Kunstmuseum Bayreuth

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Kunstmuseum Bayreuth
Erkerund Fahne20131101.jpg
Daten
Ort Bayreuth
Art
Museum für moderne Kunst
Eröffnung 1999
Betreiber
Stadt Bayreuth
Leitung
Marina von Assel
Website
ISIL DE-MUS-749517
Eingangsportal in der Brautgasse
Eingang in das Kunstmuseum Bayreuth in der Brautgasse

Das Kunstmuseum Bayreuth ist das Museum für Moderne Kunst der Stadt Bayreuth. In den historischen Räumen des Barockrathauses werden Ausstellungen zu zeitgenössischer Kunst und Kunst der klassischen Moderne präsentiert. Führungen, museumspädagogische Veranstaltungen und Vorträge für alle Menschen ergänzen das Ausstellungsprogramm des Museums.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kunstmuseum Bayreuth, Galerie zu den Ausstellungsräumen

Die Anfänge des Gebäudes führen ins Mittelalter. Nach Zerstörungen in den Hussitenkriegen im Jahr 1430 und den großen Stadtbränden 1605 und 1621 kam das Haus in adeligen Besitz und wurde nach 1679 zu einem repräsentativen Stadtpalais mit zweistöckigen Erkern umgebaut. Die verwitwete Baronin Sponheim verkaufte ihr Palais 1721 an die Hospitalstiftung, die es der Stadt zur Nutzung als Rathaus überließ. Diese Funktion sollte das Gebäude bis 1917 innehaben. Mit der Aufgabe als öffentliches Gebäude und Rathaus verbunden ist eine barocke Umformung in den Jahren von 1722 bis 1727 unter Federführung des markgräflichen Baumeisters Johann David Räntz. Von 1797 bis 1812 war das alte Rathaus Sitz des Stadtgerichts und von 1816 bis 1832 tagte hier das Kreisgericht. Bis 1916 sollten verschiedene städtische Einrichtungen, wie beispielsweise eine Gewerbeschule oder die Diensträume der Stadtpost, im Alten Rathaus Unterkunft finden. Mit der Einweihung des Neuen Rathauses am Luitpoldplatz verlor das alte Rathaus 1916 seine administrativen Aufgaben.

In der Weimarer Republik beherbergte das Barockrathaus von 1921 bis 1928 im Erdgeschoss die Räume der Stadtbücherei. Nach der Zerstörung des Neuen Rathauses am Luitpoldplatz im Zweiten Weltkrieg wurde das Alte Rathaus 1945 wieder in seine repräsentativen Ämter eingeführt. Mit dem Rathausneubau 1972 war ein erneuter Funktionswechsel zum Dienstgebäude der bayerischen Landespolizei verbunden.

Nachdem Oberbürgermeister Dieter Mronz die Dr. Helmut und Constanze Meyer Kunststiftung für Bayreuth gewinnen konnte, fiel die Entscheidung für das Alte Rathaus als Sitz des nun entstehenden Kunstmuseums, das im Dezember 1999 seiner neuen Bestimmung übergeben werden konnte.[1] Das Kunstmuseum hat ein Veranstaltungsangebot für Menschen jeden Alters und aus allen Kulturen ("Menschen von hier, da und dort"). Es ist barrierefrei zugänglich. Unter der Überschrift "BarriereFREI" lädt das Kunstmuseum Menschen mit und ohne Behinderung zu verschiedenen Veranstaltungen ein.

Sammlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwerpunkt der Sammlung des Museums ist die Kunst des 20. Jahrhunderts. Unter den rund 20.000 betreuten Objekten bilden Arbeiten auf Papier die mit Abstand größte Gruppe. Die Druckgraphiken, Zeichnungen und Aquarelle befinden sich im Depot. Einzelobjekte und Objektgruppen werden in wechselnden Ausstellungen präsentiert. Das Plakatmuseum im Kunstmuseum Bayreuth umfasst rund 22.000 Plakate. Die Plakatmotive konzentrieren sich auf kulturelle Inhalte wie Literatur, Theater, Ausstellungen. Aber auch zu Themengebieten wie Zeitgeschichte, Sport, Reisen oder Gastronomie finden sich mannigfaltige Variationen.[2]

Die Dr. Helmut und Constanze Meyer Kunststiftung und die Caspar-Walter-Rauh-Sammlung der Oberfrankenstiftung bildeten 1991 den Grundstock des Museums, der 1992 um eine Schenkung von Werken des Expressionisten Georg Tappert erweitert wurde. Mit der Gründung des Kunstmuseums erfolgte 1999 die Einrichtung der tabakhistorischen Sammlung der British American Tobacco. Diese ist seit 1999 nicht mehr im Kunstmuseum Bayreuth angesiedelt. 2002 wurde die Prof. Dr. Klaus Dettmann Kunststiftung gegründet. Es folgten 2009 die Voith-von-Voithenberg-Stiftung und 2014 die Kunststiftung-Viola-Schweinfurter. Mit der Froemel-Sammlung im Jahr 2010 und dem Nachlass von A. D. Trantenroth 2019 kamen weitere große Konvolute als Dauerleihgaben der Oberfrankenstiftung zu den Sammlungsbeständen.

