Kurfürstliche Werft Havelberg

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Die Kurfürstliche Werft Havelberg war eine Werft, die vom niederländischen Kaufmann und Reeder Benjamin Raule angeregt und 1687 auf Geheiß von Friedrich Wilhelm von Brandenburg in der Stadt Havelberg errichtet wurde.

Die kurbrandenburgische Marine auf offener See

Die Werft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kurfürstliche Werft Havelberg in einer zeitgenössischen Abbildung

Die Werft diente zum Bau von Schiffen für die Kurbrandenburgische Marine, die Brandenburgisch-Afrikanische Compagnie (BAC) und für Raules private Unternehmungen. Später wurde die BAC auch in der Karibik aktiv; sie wurde daher in Brandenburgisch-Afrikanische-Amerikanische Compagnie (BAAC) umbenannt. Der Standort in Havelberg war aufgrund der relativ flachen Elbe für die Seeschiffe nicht gut geeignet, daher konnten nur die Rümpfe in Havelberg gebaut werden. Der Hauptgrund für die Standortwahl Havelberg war die leichte Zufuhr von Holz über Elbe, Spree und Havel und die steuerlichen Anreize durch den Kurfürsten. Mit großem Aufwand wurden die Schiffsrümpfe auf der Elbe nach Hamburg gebracht und hier erfolgte der Fertigbau. Der größte Rumpf war die Baunummer 3, der nach dem Ausbau in Hamburg den Namen Friedrich III. erhielt. Ab 1695 wurden keine Neubauten mehr begonnen und 1702 der Werftbetrieb ganz aufgegeben. Zumindest ab 1699 wurde auch ein Käufer für die Werft gesucht, da aus diesem Jahr ein Verkaufsanschlag existiert.

Auf der Kurfürstlichen Werft Havelberg sind 15 Schiffe dokumentiert, dazu kommen noch eine unbekannte Anzahl Neubauten für Raules private Rechnung.

Schiffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 18-Meter-Schnau namens Makarele wurde 1688 als erstes Schiff der Werft fertiggestellt und an die Handelsgesellschaft übergeben. Der Großteil der Schiffe, Brigantinen und Fregatten, wurden an die Kurbrandenburgische Marine abgeliefert. Etwa sieben Schiffe, es waren Galioten, Schnaus, Barken und Fleuten, wurden an die Handelsgesellschaft abgeliefert.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ulrich van der Heyden: Rote Adler an Afrikas Küste. Die brandenburgisch-preußische Kolonie Großfriedrichsburg in Westafrika. Selignow-Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-933889-04-9.
  • Jochen Brennecke: Geschichte der Schiffahrt. Sigloch-Ededition, Künzelsau 1999, ISBN 3-89393-176-7.
  • Günther Schmidt: Schiffe unterm Roten Adler. VEB Hinstorff Verlag Rostock 1986. ISBN 3-356-00045-4

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]