Kunstgewerbe- und Handwerkerschule (Berlin)

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Ansicht von Nord-Westen kurz nach der Fertigstellung

Die Kunstgewerbe- und Handwerkerschule war eine Lehreinrichtung für Handwerker, die von 1900 bis 1943 in der Eosanderstraße 1 in Charlottenburg (seit 1920 zu Berlin gehörig) residierte.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ihre Ursprünge gehen zurück auf die 1861 gegründete „Kunstgewerbe- und Handwerkerschule“. Die Schule vermittelte zeichnerische und kunstgewerbliche Kenntnisse an Handwerker.[1] Zum Schüler- und Lehrkörper heißt es bei Gundlach: „Außer dem Direktor waren 1903 5 Lehrer im Haupt- und 24 im Nebenamte tätig; denn die Schülerzahl stieg auf 1487, unter welchen 430 über 18 Jahre alte, 416 Gehilfen und 29 Damen sich befanden.“[2]

Im Jahr 1932 gliederte sich die Schule in eine Vorbereitungsklasse, Werkstätten und den Fachabteilungen:

  • Architektur und Raumgestaltung,
  • Angewandte Plastik,
  • Angewandte Malerei und
  • Metallbearbeitung.[1]

Das Gebäude in der Eosanderstraße (1900–1943)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundriss des Erdgeschosses

Bei dem Gebäude an der Straßenecke Eosanderstraße 1 (Anfänglich noch Wilmersdorfer Str. 166/167) handelte es sich um einen vierstöckigen, repräsentativen Klinkerbau nach Plänen von Paul Bratring[3]. Es verfügte neben Klassenräumen und zahlreichen großen Zeichensälen (darunter ein Aktsaal) auch über einen gestuften Hörsaal, eine Bildhauerwerkstatt und eine Mobiliarklasse.

Außerdem war seit 1901 im Quergebäude auch die Städtische Volksbibliothek untergebracht.[4][5] Der über der Turnhalle gelegene Lesesaal war rund 280 m² groß und 8,75 m hoch. Er wurde von einer Glasdecke überspannt, hatte zwei übereinanderliegende Galerien und 100 Leseplätze.[6]

Im November 1943 wurde das Gebäude in der Eosanderstraße beim Bombardement von Charlottenburg schwer getroffen und brannte völlig aus.

Von 1936 bis zum Aufgehen in der Hochschule der Künste 1971[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Nationalsozialismus erhielt die Schule 1936 den Titel „Meisterschule des deutschen Handwerks der Reichshauptstadt“. Nach Kriegsende wurde der Kunstschmied Karl Schmidt Direktor und die Einrichtung in „Meisterschule für das Kunsthandwerk“ umbenannt. 1952 folgte als Direktor der Keramiker Jan Bontjes van Beek und die Meisterschule bezog ein Gebäude an der Charlottenburger Chaussee (seit 1953 Straße des 17. Juni 118), das noch heute zur UdK Berlin gehört. Die Schule unterlief weiteren inhaltlichen Neuausrichtungen und Umfirmierungen (ab 1964 „Staatliche Werkkunstschule“, ab 1966 „Staatliche Akademie für Werkkunst und Mode“) bis sie schließlich 1971 in die „Hochschule für Bildende Künste“ (heute Universität der Künste) eingegliedert wurde.

Personen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christine Fischer-Defoy: „Kunst, im Aufbau ein Stein.“ Die Westberliner Kunst- und Musikhochschulen im Spannungsfeld der Nachkriegszeit. Berlin 2001, S. 202–220 und 235–238.
  • Hans Joachim Wefeld: Ingenieure aus Berlin. 300 Jahre technisches Schulwesen. Berlin 1988, S. 382–387.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Koordinaten: 52° 31′ 7,8″ N, 13° 18′ 17,6″ O