Kunsthaus Hamburg

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Kunsthaus Hamburg (2006)

Das Kunsthaus Hamburg ist ein Zentrum für zeitgenössische Kunst, gelegen zwischen Hauptbahnhof und Deichtorhallen. Es wurde 1962 von der Kulturbehörde Hamburg gegründet und widmet sich in wechselnden Einzel- und Gruppenausstellungen internationalen sowie lokalen Positionen aktueller bildender Kunst.

Programm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Kunsthaus Hamburg versteht sich als Ausstellungsort für zeitgenössische Kunst und darüber hinaus als Diskussionsort für aktuelle gesellschaftsrelevante Fragestellungen. Neben den jährlich fünf bis acht wechselnden Einzel- und Gruppenausstellungen bildender Kunst und angrenzender Disziplinen finden hier Künstlergespräche, Vorträge, Symposien, Lesungen, Filmvorführungen und andere Veranstaltungen statt. Dabei stehen die Förderung jüngerer zeitgenössischer Künstler sowie der Bezug zu historischen Positionen der Stadt im Fokus. Die wesentliche Aufgabe besteht heute darin, die ursprüngliche lokale Ausrichtung des Hauses in einen internationalen Kontext der Gegenwartskunst zu stellen.[1] Neben internationalen Einzel- und Gruppenausstellungen bietet das Kunsthaus Hamburg jährlich einen Überblick der aktuellen, lokalen Nachwuchsszene mit der Präsentation der Bewerber des Hamburger Arbeitsstipendiums[2] sowie mit der Jahresausstellung des Berufsverbands Bildender Künstlerinnen und Künstler Hamburg. Zudem werden im Kunsthaus Hamburg seit 2007 die Preisträger des Kunstpreis Finkenwerder, einem der höchstdotierten Kunstpreise Europas, ausgestellt.[3] Zu den Preisträgern zählten unter anderem Edith Dekyndt, Georges Adéagbo, Christian Jankowski, Ulla von Brandenburg, Daniel Richter oder Candida Höfer.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 1962 von der Kulturbehörde Hamburg gegründet, wurde das Kunsthaus Hamburg 1963 mit der Ausstellung „Hamburger Malerei von 1912 bis heute“ vom Berufsverband Bildender Künstlerinnen und Künstler Hamburg (BBK) eröffnet.[4] Ursprünglich war der Verein Träger des Hauses[5] und bot den Hamburger Gegenwartskünstlern einen neuen und eigenen Ausstellungsort. Das Kunsthaus befand sich zu dieser Zeit in einem im Bauhaus-Stil vom Architekten Paul Seitz entworfenen Gebäude am Ferdinandstor, wo heute die Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle steht. Es war über einen Glasgang mit dem Kunstverein in Hamburg verbunden.[6]

Umzug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang der 1990er Jahre musste das Kunsthaus Hamburg sowie auch der Kunstverein in Hamburg dem Neubau der Galerie der Gegenwart der Hamburger Kunsthalle weichen: der Gebäudekomplex wurde abgerissen und das Kunsthaus Hamburg zog gemeinsam mit dem Kunstverein in Hamburg 1993 in die Räumlichkeiten der ehemaligen Markthallen am Klosterwall 15, wo es sich bis heute befindet.[7]

Heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem das Kunsthaus Hamburg 2002 in eine gemeinnützige GmbH überführt wurde, bekam die Institution eine neue Struktur. Eine eigenständige Geschäftsführung wurde eingesetzt und der Berufsverband Bildender Künstler wurde Hauptgesellschafter. Weitere Gesellschafter wurden die Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e. V., der Verein Neue Kunst in Hamburg und anfangs die Lichtwark-Gesellschaft, später der Medienunternehmer Frank Otto. Die Geschäftsstelle des Berufsverbands Bildender Künstler*innen befindet sich im Kunsthaus Hamburg, er zeigt dort jährlich eine Jahresausstellung und organisiert weitere Veranstaltungen.[8] Das Kunsthaus Hamburg ist eine wichtige Anlaufstelle für Hamburger Künstlerinnen und Künstler. Der Verein Ateliers für die Kunst e.V. (AfdK), der Arbeitsräume für Hamburger Künstler vermittelt, hat sein Büro seit 1993 ebenfalls in den Räumen des Kunsthauses Hamburg.

