Museum Bochum – Kunstsammlung

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Kunstmuseum Bochum, im März 2004

Am nördlichen Ende der Bochumer Kortumstraße befindet sich das Museum Bochum – Kunstsammlung (auch Kunstmuseum Bochum). Gegenüber dem Museum liegt der Bochumer Stadtpark , u. a. mit einigen Kunstobjekten aus Stahl.

Die Institution[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum besteht äußerlich - heute im Jahr 2021 - aus zwei unterschiedlichen Gebäuden, der historistischen Doppelvilla Marckhoff-Rosenstein aus dem Jahr 1900 und einem modernen Erweiterungs-Neubau von 1983. Vorgängerin des Museums war die Städtische Gemäldegalerie , die am 10. Juli 1921 an der Viktoriastraße eröffnet worden war und seit Mitte der 1920er Jahre bis zu deren starker Zerstörung im Zweiten Weltkrieg in der Villa Nora schräg gegenüber der heutigen Museumsvilla angesiedelt war. Die städtische Kunstvermittlungsinstitution hatte erst ab 1960 als Städtische Kunstgalerie in der Villa Marckhoff-Rosenstein wieder ein Zuhause, beginnend am 3. April mit der Ausstellung Bochum '60 - junge deutsche Kunst. In der Zwischenzeit hatten Ausstellungen an verschiedenen Orten stattgefunden, so z. B. zum 25-jährigen Geburtstag 1946 im Lichthof des Bergbaumuseums vom 15. Juli bis zum 16. August die Jahresschau Bochumer Künstler, weitere auch im Baltz-Haus und im Metropol, und einen Auftrag zu sammeln gab es erst ab 1960. Davor war eigener Bestand nur minimal vorhanden, und die Ausstellungen wurden aus Leihgaben bestückt.

Villa Marckhoff-Rosenstein, im September 2015

Die Gehäuse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Doppelvilla Marckhoff-Rosenstein wurde 1900 im Stil des Historismus erbaut und lange Zeit von den einflussreichen Familien Rosenstein und Marckhoff bewohnt. Gemeinhin wird gesagt, dass die Fassade der Villa in ihrem Kompositionsschema der (alten) Pariser Oper, der sogenannten Opéra Garnier, nachempfunden sei. Tatsächlich ist der Bau in Ausführung und Formensprache eng verwandt mit dem von Hermann Otto Pflaume erbauten Bankgebäude (1860–1863) des Schaaffhausen’schen Bankvereins in Köln. Die Bank spielte 1854 bei der Umwandlung der Firma Mayer & Kühne in die Aktiengesellschaft „Bochumer Verein für Bergbau und Gußstahlfabrikation“ eine wichtige Rolle. Während des Zweiten Weltkriegs wurde 1944 nicht nur die gegenüberliegende Villa Nora weitgehend zerstört, welche die Städtische Gemäldegalerie barg, sondern auch die Villa Marckhoff erlitt starke Schäden, wurde aber schon bald instand gesetzt. Um 1960 wurde das Gebäude von der Stadt erworben. Die Villa Marckhoff-Rosenstein wurde im Jahre 1983 durch einen Neubau der dänischen Architekten Jørgen Bo und Vilhelm Wohlert erweitert, wofür zwei gut erhaltene Jugendstil-Villen abgerissen wurden. Das Kunstmuseum zog dann peu à peu in den Neubau, denn der nach dem Krieg neu errichtete Dachstuhl der Villa belastete die Außenwände zu sehr. Im Februar 2003 rief die Bochumer Privatbrauerei Moritz Fiege die „Initiative Villa Marckhoff“ zur Sanierung der Fassade ins Leben. Seit 2020 kann im Altbau nun die eigene Sammlung des Museums besichtigt werden.

Seit März 2014 sind Museum und die Villa in der Route der Industriekultur, Themenroute Bochum aufgelistet.

Personen und Personal[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Leitung der Städtischen Gemäldegalerie lag in den Händen von Richart Reiche aus Barmen. 1960 wurde Peter Leo Leiter der Städtischen Kunstgalerie, die 1970 in Museum Bochum umbenannt wurde. Der 1969 von Peter Leo als wissenschaftlicher Assistent eingestellte Petr Spielmann[1] wurde 1972 nach Peter Leos Tod der neue Leiter. Anschließend, 1997, wurde der promovierte Kunsthistoriker Hans Günter Golinski Direktor des Museums[2] Ende 2020 ging er in den Ruhestand. Als Interimsdirektor fungierte bis Ende Mai 2021 Sepp Hiekisch-Picard. Seit dem 1. Juni 2021 ist die Niederländerin Noor Mertens Direktorin des Museums.[3]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Clemens Kreuzer 60 Jahre oder 100 Jahre Bochumer Kunstmuseum? in : Bochumer Zeitpunkte, Stadtgeschichte, Heimatkunde und Denkmalschutz, ISSN 0940-5453 Heft 41, Juni 2020.[4]
  • Clemens Kreuzer Zu Unrecht vergessen: Die Städtische Gemäldegalerie. Ein Beitrag zur Geschichte der Bildenden Kunst in Bochum in : Bochumer Zeitpunkte, Beiträge zur Stadtgeschichte, Heimatkunde und Denkmalpflege Nr. 8, Dezember 2000.[5]
  • Kurt Dörnemann, Die bildenden Künste in Bochum,in : Stadt Bochum (Hrsg.): Bochumer Aspekte 69. Ein halbes Jahrhundert Kultur in einer Revierstadt, Bochum 1969
  • (Katalog des) Museum Bochum Kunstsammlung 1960–1970, Redaktion und Layout Dr. Peter Leo, Dr. Petr Spielmann und Helmut Zumbro.
  • Ursula Fries, " ... für die schwer arbeitende Bevölkerung". Kulturpolitik in Bochum 1945 bis 1960, Bonn, Berlin 1992.
  • Dr. Peter Spielmann,Künstlerbund und Museum, in : 50 Jahre Bochumer Künstlerbund. Eine Dokumentation, Bochum 1996.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kunstmuseum Bochum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Dr.Peter Spielmann, Bochumer Museumsdirektor, 1972, abgerufen am 2. Juli 2021
  2. Die Welt vom 3. August 2014 NRW: Hans Günter Golinski: Direktor des Kunstmuseums, abgerufen am 26. April 2018
  3. Achim Lettmann: Interview. Mit Noor Mertens beginnt eine neue Zeit am Museum Bochum. In: Westfälischer Anzeiger. 30. März 2021, abgerufen am 9. Juni 2021.
  4. [1]
  5. [2]

Koordinaten: 51° 29′ 14,7″ N, 7° 13′ 16,4″ O