Klaus Ahrens, Günter Handlögten: Echtes Geld für falsche Kunst. Remchingen 1992, ISBN 3-929007-13-4.
  • Eric Hebborn: Der Kunstfälscher. DuMont, Köln 1999 (Fälschungstechniken).
  • Stefan Römer: Künstlerische Strategien des Fake: Kritik von Original und Fälschung. DuMont, Köln 2001, ISBN 3-7701-5532-7.
  • Susanna Partsch: Tatort Kunst. Über Fälschungen, Betrüger und Betrogene. C. H. Beck, München 2010, ISBN 978-3-406-60621-2.
  • Christian Müller-Straten: Fälschungserkennung, Bd. 1. Verlag Müller-Straten, Reihe Wunderkammer Bd. 9, München 2011, ISBN 978-3-932704-83-3; Bd. 2 München 2015, ISBN 978-3-932704-85-7
  • Stefan Koldehoff, Tobias Timm: Falsche Bilder, Echtes Geld. Galiani, Berlin 2012, ISBN 978-3-86971-057-0.
  • Malte Sprenger: Verschlungene Wege schöner Bilder. Ausgewählte Fälle zu Kunstfälschung und Beutekunst. Edition Minerva, Neu-Isenburg 2013, ISBN 978-3-943964-08-0.
  • Edward Dolnick: Der Nazi und der Kunstfälscher. Parthas, Berlin 2014, ISBN 978-3869640822.
  • Fälschung – Plagiat – Kopie. Künstlerische Praktiken der Vormoderne. Hrsg. von Birgit Ulrike Münch, Andreas Tacke, Markwart Herzog, Sylvia Heudecker (Kunsthistorisches Forum Irsee; 1). Petersberg 2014.
  • Henry Keazor, Tina Öcal (Hrsg.): Der Fall Beltracchi und die Folgen. Interdisziplinäre Fälschungsforschung heute. De Gruyter, Berlin 2014, ISBN 978-3-11-031589-9.
  • Henry Keazor: Täuschend echt! Eine Geschichte der Kunstfälschung, Darmstadt 2015, ISBN 978-3806230321.
  • Henry Keazor, Maria Effinger (Hrsg.): FAKE – Fälschungen, wie sie im Buche stehen (zugl. Ausstellungskatalog). Winter, Heidelberg 2016, ISBN 978-3-8253-6621-6.

siehe auch: Literatur im Artikel Fälschung zu allgemeinerem Kontext

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kunstfälschung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Henry Keazor: Fälschungen (in) der Kunstgeschichte. In: art value – positionen zum wert der kunst, 8, 2011 (Fälschung/Diebstahl/Zerstörung), S. 38–41.
  2. Hinnerk Scheper: Restaurieren und Berufsethos In: Deutsche Kunst und Denkmalpflege Jahrgang 1955 Seite 109 ff. Deutscher Kunstverlag München/Berlin 1955.
  3. Siehe auch: Ein Berufsbild im Wandel. Restaurieren heißt nicht wieder neu machen, Katalog herausgegeben von Ralf Buchholz und Hannes Homann, Hannover (Schäferart), 1994, 1997, Wanderausstellung 1994ff in Museen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.
  4. Stefan Römer: Der Begriff des Fake, Dissertation Berlin 1998. Mit Literaturangaben. (Memento vom 2. Juni 2006 im Internet Archive) (PDF; 1,3 MB).
  5. E. Schöller (Hrsg.), Wa(h)re Lügen: Original und Fälschung im Dialog, Münster 2008.
  6. S. Schüller: Falsch oder echt? Der Fall van Meegeren, Bonn 1953.
  7. Ernst Roßmann: Naturwissenschaftliche Untersuchung der Wandmalereien im Chorobergaden der Marienkirche zu Lübeck, anlässlich des Lübecker Bilderfälscherprozesses In: Deutsche Kunst und Denkmalpflege Jahrgang 1955 Seite 99 ff. Deutscher Kunstverlag München/Berlin 1955.
  8. K. Wehlte: Was ging in Lübeck vor? In: Maltechnik 61/1955. S. 11.
  9. Peter Hirschmann: Was soll aus den gefälschten Wandbildern in St. Marien zu Lübeck werden? In: Deutsche Kunst und Denkmalpflege, Jahrgang 1955 Seite 106 ff. Deutscher Kunstverlag München/Berlin 1955.