Nach 20 Jahren Amtszeit von Claus Mewes hat Katja Schroeder die Leitung des Kunsthaus Hamburg im Jahr 2014 übernommen.[9]

Vorherige Leiter des Kunsthauses Hamburg waren Ruth Dunckelmann (1963–1986), Petra von der Osten-Sacken (1986–1989), Doris Cordes-Vollert (1989–1992), Rita Baukrowitz (1992) und Claus Mewes (1993–2013).

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2021
    • Carlos León Zambrano – Eine Sekunde zuvor
  • 2020
  • 2019
    • hybrID
    • Me at the zoo
    • Die Diskreditierten - Lesen ohne Atomstrom zu Gast im Kunsthaus Hamburg
    • Goutam GhoshReptiles
    • Edith DekyndtThe White, The Black, The Blue
  • 2018
    • Shirana ShahbaziObjects in Mirror Are Closer than They Appear
    • Flaka Haliti – Here – Or Rather There Is Over There[10]
  • 2017
    • Tejal ShahUNBECOMING
    • Georges AdéagboÀ la rencontre de l’art (Kunstpreis Finkenwerder)
    • Ida Ekblad – Diary of a Madam
  • 2016
    • Bani AbidiExercise in Redirecting Lines
    • ...und eine welt noch – Hanne Darboven im Kontext zeitgenössischer Kunstproduktion
  • 2015
    • Khalil Rabah – Scale Models
    • Christian JankowskiÜberlieferte Kunstgeschichte (Kunstpreis Finkenwerder)
  • 2014
    • Thomas Kilpper150 Years of Printmaking (in Kooperation mit Griffelkunst-Vereinigung Hamburg e. V.)
  • 2013
    • „freedom roads!“ – Koloniale Straßennamen / Postkoloniale Erinnerungskultur
    • Ulla von BrandenburgShadowplay (Kunstpreis Finkenwerder)
    • Nachtmahre und Ruinenengel. Hamburger Kunst 1920 bis 1950
    • „Die Reform der Großstadtkultur. Das Lebenswerk Fritz Schumachers (1869 – 1947)“ (Eine Ausstellung des Fritz-Schumacher-Instituts)
  • 2012
    • Jan Meyer-Rogge
  • 2011
    • Thorsten Brinkmann (Kunstpreis Finkenwerder)
  • 2009
    • Daniel Richter (Kunstpreis Finkenwerder)
    • Friedrich EinhoffRetrospektive
    • Clivia Vorrath – linea clivia
    • In den Tod geschickt. Die Deportationen von Juden, Roma und Sinti aus Hamburg 1940 – 1945. (In Zusammenarbeit mit der Forschungsstelle für Zeitgeschichte, Hamburg)
  • 2007
  • 2008
  • 2006
  • 2001
    • Wols. Aquarelle, Zeichnungen und Notizblätter
  • 1999
  • 1995
  • 1994
    • Aby Warburg, Mnemosyne-Atlas – Bilder aus dem Warburg Institute, London

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nicole Büsing, Heiko Klaas: Neue Dreifachspitze – Bettina Steinbrügge, Katja Schroeder und Anna Sabrina Schmid im Interview In: Lerchenfeld. Nr. 25, 2014, S. 15–17.
  2. Katja Engler: Aktuelle Impulse für die Kunst. In: Die Welt. Axel Springer SE, 22. August 2014, abgerufen am 6. Juli 2018.
  3. Belinda Grace Gardner: Faszination menschenleerer Räume. In: Welt am Sonntag, 15. Juli 2007.
  4. D. G. Reiß (Hrsg.): 1. Reihe – 50 Jahre Kunsthaus. ACCEDO Verlag, München 2013. S. 6.
  5. Petra Schellen: Viel Kunstraum, wenig Konzept: Debatte um Kunsthaus-Chefwechsel. In: TAZ. TAZ Verlags- und Vertriebs GmbH, 19. Dezember 2013, abgerufen am 6. Juli 2018.
  6. D. G. Reiß (Hrsg.): 1. Reihe – 50 Jahre Kunsthaus. ACCEDO Verlag, München 2013. S. 18.
  7. Hamburg A–Z. In: Szene Hamburg Stadtmagazin, Januar 2009. S. 99.
  8. https://www.bbk-hamburg.de
  9. Katja Engler: Aktuelle Impulse für die Kunst. In: Die Welt. Axel Springer SE, 22. August 2014, abgerufen am 6. Juli 2018.
  10. Liste der Ausstellungen