Kunsthochschule für Medien Köln

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Kunsthochschule für Medien Köln
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Gründung 1989, Eröffnung 1990
Trägerschaft staatlich
Ort Köln
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Land Deutschland
Rektor Hans Ulrich Reck[1]
Studierende 390 WS 2017/18[2]
Mitarbeiter ca. 120 (davon 60 wiss.)
Website www.khm.de

Die Kunsthochschule für Medien Köln (kurz KHM) ist eine 1990 eröffnete staatliche Kunsthochschule in Köln mit dem Studienschwerpunkt Mediale Künste.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die KHM geht auf eine Initiative der sozialdemokratischen Landesregierung Nordrhein-Westfalens zurück. Anfang der 1980er setzte sich die damalige Wissenschaftsministerin Anke Brunn für die Schaffung einer Kunsthochschule in Köln ein. Aber anstatt die Kölner Werkschulen zur dritten Kunstakademie in Nordrhein-Westfalen zu ernennen, entschloss man sich, die Werkschulen zu schließen und eine Kunsthochschule für Medien neu zu gründen.[3]

Der Studienbetrieb begann am 15. Oktober 1990 zunächst mit Zusatz- und Weiterbildungsstudiengängen. Seit 1994 wird der achtsemestrige Diplomstudiengang Audiovisuelle Medien angeboten, der im Sommersemester 2011 in Mediale Künste umbenannt und auf 9 Semester erweitert wurde. Seit 2011 gibt es das Diplomstudium "Mediale Künste" als grundständiges, 9-semestriges (Diplom 1) und als postgraduales, 4-semestriges (Diplom 2) Angebot. Ziel beider Angebote ist ein anspruchsvolles Projektstudium, das jedem Studierenden die freie Wahl und individuelle Kombination von künstlerischen Schwerpunkten ermöglicht.

Die Aufnahme des Lehrbetriebes begann in der provisorischen Unterbringung im Overstolzenhaus und am Peter-Welter-Platz 2. In den folgenden 15 Jahren gab es immer wieder Diskussionen um den Standort. Eine Ansiedlung in der Peripherie Kölns wurde ausgeschlossen, denn die KHM müsse in einem zentralen, urbanen Umfeld dauerhaft verankert sein. Daher wurden zwischenzeitlich bis zu zehn weitere Gebäude um den Peter-Welter-Platz und den Filzengraben angemietet. Ende 2005 fand die Standortfrage mit dem Einzug in den Neubaukomplex am Filzengraben ihren Abschluss.

Studium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunsthochschule für Medien Köln, Peter-Welter-Platz 2

Die Bereiche exMedia, Film, Kunst und Wissenschaft sind der organisatorische Überbau einer vernetzen Lehre. Sie fördert gezielt die interdisziplinäre Auseinandersetzung mit unterschiedlichen künstlerischen Feldern, auf die sich die Studierenden im Hauptstudium, bzw. Zusatz- und Weiterbildungsstudium spezialisieren können: Von der Fotografie, über Spiel-, Dokumentar- und Experimentalfilm, Animation, Video- und Lichtkunst, Kamera und Bildgestaltung, Design, Sound, Klang, Kunst im öffentlichen Raum, Literarisches Schreiben, Architektur, experimenteller Informatik, hin zu Theorie, Ästhetik und Geschichte der Maschinen, der Künste und der Medien. Die studentische Arbeit ist projektorientiert und findet in Ateliers, Studios und Laboren statt; begleitet von Vorlesungen und Seminaren, die die historischen und theoretischen Grundlagen der medialen Künste vermitteln.

Die KHM hat im Jahresdurchschnitt etwa 370 Studierende, die intensiv von einem internationalen Professoren- und Mitarbeiterteam sowie einem Netzwerk aus Fellows und Gastdozenten betreut werden. Die kontinuierliche Zusammenarbeit mit in- und ausländischen Hochschulen, kulturellen Institutionen, Festivals, Ausstellungsorganisatoren sowie der Medien- und Filmwirtschaft fördert diese Ausbildung.

Studienschwerpunkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Studium ist durch drei Bereiche organisiert: exMedia, Film, Kunst und Kunst- und Medienwissenschaft, denen folgende Studienschwerpunkte angehören:

  • Animation / 3D-Animation / Games
  • Bildgestaltung / Kamera / Montage
  • Drehbuch / Dramaturgie / Literarisches Schreiben
  • Experimenteller Film / Videokunst
  • Künstlerische Fotografie
  • Klangkunst / Sound Art
  • Kreatives Produzieren / TV-Formate / Live-Regie
  • Kunst- und Medienwissenschaften
  • Kunst im öffentlichen Raum / Performance / Installation
  • Politik der Netze und Apparate / Interface / Code
  • Regie für Spiel- und Dokumentarfilm

Promotionsprogramm[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kunsthochschule für Medien Köln bietet mit ihrer 2004 verabschiedeten Promotionsordnung die Möglichkeit zur philosophischen Dissertation. Abgeschlossen wird mit einem universitätsgleichen, also wissenschaftlich zentrierten Dr. phil. Dieser akademische Grad beinhaltet, dass der Bezug zur künstlerischen Praxis Voraussetzung für die Zulassung ist und Nähe zu künstlerischen Experimenten gesucht wird.