Das Museum hat die städtische Sammlung von Werken der Freien Gruppe Bayreuth (Ausstellungen 1951 – 1980, Nachfolge Kunstverein Bayreuth) übernommen und wächst seit 1999 kontinuierlich, vor allem dank eines sehr intensiven Bürgerengagements. So gaben bereits Hertha Drescher und Günter Ruckdäschel ihre Sammlung an das junge Museum. Ihnen folgten weitere Sammler, wie Felix und Sybille Böcker und andere Künstlerinnen und Künstler. Die umfangreichsten Künstlerschenkungen beinhalten Werke von Max Ackermann, Ulrike Andresen, Herbert Bessel, Paul Eliasberg und Jeanne Gedon, Hasso von Henninges, Werner Knapp, Carl Fredrik Reuterswärd, Anton Russ, Eduard Sauerzopf, Kurt Teuscher oder Hansjörg Voth. Auch der Freundeskreis des Kunstmuseums Bayreuth beschenkt seit seiner Gründung im Jahre 2005 das Haus.

Vor allem Künstlerinnen und Künstler der Moderne haben sich immer wieder auf Werke von Menschen mit Psychiatrie-Erfahrung berufen. Eine umfangreiche Sammlung von Outsider Art rundet die Kunstsammlungen des Museums ab. Nach einer ersten Schenkung von Gouachen von Hildegard Wohlgemuth durch Heike Schulz 2013 schenkte der Bezirk Oberfranken dem Museum Werke von Menschen mit Psychiatrie-Erfahrungen, die im Bayreuther Bezirkskrankenhaus entstanden waren.

2012 übernahm Das Kunstmuseum Bayreuth das Kleine Plakatmsueum, das seither seinen Sitz im Museum hat.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Alte Rathaus der Stadt Bayreuth: Geschichte, Umbau und heutige Nutzung. Hrsg.: Stadt Bayreuth (= Schriftenreihe des Kunstmuseums Bayreuth. Band 1) Bayreuth, 2000, ISBN 3-9807043-0-0.
  • Marina von Assel, Martina Kern, Susanne Steinlein, Helmut Meyer, Constanze Meyer: Kunst im 20. Jahrhundert. Aus der Sammlung des Kunstmuseums Bayreuth: Museumsführer. Hrsg.: Stadt Bayreuth (= Schriftenreihe des Kunstmuseums Bayreuth. Band 2) Bayreuth, 1999, ISBN 3-9807043-1-9.
  • Marina von Assel u. a.: 20 Jahre Kunstmuseum Bayreuth - aus den Sammlungen – 1: Platons Erben. Hrsg.: Stadt Bayreuth (= Schriftenreihe des Kunstmuseums Bayreuth. Band 45). Bayreuth 2019, ISBN 978-3-935880-42-8.
  • Marina von Assel u. a.: 20 Jahre Kunstmuseum Bayreuth - Mnemosyne und die Moderne : Figuration : "Denken in Bildern" - mit Aby Warburgs Blick auf die Moderne geschaut. Hrsg.: Stadt Bayreuth (= Schriftenreihe des Kunstmuseums Bayreuth. Band 46). Bayreuth 2019, ISBN 978-3-935880-43-5.
  • Marina von Assel u. a.: 20 Jahre Kunstmuseum Bayreuth - aus den Sammlungen – 3: Alles begann mit einer Linie, die eine Hand gezogen hatte. Gestik - Zeichen - Schrift. Hrsg.: Stadt Bayreuth (= Schriftenreihe des Kunstmuseums Bayreuth. Band 47). Bayreuth 2019, ISBN 978-3-935880-44-2.
  • Marina von Assel u. a.: 20 Jahre Kunstmuseum Bayreuth - aus den Sammlungen – 4: Überzeichnet. Expression und Karikatur. Hrsg.: Stadt Bayreuth (= Schriftenreihe des Kunstmuseums Bayreuth. Band 48). Bayreuth 2020, ISBN 978-3-935880-45-9.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kunstmuseum Bayreuth – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Walter Bartl, Bernd Mayer, Reiner Küchler, Jürgen Dohrmann, Norbert Will, Holger Leverentz, Marina von Assel, Dieter Mronz, Hans Angerer: Das Alte Rathaus der Stadt Bayreuth: Geschichte, Umbau und heutige Nutzung. Stadt Bayreuth, 2000, ISBN 3-9807043-0-0.
  2. Kunstmuseum Bayreuth. In: Kulturatlas Oberfranken. Archiviert vom Original am 10. November 2007; abgerufen am 1. März 2012.

Koordinaten: 49° 56′ 39,1″ N, 11° 34′ 29,6″ O