Kupferoxychlorid

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Kristallstruktur
Keine Zeichnung vorhanden
Allgemeines
Name Kupferoxychlorid
Andere Namen
  • Kupfer(II)-trihydroxidchlorid
  • Dikupferchloridtrihydroxid
  • basisches Kupferchlorid
Verhältnisformel
  • CuCl2 · 3 Cu(OH)2
  • auch: Cu2(OH)3Cl
CAS-Nummer
  • 1332-65-6 (wasserfrei)
  • 1332-40-7 (Tetrahydrat)
PubChem 24813
Kurzbeschreibung

blaugrünes Pulver[1]

Eigenschaften
Molare Masse 184,57 g·mol−1[1]
Aggregatzustand

fest

Dichte

3,74 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

> 220 °C (Zersetzung)[1]

Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser (0,0012 g·l−1 bei 20 °C)[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
07 – Achtung 09 – Umweltgefährlich

Achtung

H- und P-Sätze H: 302​‐​332​‐​400
P: 261​‐​264​‐​270​‐​271​‐​273​‐​312Vorlage:P-Sätze/Wartung/mehr als 5 Sätze​‐​501 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [3] aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [4]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 22​‐​34
S: 26​‐​36​‐​36/37/39​‐​45
MAK

0,1 mg·m−3[1]

Toxikologische Daten

700 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)[1]

Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Kupferoxychlorid ist eine chemische Verbindung aus Kupfer, Hydroxid und Chlor.

α-Kupferoxychlorid-Kristalle

Herstellung[Bearbeiten]

Kupferoxychlorid kann durch Hydrolyse von Kupfer(II)-chlorid hergestellt werden.

\mathrm{2 \ CuCl_2 + 3 \ NaOH \rightarrow Cu_2(OH)_3Cl +  3 \ NaCl}

oder

\mathrm{CuCl_2 + 3 \ CuO + 3 \ H_2O \rightarrow 2 \ Cu_2(OH)_3Cl}

Industriell wird es durch Oxidation von Kupfer(I)-chlorid in einer Solelösung gewonnen. Dazu wird Kupfer(II)-chlorid in konzentrierter Natriumchloridlösung mit Kupfermetall reduziert. Das entstandene Kupfer(I)-chlorid wird anschließend erhitzt und an Luft zu Kupferoxychlorid oxidiert.

\mathrm{CuCl_2 +  Cu + 2 \ NaCl \rightarrow 2 \ NaCuCl_2}
\mathrm{6 \ NaCuCl_2 + \tfrac{3}{2} O_2 + \ H_2O \rightarrow }\mathrm{ CuCl_2 \cdot 3 \  Cu(OH)_2  + 2 \ CuCl_2 + 6 \ NaCl}

Verwendung[Bearbeiten]

Kupferoxychlorid wird als Kontaktfungizid verwendet.[1]

Die Zulassung von Kupferoxychlorid als eine von mehreren „Kupferverbindungen“ durch die EU-Kommission erfolgte mit Wirkung zum 1. Dezember 2009 für Anwendungen als Bakterizid und Fungizid.[5]

In Deutschland sind Pflanzenschutzmittel mit diesem Wirkstoff für den Anbau von Kernobst und Erdbeeren zugelassen. In Österreich und der Schweiz sind Kupferoxychlorid-Präparate bei Kartoffeln und Weinreben sowie bei einer Vielzahl von Obst, Beeren und Gemüsearten erlaubt.[6]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f g h i Eintrag zu Kupfer(II)-trihydroxidchlorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 25. März 2013 (JavaScript erforderlich).
  2. Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 1332-65-6 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich)
  3. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  4. Eintrag aus der CLP-Verordnung zu CAS-Nr. 10025-87-3 in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA (JavaScript erforderlich)
  5. Richtlinie der Kommission 2009/37/EG vom 23. April 2009 zur Änderung der Richtlinie 91/414/EWG des Rates zwecks Aufnahme der Wirkstoffe Chlormequat, Kupferverbindungen, Propaquizafop, Quizalofop-P, Teflubenzuron und Zeta-Cypermethrin
  6. Nationale Pflanzenschutzmittelverzeichnisse: Schweiz, Österreich, Deutschland; abgerufen am 26. März 2013