Kunstpavillon Zagreb

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Der Kunstpavillon vom König-Tomislav-Platz aus gesehen
Rückseite vom Gebäude

Der Kunstpavillon (kroatisch Umjetnički paviljon) ist eine 1898 gegründete, internationale Kunst- und Ausstellungshalle für zeitgenössische Kunst in der Zagreber Unterstadt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee einer öffentlichen Kunsthalle für Zagreb wurde erstmals im Frühjahr 1895 u. a. vom kroatischen Maler Vlaho Bukovac formuliert. Aufbauend auf dieser Idee, entschied man sich die Werke kroatischer Künstler auf der Budapester Millenniumsausstellung 1896 in einem vorgefertigten Pavillon zu zeigen, um denselben dann nach der Ausstellung leichter nach Zagreb transportieren zu können. Der ursprüngliche Pavillon wurde nach Plänen der Budapester Architekten Kálmán Giergl und Flóris Korb errichtet.

Nach der Ausstellung wurde die Eisenskelettkonstruktion nach Zagreb überführt und unter Leitung der Zagreber Architekten Fellner & Helmer wiederaufgebaut. Das Äußere des Gebäudes wurde mit Skulpturen verschiedener Künstler ausgestattet: Die Ostfassade zeigt Büsten von drei Renaissance-Malern dalmatinischer Abstammung: Vittore Carpaccio, Giulio Clovio und Andrea Schiavone; die Westfassade zeigt Büsten von Michelangelo, Raffael und Tizian. Bei seiner Eröffnung am 15. Dezember 1898 war der Pavillon eines der ersten komplett in Fertigbauweise konstruierten Bauwerke in Europa.

Der Kunstpavillon verfügt über eine Ausstellungsfläche von 600 m² aber keine ständigen Sammlungen. 2006 wurde das Glasdach des Pavillons renoviert und die Beleuchtungsanlage ersetzt, seit 2010 sind an der gesamten Fassade Renovierungsarbeiten im Gange.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis heute organisiert der Kunstpavillon rund 700 v. a. retrospektiven Ausstellungen kroatischer und internationaler Künstler, wie Käthe Kollwitz, Henry Moore oder Auguste Rodin.[1] Zu den Ausstellungen der letzten Jahre gehörten die Werke von Künstler wie Gilles Aillaud, Edo Kovačević, Gerhard Richter und Milivoj Uzelac, sowie Gruppenausstellungen von Künstlern wie Santiago Sierra und Boris Mikhailov, Karl von Piloty, Nikolaos Gyzis, Gabriel von Max und Franz von Stuck.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dubravko Horvatić; Milan Babić: Zagreb und Umgebung, Mate, Zagreb, 1995
  • Michael Benedikt, Damir Barbarić: Ambivalenz des Fin de siècle: Wien-Zagreb, Böhlau Verlag, Wien 1998
  • Olga Maruševski: Der Kunstpavillon in Zagreb: 1896–1898, Zeitschrift des Österreichischen Kulturinstituts Zagreb, 2000
  • Bruno Sušanj: Zagreb, Masmedia, Zagreb, 2004
  • Uwe Mauch: Zagreb: Die kroatische Hauptstadt und ihre Umgebung, Trescher Verlag, Berlin, 2011, S. 113 (online)

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kunstpavillon Zagreb – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Zagreber Kunstpavillon. Touristische Gemeinschaft der Stadt Zagreb, 2011, abgerufen am 13. Januar 2013.


Koordinaten: 45° 48′ 26″ N, 15° 58′ 43″ O