Angeboten werden folgende Promotionsfächer:

  • Designwissenschaft
  • Experimentelle Informatik
  • Filmwissenschaft
  • Kommunikationswissenschaft
  • Kunstwissenschaft
  • Medienwissenschaft

Feste Reihen / Veranstaltungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

GLASMOOG – Raum für Kunst & Diskurs/Ausstellungsraum an der KHM (im ganzen Jahr) + KHM auf der Art Cologne (jährlich) + Tage der Offenen Tür/Rundgang an der KHM (jedes Sommersemester) + Soundart-Reihen (Nocturne bis 2016/17, ab 2017 soundings)+ Filmreihen (jedes Semester mit Abschluss- und Debütfilmen der Absolventen) + Showcase (einmal jährlich lädt die Kunsthochschule für Medien Köln die Film-, Fernseh- und Medienbranche zur Sichtung der aktuellen Produktion nach Köln ein. Sie zeigt geladenen Produzenten, Redakteuren, Festivalleitern, Förderern und Journalisten eine Auswahl von Spiel- und Dokumentarfilmen. Zusätzlich werden Stoffe für lange Filme in einem Pitch vorgestellt)

Kooperationspartner[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Zentrum für Internationales Kunstmanagement CIAM (Center of International Arts Management) wurde im Mai 2005 als Gemeinschaftseinrichtung der Musikhochschule Köln, der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf, der Kunstakademie Düsseldorf und der Kunsthochschule für Medien Köln gegründet und bietet u. a. den MA-Studiengang „Kunstmanagement“ an.
  • Mit der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg, verbindet die KHM ein Kooperationsvertrag über die Zusammenarbeit in Lehre und Forschung sowie den Austausch von Studierenden.
  • Mit dem Fraunhofer-Institut für Intelligente Analyse- und Informationssysteme in St. Augstin unterhält die Kunsthochschule eine enge Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Informatik und experimentellen Computerkunst.
  • 1996–2018 bestand eine Vereinbarung mit der Escuela Internacional de Cine y TV (EICTV) in San Antonio de los Baños auf Cuba zum gegenseitigen erfolgreichen Austausch von Studierenden.
  • Seit 2008 Kooperation mit ISAP-Programm des DAAD (Internationale Studien- und Ausbildungspartnerschaften), das ein Teilstudium an der Universidad Nacional de Colombia (UNAL) in Bogotá (Kolumbien) fördert

Weitere Kooperationen: Bezalel Academy of Arts and Design (Jerusalem), Universidad Nacional de Colombia (Bogotà); Cité Internationale des Arts (Paris), Mecad (Barcelona), Korea National University of Arts (Seoul, Korea). Zahlreiche punktuelle Austauschbeziehungen mit Hochschulen in Frankreich, Italien, den Niederlanden, Skandinavien, Schweiz, UK, Japan, China, USA und weitere.

Von derzeit mehreren Tausend zentral erfassten Produktionen ist mehr als ein Drittel in Zusammenarbeit mit Partnern weltweit entstanden.

Preise an der KHM[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ehepaar Alfred und Hedwig Neven DuMont stiftete von 1998 bis 2015 den Spiridon-Neven-DuMont-Preis für eine herausragende junge Künstlerpersönlichkeit innerhalb der Studierenden der Kunsthochschule für Medien. Seit 2012 stiftet der Verein der Freunde der KHM den Kunstpreis der Freunde der KHM (7.500 Euro) und ermöglicht Förderstipendien zu 2.000 Euro. Weiterhin stiftet die Gleichstellung der KHM mit 3.500 Euro jedes Jahr den KHM-Förderpreis für Künstlerinnen.

Rektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Manfred Eisenbeis (Gründungsbeauftragter bis 1990), Klaus Katz (Gründungsrektor 1990–1994), Siegfried Zielinski (1994–2000), Anthony Moore (2000–2004), Andreas Henrich (2004–2007), Marie-Luise Angerer (2007–2009), Klaus Jung (2009–2014), Hans Ulrich Reck (seit April 2014)

Aktuell tätige Professoren (Stand 5/2018)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte ehemalige Professoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bekannte Absolventen und ehemalige Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Künstler:

Filmemacher:

Autoren:

Hochschullehrer:

Ranking[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Hochschul-Ranking der kreativen Studiengänge des Nachrichtenmagazins Focus (Ausgabe 22/2006) erreichte die KHM den 2. Platz (76 Punkte) zusammen mit der internationalen filmschule köln und der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin nach der Filmakademie Baden-Württemberg (78 Punkte). Neben der Reputation der Hochschule waren die Betreuungssituation der Studierenden, die technische Ausstattung und die Zahl der gewonnenen Preise ein Bewertungskriterium.[5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kunsthochschule für Medien Köln: Hans Ulrich Reck neuer Rektor der Kunsthochschule für Medien Köln, abgerufen am 2. April 2014
  2. Statistisches Bundesamt: Studierendenzahlen Studierende und Studienanfänger/-innen nach Hochschularten, Ländern und Hochschulen, WS 2013/14, S. 66–113 (abgerufen am 3. November 2013)
  3. Peter C. Slansky: Filmhochschulen in Deutschland. Geschichte – Typologie – Architektur. edition text + kritik, München, 2011. ISBN 978-3-86916-116-7
  4. a b Zum Antritt von Lars Büchel und Didi Danquart - KHM. Abgerufen am 28. August 2017.
  5. Focus Ranking der kreativen Studiengänge Ausgabe 22/2006

Koordinaten: 50° 56′ 2,5″ N, 6° 57′ 44,3″ O