  10. Siehe Artikel in der Bild-Zeitung vom 9. April 2010, http://www.bild.de/regional/dresden/faelschte-konrad-kujaus-faelschungen-und-verdiente-daran-300000-euro-13851958.bild.html, abgerufen am 3. Oktober 2015.
  11. Eric Hebborn: Drawn to trouble, an autobiography by Eric Hebborn, Mainstream Publishing, Edinburgh 1994, ISBN 1-85158-369-6.
  12. Will Gompertz: Sotheby's declares 'Frans Hals' work a forgery, bei BBC, 6. Oktober 2016
  13. Kunstfälscher muss sechs Jahre in Haft. In: Spiegel Online vom 27. Oktober 2011, abgerufen am 30. November 2013.
  14. Siehe http://www.artprice.com/
  15. Susanna Partsch: Tatort Kunst, C. H. Beck, München 2010, S. 166 f., ISBN 978-3-406-60621-2.
  16. Saskia Hufnagel: Art Fraud in Germany: Lessons Learned or the Fast Falling into Oblivion?, in: Cultural Property Crime - An Overview and Analysis of Contemporary Perspectives and Trends, Brill, Leiden/Boston 2014, S. 111 ff., ISBN 978-90-04-28053-3.
  17. Mildes Urteil: Kujau muss jetzt in der Kita arbeiten (Memento vom 4. März 2016 im Internet Archive), Sächsische Zeitung vom 10. September 2010, abgerufen am 24. Oktober 2019.
  18. Basellandschaftliche Zeitung - Kaiserin und Göttin sollen nur antiker Schrott sein. 9. Mai 2014, abgerufen am 9. Mai 2014.
  19. CULTurMAG: Literatur, Musik & Positionen, 26. Februar 2004, Max Aub: Jusep Torres Campalans - Ein exquisites Schelmenstück von Karsten Herrmann, abgerufen am 7. September 2013.
  20. Albrecht Buschmann: Der Stier im Labyrinth. Max Aub in Spanien und Mexiko. (Memento des Originals vom 2. Oktober 2013 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.uni-potsdam.de, 1997. Abgerufen am 7. September 2013.
  21. Rechtschreibfehler auf antiken Friesen. In: Süddeutsche Zeitung vom 17. Mai 2010, abgerufen am 30. November 2013.
  22. Prix Annette Giacometti, lejournaldesarts.fr, abgerufen am 30. Mai 2012.
  23. Wolfgang Degen, BKA schnappt Kunstfälscher, Festnahmen, Zwei Wiesbadener gelten als Drahtzieher einer international agierenden Betrüger-Gruppe, Wiesbadener Kurier, Freitag, 14. Juni 2013, S. 1; Wolfgang Degen, Nachahmung als Millionengeschäft, Kunstfälscherprozess, Am dritten Verhandlungstag konnte die Anklage verlesen werden, Befangenheitsantrag gegen die Richter, Wiesbadener Kurier, Dienstag, 17. Februar 2015, S. 11
  24. Bundeskriminalamt zerschlägt Kunstfälscherring In: Zeit-online vom 13. Juni 2013.
  25. Vierhundert falsche Bilder und eine Razzia In: FAZ-online vom 16. Juni 2013.
  26. Zur Preisbildung auf dem Kunstmarkt ausführlich: Katja Blomberg: Wie Kunstwerte entstehen, Hamburg 2005, ISBN 3938017244.
  27. https://www.zeit.de/2017/09/sothebys-werbung-faelschung-wolfgang-beltracchi
  28. Martina Dlugaiczyk: H-Net-Review zur Tagung Fälschung, Plagiat und Kopie: Künstlerische Praktiken in Mittelalter und Früher Neuzeit (Schwabenakademie Irsee, 15.–17. März 2013), in: H-Soz-u-Kult, Juli 2013.
  29. Nils Graefe: Die Landeskriminaler. Experte für Kunstfälschungen des LKA. (Welzheimer Zeitung, 16. Juni 2014. Online.)
  30. Sendung auf Arte am 30. März 2019: Leonardo da Vinci: Das Geheimnis der schönen Prinzessin (Memento des Originals vom 1. April 2019 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.arte.tv